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Virtual Gallery

Künstler und Künstlerinnen bei der Arbeit: In meiner Virtual Gallery sind nur Künstler vertreten, die ich selber kenne oder von denen ich etwas besitze oder besitzen möchte!

 

Véronique Pettit LaforetTiziana-1Folie10Helena AikinP1230976GG_nb_06gerardoatelierborjaprimordial 027Cesar Borjaex_passaRitratto Anna Romanello ph. C. Walter
Guillermo Lledó, Paola Romoli Venturi, June Papineau, Emanuel Borja und Gerardo Aparicio, Emanuel Borja,  Veronique Pettit Laforet, Cesar Borja, Helena Aikin,  Tiziana Morganti, Antonio Passa, Anna Romanello

 

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My virtual gallery – blog collection N°15

Gerardo Aparicio (*1944) – spanischer Künstler. Er könnte irgendwo zwischen Surrealismus und Expressionismus oder Dada angesiedelt werden: aber er ist einzigartiger!

Aparicio ist ein unverwechselbarer und origineller und sehr unabhängiger Individualist, ein „positiver“ Grübler, ein Skeptiker und Schwarzseher. Das Ephemere, das Instabile, das Komische (manchmal), die Magie und der Tod sind seine Themen. Epidemien und Katastrophen assoziiert man mit seinen Arbeiten, in ihnen ist Raum für Zeichnung, Farbe, Poesie, Zauber, Magie, Alchemie, Phantasie und Semantik. Grelle und mächtige Farben wie Rot stehen im krassen Gegensatz zu seiner makabren Thematik. Die Auseinandersetzung mit seinen geheimnisumwitterten Protagonisten ist dermaßen, dass sie – fast wie bei einem Fortsetzungsroman – ein Eigenleben entwickeln. Schön sind sie allemal!

Heute lebt und arbeitet er in Madrid.

 

Gerardo Aparicio
 Gerardo Aparicio – Escala 2009- Óleo/lienzo 40×47 cm

 

Mehr über den Künstler

 

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My virtual gallery – blog collection N° 5 – Dominique Cozette

My virtual gallery – blog collection N° 4 – Cesar Borja

My virtual gallery – blog collection N° 3 – Helena Aikin

My virtual gallery – blog collection N° 2 – Tiziana Morganti

My virtual gallery – blog collection N° 1 – Véronique Pettit Laforet

My virtual gallery – blog collection N° 13

June Papineau ist eine US-schweizerische Künstlerin und Fotografin, die in Genf lebt und arbeitet. Studiert hat sie in den USA, in Paris und in Madrid.

 

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 June Papineau – Mantic Skin

June Papineau kann man keiner Kunstrichtung zuordnen. Sie ist eine zarte, barocke Konzeptkünstlerin, die Themen aufgreift, die sonst nie behandelt werden. Sie verbringt viel Zeit damit, die Natur zu beobachten und zu verarbeiten. Sie ist eine Zauberin, geheimnisvoll und eigenwillig, die monatelang gefallene Bäume im französischen Jura ankleidete, ihnen später diese aus einer geheimem und von ihr entwickelten Tinktur selbstgeschneiderten Kleider wieder auszog und sie ausstellte. Diese Skulpturen erinnern an Monster aus einer anderen Zeit oder versteinerte Wesen.

Zur Zeit befasst sie sich mit Salicorne, dem kleinen Salzgemüse, das am Rande von Salinen zu bestimmten Zeiten wächst. Ihr Salicorn kommt aus Griechenland und deshalb stellt sie im Mai 2016 Projekte und Gemälde zu diesem Thema in Athen aus.

Und hier eine Kurzgeschichte über das Jura-Moor-Abenteuer mit June Papineau :  von Moorgeistern und Laubfrauen

Christa Blenk

 

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Kurzgeschichte: Von Moorgeistern und Laubfrauen

etournel 076etournel 074etournel 043etournel 009mantic skinpeauMantique_chapelle

Von Moorgeistern und Laubfrauen

Die Bürger vom Etournel oder: Ein Ausflug mit der Installationskünstlerin und Malerin June Papineau in ihr Moor im französischen Jura

Feste Schuhe, lange Hose, langärmelige Bluse, Kopfbedeckung und Mückenspray mitbringen – ist die Antwort von June Papineau auf unseren telefonisch geäußerten Wunsch, mit ihr in den Etournel zu fahren, ein Moor-Biotop im französischen Jura, 30 Kilometer und 35 Autominuten von Genf entfernt. Wir müssen uns aber früh auf den Weg machen, sagt sie, sonst wird es zu heiß. Es klappt natürlich nicht. Wir erreichen den Parkplatz erst am späten Vormittag und die Sonne steht schon sehr hoch. Die ersten zehn Minuten spazieren wir ohne Hindernisse gut gelaunt, fast gemütlich und sorgenfrei über Monet-Wiesen, vorbei an einem See mit dem obligatorischen Märchen-Schwan; überall heile Welt und Leberblümchen, Erika, Disteln, Blumen und Pflanzen, die man nicht mehr jeden Tag sieht. Leicht übertrieben, ihre Panikmache, denke ich mir, und prompt verlassen wir zur Strafe den Weg und schlagen uns buchstäblich ins Gebüsch und aus der Zivilisation. Das Buschmesser hat sie vergessen zu erwähnen, war mein nächster Gedanke, als wir ein wenig später von Lianen gepeitscht den schlammigen „Styx“ überqueren, der Dank der großen August-Hitze nur wenig Wasser führt was uns vor dem Versinken im moorastigen Schlick rettet. Mit nassen Schuhen, was aber fast angenehm war, schleppen wir uns weiter durch ein abenteuerliches Dickicht à la Indiana Jones, kein Ende abzusehen, wir schwitzen, eingepackt wie wir sind und vor und um uns nur höllischer Tann und Dornen. Ich bin sehr froh, nicht allein zu sein und bewundere sie sehr, wenn ich daran denke, dass sie seit Monaten fast jeden Tag diesen Weg allein zurücklegt und viele einsame Stunden hier verbringt, denn mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass es hier spukt!

Ganz plötzlich, ohne Vorankündigung und wie aus heiterem Himmel steht er vor uns: thegreat goyesco. Und obwohl June uns schon viel von ihm erzählt hat und wir Fotos von dieser Skulptur in Arbeit gesehen haben, halten wir abrupt den Atem an: so gewaltig, imposant, beeindruckend und fast ein wenig angsteinflößend hätten wir uns ihn nicht vorgestellt. Dunkelweiß, wie ein großes vielarmiges Monster das uns umarmen oder verschlingen will, schlängelt er sich uns entgegen: das hier ist nicht nur ein gefallener Stamm; dieser Baum ist filigran, verästelt, vernobbt und verzweigt und hat etwas irreal Lebendiges. Im Stillen fragen wir uns wie sie dem hier wohl die Haut abziehen will, die sie ihm in wochenlanger Arbeit angezogen hat und vor allem, wie sie ihn heil aus diesem Dschungel herausbringen will. Wir wagen gar nicht zu reden, um diese heilige, gruselige Geisterstille mitten im Moor nicht zu durchbrechen und sind einfach nur fasziniert. Diese Anstrengung hat sich wirklich gelohnt, denke ich bei mir.

 ***

Künstler und Alchemisten haben so einiges gemeinsam. Beide werden sie von dem Wunsch getrieben, einen Gegenstand (Farbe, Marmor oder Metall) in einen anderen (Bild, Skulptur, Gold) zu verwandeln. Sie sind auf der Suche nach Neuem und ihr Hilfsmittel ist die Metamorphose. Ovid hat um 6-8 n.C. die kursierenden Geschichten von Göttern und Menschen zusammen gesucht, vervollständigt und weitere hinzugefügt. Dafür wurde er von Kaiser Augustus zur persona non grata erklärt und ans Schwarze Meer verbannt. Kunst und Literatur der letzten 2000 Jahre wären allerdings ganz schön leer und langweilig ohne seine Erzählungen.

Die Metamorphose war das prominenteste Handwerkszeug der Götter in der Antike. Zum Einsatz kam sie vor allem, um ungehorsame oder zu talentierte menschliche Wesen zu bestrafen und sie in ihre Schranken zu weisen. Manchmal war aber auch Barmherzigkeit der Grund, jemanden oder etwas zu verwandeln. Denken wir an Niobe, der die Gnade widerfahren war, in einen Stein verwandelt zu werden, um vom Leid abzulenken, nachdem Apoll alle ihre Kinder getötet hatte. Oder Echo, die von sich aus ganz langsam zu einem alles wiederholenden Felsen erstarrte, um ihren Kummer über Narziss’ verschmähte Liebe nicht mehr ertragen zu müssen. Die Wassergöttin Thetis verwandelte sich in einen Vogel, um sich vor Peleus’ Annäherungsversuchen zu schützen und Hermann Hesses Piktor darf durch einen Zauberstein ein Baum werden. Eine Verwandlung hat immer etwas Angst einjagendes und faszinierendes. Eine der schönsten Geschichten allerdings ist die von Pygmalion, hier ist es umgekehrt und der Stein erwacht – aus Liebe – zum Leben!

 ***

Auf dem Rückweg zum Auto begegnen wir überall June Papineaus‘ alten Bekannten: Bäumen, deren Haut, Haar und Seele sie schon abtransportiert hat. Man sieht ihnen diese Bearbeitung aber nicht mehr an und sie haben diese natürlich alle ohne Schaden überstanden. June erkennt sie aber trotzdem, wie eine Mutter ihre Kinder erkennt. Den großen orakelhaften Hexenbaum mantic skin hat sie im Frühjahr 2012 in Frankreich ausgestellt; er sieht nach der Umwandlung aus wie ein Bürger von Rodin. Mantic Skin ist der Abdruck einer Erle. Sie hätte ihn auch den Erlkönig nennen können, denke ich und prompt, wie durch Gedankenübertragung, fängt sie an, Goethes Erlkönig zu zitieren. Es irrlichtet und erneut muss ich meine Bewunderung für ihren Mut ausdrücken.
Wir setzen unseren Weg durch das ungemütliche Ried fort und nach weiteren fünf Minuten immer im Kampf mit den Schlingpflanzen, Mücken und dornigem Gestrüpp treffen wir auf
Dr. Vengos’ tree, dann auf Alderskinn. Ich denke an William Blakes Ölgemälde von Vergil und Dante im Wald, und ein wenig fühlen wir uns auch so, nur dass diese Bekanntschaften auf dem Pfad ins Paradies keine ehemaligen Florenzbewohner sind, sondern Bäume, die von June Papineau verkleidet, entkleidet und nach Hause gebracht wurden. Sie kennt all die Geschichten und wenn sie unter der Woche alleine kommt, dann hört sie das Flüstern der Moor-Bewohner, und ich verstehe schon sehr viel, was sie sagen, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

All diese Gesellenstücke haben auf das große Meisterwerk, den „great goyesco“ hingearbeitet. Bevor er von dem gewaltigen Hurrican im Jahre 2000 komplett entwurzelt wurde, war er ein stolzer anonymer Weidenbaum. Die gefallene Weide hat Papineau ein paar Jahre später durch Zufall entdeckt.

Heiß wie im Inferno ist es hier und deshalb fährt sie normalerweise schon im Morgengrauen dorthin, arbeitet bis zu 10 Stunden, bevor sie den 35-minütigen Fußweg und die Rückfahrt nach Genf antritt. Manchmal kommt sie auch erst in der Dämmerung an, zwischen „chien et loup“, wie die Franzosen sagen. Furcht kennt sie nicht, mittlerweile identifiziert sie das flötende Gesäusel der Blätter, kann die unterschiedlichen Geräusche zuordnen und bewegt sich zu den immer wechselnden Licht – und Schattenspielen bei jeder Witterung.

***

June Papineau hat dieses Biotop im Moor von Etournel im Jahre 2004 entdeckt und mittlerweile ist es fast wie ihr zweites Atelier geworden. Die unzähligen mosaikartig angeordneten kleine Teiche und stehenden Gewässer werden u.a. von der Rhone gespeist und beherbergen eine außergewöhnliche Fauna und Flora. Über 500 verschiedene Pflanzen umgarnen die Erlen, Weiden und Eschen. Ganz besonders schön die weiße Weide. Biber und Rotwild tummeln sich hier genauso wie unzählige Libellen und seltene Schmetterlinge (wir haben allerdings hauptsächlich mit den kleinen aggressiven Mosquitos Kontakt aufgenommen, d.h. sie mit uns).

 ***

 « Die Tragödie besteht darin, dass sich der Baum nicht biegt, sondern bricht », sagte Ludwig Wittgenstein. Great goyesco hing jahrelang schräg zwischen Himmel und Erde, bis er vor kurzem ganz gefallen ist und „reif“ war für die Zubereitung oder die Verwandlung war. Seitdem arbeitet sie an ihm. Er ist – abgesehen von einem großen Sequoia-Baum in Genf – der erste nicht lebende Baum, dem sie eine Hautkleid schneidert. Ihre angelsächsische Vergangenheit und der Einfluss der Elfen, Wichte und Laubfrauen in den Rocky Mountains, mit denen sie schon als Teenager Bekanntschaft geschlossen hatte, machen sie zu einer Mischung aus Dr. Faustus und Hekate; so versucht sie mit ihrer Zaubermischung aus Porzellan-Ton, Methylcellulose, weißem Kleber, Jurasalz, Mullbinden und Propylenglykol, die Baum-anima einzufangen. Mittlerweile hat sie diese Mischung so perfektioniert, dass ihre Baumhaut-Kunstwerke biegsam bleiben.

Geduldig und bedächtig trägt sie nach anthroposophischer Manier die Zauber-Tinktur auf; und Wochen später – wie eine Anakonda sich häutet – streift sie ihrem Baum das maßgeschneiderte Kostüm wieder ab und wendet es. Was wir letztendlich zu sehen bekommen, ist das Negativ eines Positivs, das ursprünglich als Negativ auf dem Baum lag. Ab und zu bleibt ein wenig vom Bart der Baumrinde hängen, die vom Flüstern der Laubfrauen leicht bewegt wird.

Beeindruckend der Prozess, wie June Papineau auf diese Weise einen konkreten Lebens- oder Wachstumsmoment des Baumes für immer festhält – und genauso beeindruckend die Künstlerin: „Wir sind sehr verletzbar!“ sagt sie. Vielleicht sucht sie selber so etwas wie eine Schutzhaut. Ein Narr sähe nicht denselben Baum, den ein Weiser sieht, hat William Blake gesagt. Was June antreibt und ihr die Kraft gibt, in dieser Fast-Hölle wochenlang diese Baumkleider zu nähen und zu warten, bis der Trockenprozess abgeschlossen ist, können wir nur verstehen, wenn wir dann das Endprodukt sehen. Ihre „tree skins“ sind wirklich betörend, magisch und herrlich, eben weil die Häute oder Felle manchmal an Ungeheuer und seltsame Fabelwesen erinnern, die dann z.B. Marsyas heißen.

* * *

Menschen kommen dort keine mehr vorbei. Dass wir aber nah an der Grenze zu ihnen sind, merken wir, wenn ab und zu, je nachdem wie der Wind geht, der TGV von Genf nach Lyon vorbei saust. Ansonsten ist da höchstens das Rascheln des Windes und das Surren und Schwirren der Moskitos. Die Plastikhandschuhe nimmt sie nur ab, um Fotos zu machen und dann ist sie auch gleich Opfer dieser kleinen Dinosaurier.

« Glück und Unglück sind Namen für Dinge, deren äußerste Grenzen wir nicht kennen », sagt John Locke. June Papineau sucht sie, diese äußeren Grenzen. Sie will sie auskundschaften und verhindern, dass sie überschritten werden. Sie ist eine Gratwandlerin, besessen und fasziniert davon und bezeichnet sich selber als „limitroph“. Ihre Antennen sind sensibler als unsere, und sie steckt voller mystisch-primordialer Poesie.

 Tief ergriffen verlassen wir ihr Moor.

* * *

 Sechs Monate später, im Oktober, war er dann „reif“ und June konnte mit dem „Schälen“ beginnen. Drei Tage hat der Abbau gedauert, dann war das Baumkleid – jetzt ohne den schützenden Baum und deshalb sehr vulnerabel – für den Transport in die Zivilisation bereit. 30 km Autofahrt später erreichte er als große, weiße unförmige Masse June Papineaus Atelier in Genf. Nun begannen die Vorbereitungen für die Wiedergeburt der Skulptur. Von Oktober bis Mitte Februar besserte sie die Wetter-, Abbau und Transportschäden auf das Minutiöseste aus, bis er renoviert und schön genug für den großen Tag im März 2014. Einmal dort angekommen, erinnerte nur noch die grün gestrichene Wand in der Galerie D’(A) in Lausanne an sein früheres Zuhause: das Moor.

Wuchtig und trotzdem zart und sehr elegant füllt die ungefähr 12 Meter lange Skulptur die 25 qm eines Raumes der Galerie ganz alleine aus. Die Feen, Laubfrauen und Moorgeister sind natürlich mitgekommen. Allen voran Marsyas, er begrüßt die Besucher aus dem Schaufenster der Galerie. Unseren Baum erkennen wir sofort beim Näherkommen. Er hat sich gar nicht verändert, nur sieht er hier, in diesem Umfeld, so sauber und klinisch rein aus. Der Waldzauber ist erstmal verschwunden aber das Publikum wird trotzdem magisch von ihm angezogen.

 The Great Goyesque hat eine Transition vom Pflanzlichen (vegetarischen) zum Steinigen (mineralischen) hinter sich. Man kann unter ihm durchgehen und ihn von beiden Seiten bestaunen und sieht manchmal noch ein wenig vom mineralisierten Moos. Wenn man ganz nahe ran geht, kann man das Jura-Salz riechen. Wir sind irgendwie erleichtert aber vielleicht doch ein wenig traurig, dass wir nicht nochmals mit Mückenschutz und Buschmesser in das Etournel-Moor fahren dürfen, um ihn zu besuchen.

 Sein Auftritt in der Galerie in Lausanne ist eine Wiedergeburt, eine zweifache Renaissance durch Metamorphose. Einmal das Auflegen der persönlichen Geheimmischung, die Abnahme der Maske im Wald, der Transport und der Wiederaufbau im Atelier und ein paar Wochen später der zweite Abbau und die endgültige Installation in der Galerie.

Nachts, allein in der Gallerie in Lausanne, erwacht er wieder zum Leben und erzählt die Geschichten aus dem Moor, als er noch ein stolzer und majestätischer Baum war – vor dem großen Sturm und vor der Verwandlung in eine zeitgenössische Plastik.

 ***

 Aber June Papineau kann das Moor nicht mehr lassen. Seit kurzem fährt sie – bewaffnet mit Block und Bleistift – wieder dorthin um ihre Etournel-Bürger auf dem Zeichenblock festzuhalten. Die sich mit der Zeit immer mehr reduzierende gefallene Eiche wird sie solange begleiten, bis sie komplett im Morast vom Etournel für immer verschwunden sein wird.

 Was bleibt ist der große weiße Negativabdruck des Baumes, die Skulptur, die in Lausanne ausgestellt war. Sie ruht gut aufbewahrt in Kisten in ihrem Atelier umgeben von getrockneten Mistelzweigen, Wurzeln, Baumrinden, zukünftigen Mini goyescos und Steinen und darauf wartet geduldig, wieder einmal dem Publikum vorgestellt zu werden.

 Christa Blenk

 

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opera-bis – Promenade musicale et thêatrale

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Helena Aikin ← click to read

Illlustrationen u.a. vom Véronique Pettit-Laforet, Helena Aikin (Titelblatt), June Papineau, Cesar Borja etc.

 

Véronique Pettit LaforetDominique Cozettepetri_june papineau Cesar Borja

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
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P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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The great goyesque

June Papineau in Lausanne

Alchemie und Kunst – aus Baum ward Stein!

Künstler und Alchemisten haben so einiges gemeinsam. Beide werden sie von dem Wunsch getrieben, einen Gegenstand (Farbe, Marmor oder Metall) in einen anderen (Bild, Skulptur, Gold) zu verwandeln. Sie sind auf der Suche nach Neuem und ihr Hilfsmittel ist die Metamorphose. Ovid hat um 6-8 n.C. die kursierenden Geschichten von Göttern und Menschen zusammen gesucht, vervollständigt und weitere hinzugefügt. Dafür wurde er von Kaiser Augustus zur persona non grata erklärt und ans Schwarze Meer verbannt. Kunst und Literatur der letzten 2000 Jahre wären allerdings ganz schön leer und langweilig ohne seine Erzählungen.

Die Metamorphose, prominentes Handwerkszeug der Götter in der Antike. Zum Einsatz kamen sie vor allem, um ungehorsame oder zu talentierte menschliche Wesen zu bestrafen und in ihre Schranken zu weisen. Manchmal war aber auch Barmherzigkeit der Grund, jemanden oder etwas zu verwandeln. Denken wir an Niobe, der die Gnade widerfahren war, in einen Stein verwandelt zu werden, um vom Leid abzulenken, nachdem Apoll alle ihre Kinder getötet hatte. Oder Echo, die von sich aus ganz langsam zu einem alles wiederholenden Felsen erstarrte, um ihren Kummer über Narziss’ verschmähte Liebe nicht mehr ertragen zu müssen. Die Wassergöttin Thetis verwandelte sich in einen Vogel oder einen Baum, um sich vor Peleus’ Annäherungsversuchen zu schützen. Eine der schönsten Geschichten allerdings ist die von Pygmalion, hier ist es umgekehrt und der Stein erwacht – aus Liebe – zum Leben!

Leonardo da Vinci, Jan Brueghel d.A., Albrecht Dürer, Joseph Beuys, Rebecca Horn, Anish Kapoor und June Papineau heißen diese deus ex machinader Verwandlungen. Sie haben sich in einigen ihrer Werke mit dem Mysterium der Metamorphose beschäftigt und den Beobachter aufgefordert und eingeladen, bei der Exploration präsent zu sein oder das Ergebnis zu erleben.

Die Last wird leicht, wenn mit Geschick man sie trägt – sagte Ovid.

Im August 2013 haben wir mit der amerikanisch-schweizerischen Künstlerin June Papineau einen Ausflug in den französischen Jura gemacht  um den Entstehungsprozess des Great Goyesquezu erleben. Damals war diese Art Baumkreatur ein work in progress. Groß und weiß hing er zwischen den Bäumen. Bis Ende September 2013 hat June Papineau die Arbeiten an ihm fortgesetzt und ihre Zaubermischung aus Porzellan-Ton, Methylcellulose, weißem Kleber, Jurasalz, Mullbinden und Propylenglykol aufgetragen. Die Mutation im alchimistischen Sinne hatte begonnen.

Ab Oktober war er dann „reif“ und sie konnte mit dem „Schälen“ beginnen. Drei Tage hat der Abbau gedauert, dann war das Baumkleid (nun ohne den schützenden Baum und deshalb sehr vulnerabel) bereit, ins Auto gepackt zu werden. 30 km Autofahrt später erwachte er als große weiße unförmige Masse in ihrem Atelier in Genf. Nun begann die Vorbereitung für die Wiedergeburt der Skulptur. Von Oktober bis Mitte Februar besserte sie die Wetter-, Abbau und Transportschäden auf das Minutiöseste aus, bis er bereit und schön genug für den großen Tag war.

Seit 7. März 2014 (also fast sechs Monate nach der ersten Geburt) hängt der Great Goyesquenun in der Galerie D’(A) in Lausanne und an den Wald erinnert nur noch eine grün-gestrichene Wand in der Galerie.

June Papineau hat sich viele Gedanken gemacht und auf mirakulös-wunderbare Weise und mit viel Geschick die große Herausforderung gemeistert. Jetzt hängt er hier im Raum: wuchtig und trotzdem zart. Die Laubfrauen und Moorgeister, die im Wald um ihn herum geisterten, sind mitgekommen. Allen voran Marsyas natürlich, er thront in der Vitrine.

Sein Erscheinen in der Galerie D’(A) ist eine Wiedergeburt, eine zweifache Renaissance durch Metamorphose. Einmal das Auflegen ihrer persönlichen Geheimmischung, die Abnahme der Maske im Wald, der Transport und der Wiederaufbau im Atelier. Vor drei Wochen dann der zweite Abbau und die endgültige Installation in der Lausanner Galerie D’(A). Die Hauptpremiere!

Wir sind zur Vernissage nach Lausanne gefahren und konnten uns davon überzeugen, dass June Papineau das Unmögliche, nämlich diese verästelte und filigrane Riesenskulptur (wenn man alle Zweige mitrechnet dürften an die 12 Meter zusammen kommen) aus dem Wald herauszuschälen und dem Publikum zu präsentieren geschafft hat. Sechs Personen mussten beim Aufhängen in dem 25 Quadratmeter-Raum der Galerie mithelfen.

Schon beim Näherkommen konnten wir ihn durch die große Vitrine erspähen und haben ihn sofort wieder erkannt. Waldzauberversprühend zog er magnetisch das Publikum in die Galerie. TheGreat Goyesquehat eine Transition vom Pflanzlichen (vegetarischen) zum Steinigen (mineralischen) hinter sich. Man kann unter ihm durchgehen und ihn von beiden Seiten bestaunen und sieht manchmal noch ein wenig vom mineralisierten Moos. Wenn man ganz nahe ran geht, kann man das Jura-Salz riechen.

Jedes Ding hat zwei Seitendas stammt auch vom Dichter Ovid!

So wie die Skulptur hier auf uns zukommt, könnte sie – um ein vielfaches vergrößert – den kompletten Ring inszenieren (Berge und Unterwelt, Götter und Riesen, Tag und Nacht). Die kleinen Wichtel, Gnome und sonstigen Fabelwesen wären bereit, die Rolle der Nibelheim-Bewohner zu übernehmen.

Die Phantasie der Besucher (groß und klein) kennt an diesem Abend keine Grenzen und dieses „Ding“ hat definitiv mehr als zwei Seiten!

Die Fotografin Véronique Lachat hat diese wundersame und aufregende Aktion fotografisch begleitet. Einige ihrer schönen Fotografien sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Vier Wochen kann man den Great Goyesque, Marsyasund Co. dort besuchen und wie es anschließend weitergeht wissen im Moment nur die Magier oder die Götter auf dem Olymp …..

Bildergalerie ihrer Arbeiten

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GREAT GOYESQUE auf KULTURA EXTRA

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Christa Blenk

Foto: ©Véronique Lachat / Christa Blenk

« Impressionen »-Highlights in 2013

Favoriten – Ausstellungen – Konzerte – Lesungen und Entdeckungen!

Hier also ein kunst-musikalisches Pot-Pourri! Hinter jedem Foto liegt der Text bzw. im Begleittext sind verweisende links eingebaut.

Blicke  auf Rom, vom Big Bamboo,  ins Mittelmeer (Ravello), von den Wolken (Cerro), auf den Atlantik (Gois), auf die Antike (Montemartini)

bigbamboo3P1120803Ravello 028nubeP1110863P1090926

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Der große Maestro Hans-Werner Henze ist am 27. Oktober 2012 in Dresden verstorben. Dort hielt er sich gerade auf, um bei der Aufführung von „Wir erreichen den Fluss“ dabei zu sein. Sein letztes Werk „Ouvertüre zu einem Theater“ wurde am 20.10.2012 in Berlin uraufgeführt! Pappano hat diese kleine Komposition dem Publikum  im Auditorium vor kurzem vor der Aufführung der  „Petite Messe“ seines Requieums im Auditorium in Rom am 10. März 2013 geschenkt.

Auch Geburtstag feierte Benjamin Britten mit Curlew River und in Florenz mit der Schändung der Lukrezia. Und natürlich Verdi und Wagner. Eine große Cellistin und Expertin für Zeitgenössische Musik ist Ulrike Brand.

Auditorium 007 Henze Requien im AuditoriumVersione italiana

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Projektkünstler Hannsjörg Voth hat in der Wüste von Marokko (Marha Ebene) drei faszinierende Großwerke in 20 Jahren errichtet. (Text Portrait Christa Blenk). Der Katalogtext von Emanuel Borja existiert in 5 Spachen.

Pace Barón ist ein landart-Künstler der anderen Art. Ein weiterer « hors série » Künstler war Marcel Duchamps – seine ready mades sind immer noch in der GNAM zu bewundern.

voth  Hannsjörg Voth und drei Projekte in der Marha Ebenetexte francaisversion españolaEnglish version of text –   Versione italiana

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QNG ist keine Abkürzung einer neuen internationalen Organisation oder ein Tippfehler, sondern steht für « Quartet New Generation » und so originell wie ihr Titel ist auch ihre Musik. Heide Schwarz, Susanne Fröhlich, Petra Wurz und Inga Klaucke kamen auf Einladung des Goethe Instituts nach Italien und nach einem Auftritt in Palermo und Neapel, standen sie am Samstag Abend in Rom in der Via Savoia auf der Bühne. Auch mit Flöte befasste sich ein Happening im Auditorium.

Flöte 006QNG Flötenkonzert – Phantasie und Symmetrie

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You can’t, you won’t, you don’t stop. Immer höher! Vor diesem Kunstwerk steht kein « bitte nicht anfassen »-Schild! Im Gegenteil: man soll dieses leicht transparente Geflecht sogar berühren und wenn man sich traut, darf man das hohe kolossale Monster – nach Unterschrift eines Haftungsausschlusses – sogar erklimmen. Wir haben den Berg, trotz Anfangszweifel, bis ganz oben bezwungen! Im MACRO wirden außerdem jedes Jahr der « Artist of the Year » der Deutschen Bank präsentiert. Um nicht mehr entkommen können geht es auch bei Blaubarts Burg.

bigbamboo2 025Big Bambou im MACRO Testaccio

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Die US-schweizerische Installationskünstlerin June Papineau, verbringt seit 2004 viel Zeit mit ihren Bäumen im Etournel. Umgeben von Elfen und Baumgeistern arbeitet sie an ihren « tree skins » bis sie abtransportiert und ausgestellt werden. Der nächste – great goyesco – wir 2014 in Lausanne zu sehen sein. Ein Besuch mit ihr in diesem Moor-Biotop war ein Abenteuer der ganz besonderen Art. Und Paola Romoli befasst sich mit den Mägen der großen Meeresbewohner.

Auch mit einer Nase hat sich Schostakowitsch beschäftigt. Seine Oper wurde in Rom – Regie Peter Stein – aufgeführt. Eine weitere starke Amerikanerin war Louise Nevelson.

etournel 043 Great Goyesco – Zwischen Moorgeistern und Laubfrauen

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Helena Aikin ist fasziniert von Labyrinthen und ihren Geschichten und baut sie in verschiedenen Größen und Plätzen der Welt nach. Eines ihrer Werke ist im Kunst- und Naturpark Cerro Gallinero in der Nähe von Avila in Spanien zu begehen.

evora1Walkable Labyrinths

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Faszinierende Ausstellung der Werke von Pierre Soulages in der Villa Medici in Rom. Die französische Akademie organisiert ausserdem Konzerte meistens mit zeitgenössischer Musik wie dieses Portrait des XXI Jahrhundets z.B. Das Romaeuropa Festival hat auch in der Villa Medici stattgefunden. Ein Abend für Stockhausen.

Theatermässig war das Festival ebenfalls sehr aktiv u.a.mit den Wohlgesinnten, Hedda und dem Kulturquizz  The power of theatrical madness. Mit Theater befasst sich auch Isabelle Huchet

Soulages2 002Soulages in der Villa Medici

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Der italienische Tenor Marcello Nardis singt die Wesendonck Lieder in Ravello und verzaubert in Klingsors Garten das Publikum – am Klavier wunderbar Laura de Fusco.Vor kurzem hat er hier in Rom die « Winterreise » vorgetragen. Hier gibt es mehr Infos über Marcello Nardis.

Pina Bausch in Neapel rundete die Ravello Reise ab.

Ravello 067 Marcello Nardis a Ravello

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Eugen Ruge schreibt ein Buch über Cabo de Gata und hat damit alte Erinnerungen geweckt. César Borja hat zum Cabo auch eine besondere Beziehung. Eine andere Lieblingsecke von mir ist am Atlantik – der Gois und dort gibt es eine Besonderheit: die Barrieren in der Vendée.

SAN2 Cabo de Gata -  Buchbesprechung Eugen Ruge

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Tizian ist der Größte, die Ausstellung in den Scuderien del Quirinale in Rom hat das wieder einmal gezeigt. Samson und Dalila hat er auch einmal gemalt. Aber hier geht es um Musik.

Zur Zeit zeigen die Scuderien die Ausstellung über Augustus und Cleopatra. Dazu passt dann ein Besuch beim Centrale Montemartini.

Tizian in den Scuderien – Großausstellung in Rom

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Sibylle Lewitscharoff las in der Casa di Goethe aus ihrem Buch « Blumenberg » vor und alle wünschten sich anschließend auch einen Löwen! Sie ist 2013 Stipendiatin der Villa Massimo – die Musikstipendiaten dieses Jahr waren ebenfalls sehr aktiv und Casa di Goethe hat nun eine Reihe mit Dichterlesungen begonnen. Giuliana Morandini lebt zwar nicht über Berlin – schreibt aber am liebsten über Mitteleuropa. Und die wunderbaren Holzskulpturen sind Werke von Emanuel Borja.

borjaprimordial 011Blumenberg – Lesung Casa Goethe

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The Cast im MAXXI. Clemens von Wedemeyer befasst sich mit dem italienischen Kino und entführt uns ins besetzte Teatro Valle und nach EUR. Dort hat schon des öfteren Tiziana Morganti ausgestellt. Von Wedemeyer  ist dieses Jahr ebenfalls Stipendiat der Villa Massimo. Ebenfalls im MAXXI die Ego-Reise Stigmata.

P1120848The Cast im MAXXIversione italiana

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Der russische Pianist Mikhail Rudy hat in der Aula Magna die  Originalversion von 1928  für Piano und synchronisierter Videoinstallation vorgetragen. Ein akkustisches und visuelles Erlebnis. Das Programm der Aula Magna ist aber auch sonst immer aufregend und speziell, so gab es eine Reise mit Steve Reich, ein  Konzert zu Ehren Luciano Berio und Paul Angus mit Zauberei und Mythos.

Kandinsky Musorgsky con pianoforteInspirationen: Hartmann – Mussorgsky – Kandinsky

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Entdeckung

Spurensuche Wohin 2013 KopieDie Entdeckung in der Künstlerszene ist die Fotokünstlerin  Christa Linossi und ihre Spuren kann sie ab jetzt nicht mehr verwischen. Auch entdeckt haben wir die Sammlung Netter und natürlich die DVD der neuen Oper von Elzbieta SikoraMadame Curie!

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und als Special

Vernissage-Tiziana 075natürlich die Vernissage Tiziana Morganti im Juni

Portrait für KULTURA EXTRA

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Aber nicht nur über Veranstaltungen in Rom und Italien wurde berichtet. In Paris gibt es  eine Ausstellung über Poliakoff, über den flämischen Maler Jordanes und über die wunderbare Ausstellung Renaissance und der Traum.

In München wurde die Neue Pinakothek wieder eröffnet,

Paris 1900 André Boudreaux

Ende der Highlights

Vielen Dank an Brigitte Mayer, Jean Noel Pettit, Irmi und Dan Feldman, sie haben an den verschiedenen Übersetzungen gearbeitet.

Kommentare über Ihre persönlichen Highlights sind herzlich willkommen!

Christa Blenk

Portrait de June Papineau – version française

GG_nb_06  Foto: © Véronique Lachat

MARSYAS AND CO.

Etournel : une excursion avec l’artiste et peintre June Papineau dans son marais

Prenez des chaussures solides, un pantalon long, une chemise à manches longues, un chapeau et de l’insectifuge – a été la réponse de June Papineau au téléphone à notre demande de l’accompagner à l’Etournel. Un habitat de tourbière dans le Jura français, à seulement environ 30 kilomètres et 35 minutes en voiture de Genève. Nous devons partir tôt pour profiter de la fraîcheur, dit-elle, mais ayant pris la route en retard comme il se doit, nous avons atteint le parking à midi sous une chaleur torride. Les 10 premières minutes nous nous promenons confortablement sans obstacles devant nous sur des prairies que Monet aurait peintes, un lac avec des cygnes, un monde idéal et des hépatiques partout, bruyère, chardons, fleurs et plantes qu’on ne voit pas tous les jours. Légèrement exagéré, son alarmisme, me dis-je et me voilà rapidement punie: nous quittons le petit chemin paradisiaque et entrons dans le vif du sujet. Nous nous retrouvons tout à coup à dans une sorte d’enfer végétal à l’écart du monde civilisé, où nous nous voyons littéralement flageller par les ronces et les buissons. Ma pensée suivante est qu’elle a omis de mentionner la machette! Nous traversons assez facilement un « Styx » de boue presque durcie par la grande chaleur grâce à laquelle nous avons failli ne pas nous embourber. Nous poursuivons notre chemin à travers une jungle que n’aurait pas dénigrée Indiana Jones, aucune fin en vue, nous transpirons, emmitouflés comme nous le sommes, et devant nous seulement des sapins infernaux et des épines – jusqu’à ce que nous voyions de façon inattendue et à l’improviste devant nous le grand Goyesque. Presque blanc, comme un grand monstre à plusieurs bras, il serpente vers nous : ce n’est pas ici seulement une souche; Cet arbre est délicat, ramifié, noueux et branchu, et chacun de nous se demande silencieusement comment elle fera pour retirer cette peau qu’elle a tissée au cours des semaines de travail qu’elle y a consacrées, et surtout, comment sortir sans danger de cette jungle.

etournel 074 Photo (c) Christa Blenk

Sur le chemin du retour, nous rencontrons tous ses vieux amis: des arbres dont elle a déjà empreinté la peau, les cheveux et l’âme. On ne voit plus de traces de ce travail, mais June les reconnaît quand même. Sans prévenir elle nous confronte au grand arbre ensorcelé. Peau mantique, son empreinte qui nous rappelle les Bourgeois de Calais de Rodin, a été exposée à Genève au printemps dernier. Après cinq minutes de lutte avec les lianes, les moustiques et les épineux nous croisons l’arbre du « masque » de Marsyas (un petit noyer avec un gros chancre), puis ceux de la série Alderskins (peaux des aulnes), et encore d’autres. Je pense au tableau peint par William Blake sur Virgile et Dante dans les bois, et nous nous sentons aussi un peu comme ça, seulement que ces connaissances ne sont pas des florentins moyenâgeux en chemin vers le paradis, mais des arbres que June Papineau a habillés puis dépouillés et emportés à la maison.

Il fait très chaud, elle prend normalement la route dans les brumes matinales, travaille une dizaine d’heures avant d’entreprendre les 35 minutes à pied et le trajet qui la ramènera à Genève. Parfois, part-elle dès l’heure bleue, entre « chien et loup ». Elle ne connaît pas la peur, a appris à maîtriser et identifier les sons et les bruits, comprend la lumière en évolution constante et les jeux d’ombre par tous les temps.

Le Marais de l’Etournel est presque devenu son atelier à partir de 2004. Le Great Goyesque était encore un peuplier noir en pleine force et n’avait pas encore de nom lorsqu’il fut déraciné par un ouragan en 2000. June Papineau pénétra dans cet écosystème en 2004 et trouva, quelques années plus tard, ce grand peuplier noir que les éléments avaient fini par terrasser. De ses pérégrinations dans l’Etournel sont nées d’autres belles âmes d’écorces. L’oraculeuse Peau mantique est l’empreinte d’un vieux saule, étranglé par un gros lierre, croisé sur son chemin. J’ai entendu June citer le Roi des Aulnes. Il hantait les brumes du marais.

etournel 043Photo (c) Christa Blenketournel 038

« La tragédie est que l’arbre ne plie pas, il se brise», explique Ludwig Wittgenstein. Le Great Goyesque resta suspendu obliquement des années durant entre ciel et terre jusqu’à ce qu’il ait, tout à fait récemment, accompli son destin. Sa chute attendue en fit l’incontournable objet d’un projet majeur, peut-être appelé à être le dernier de la série. Depuis lors travaille-t-elle inlassablement à achever cette œuvre visionnaire et profonde. C’est – à l’exception d’un grand arbre séquoia à Genève – le premier arbre non-vivant dont elle dompte la peau. Son passé d’anglo-saxonne et l’influence des elfes, lutins, fées et autres spectres des montagnes Rocheuses, qu’elle avait rencontrés à l’adolescence, en font un mélange de Dr. Faust et d’Hecate ; alors a-t-elle appliqué son mélange magique d’argile, de  méthyl-cellulose, de colle blanche, de sel du Jura, de gaze et de propylène glycol pour capturer l’esprit des arbres. Depuis, elle a perfectionné ce mélange de sorte que ces peaux fondamentales puissent rester souples.

C’est patiemment et délibérément qu’elle applique dans le style anthroposophique le baume magique et des semaines plus tard – comme un anaconda se débarrasse de sa peau – elle déshabille l’arbre du costume qu’elle lui a posé, et le retourne. Ce que nous voyons en fin de compte, c’est le négatif d’une image positive, qui était à l’origine comme un négatif sur l’arbre. Parfois reste-t-il, accrochée à ce fantôme de peau, un peu de barbe décollée de l’écorce des arbres.

La façon dont June Papineau fige pour l’éternité un moment de la vie ou de la croissance d’un arbre est impressionnante – autant pour l’artiste elle-même que pour les témoins médusés que nous sommes : «Nous sommes très vulnérables», dit-elle. Peut-être est-elle à la recherche de quelque chose comme une peau protectrice pour elle-même. « Un sot ne voit pas le même arbre qu’un sage », écrit William Blake. Ce n’est d’ailleurs qu’après avoir découvert le produit fini que nous commençons à entrevoir ce qui anime June et lui donne la force et la patience de travailler semaine après semaine dans ce quasi-enfer, à tisser des robes à ces arbres et attendre que le processus de séchage soit terminé. Ses « peaux d’arbres » sont vraiment fascinantes, magiques et magnifiques, précisément parce qu’elles rappellent à nos souvenirs les étranges monstres et créatures mythiques comme Marsyas, qui fut écorché vif et cloué à un arbre par Apollon pour avoir osé le défier.

Les gens ne viennent plus par là, mais le passage tumultueux du TGV qui relie Genève à Lyon que l’on entend parfois, selon le côté d’où souffle le vent nous rappelle qu’ils ne sont pas très loin. Sinon, il y a tout au plus le bruissement du vent et le bruit du vol des moustiques. Elle n’ôte ses gants de protection que pour prendre des photos et elle devient elle-même alors victime de ces petits prédateurs volants.

etournel 018Photo (c) Christa Blenk

«Le bonheur et le malheur sont le nom de deux opposés, dont on ignore les limites ultimes», dit John Locke. June Papineau est à la recherche de ces limites ultimes. Pour les repérer et les empêcher d’être dépassées. Funambule à sa façon, elle parcourt son chemin sur cette corde raide personnelle qui l’assujettit et la fascine. Elle se décrit comme « limitrophe « . Ses antennes sont d’une toute autre sensibilité que les nôtres, baignées de poésie mystique et primordiale.

June Papineau peau de sequoia

Avant de se lancer dans cette aventure, elle travaillait sur différents projets à Genève dans son studio bourré de branches séchées de gui, de racines, de pierres et de futurs goyesques en gestation. Elle a créé les installations Pièces Poétiques au fil de l’eau et Springshoots en hommage à la douleur et à la résilience des femmes soignées par radiothérapie, en assemblant des fibres optiques sur de la cire dans des tubes à essai (qu’elle appelait ses « sangsues ») et l’installant dans un local de l’hôpital de Genève.

En 2002 , elle a créé les Boîtes de Pétri de Genève- Cette installation se compose de 88 boîtes de Pétri, qui ont chacune 12 cm de diamètre dans laquelle elle a inclus divers fragments cartographiques de Genève au cours des 150 dernières années. Passatges , une installation de 1996 : Ici trouve-t-on entre autres ses lanternes-encriers de gypse disposés sur une carte des îles Baléares suivant la latitude et la longitude des phares. Et puis bien sûr ses tableaux de scorpions que les bêtes semblent vouloir déserter, profitant de l’absence d’encadrement. Auparavant elle ne faisait que photographier les arbres et enfermait les papyrus obtenus dans des éprouvettes hermétiquement scellées à la cire et surmontées d’une plume de sergent major.

Profondément impressionnés et déterminés à être présents à côté d’elle à l’ouverture en Mars 2014 à Lausanne, nous reviendrons: alors le Great Goyesque sera présenté au public. Mais tous les visiteurs pourront aussi avoir besoin d’acheter des anti-moustique et une machette car ils ne manqueront sûrement pas d’aller ensuite visiter l’Etournel …

***

L’américano-suisse June Papineau est née à Manchester / Connecticut, dans les années 70, a vécu dans les montagnes du Colorado avant d’étudier au Bennington College dans le Vermont. Après un passage à Paris, elle s’est installée à Madrid en 1986, où elle a vécu et travaillé jusqu’en 1993. Depuis 1994, elle vit avec son mari à Genève et y s’est prise d’amour pour le Jura. Dans le Colorado, elle a vécu dans les montagnes. Peut-être le lien profond avec la nature vient-il de cette période.

Lorsque les dryades et les elfes qu’ils n’attirent pas dans la forêt, elle travaille occasionnellement comme décorateur pour la scène théâtrale de Genève.

Christa Blenk – 7 août 2013 pour KULTURA EXTRA

Traduction : Jean-Noël Pettit – décembre 2013

 

Entdeckung: June Papineau – Zwischen Moorgeistern und Laubfrauen

Die US-schweizerische Installationskünstlerin June Papineau, verbringt seit 2004 viel Zeit mit ihren Bäumen im Etournel. Umgeben von Elfen und Baumgeistern arbeitet sie an ihren « tree skins » bis sie abtransportiert und ausgestellt werden. Der nächste – great goyesco – wir 2014 in Lausanne zu sehen sein. Ein Besuch mit ihr in diesem Moor-Biotop war ein Abenteuer der ganz besonderen Art.

Fotos: © Christa Blenk/ mantic skin und etournel mouton © June Papineau

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b. hier klicken, um den Artikel auf KULTURA EXTRA zu lesen: Portrait der Künstlerin:

Marsyas & Co.

Etournel: Ein Ausflug mit der Installationskünstlerin und Malerin June Papineau in ihr Moor

Feste Schuhe, lange Hose, langärmelige Bluse, Kopfbedeckung und Mückenspray mitbringen – war die Antwort von June Papineau auf unseren telefonisch geäußerten Wunsch, mit ihr in den Etournel zu fahren. Ein Moor-Biotop im französischen Jura, nur ca. 30 Kilometer und 35 Autominuten von Genf entfernt. Wir müssen früh weg, sagte sie, machen uns dann aber doch zu spät auf den Weg und erreichen bei größter Hitze den Parkplatz. Die ersten 10 Minuten spazieren wir ohne Hindernisse und gemütlich über Monet-Wiesen, an einem See mit Schwan vorbei; überall heile Welt und Leberblümchen, Erika, Disteln, Blumen und Pflanzen, die man nicht mehr jeden Tag sieht. Leicht übertrieben, ihre Panikmache, denke ich mir, und prompt verlassen wir zur Strafe den Weg und schlagen uns buchstäblich ins Gebüsch und somit aus der Zivilisation. Das Buschmesser hat sie vergessen zu erwähnen, war mein nächster Gedanke! Wir überqueren den schlammigen „Styx“, der Dank der großen Hitze nur wenig Wasser führt und wir daher fast nicht nass werden. Weiter geht es durchs abenteuerliche Dickicht à la Indiana Jones, kein Ende abzusehen, wir schwitzen, eingepackt wie wir sind, vor uns nur höllischer Tann und Dornen – bis wir ihn dann unerwartet und wie aus heiterem Himmel vor uns sehen den great goyesco. Fast weiß, wie ein großes vielarmiges Monster, schlängelt es sich uns entgegen: das hier ist nicht nur ein Stamm; dieser Baum ist filigran, verästelt, vernobbt und verzweigt, und wir fragen uns im Stillen, wie sie dem hier wohl die Haut abziehen will, die sie ihm in wochenlanger Arbeit angezogen hat und vor allem, wie er heil aus diesem Dschungel kommen soll.

Auf dem Rückweg begegnen wir überall alten Bekannten von ihr: Bäumen, deren Haut, Haar und Seele sie schon abtransportiert hat. Man sieht ihnen diese Bearbeitung aber nicht mehr an, June erkennt sie trotzdem. Den großen Hexenbaum mantic skin hat sie im Frühjahr d.J. in Frankreich ausgestellt; er sieht nach der Umwandlung aus wie ein Bürger von Rodin. Nach weiteren fünf Minuten Kampf mit den Lianen, Mücken und dornigem Gestrüpp treffen wir auf Dr. Vengos’ tree, dann auf Alderskinn etc. Ich denke an William Blakes Ölgemälde von Vergil und Dante im Wald, und ein wenig fühlen wir uns auch so, nur dass diese Bekanntschaften auf dem Pfad ins Paradies keine ehemaligen Florenzbewohner sind, sondern Bäume, die von June Papineau verkleidet, entkleidet und nach Hause gebracht wurden.

Heiß ist es, normalerweise fährt sie im Morgengrauen dorthin, arbeitet bis zu 10 Stunden, bevor sie den 35-minütigen Fußweg und die Rückfahrt nach Genf antritt. Manchmal kommt sie auch erst in der Dämmerung an, zwischen „chien et loup“, wie die Franzosen sagen. Furcht kennt sie nicht, mittlerweile identifiziert sie die Geräusche und versteht die immer wechselnden Licht – und Schattenspiele bei jeder Witterung.

Das Moor von Etournel ist seit 2004 fast zu ihrem Atelier geworden. Great goyesco, als er noch ein stolzer Weidenbaum war und keinen Namen hatte, wurde vom Hurrican im Jahre 2000 entwurzelt. June Papineau hat dieses Biotop 2004 entdeckt und die gefallene Weide ein paar Jahre später gefunden. Auf dem Weg zu diesem Meisterstück hat sie diese anderen Gesellenstücke hervorgebracht. Die orakelhafte Mantic Skin ist der Abdruck einer Erle, und June zitiert den Erlkönig. Es spukt.

« Die Tragödie besteht darin, dass sich der Baum nicht biegt, sondern bricht », sagt Ludwig Wittgenstein. Great goyesco hing jahrelang schräg zwischen Himmel und Erde, bis er vor kurzem ganz gefallen ist und „reif“ war für sie. Seitdem arbeitet sie an ihm. Er ist – abgesehen von einem großen Sequoia-Baum in Genf – der erste nicht lebende Baum, dem sie eine Haut schneidert. Ihre angelsächsische Vergangenheit und der Einfluss der Elfen, Wichte und Laubfrauen in den Rocky Mountains, mit denen sie schon als Teenager Bekanntschaft geschlossen hatte, machen sie zu einer Mischung aus Dr. Faustus und Hekate; so versucht sie mit ihrer Zaubermischung aus Porzellan-Ton, Methylcellulose, weißem Kleber, Jurasalz, Mullbinden und Propylenglykol, die Baum-anima einzufangen. Mittlerweile hat sie diese Mischung so perfektioniert, dass ihre Baumhaut-Kunstwerke biegsam bleiben.

Geduldig und bedächtig trägt sie nach anthroposophischer Manier die Zauber-Tinktur auf; und Wochen später – wie eine Anakonda sich häutet – streift sie ihrem Baum das maßgeschneiderte Kostüm wieder ab und wendet es. Was wir letztendlich zu sehen bekommen, ist das Negativ eines Positivs, das ursprünglich als Negativ auf dem Baum lag. Ab und zu bleibt ein wenig vom Bart der Baumrinde hängen.

Beeindruckend der Prozess, wie June Papineau auf diese Weise einen konkreten Lebens- oder Wachstumsmoment des Baumes für immer festhält – und genauso beeindruckend die Künstlerin: „Wir sind sehr verletzbar!“ sagt sie. Vielleicht sucht sie selber so etwas wie eine Schutzhaut. Ein Narr sähe nicht denselben Baum, den ein Weiser sieht, hat William Blake gesagt. Was June antreibt und ihr die Kraft gibt, in dieser Fast-Hölle wochenlang diese Baumkleider zu nähen und zu warten, bis der Trockenprozess abgeschlossen ist, können wir nur verstehen, wenn wir dann das Endprodukt sehen. Ihre „tree skins“ sind wirklich betörend, magisch und herrlich, eben weil die Häute oder Felle manchmal an Ungeheuer und seltsame Fabelwesen erinnern, die dann z.B. Marsyas heißen.

Menschen kommen dort keine mehr vorbei. Dass wir aber nah an der Grenze zu ihnen sind, merken wir, wenn ab und zu, je nachdem wie der Wind geht, der TGV von Genf nach Lyon vorbei saust. Ansonsten ist da höchstens das Rascheln des Windes und das Surren und Schwirren der Moskitos. Die Plastikhandschuhe nimmt sie nur ab, um Fotos zu machen und dann ist sie auch gleich Opfer dieser kleinen Dinosaurier.

« Glück und Unglück sind Namen für Dinge, deren äußerste Grenzen wir nicht kennen », sagt John Locke. June Papineau sucht sie, diese äußeren Grenzen. Sie will sie auskundschaften und verhindern, dass sie überschritten werden. Sie ist eine Gratwandlerin, besessen und fasziniert davon und bezeichnet sich selber als „limitroph“. Ihre Antennen sind sensibler als unsere, und sie steckt voller mystisch-primordialer Poesie.

Wenn sie in ihrem mit getrockneten Mistelzweigen, Wurzeln, zukünftigen Mini goyescos und Steinen überfülltem Atelier in Genf arbeitet, sperrt sie optische Fasern auf Wachs in Reagenzgläser (sie nennt sie ihre « Blutegel »). Downstream, Poem Pieces und Limitrophisme heißen ihre Installationen. 2002 hat sie Geneva Petri Dishes geschaffen – diese Installation besteht aus 88 Petrischalen, jede davon hat 12 cm Durchmesser, in die sie verschiedene kartografische Fragmente der Stadt Genf der letzten 150 Jahre eingeschlossen hat. Passatges, eine Installation von 1996: Hier hat sie u.a. Gips-Tintenfässer nach Längen- und Breitengrad angeordnet, konform der Position der Leuchttürme (faros) auf den Balearen. Und dann natürlich ihre Skorpion-Bilder, bei denen die Bestien am liebsten das Bild verlassen würden, so nah lauern sie am Rande herum. Gerahmt sind diese Bilder nicht. Früher hat sie die Bäume nur fotografiert und die bearbeiteten Papyri in längliche Reagenzgläser einsperrt, diese mit Wachs luftdicht verschlossen und einen Federkiel drauf gesetzt.

Tief beeindruckt und fest entschlossen, bei der Vernissage im März 2014 in Lausanne mit dabei zu sein, kehren wir zurück: dann soll great goyesco dem Publikum vorgestellt werden. Vielleicht müssen aber auch alle Besucher mit Mückenschutz und Buschmesser in den Etournel fahren..

Die US-Schweizerin June Papineau ist in Manchester/Connecticut geboren, in den 70er Jahren hat sie im Gebirgsstaat Colorado gelebt, bevor sie am Bennington College in Vermont studierte. Über Paris kam sie 1986 nach Madrid, wo sie bis 1993 wohnte und arbeitete. Seit 1994 lebt sie mit ihrem Mann in Genf und hat sich dort gleich in den Jura verliebt. In Colorado hat sie in den Bergen gewohnt und Blumen verkauft. Vielleicht kommt die tiefe Verbundenheit zur Natur aus dieser Zeit.

Wenn die Dryaden und Elfen sie mal nicht in den Wald locken, arbeitet sie gelegentlich auch als Bühnenbildnerin für die Genfer Theatersze.

Christa Blenk

 

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version française du Portrait de June Papineau

June Papineau

 

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DVD Besprechung « Madame Curie » von Elzbieta Sikora

 

Eine Besprechung der ganz frischen DVD könnte Ihr auf Kultura-Extra lesen

Madame Curie – Besprechung

s.a.

Artikel nach der Premiere

DVD Besprechung Helena Aikin       petri_june-papineau-150x150 dans Musique June Papineau

 

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Controtempo – à la Villa Medici – Rom

Auf den antiken Resten der Villa des Lucius Licinius Lucullus (heute die Villa Medici – die französische Akademie in Rom)  fand am 13. Februar das Abschlusskonzert (happening) des Festival « Controtempo » statt.

Im « Grand Salon » genauer gesagt, und einen passenderen Saal hätte man für dieses Konzert nicht finden können (obwohl die Akkustik zu wünschen übrig lässt). In diesem Salon hängen (permanent) mindestens 10 Gobelins und alle haben mit Botanik, Jagd, Garten, wilden Tieren und viel Vegetation zu tun – riesige Stillleben. Sie sind die « mise-en-scène ».

Controtempo - à la Villa Medici - Rom dans Musique laurie-150x150 Lauri Karp

Das Konzert beginnt mit einer kleinen Oper Il Giardino di Sara, eine Komposition aus 2008 des  sizilianischen Komponistem Salvatore Sciarrino (1947). Die Sopranistin Elise Chauvin führt uns musikalisch durch den Garten, in dem Vögel singen, Tiere leben, sich verstecken, der Wind leise weht, ein Liebespaar sich Wörter zuflüstert – sie wechselt die Oktaven ohne Probleme und sogar ganz leise Töne hören wir – man traurig ist, es regnet (vielleicht), die Bäume sich im Wind wiegen, Angst und  Sehnsucht umgehen – alles was in so einem Garten – vielleicht in Amazonien oder in einer Wüstenoase oder in Sizilien passiert – zieht vor unseren Augen vorbei.  Begleitet wird sie dabei von einem kleinen Ensemble bestehend aus Flöte, Klarinette, Piano, Geige – zart und zauberhaft. Der Text ist von  Lionardo Vigo (1799-1878) , auch er ist Sizilianer vielleicht aus der Zeit in der die Gobelins entstanden sind  und Sciarrino hat « Chant d’Aci » vertont.  Das Ensemble 2e2m leitet Pierre Roullier. Es existiert schon seit 1972 und hat sich immer nur mit zeitgenössischer Musik befasst – das merkt man!

Anschliessend gibt es dann ein Stück für Cello D’un Trait und  Philipp Hurel (1955) hat es 2007 komponiert, vorgetragen wird es von Frédéric Baldassare. Es ist zeitgenössisch-konventionell, voller Energie und Überraschungseffekte, mit vielen Hochs und Tiefs und sehr mitreissend.

In der darauf folgenden Pause werfen wir einen Blick (bei ganz klarem kalten Wetter) in den wunderbaren Garten der Villa Medici und suchen das Portrait von Hector Berlioz  (es hängt aber in der Bibliothek und die ist geschlossen).Etournel_21XI2011-150x97 dans Musique June Papineau

Das dritte Werk heisst l’Opera (forse) und ist von Francesco Filidei (1973), er hat es 2009 komponiert. Alle Interpreten sind haben eine Rolle.  Dazu muss der Saal komplett umgebaut werden und was wir beim Reingehen für eine kaltes Buffet gehalten haben, sind in Wirklichkeit die Instrumente, nämlich: Gläser, Flaschen (voll und halbvoll), Pfeifen, Pfannen etc., alles was man im Haushalt braucht. Diesmal erzählt Elise Chauvin eine Geschichte von Pierre Senges (1968) und es geht wieder um Natur. Ein Vogel, ein Fisch, ein Fischer, ein Jäger, Esser. Jedes Lebewesen hat sein Instrument (der Fisch hat nur den Mund und das Schnappen). Sie tauchen nacheinander auf, stellen sich vor, verschwinden wieder. Wir hören Vögel, Waldgeräusche, Wasser, Fischer, Jäger, Schüsse, etwas fällt runter, den Koch, die Gäste….

Amüsant und einfallsreich (mich hat es an eine Aufführung von Giorgio Battistelli erinnert – dort haben alle Werkzeuge, die man auf einer Baustelle braucht, die Rolle der Instrumente übernommen).

Bravo!

Christa Blenk

 

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Portraits

Anne Haybel – comedienne

Antonia Bosco – Mezzo / comedienne

Ulrike Brand – Cellistin

Giuliana Morandini – Schriftstellerin

Marcello Nardis – Tenor

Elzbieta Sikora – compositeur contemporaine

Isabelle Huchet – Scénographe et Romancière

Hannsjörg Voth – Projektkünstler (Portrait für KULTURA EXTRA)

June Papineau – Installationskünstlerin für KULTURA EXTRA

Helena Aikin – walkable labyrinths für KULTURA EXTRA

Christa Linossi  – Fotokünstlerin

Tiziana Morganti  – Künstlerin für KULTURA EXTRA

Paco Barón – Bildhauer

Gerardo Aparicio – spanischer Künstler

 Antonio Passa

Riccardo Santoboni – Komponist

Guillermo Lledó – Minimalist

Paola Romoli Venturi

Cristina Crespo

Schirin Fatemi

Portraits antonia-bosco-150x150anne-haybel-150x1502008.04-214x300-150x150veronique_expo-013-150x150gm1-150x150marcello-nardis-portrait-150x150elbieta-multarzynski-150x150giuliana-150x150isabelle-huchet-150x150getbildtext2-150x150IMG_0005-150x150christa-3-150x150P1140617YOLABERINTOLOW-150x100g lledopaolaP1200125SelbstbildnisGerardo Aparicio y Juanjo Gomez Molina

 

work in progress/prossimamente/prochainement:

Cesar Borja

Abderrahman Meliani

Anna Romanello

Emanuel Borja

 

 

 

 

Zitate zu Oper – Theater – Musik

Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht. GBS

George Bernard Shaw

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 - The man that hath no music in himself
     nor is not moved with concord of sweet sounds,
     is fit for treasons      (Shakespeare – Merchant of Venice, V,I,83)

- Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)

- Immer, wenn es in der Oper erotisch wird, muß das Cello her. Deshalb ist « Tristan » die Cello-Oper par excellence. (Siegfried Palm deutscher Cellist )

- Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen (Brahms).

- La musique, c’est du bruit qui pense (Victor Hugo)

- Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.
Richard Wagner (1813-83)

- Se, come quasi sempre accade, la musica sembra esprimere qualcosa, questa è soltanto un’illusione. (Stravinskij – Autobiografia)

- Ravel: Das ist keine Musik, das ist Mathematik – beim Hören der Musik von Schönberg

- Un chanteur d’opéra, c’est un type qui reçoit un coup de couteau dans le dos et qui, au lieu de saigner, se met à chanter (Henri Jeanson)

- Chi sa fare la musica la fa, chi la sa fare meno la insegna, chi la sa fare ancora meno la organizza, chi la sa fare così così la critica (Pavarotti)

- If this word « music » is sacred and reserved for eighteenth and nineteenth century instruments, we can substitute a more meaningful term:  organization of sound.  (John Cage)

Calderón de la Barca « El gran teatro del mundo » – extrait:

AUTOR: Y para que desde ti
a representar al Mundo
salgan, y vuelvan a entrarse,
ya previno mi discurso
dos Puertas: la una, es la Cuna;
y la otra, es el Sepulcro (237-242)

und Demokrit drückt es so aus: « Die Welt eine Bühne. Das Leben ein Auftritt. Du kommst, siehst, gehst (ab) ».

 

 

 


Je mets ensemble les notes qui s’aiment.

Je mets ensemble les notes qui s’aiment.

- Je Je mets ensemble les notes qui s’aiment.mets ensemble les notes qui s’aiment.

June Papineau Special

June Papineau, artista suiza de origen americano  (1958)

Vive y trabaja en Ginebra, Suiza

más: 

June Papineau Special dans Art etournel-mask-150x150etournel-mouton-150x150 dans Artemstilleuls_arbre-150x150dew_etournel_4viii10_01-150x150et_etournel_4viii10-150x150dew_etournel_4viii10_02-150x150cid473f62c392834ac29d9bfebc1c4ca0depapineau6ba3wk.vignettesshoots30iii2011.vignetteppofrenadetint.vignettepetri_june-papineau-150x150dscf0314.vignettefarosbalears.vignetteEtournel_21XI2011-150x97

 

 

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Gäste

Übersetzungen und Gästebeiträge / other participants
Gäste cello-150x150 P1300754
Zeichnung Emanuel Borja 
- Il Ri-Tratto di Antonio (versione italiana – tradotto da Brigitte Mayer)
- Riccardo Santoboni  (versione italiana – tradotto da Brigitte Mayer)
- Blutige Aprikosen - Bericht von Birgit Käppeler über eine Theateraufführung in der Toskana

- CD – Sulla via di Damasco – tradotto da Birgit Käppeler

- Portrait de June Papineau – version française

- The Cast (tradotto da Brigitte Mayer)

- Portrait d’une géneration (traduit par Jean Noel Pettit)

- Hannsjörg Voth (translated by Jean Noel Pettit/Irmi and Dan Feldman)

- Hannsjörg Voth (version francaise – catalogue de l’Expo de Casablanca)

- Hannsjörg Voth (Text in deutscher Übersetzung)

- Requiem Hans-Werner Henze (tradotto da Brigitte Mayer)

- Hugo Wolf (tradotto da Brigitte Mayer)

- Incantesimo e mito (tradotto da Brigitte Mayer)

- Orient meets Occident (versione italiana da Brigitte Mayer)

- Testo Emanuel Borja – Voth (tradotto al italiano da Brigitte Mayer)

 

 

 

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Madame Curie de Elzbieta Sikora

Madame Curie de Elzbieta Sikora petri_june-papineau-150x150

Geneva in Petri dishes

Eine Kritik in deutscher Sprache – bitte klicken – critique en langue allemande

Teatro Maritimovillaadriana-klaus-und-luis-005-150x150 Villa Adriana -

L’année de la chimie et le théâtre grec.

La première mondiale de l’opéra „Madame Curie” d’Elżbieta Sikora le 15 novembre 2011 au siège de l’UNESCO à Paris à l’occasion de l’Année internationale de la chimie.

La tragédie était l’acmé de la poésie grecque. Tous les rôles étaient chantés et accompagnés par un chœur/orchestre (il y avait même des femmes compositeurs – comme l’a mentionné Mme Sikora dans le programme). C’est à l’ère d’Aristote que les fêtes consacrées au dieu Dionysos évoluent vers la tragédie. Plus tard, à l’époque d’Eschyle un deuxième acteur a été ajouté et encore un troisième à l’époque de Sophocle : ce qui a élevé le drame à un autre niveau, le théâtre d’aujourd’hui.

Ce dernier opéra de Elzbieta Sikora „Madame Curie” est basé sur la vie de Marie Curie – exceptionnelle scientifique – décorée deux fois du prix Nobel -  intelligente, indépendante et courageuse. Un personnage dramatique, sensible et joyeux à la fois – toujours entre la tentation du succès et les obligations vers sa famille, ses enfants.

Le destin, le désespoir, l’angoisse, le hasard, la prémonition, l’ambition, l’espérance, l’optimisme, l’épidémie, la mort, le culte religieux, la jalousie, la vengeance, la tentation, l’adultère  : tous les ingrédients d’une tragédie grecque. Sophocle ou Euripide sont fortement présents sur scène. Dans le théâtre grec toute la troupe porte un masque, en général assez réaliste.

Marek Weiss reprend cette tradition et installe le chœur des deux côtés de la scène, en uniforme, masqué (on pouvait penser à un décor de poupées). Le chœur figure l’opinion publique, qui intervient dans l’histoire, qui critique ses actions, qui félicite et qui juge.

 30 tableaux étapes vers le futur.

- Questionnement d’Einstein « A quoi bon tout cela ?  le pressentiment

- Réponse de Marie « Laisse ! Il le faut ». – le fatalité

- Marie au travail – le bonheur- .

- Marie au quotidien (joyeuse, enthousiaste, épouvantée etc.)

- Référence au manifeste du futurisme de Marinetti en 1909 – le culte de la modernité comme source d’inspiration pour les artistes du mouvement qui glorifiaient le progrès technologique,  les usines et les inventions modernes.  « Nous créerons un monde nouveau par la force de l’imagination, nous verrons la réalité avec des yeux différents – image radieuse de notre époque ». Le radium, un Deus ex-machina ? -  l’espoir

- Sortie de Pierre de la maison. « Fais attention ! »  - la prémonition et l’angoisse

- Mort de Pierre renversé par un camion de chevaux. – le destin

- Pierre gisant sur une table – Marie essaye de dépasser sa peine en  jouant la scientifique avec son éprouvette.

- L’apparition de la Sainte Marie –«  Est ce que tu peux encore faire quelque chose ? «  – la foi, le doute.

- Sa chaire à la Sorbonne

- Echec de Marie à l’entrée à  l’Académie des sciences – c’est Édouard Branly qui remporte le siège. – la jalousie

- Marie et Paul Langevin – ses doutes  - a-t-elle droit à cet amour ? - l’adultère

- Marie avec ses filles – délicate et sensible.

- Entrée de la danseuse Loie Fuller. La grande star à l’époque. Elle avait fait patenter son costume à base de radium et ses jeux de lumière. Elle occupe un rôle important dans la pièce. Une fois sur scène elle y reste, et termine allongée sur la même table sur laquelle avait reposé le corps de Pierre. Il faut rappeler qu’elle a connu un grand succès au début du 20ème siècle avec sa « Radium Dance ». Mais le radium est-il la cause de sa mort?..– le destin

- Publication de la correspondance amoureuse de Marie avec Paul par Gustave Téry. – la vengeance.

- Arrivée d’une lettre d’un membre du comité de l’académie royale suggérant de renoncer au  prix Nobel à cause du scandale de sa liaison avec Paul Langevin, dévoilée par la presse.

– Condamnation par l’opinion publique (le choeur)  qui la traite de  femme étrangère, juive, bizarre, voleuse. La haine.

- Acceptation pour la seconde fois du prix Nobel et  se rendre à la cérémonie de remise. Face à la jalousie des hommes. –  le courage.

- Joie et  préparation du discours pour le Nobel.

- Vidéo sur la scène de la grande guerre. – la violence

- Apparition de Mme Maloney, journaliste, rédactrice du magazine « The Delineator » – le destin

- Marie se laisse convaincre de partir. – le destin

- On fait les valises

- Départ pour l’Amérique.

- Lutte pour paternité du radium – elle veut un avocat toute suite ! L’Angoisse. – l’ambition

- Maladie de Marie  - aux yeux bandés – l’espoir perdu ?  - l’espoir et la mort

- Mort de tous ceux qui ont été en contact avec la radioactivité.

- Incrédulité de Marie Curie sur la nocivité du radium. 

- Retour d’Einstein qui joue le rôle de Cassandre. « Il y aura des villes et des corps brûlés … il ne restera que des ombres de personnes sur les mur… »  La pièce se termine sur une prédiction dont nous connaissons tous, bien sûr, la réalisation. Dommage.

Composée par Elzbieta Sikora, sur un livret de Agata Miklaszewska , cet opéra , un travail de deux ans , est peut-être une manifestation de sérialisme lyrique avec des touches néo-romantiques, fascinante par sa richesse, sa couleur  et l’expressionnisme de l’orchestration. Le spectateur est  entraîné tout le long par une partition qui suit l’action de très près. La musique parle pour elle-même, et comporte de très beaux airs pour les solistes.  On aurait compris l’histoire sans mots. Saluons la bonne prestation de  l’ensemble de l’Opéra Baltique de Gdańsk sous la baguette de Wojciech Michniewski. On ne peut pas faire mieux dans la Salle I de l’UNESCO que ce que  Marek Weiss a réalisé comme mise en scène (j’ai adoré l’idée de l’installation du chœur des deux côtés de la scène).

Dans le rôle de Marie Curie, Anna Mikolajeczyk ne mérite que des éloges – nous avions trouvé une place au fond de la salle et n’avons pas manqué une seule note malgré les stagiaires de l’Unesco qui flirtaient devant nous. Elle était douce (une belle scène avec la danseuse) et dure et déterminée, ambitieuse et découragée, toujours à la hauteur. Et: elle est toujours sur scène.

Pour une œuvre composée hier j’aurais attendu une facture plus avant-gardiste. On perçoit bien cependant le passage de Elzbieta Sikora  à l’IRCAM et  chez Pierre Schaeffer entre autres, et ses recherches dans le domaine de la musique concrète. A-t-elle opté de faire, comme en son temps Stravinsky (ou mon compositeur préféré Hans Werner Henze), un retour partiel vers une musique néo-romantique ?  Elle a composé une musique du commencement du 20ème siècle avec des références au dramatisme d’Alban Berg, même un moment donné à Wagner et à Strauss. (Mais  une deuxième écoute de l’oeuvre – dont j’aurais besoin – pourrait modifier cette impression.)

J’ai très envie de connaître un peu plus de la musique de Elzbieta Sikora que nous avons pu applaudir, puisqu’elle était présente à la première mondiale ce 15 Novembre 2011.

 Christa Blenk/Jean-Noel Pettit

 

Madame Curie-Kritik auf Deutsch

 

 

 

 

 

 

 

June Papineau

June Papineau (1958) Suiza – vive y trabaja en Ginebra. June es una artista/filósofa muy conceptual-manual. Sus proyectos están siempre unidos a viajes – viajas reales o en forma de poesia. Sus obras cuentan historias (de islas, de árboles, de bichos, de faros o de laboratorios y enfermedades).  Seguirla en su obra significa viajar con ella y meterse profundamente en un tema.

s p r i n g s h o o t s, sa nouvelle installation à l’ancien cabanon de stockage pour la curiethérapie -

Mars 2011
June Papineau sshoots30iii2011.vignette  cid_473F62C392834AC29D9BFEBC1C4CA0DE@papineau6ba3wk-99x150 petri_june-papineau-150x150emstilleuls_arbre-150x150etournel-mask-150x150etournel-mouton-150x150 últimas obras – Etournel

JP : Busco el lado fantasmagórica activamente ahora – escogo mis árboles pensando en mascaras, gárgoles, gestos …

 

pdf catalogthailand.pdf  (Texto de June en la pagina 12 del catálogo)

doc pasajesborja.doc

« …Sin saberlo, sin ningún tipo de iniciación, buceando sola en las profundidades de su yo de artista, J. Papineau viene a realizar con su memoria y con parte de la memoria encarnada en los poemas de Margarita Ballester, obras que escapan a cualquier clasificación que no sea metafórica.

Los brujos carcen ya de poder. Apenas si nos queda la impronta de su memoria en arte.

Si en las « piezas-poema » June usaba la luz y los poemas para crear un acontecimiento, en otra de sus obras, en la titulada « Constelaciones », utilizaba el alfabeto griego para crear, con respecto a las estrellas, un inesperado « talismán » con sólo colocarse en la posición del que mira al firmamento y busca en su orden algún tipo de secreto… »     (extracto del texto de E.Borja  para la expo « Passatges »)

farosbalears.jpgppofrenadetint.jpg 1994 à GenèveIMG_0005-150x150June con E. Borja

la piel de sequoia – Genève 2010dscf0314.vignette

 

 


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