Teaser

Hier kommen Hinweise und Kurzfassungen auf Artikel -  für die Leser, die nicht viel Zeit haben – mit einem Link zum gesamten Artikel

 

Menzel – Flötenkonzert in Sanssousi

Der König trägt die im Rokoko übliche Zopfperücke und Stulpenstiefel. Sein blauer, preußischer Rock ist geöffnet, so hat er mehr Bewegungsfreiheit beim Spiel. Am Cembalo, wie schon erwähnt, kein Geringerer als Carl Philipp Emanuel Bach. Links von ihm im dunklen Rock und mit Violine Franz Brenda. Der Flötenlehrer Joachim Quantz lehnt in Reichweite an der rechten Wand und blickt angespannt zu Boden. Die Klatschpresse hätte über den beleibten, eitlen Pfau mit der altmodischen Perücke ganz links viel zu sagen gehabt. Es ist Graf Gustav Adolf von Gottler, ein opportunistischer Lebemann, ehemaliger preußischer Gesandter in Wien und ein Günstling des Königs aber ansonsten eher unbeliebt. Hinter ihm der einzig wahre Melomane an diesem Abend, der verzückt zuhörende Schriftsteller Jakob Friedrich Freiherr von Bielfeld. Nicht von der Musik hingerissen ist der Mathematiker, Geograf und Präsident der Preußischen Akademie der Wissenschaften Pierre-Louis Moreau de Mauperthuis. Menzel stellt ihn hinter den König, damit er ihm diesen gelangweilten Blick zur Decke malen kann. Auf dem roten Sofa in der Mitte sitzt ganz alleine die Lieblingsschwester des Königs, Wilhelmine von Bayreuth. Sie neigt ihren Kopf leicht zur Seite und scheint ihren Gedanken nachzuhängen. Begeisterung vermisst man bei ihr auch. Auf dem Divan rechts von ihr Amalie von Preußen, die sich mit einer Hofdame unterhält und dahinter erkennt man den Hofkapellmeister Carl Heinrich Graun. Die ältere Dame hinter dem Notenständer auf der rechten Seite ist die Gräfin Camas und stehend rechts zurückgesetzt Egmont von Chasôt. Die Männer müssen übrigens alle stehen, solange der König nicht sitzt und der muss ja spielen. Die Frau des Königs selber ist nicht unter den vier Damen. Weiter hier

 

Fondation Folon in La Hulpe

40 Jahre künstlerisches Schaffen des belgischen Künstlers sind in der Fondation Folon dokumentiert. Er selber hat dafür gesorgt, dass eine Vielzahl seiner Werke an diesem Platz versammelt werden konnten.  Der Park, die alten Bäume, die unterschiedlichen Pflanzenarten haben sicher ihren Beitrag geleistet und aus Folon einen Beschützer der Bäume gemacht. 500 Objekte sind dort ausgestellt: Bilder, Radierungen, Lithografien, Holz- und Bronzeskulpturen, Grafische Arbeiten und Aquarelle. Mehr über diesen schönenund interessanten Ort hier:

 

Picasso – les Demoiselles d’Avignon

Die beiden Prostituierten jeweils außen im Bild schieben einen Vorhang zur Seite und machen so die Szene sichtbar. Sie sind die einzigen mit dunklen Gesichtern. Die Evolution geht von links nach rechts. Während die Frauen links im Bild noch einem gewissen konventionellen Schönheitsidol entsprechen möchten, sind die Gesichter der beiden rechten Frauen nur noch asymmetrische und angsteinflößende Masken, die Anatomie der Körper ist verzerrt, geometrische Formen, die zerlegt und unsachgemäß wieder zusammen gesetzt wurden. Blasse und fleischfarbene Rosatöne dominieren und werden von Ockerfarben und strengen Blau- und Grautönen unterbrochen. Picasso sucht nicht die Realität, er setzt auf primitive Formen und entmenschlicht die Frauen. Das Antlitz der stehenden rechten Dame ist eigentlich nur noch eine keilförmig, verzogene Schnauze, auf der ein grün-gestreiftes und kontrastreiches Schattenspiel passiert und den Kopf kompakt und kämpferisch hervorhebt. Die hockende Frau zeigt uns ihren Rücken und ihre um 180 Grad gedrehte und entstellte Fratze durchbohrt den Betrachter. Diese beiden Frauen bleiben anonym, haben Augen die nicht sehen und lassen sich nicht in ihre Seele blicken. Kokett und provozierend blicken die Fünf auf den Betrachter, sie posieren, möchten gefallen, verführen und stellen lockend ihre Weiblichkeit zur Schau. Mit der Frau in der Mitte zitiert Picasso die Antike. So eine Venus-Skulptur, mit über dem Kopf verschränkten Armen hat auch Matisse in „La joie de vivre“ gemalt. Alles in dem Bild ist scharfkantig, eckig und die Vorhänge wirken wie Schneidewerkzeug. Vorder- Rück- und Seitenansichten liegen gleichberechtigt nebeneinander. Raumgefühl entsteht durch Überlagerung und Farbe und nicht durch konventionelle Perspektive. Ein unschuldiger Obstteller auf dem Tisch vor den Frauen scheint aus einem Cézanne Stillleben zu kommen. Und dann das Himmelblau zwischen den beiden Frauengruppen, das hat sich Picasso vom letzten Spanienurlaub in Gósol mitgebracht. Nicht einmal mit dem Format wollte der Künstler sich anpassen. Das Bild ist mit 244 x 234 cm eben nur fast quadratisch. Das New Yorker MoMA hat das Epochenwerk 1939 gekauft und dort hängt es auch. Mehr über die Entstehungsgeschichte und Picasso hier:

 

Antoine Watteau – die Annehmlichkeiten des Lebens

Eine kleine Gruppe von Musikliebhabern hat sich auf der Treppe vor einem Säulen-Vestibül versammelt. „Mehr der Natur als der Kunst“ verdankt der Park, der links von der Gruppe beginnt und  zur Promenade einlädt. Im Hintergrund unter den Schäfchenwolken sieht man eine Stadt, auf einer Wiese davor haben es sich ein paar andere Gäste bereits im Gras bequem gemacht. Die Gesellschaft in erster Reihe, bestehend aus zwei Männern, zwei Frauen, zwei Kindern und einem Hund, sitzt auf einer elegant gepflasterten Terrasse, in deren Mitte ein Musiker in der typischen von der Commedia dell’Arte inspirierten Watteau-Kleidung gerade auf einer Theorbe herum zupft. Um sein Gleichgewicht zu halten, muss der Musiker seinen Fuß auf einen gepolsterten Schemel stellen. Die Theorbe stand Anfang des 18. Jahrhunderts vor dem Aussterben und wurde immer mehr vom leichter zu spielenden italienischen Violoncello verdrängt. Schemel, Instrument und ein paar Bücher auf dem Boden bilden ein Stillleben im Bild. Für den lässig an der linken Bandsäule lehnenden Melomanen mit roter Kopfbedeckung und rotem Umfang hat übrigens Watteaus Malerfreund Nicolas Vleughels Modell gestanden. Noch ist die Gruppe mit sich beschäftigt und wartet, bis das schwierig zu stimmende Instrument soweit ist. Rechts vom Musiker liegt ein Jagdhund, der sich gerade leckt und vor diesem sitzt ein fein gekleideter Dienstbote aus den französischen Kolonien, vielleicht den Antillen, auf den Steinen, der gerade mit dem Kühlen des Champagners beschäftigt ist aber zur Gruppe blickt. Mehr über den Maler und die Geschichte hier:

 

 

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