Archives pour le mot-clé 'benjamin-attahir'

Le silence des ombres – Benjamin Attahir

IMG_20190929_135709

 

 

Nach der Sommerpause konnte die Brüsseler Oper La Monnaie gleich mit zwei Welturaufführungen auftrumpfen. Nach Pascal Dusapins „Macbeth Underworld“ fand am 26.9. die Premiere von „Le Silence des ombres“ statt. Sie ist die erste Oper des 30-jährigen Franzosen Benjamin Attahir, ein Auftragswerk der Brüsseler Monnaie. Aufgeführt wird sie im Partnerhaus, dem KVS (Königlich Flämisches Theater).

Regisseur Olivier Lexa, ein Verehrer von Maurice Maeterlinck (1862-1949), hatte schon längere Zeit die Idee, ein Werk des belgischen Symbolisten und Nobelpreisträgers auf die Bühne zu bringen. 2017 traf Olivier Lexa in der römischen Villa Medici auf den jungen Komponisten Benjamin Attahir. Lexa war schnell davon überzeugt, mit Attahir den Richtigen für sein Projekt gefunden zu haben. Für den jungen Franzosen eine großartige Chance und Herausforderung. Seine dunkle, mysteriöse Musik erzählt von Angst, Hoffnungslosigkeit, dunklen Emotionen und Mut – er verbindet surrealistisches Theater und schwarzes, expressionistisches Kino à la Lang oder Murnau mit der griechischen Tragödie und großer, französischer Oper, die immer wieder Debussy, Ravel oder Chausson zitiert und – obwohl er das tunlich vermeiden wollte – nicht an Pelleas et Melisande vorbeikommt.

« Le Silence des ombres » ist ein Triptychon basierend auf Maeterlincks Marionettentheater „Trois petits drames pour marionnettes“ (Drei kleine Dramen für Marionetten) und bringt das Dunkle, verschleierte, das Unerklärbare und Unsagbare mit Noten und Gesten auf die Bühne. Die drei Musikstunden beginnen mit  „Le mort de Tintangiles“, gefolgt von „Interieur“ . Nach der Pause folgt « Alladine und Palomides“ mit langen 90 Musikminuten. Alle drei Stücke verbindet eine Ohnmacht, das jeweilige Drama nicht verhindern zu können.

Bei „Le Mort de Tintagiles“ (Der Tod des Tintagiles) sind es die Schwestern Ygraine und Bellangère (Clémence Poussin), die vergeblich versuchen, ihren kleinen Bruder Tintagiles (Julia Szproch) vor der bösen, alten und unsichtbaren Königin zu retten. Die Protagonisten befinden sich in einem gruseligen Ambiente, bestimmt durch ein  Piranesi-Verlies und ins Leere laufende Escher-Treppen.  Stimme und Bewegungen von Raquel Camarinha (Ygraine) lassen den Zuhörer nicht aus der Gänsehaut entkommen.

„Invisible“ beginnt mit einer ruhigen und friedlichen Szene. Die geniale Beleuchtung von Alexander Koppelmann hat uns hier in ein Museum katapultiert, vielleicht vor ein Bild von George de la Tour oder in die italienische chiaroscuro Abteilung.  Vater, Mutter und drei Kinder in rot-braunen Gewändern und erhellt von Kerzenschein sitzen in einem Raum und warten, bis die Zeit ins Bett zu gehen, gekommen ist. Draußen vor der Tür versuchen zwei Männer, der Alte und der Fremde, einen sanften und erträglichen Weg zu finden, um die Familie über den Tod der Tochter zu informieren. Sie wollen das vermeintliche Glück, das sich ihnen bietet, nicht zerstören. Aber schon nahen die Menschen, die die Tote nach Hause bringen und die Zeit drängt. In diesem kurzen Stück vor der Pause werden via Videoprojektion Szenen aus dem ersten Teil wiederholt und welche aus dem kommenden dritten Teil vorweggenommen. Hier wird die Oper zum Theater und die Musik begleitet die gesprochenen Texte.

„Alladine und Palomide“ ist eine klassische Liebes- und Eifersuchtsgeschichte. Es gibt den alten König Ablamore (Renaud Delaigue), der in die junge Sklavin Alladine (Julia Szporch – sie trägt als einzige ein orientalisches Kleid) verliebt ist, sie wiederum ist dem Verlobten Palomides (sehr überzeugend Pierre Derhet) von Ablamores Tochter Astolaine (wieder großartig Raquel Camarinha) verfallen, der ihre Liebe erwidert. Das kann natürlich nicht gut ausgehen. Nach langem Hin- und Her finden sich die Beiden in einer Schlucht oder tiefen Grotte wieder, ohne zu wissen, wie sie dort hingekommen sind. Sie müssen lange singen, aber ein Entkommen gibt es nicht, auch nicht als sie plötzlich in unterschiedlichen Räumen liegen und sich unterhalten. Im dritten Teil baut Attahir immer wieder orientalische Musikfragmente ein.

Attahir Musik ist geschmeidig. Er hat den jeweiligen Personen beschreibende Leitmotive zugewiesen.  Die Stimmen sind das Hauptinstrument. Auf helle Geigen hat er so gut wie verzichtet. 19 (dunkle) Instrumente kommen zum Einsatz, darunter das  „Serpent“, es ist wunderschön und sieht wirklich wie eine Schlange aus Tausend und einer Nacht aus.

Die Inszenierung scheint perfekt und minimal, kein Schatten, kein Lichtstrahl zu viel. Das Verlies, die Treppen, die verschlossenen Türen bleiben immer und fangen mit der Beleuchtung an zu leben und zu leiden. Lexa hat immer wieder auf unterschiedliche Kunstwerke zurückgegriffen und mit Jan van Eyck,  Füssli oder mit de Chirico Stimmungen und Metaphern erzeugt und beschrieben.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Oper fertig war, aber richtig intensiv hat der Komponist die letzten acht Monate daran gearbeitet. Attahir selber dirigiert die sechs Aufführungen. Die letzte findet am 6. Oktober um 15.00 Uhr statt.

Diese Uraufführung ist eine Koproduktion der La Monnaie Oper (und dem KVS) mit der Queen Elisabeth Music Chapel (Waterloo), Les Théâtres de la ville de Luxembourg, und dem Theatr Wilke – der polnischen Nationaloper Warschau, was schon für eine weiterführende Aufführung sorgen sollte.

Beeindruckender Opernabend!

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 


Francis Bacon in Paris

Ausstellungsplakat -1

Aktuelles

- Brancusi im BOZAR
- Dali und Margritte im Musee des Beaux Arts
- Merian "Opernfestspiele und Klassikfestival" - Buch

Magritte in Brüssel

magritte BXL

Cesar Borja

Cesar Borja

hommage a Gustav Meyrink

Visiteurs

Il y a 1 visiteur en ligne

Brancusi im Bozar

Brancusi im Bozar

noch bis 12.01.2020

Besucher

Auteur

eborja


LES PEINTURES ACRYLIQUES DE... |
ma passion la peinture |
Tom et Louisa |
Unblog.fr | Créer un blog | Annuaire | Signaler un abus | L'oiseau jongleur et les oi...
| les tableaux de marie
| création