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Macbeth Underworld

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„Ein Märchen, das ein Dummkopf erzählt, voll Schall und Bombast, aber ohne Sinn.“

 

Hecates beginnt die Vorstellung mit ihrem Prolog „You make fool understand …“ “Oh yes, something has to be done again”, bevor der Geist sich fragt, welch blutiger Mann das wohl sein mag.

Alle sind tot!

Die Drehbühne bringt auf der einen Seite einen enormen, verknöcherten, eher blätterlosen Baum auf die Bühne.  Dahinter befindet sich der Tummelplatz der Hexen und der Wald, jener, der Macbeth (Georg Nigl) am Ende des Stückes einschließen und besiegen wird, um der Vorsehung „wenn der Wald von Birnam nach Dunsinane geht“  gerecht zu werden. Sie dreht sich weiter und wir sehen das Schlafgemach von Lady Macbeth (Magdalena Kožená). Ihr Bett ist eingerahmt von blutroten Laserstrahlen. Sie will das sichere Bett  mit schwarzen Laken schon nach der Hälfte der Zeit gar nicht verlassen. Der Verrat an Banquo, der Mord am König, dessen Frau und Kindern rufen bei ihr progressiv albtraumhafte Visionen hervor. Shakespeares Lady Macbeth ist eine eiskalte, berechnende Arrivistin, die Ihren Antrieb aus  Machtgedanken und Ambition holt. Diese Lady hier wirkt eher verletzlich und die bösen Taten verfolgen sie, machen ihr Angst. Magdalena Koženás weicher Mezzosopran unterstützt diesen Eindruck.  Zwischen den Ästen ist ein verwunschenes, gothisches Schloss auszumachen. Die Dunkelheit, die nur von den weißen, blutbefleckten Kostümen der Protagonisten erhellt wird, ist hier die Unterwelt. Eine gelungene Lichtregie von Antoine Travert zaubert unterschiedliche Stimmungen in die aufwendige und beeindruckende Inszenierung von Thomas Jolly.

Dusapin und der Librettist Frédéric Boyer haben sich weniger an Verdis Oper als an die Polanski-Verfilmung gehalten. Wort- und werkgetreue Wiedergaben sind deshalb zweitrangig. Dusapin hat Musikfragmente eingebaut, die an Purcell  und an die Elisabethan Era mit Lauten, Theorben, Tamburinen erinnern. Die Musik besteht aus luftigen und komplizierten Arien, Sprechgesang, Seufzen, Lachen, Sprechen, Urlaute. Die Sänger bekommen so viel gestalterische Freiheit und die Naturmächte rücken weg von den Menschen. Die Musik ist – mit Ausnahme des Requiems – eher dunkel und mysteriös, aus der Unterwelt kommend halt, aber trumpft gleichzeitig mit Harmonie auf, was das Orchester unter Alain Altinoglu glänzen und die Bäume ächzen lässt. Oper neu erfinden will Dusapin nicht, sie weiterentwickeln oder hoch halten schon.  Sehr gelungen das Requiem der Hexen mit dem Frauenchor  im vierten Bild „Nox Perpetua“. Die Stimmen gehen hier in himmlische Höhen, ein kurzer Hoffnungslichtblick, denn es ist auch die Krönungsszene des Mörderpaares.

Der französische Komponist Pascal Dusapin (*1955) hat sich auch bei der neuesten Uraufführung an der Brüsseler Monnaie wieder eines historischen Themas bedient. 2015 brachte er an der Monnaie seine Penthesilea zur Uraufführung.  Dusapin, seines Zeichens Student von Olivier Messiaen, hat Seminare von Iannis Xenakis besucht und bezeichnet Edgar Varèse als seinen musikalischen Großvater.  Die große Literatur hat es ihm angetan. Er verwandelt sie gerne in komplizierte, vielschichtige, rhythmisch- mathematische Partituren.

Bezaubernd und Sommernachtstraum leicht die Weird Sisters (Ekaternia Lekhina, Lilly Jostad, Christel Loetsch). Kristinn Sigmundsson ist ein glaubwürdiger Geist. Beeindruckend Naomi Tapiola als Kind. Graham Clark ist Hecate und der Porter und Christian Rivet Archlute. 

Macbeth Underworld ist ein Auftragswerk der Monnaie in Koproduktion mit der Oper Comique Paris und der Opéra de Rouen Normandie. Auch bei der sechsten Vorstellung war das Haus ausverkauft. Weitere Vorstellungen folgen am 3. und 5. Oktober 2019.

Die Brüsseler Oper La Monnaie hat mit Macbeth Underworld und Le silance des ombres gleich zwei Welturaufführungen von jungen französischen Komponisten an den Saisonbeginn gestellt.

baum-berlin

 

Christa Blenk

 

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