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Zehlendorfer Hauskonzerte – Franz Trio und mehr

CELLO
Zeichnung: Emanuel Borja

 

Gestern Abend haben die ausgezeichneten Streicher Avigail Bushakevitz (Violine), Melanie Richter (Violine), Ernst-Martin Schmidt (Viola), Taneli Turunen (Violoncello) und Alexander Kahl (Violoncello) bei einem kurzfristig organisierten Hauskonzert ein geradezu brillant zusammen gestelltes Programm  im  gerammelt vollen Wohnzimmer in Zehlendorf vorgetragen und damit an die 50 Musikliebhaber an einer großartigen Vorpremiere teilhaben lassen. Avigail Bushakevitz ist – zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bratschisten Ernst-Martin Schmidt und  der Cellistin Constance Ricard – Mitbegründerin des Franz-Trios.

Das Konzert eröffnet mit einem Werk des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967).  Kodály hat die Serenade für zwei Violinen und Viola 1920 komponiert – in  einer für ihn persönlich und politisch schwierigen Zeit. Bekannt geworden ist diese Preziose dann 1922 anlässlich einer Aufführung in Salzburg im Rahmen eines Kammermusikfestivals durch das Amar-Hindemith Quartett mit Paul Hindemith persönlich an der Viola. Ungarische Musikelemente, Pustawind und verrückte Rhythmen zeichnen es aus und dauert 25 spannende Minuten.

Weiter geht es mit dem Trio à Cordes (Streichtrio) von Jean Françaix  (1912-1997). Hier kommt ein bezauberndes Jugendwerk pour faire plaisir, wie Jean Françaix seine Musik definierte. Filigran und zart hüpft die Komposition von tänzerischen Walzer- zu Tangorhythmen, weiter  zu einem neoklassischen und spätromantischen Expressionismus bis plötzlich barocke Lully-Tambourine anklopfen, Elemente, die puren Bonheur in die Gesichter der glücklichen Zuhörer (und der Musiker) zaubern. Denen sieht man es an, wie sehr es sie amüsiert, dies zu spielen. Wahrscheinlich hat Françaix  es auch mit einem Lächeln im Gesicht komponiert. 

Jean Françaix entstammte einer Musikerfamilie und hat bei Nadia Boulanger in Paris studiert. Damals kannte man das Wort  crossover in der Musik noch nicht, er hat es aber praktiziert,  sich ohne Berührungsängste mit allen Musikstilen und Gattungen befasst und eine Brücke vom Oratorium zur Filmmusik gebaut.  Den größten Ruhm hat er dann aber doch mit der Kammermusik erreicht.  Seine Werke verbinden Scherz und Humor mit schlagfertiger Freude.  Françaix hat das Stück 1933 für das Brüder-Trio Pasquier komponiert. Die Interpreten haben ihn sehr gut verstanden!

 

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Jetzt hängt die Latte hoch! Kurze Pause zum Lüften und konzentrierte Vorfreude auf eines seiner Großwerke: Das  Streichquintett C-Dur op. post 163 D 965 von Franz Schubert (1797-1828). Obwohl Schubert er nur zwei Monate vor seinem Tod komponiert hat, tut man sich schwer es Spät- oder Alterswerk zu nennen, denn er war ja nur 30 Jahre alt!  Das haben die Musiker auch so gesehen und es sehr temperamentvoll-innig vorgetragen. Schubert griff hier auf eine eher ungewöhnliche Kombination von zwei Geigen, zwei Celli und einer Bratsche zurück. Fast 50 Minuten dauert es, ein Drittel davon gehört dem ersten Satz. Tragisch-schön, pendelt es sich zwischen verlorener Zuversicht und unerfüllter Hoffnungen. Es beginnt mit einer nostalgisch-tragischen Endlosschleife, wütet durch finstere Gewitterwolken und aufreißende Himmel und plötzlich verstehen wir, warum Kodálys Serenade dieses Konzert eröffnet hat: hier sind sie, die ungarischen Tanzrhythmen in Schuberts Rondo

Die Uraufführung dieses kammermusikalischen Schwanengesangs hat der Komponist allerdings nicht mehr erlebt, denn dazu hätte er noch 22 Jahre leben müssen. So lange hat es nämlich gedauert, bis es im Jahre 1850 endlich in Wien aufgeführt wurde. Das lag zu allererst an der Resistenz dem Stück gegenüber von Musikwelt und Verleger.

Am 25. März findet dieses schöne Konzert im Berliner Konzerthaus (Matinee) statt, allerdings ist es schon lange ausverkauft. Glücklich diejenigen, die eine Karte haben!

 

Christa Blenk

 

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Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum

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Unvergleichlich

Der spanische Kunsthistoriker Emanuel Borja (1944-2005) hat viele Jahre damit verbracht, primordiale Kunst aus Afrika oder Asien mit der Kunst in Europa zu vergleichen bzw. sie miteinander zu konfrontieren. Er hat Zusammenhänge gefunden, die es gar nicht geben konnte zwischen den Höhlen von Altamira oder Lascaux und Figurationen in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts als man von diesen Höhlen (Lascaux wurde 1940 entdeckt) noch gar nicht wusste.

Das Bode Museum stellt nun in der Ausstellung „Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum“ afrikanische Kunst europäischen Preziosen gegenüber und das funktioniert sehr gut. Die Betrachtungsweise ändert sich mit dem was wir kennen und wissen, Vergleiche drängen uns auf.

Meisterwerke aus dem Ethnologischen Museum treffen auf Skulpturen und Arbeiten, die im Bode Museum zu hause sind. Die groben Figuren aus dem Kongo z.B. sollten Dörfer oder Stämme beschützen so wie eine Madonna aus der Renaissance oder der Barockzeit die katholische Gemeinde behütet. Zu ihr wird gebetet, wie in Westafrika vor der Skulptur Ritualtänze aufgeführt werden.

Ein Großteil der ausgesprochen schönen Exponate kommt aus Westafrika, aus dem Königreich Benin, Gabon, Senegal, Kongo, Elfenbeinküste oder  Nigeria.

Die Ausstellung ist in sieben Kapitel unterteilt:

DIE ANDEREN, ÄSTHETIK, GENDER – ODER DIE MULTIPLIZITÄT DER PERSON, SCHUTZ UND ANLEITUNG, PERFORMANCE, ABSCHIED, GEGENÜBERSTELLUNGEN. 

22 afrikanische und europäische Skulpturen werden themenübergreifend miteinander konfrontiert, so könnte die  Maria mit Kind des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart, die einer pfemba-Mutterschaftsfigur aus dem Kongo gegenübersteht, auch in den Teil Gender passen.

Klassische win-win!

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cv Emanuel Borja

Christa Blenk

 

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L’Incoronazione di Poppea

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nach der Vorstellung

 

Vernunft und Anstand versus  Macht und Liebe

Eine goldig-schimmernde venezianische Hofgesellschaft bewegt sich auf das Publikum zu. Sie tragen Kleider aus Velázques Medinas, Halskrausen oder fantasievolle Empirekleider. Kurz darauf ziehen sie sich wieder zurück und überlassen die Bühne Tugend, Glück und Liebe (Virtù, Fortuna und Amor), die sich um die Macht der Lüfte zanken. Amor geht als Sieger aus diesem Disput hervor und will beweisen, dass nur die Liebe das Leben und den Verlauf der Geschichte bestimmen kann. Damit ist die Götterpräsenz in Monteverdis letzter Oper „L’incoronazione di Poppea“ auch schon vorbei.

Ottone ist ein Soldat in Neros Rom. Er kehrt 62 n.C. von einem Feldzug nach Hause zurück und muss erfahren, dass seine Poppea (Anna Prohaska) Neros Geliebte geworden ist. Poppea will Kaiserin werden und teilt dies Ottone auch schonungslos mit. Nero (Max Emanuel Cencic) soll auf Poppeas Treiben seine Frau, die Kaiserin Oktavia, verstoßen. Poppeas Amme Arnalta (großartig Mark Milhofer) warnt sie vor der Macht und vor den Herrschern. Oktavia (Katharina Kammerloher) ist tief gekränkt und erniedrigt und wird von ihrer Amme (Jochen Kowalksi) bearbeitet, Nero mit einem Seitensprung zu bestrafen.  Das will Oktavia aber nicht, sie will mehr, nämlich Poppeas Tod. Auch der Philosoph Seneca (Franz-Josef Selig) kann die rasende Kaiserin  nicht besänftigen und rät ihr, auf jeden Fall ihre Tugend zu bewahren.  Der Page Valletto (brillant Lucia Cirillo) beschimpft Seneca und beschuldigt ihn, doch nur Binsenweisheiten von sich zu geben. Poppea traut Seneca nicht und verleumdet ihn bei Nero. Ottone schließlich gibt seiner früheren Geliebten Drusilla (Evelin Novak) nach und denkt sich besser sie als gar nichts. Der Todesbote Liberto unterbricht Senecas Philosophieren und Letzterer öffnet sich nicht die Pulsadern sondern schneidet sich selber die Kehle durch, zuckt noch ein paar Schritte über die Bühne und fällt zu Boden.

Im ersten Akt herrscht noch eine bestimmte Ordnung auf der Bühne. Diese wird nach der Pause von einem dekadenten Chaos abgelöst. Der tote Seneca liegt blutüberströmt auf einer Drehscheibe und fährt – umgeben von Kurtisanen mit ihren Freiern, abgelegten Kleidungsstücken, Halskrausen und sonstigen Zeichen des Verfalls  – im Kreis. Nero feiert mit dem Hofdichter Lucano eine ausschweifende Orgie  und besingt Poppeas Schönheit. Diese begibt sich schüchtern und immer noch in schwarzer Reizwäsche dazu – spätestens jetzt hätte sie merken müssen, dass ihr Nero nicht gut tun wird – jedenfalls kündigt ihr die Regie dies hiermit an. Der Untergang von Rom hat gerade begonnen.

Drusilla ist überglücklich und gibt Ottone ihren Reifrock, damit dieser  endlich – getarnt in Frauenkleider –  Poppea töten kann. Er schleicht sich heran, als Arnalta gerade ein Schlummerlied für die schlafende Poppea singt.  Und nun kommt die große Stunde von Amor, der in ein rotes Herz gebettet über der Bühne schwebt und den Mord verhindert. Arnalta sieht nur Drusillas Rock und alarmiert die Wachen. Poppea überlebt, Drusilla wird verhaftet und nimmt aus Liebe zu Ottone die Fast-Tat auf sich, wofür Nero sie begnadigt. Sie darf Ottone in die Verbannung begleiten. Nun kann endlich die Hochzeit bzw. Krönung stattfinden. Nero überträgt Oktavias rote Handschuhe an Poppea, die mittlerweile mit Senecas roten Umhang ihre Korsage bedeckt und Arnalta nimmt – ein Spottlied auf die Menschen singend – Oktavias Amme die Halskrause ab, um sie sich selber umzulegen. Sie, die geborene Dienerin, wird als Herrin sterben. Nun folgt eines der schönsten Liebesduette der Operngeschichte überhaupt und gleich nach  „Pur ti miro „ verlässt Nerone mit Lucano die Bühne und lässt Poppea alleine zurück! (Die Geschichte weiß, dass Nero nur knapp zwei Jahre mit Poppea verheiratet war, dann soll er sie getötet haben aus Liebe zu einer anderen oder zu einem Kastraten ist nicht ganz klar).

Der italienische Komponist, Musiker und Priester Claudio Monteverdi lebte von 1567 bis 1643,  er war der erste Musikpionier und brachte die Renaissance-Musik in den Barock. Seine Affinität zu hohen Stimmen kommt auch bei der Krönung der Poppea wieder zum Vorschein. Hier treffen strenge Renaissance-Rhythmen auf sinnlich-greifbaren Frühbarock.

Uraufgeführt wurde diese Oper von Monteverdi 1642, da war er 72 Jahre alt, und zwar in Venedig in der Karnevalszeit. Das Werk gilt als Baustein für die zukünftige Operngeschichte und machte spätere Cherubinos oder Octavians erst möglich. Da die Oper im Karneval spielt, hat sie auch komische Einlagen, wie z.B. Vallettos Auftritt oder die Arien der beiden Ammen.

Ganz schön viel Leidenschaft für einen katholischen Priester, die Monteverdi hier auf die Bühne bringt.  Gefühle werden zu Noten. Unterhaltsam und kurzweilig geht es hier um Liebe (echte und käufliche), Eifersucht, Mord und Macht aber auch um Humor.

Die durchkomponierten Rezitative sind genauso unterhaltsam und schön wie die Arien. Hosenrollen, Rockrollen, Contertenöre und eine Bassrolle (Seneca) . Poppea ist Monteverdis  radikalste und letzte Oper, in der Rom nicht sehr gut weg kommt. Harnoncourt hat einmal gesagt, dass es in dieser Geschichte keine sympathischen Personen gibt, dass Alle amoralisch wären. Abgesehen von Drusilla, die immerhin aus Liebe den Tod hingenommen hätte, stimmt das auch. Das Libretto stammt vom italienischen Anwalt Giovanni Francesco Busenello. Eva- Maria Höckmayer (Inszenierung) und Julia Rösler (Kostüme) haben sich amüsiert und die Protagonisten ganz unterschiedliche Stile – wie beim Karneval üblich – verpasst. Licht und Bühnenbild sind von Olaf Fresse, Irene Selka und Jens Kilian. Die vier mussten zum Schluss auch ein wenig Kritik einstecken!

Der italienische Monteverdi-Kenner Diego Fasolis dirigierte die Akademie für Alte Musik Berlin an dem gestrigen Premierenabend und erntete viel Applaus.

Cencic und Prohaska sind ein perfektes Paar, sängerisch, tänzerisch und schauspielerisch.  Und wie oft im Barock, sind die schönen Arien ganz demokratisch auf alle verteilt, deshalb sind auch die Nebenrollen von Bedeutung. So ist Mark Milhofer in der  Rockrolle von Arnalta, Poppeas Amme grandios und Lucia Cirillo als Valletto bringt das Publikum zum Schmunzeln mit ihrem verbalen und körperlichen Angriff auf Seneca, der ebenfalls mit Franz-Josef Selig großartig besetzt ist. Anna Prohaska strahlt und spielt die ehrgeizige und zum Schluss ein wenig unsichere Poppea hervorragend. Max Emanuel Cencic steht ihr aber in nichts hinterher. Mühelos und scheinbar spielerisch nimmt er die sehr hohen Töne. Monteverdi hatte seine Rolle für einen  Soprankastraten geschrieben.  Seneca hat nicht Monteverdis Respekt, sondern kommt unsympathisch herüber, Oktavia ist rachsüchtig-grausam, die Ammen opportunistisch, Ottone verletzt und beleidigt, Nero zeitgenössisch, animalisch- größenwahnsinnig und sich über Alles stellend und Poppea eine ehrgeizige Arrivistin.

Das Bühnenbild tragen die Sänger am Körper. Die Lichteffekte auf der Bühne erinnern manchmal an das Licht in Venedig, wenn sich die Abendsonne im Canale Grande wiederspiegelt und die maskierten Venezianer ihre Samt und Seidenroben durch die Stadt tragen und wenn man bei den Liebesspielen mal etwas diskreter sein will, dann wird einfach ein großes Tuch vor das Paar gespannt und die Träger halten sich verschämt die Hand vor die Augen. Ansonsten befindet sich am Ende der Bühne eine große Wand, die Ottone (Xavier Sabata) vor Wut immer wieder hochrennen will (was ihm schon erstaunlich gut gelingt).

 

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Große Textverständlichkeit bei fast allen Sängern!

Eine sehr gelungene, kurzweilige Aufführung dieser menschlichen Oper bei der die Prophezeiung im Prolog bestätigt wird: Vernunft und Moral haben keine Chance gegen Macht und Liebe.

Christa Blenk

 

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La BETTLEROPERa

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Balletto Civile nach der Aufführung von La BETTLEROPERa
 

La BETTLEROPERa

„Der Räuber als perfekter Bürger und der Bürger als perfekter Räuber“

John Greys Beggar’s Opera  wurde 1728 in einem Londoner Theater uraufgeführt – als Persiflage auf Händels Opern, die sich an die gebildete Oberschicht, zu der Grey allerdings auch gehörte, richteten. Ein anderes Publikum  ins Theater zu holen war auch der Wunsch von Kurt Weil und da das neue Theater am Schiffbauerdamm ein knackiges Stück für die Eröffnungspremiere brauchte, schrieb Berthold Brecht die Texte auf der Basis von denen von Grey.

Die Dreigroschenoper wurde zum größten Theatererfolg in den 1920er Jahren. Die Idee zu diesem Titel kam übrigens von Lion Feuchtwanger.

Das Stück spielt im Räuber- Hehler-, Falschspieler und Prostituiertenmilieu. Die Tochter des Hehlers Peachum, Polly, hat heimlich den Don Juan, Banditen und Widersacher von Peacham, Macheath, geheiratet. Man beschliesst, ihn zu hängen. Polly verhilft ihm zur Flucht, aber Mrs Trapes, die bei Brecht/Weil Spelunken-Jenny heisst, verrät ihn. Lucy, die Tochter des Gefängniswärters und auch verliebt in Macheath streitet sich mit Polly, die darauf besteht, seine Frau zu sein. Das lieto fine  bei Grey und Brecht wird hier nicht wiederholt. In der Produktion der Neuköllner Oper landet  Macheath kunstvoll durch la Sig.ra Trappola drapiert, am Galgen. Der Bettlertanz am Ende ist großartig.

Das bis heute bei Brecht aufgeführte Vorspiel, die Moritat von Macheath alisas Mackie Messer, ist bei der BETTLEROPERa der Auftritt der Bordellbesitzerin, Mrs Trappola, die einen umwerfenden und akrobatischen Vortrag über das Leben und die Bedeutung von allgemein Huren hält.

Moritz Eggert hat 28 Songs geschrieben, die aber keine zusammenhängende Oper bilden und das auch noch in Deutsch, Englisch und Italienisch. Die Musik durch das 4-köpfige Ensemble Freiraum Syndikat, besteht aus zwei Blockflöten, einer E-Gitarre und einem Cello, die zwei Stunden lang kuriose und schroffe, kratzende und dann wieder ganz harmonische oder streitsüchtige Töne hervorbringen,  schließlich spielt es ja auch in einem deftigen Gangster-Milieu. Sehr abwechslungsreich geht das von romantisch-moralischen Balladen bis zu flotten Tanzszenen. Eggert hat sich auch nicht gescheut, einige bekannte Melodien aus der Musikgeschichte wie „Diamonds are a whore’s best Friend“ oder „We are the Chamions oft he Underworld“ mit einzubeziehen. Auf jeden Fall gab es meistens viel (un) kontrollierten Lärm aber durchaus Assoziationen mit Weils schräger und zum Teil disharmonischer Musik.

Zeitweise hat man Schwierigkeiten, diesem „brownschen“, konfusen Musik-, Tanz- und Theaterstück zu folgen, denn es passieren permanent zur gleichen Zeit mehrere Handlungen. Und obwohl es wie gesagt kein Happy End gibt, ist die Stimmung großartig auf der Bühne und im Zuschauerraum!

Für Eckert ist dies schon die zweite Produktion für die Neuköllner Oper. Man hat sich dazu das ausgezeichnet, italienische Balletto Civile ins Boot geholt, die Pasolini und Fellini im geistigen Gepäck mitbrachten. Dafür hat Sabrina Rossetto mit einem minimalen Bühnenbild und wenig Farben für optische Ruhe gesorgt. Ab und zu wurden die Aufzugskabinen für die Freier erhellt oder das fahrbare Gefängnis über die Bühne gerollt, meistens mit Macheath drin. Regie und Choreografie stammen von der Pina Bausch-Schülerin Michela Lucenti und von Maurzio Camilli sowie Bernhard Glocksin. Lucenti und Camilli spielen auch das Ehepaar Peachum. Nicole Kehrberger als Mrs. Trappola ist einzigartig und umwerfend gut. Christopher „Crsto“ Ciraulo ist ein großartiger, sich drehend und wendender und doch sanftmütiger Macheath. Polly (Emanuela Serra) ein unschuldiges Dummerchen und Lucy (Sophia Euskichen) eine rachsüchtige Betrogene. Die Kleinverbrecher und die Prostituierten kommen aus der Freien Theaterszene Berlins. Richtig singen kann eigentlich keiner von ihnen, aber es ist ja auch eine Oper für Alle!

Dieses brillante Stück, mit dem die Neuköllner Oper ihr 40-jähriges Bestehen feiert, könnte durchaus ein Kult-Stück wie die Rocky Horror Picture Show werden. 

Christa Blenk

 

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Guillermo Lledó – expofiesta en la Noche de San Juan

Noche deliciosa de dialogos y paseos en el jardin de esculturas en los alrededores de Madrid

 

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Guillermo Lledó explicando su obra

 

Para celebrar la Noche de San Juan, el 24 de junio, el escultor español Guillermo Lledó organizó una Expofiesta e invitó a sus amistades del mundo artístico a su casa cerca de Madrid. El motivo principal de la fiesta era la presentación de su nueva obra-escultura de grandes dimensiones «Plaza para un hombre sólo », que ahora domina su jardín, sin que eso suponga aplastar las otras esculturas. La aparente soledad de su título no pudo, sin embargo, frenar la magnética seducción que producía y los invitados declararon rápidamente este pabellón octagonal de hierro zona común de dialogo y bienestar y pasaron por sus diversas aberturas al interior.

Entre los algo más de 60 invitados se contaban artistas como Gerardo Aparicio, Alfredo Alcaín, Curro Ulzurrun o Cesar Borja y  personalidades del arte como María Corral, Fernando Huici y Javier Maderuelo junto a otros amigos y familiares. Hasta el tiempo se puso a favor del arte, porque las temperaturas demasiadas altas durante toda la semana bajaron lo justo para estar bien esta noche del sábado.

 

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alrededor de la « Plaza para un hombre sólo »

 

Las obras de Guillermo Lledó, de tipo minimalista, se parecen a objetos o formas con los que tropezamos en cada momento de la vida cotidiana sin darnos cuenta. El artista muestra ciertos aspectos de la ciudad y nos enseña la belleza de una cabina telefónica, una puerta de garaje o un muro gris. Recientemente jubilado como docente y con más tiempo para su trabajo artístico, ha podido restaurar otras esculturas suyas que tiene expuestas en su jardín.

 

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otras obras restauradas en el jardin de escultura de Lledó

 

Guillermo Lledó (Madrid, 1946) –reconocido artista del panorama artístico español – estudió Pintura en la Escuela Superior de Bellas Artes de San Fernando y es doctor en Bellas Artes por la Universidad Complutense de Madrid. Vive y trabaja en una casa tipo Bauhaus, concebida por él mismo, cerca de Madrid. Con una larga trayectoria, pasó en los años 80 de hacer una  pintura realista con tema urbano a realizar construcciones escultóricas basadas en el mismo tema. Y realiza una reinterpretando de los mismos para reflexionar sobre ciertos aspectos de la vida cotidiana, como podíamos ver en su reciente exposición en el Museo Salvador Victoria (Rubielos de Mora, Teruel) que se tituló Materia de silencio,’ y en la que el artista madrileño mostró 25 obras realizadas con diversos medios.

Guillermo Lledó trabaja el dibujo, la pintura y la escultura que realiza, principalmente, con materiales industriales como la madera preparada, el hierro o el vidrio, entre otros.

 

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Guillermo Lledó explicando su obra, invitados, artistas 

 

« El artista nos enseña siempre a mirar con calma: « Ocurríame, y sigue ocurriéndome – escribe Goethe – , que a la primera ojeada me desagrade una obra de arte plástica, por no estar yo a su altura; pero cuando adivino en ella algún mérito, hago por atinar con él, y entonces me encuentro infaliblemente con los más satisfactorios descubrimientos, advierto en las cosas nuevas cualidades, y en mí nuevas aptidudes ».

La de Guillermo es una calma de mínimos, de la insinuación apenas perceptible. No necesita de muchos colores, de muchas formas par ir directamente al misterio de su impronta – que es el misterio del arte. (Emanuel Borja - la impronta mínima – April 1987) »

 

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Foto: (c) Ana Angoloti
 

más infos sobre Guillermo Lledó

Christa Blenk

fotos: ©Christa Blenk

 

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Die englische Katze von Hans Werner Henze

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Doppelmoral und Meuchelmord: wie die Menschen so die Katzen

Mrs Halifax, das einzig menschliche Wesen im Stück – das allerdings nie zu sehen ist – mag Katzen und deshalb hat sie viele davon. Lord Puff, bejahrt, bigott-scheinheilig, bestechlich, geldgierig und bequem, will Präsident der  K.G.S.R., der Königlichen Gesellschaft für den Schutz der Ratten, werden. Dies kann aber nur zum Erfolg kommen, wenn er vorher heiratet – sagt Mrs Halifax und sucht ihm eine Braut. Diese heißt Minette und kommt vom Land. Jung, bezaubernd, schüchtern, naiv und gehorsam. Minette versucht zwar immer auf die Worte des Pfarrers von zuhause  zu hören, verliebt sich aber doch des Nachts auf dem Dach in den Straßenkater Tom. Davon erfährt der Neffe von Lord Puff,  der charakterlose und bösartige Arnold, er hat nämlich viele Schulden und hofft (zusammen mit seinem Gläubiger) auf das Erbe seines alten Onkels, dazu darf dieser aber nicht heiraten. Er nimmt das nächtliche Techtelmechtel von Tom und Minette zum Anlass und erzählt dem Onkel und der ihn umgebenden maroden Gesellschaft davon.  Aber Minette, die sehr schnell die Gepflogenheiten einer verlogenen und zynischen Gesellschaft gelernt hat, erklärt ihm kurzerhand, dass sie Tom eigentlich nur überreden wollte, dem K.G.S.R. beizutreten. Sie kann überzeugen und wird Ehefrau. Dann gibt es da noch Babette, Minettes Schwester, und Louise, eine Waisenmaus, die von den Katzen adoptiert wurde, um sie zu beschützen. In Wirklichkeit aber ist Louise so etwas wie eine Sklavin, die jeden Tag mit der Spendenbüchse auf die Straße geschickt wird, um zu betteln. Der Ertrag landet jeden Abend direkt im Tresor der Gesellschaft.

Im zweiten Teil sieht man Minette wie sie sich als schöne, reiche Frau eines angesehenen Präsidenten langweilt. Sie muss sich mit Literatur und Malerei plagen, aber vor allem muss sie Cello lernen und das liegt ihr gar nicht. Plötzlich kommt Babette über den Katzenbaum hereingepurzelt und beide beklagen gegenseitig ihr schlimmes Schicksal. Die eine hat zu viel und ist eingesperrt, die andere ist zu frei und hat zuwenig. Minette gibt ihr das Geld, das eigentlich für ein neues Kleid zur Eröffnung einer wichtigen Veranstaltung vorgesehen war.

Tom erscheint wieder, als Deserteur, denn eigentlich wollte er zum Militär um Minette zu vergessen. Wieder werden sie in flagranti vom durchtriebenen Arnold erwischt. Diesmal hilft keine Entschuldigung, die Scheidung droht. Tom schleicht sich als Anwalt von Minette ein und wohnt einem total korrupten und unmoralischen Prozess bei, wird entlarvt und soll verurteilt werden. Nun aber entdeckt der hohe  Richter, dass er der verlorene Sohn vom reichsten aber verschollenen Mann Englands ist, der sein Freund war. Tom hat noch einen Tag Zeit, sein Erbe einzufordern, bevor das große  Vermögen nach seinem 21. Geburtstag in die Hände der K.G.S.R. fällt. Was tun?

Minette muss auf Befehl von Mrs Halifax ertränkt werden und liegt schon im Plastiksack während sie noch schön-traurige Arien schmachtet und Tom davon überzeugt, dass er sich doch bitte nach ihrem Tod um Babette kümmern möchte, was Tom sich durchaus vorstellen kann. Ist sie doch auch so schön wie ihre Schwester. Doch  ist es eine Tragikomödie und ein Happy End ist demnach nicht vorgesehen. Tom, nun edel gewandet wie die anderen Gesellschaftskatzen, findet gerade zu Babette als er hinterlistig erstochen wird, was als Unfall oder Selbstmord durchgeht. Dem Übertragen des großen Vermögens auf die Gesellschaft steht nun nichts mehr im Wege. Louise, die Maus, hat entdeckt, dass man Katzen nicht trauen darf und macht sich vom Acker. Das Böse siegt!

Inspiriert wurde Hans Werner Henze zu dieser Oper durch eine Theateraufführung der  Kurzgeschichte von Honoré de Balzac „Peines de coeur d’une chatte anglaise“, in der eine junge Katze ihre Erlebnisse in einer bürgerlich-vornehmen, jedoch durch und durch skrupellosen englischen Katzengesellschaft schildert. Der englische Dramatiker Edward Bond schrieb daraus diese bissige Gesellschaftssatire.

Die Oper, die eigentlich „eine Geschichte für Sänger und Instrumentalisten in zwei Akten“ heißt, wurde 1983 in Schwetzingen uraufgeführt, mit Henze selber am Pult. Die Resonanz war geteilt. Henzes Streben war es immer „seine Musik aus dem Klangraum herauszunehmen und als eine Sprache zu vermitteln, die von allen verstanden wird“.  Auch bei der Katze hat er alle möglichen Formen ausgetestet. Das geht von Latinorhythmen, über volkstümliche Dreigroschenopernmusik, zur geölten schnurrigen Katzenmusik, hin zum Walzer oder Tango und zur 12-Ton-Musik mit dann wieder fast lyrischen Arien. Wie bei Elegie für junge Liebende  hat er auch hier den Haupt »katzen » Instrumente zugewiesen, so hat Lord Puff die Orgel, Minette tritt zu Geige und Zither mit naiven Walzern auf, Tom wird mit Klarinetten angekündigt, das Heckelphon gehört dem durchtriebenen Neffen Arnold und die zarte Blockflöte der versklavten Maus Louise. Das Werk ist für ein kleines Orchester geschrieben aber mit zum Teil ungewöhnlichen Instrumenten, wie eben das Heckelphon, die Zither oder die Celesta.

Dagmar Schlingmann hat den Darstellern so gut wie keine Katzenattribute gegeben, allerding konnte man sie als solche anhand der sanften und geschmeidigen Bewegungen und angedeuteten Katzenwaschrituals identifizieren. Er geht ja hier auch um das Menschliche im Tier. Niemand mehr ist zu retten und nur Geld zählt, denn Geld schafft Macht.  Diese Talfahrt der Werte zeigt sich auch in einer Schräglage der Bühne, bedeckt mit vielen Kuschelkissen, einem Katzenbaum quer durch den nach vorne abfallenden rechteckigen Kastenraum. Die Rendezvous von Tom und Minette finden auf einer roten Leiter statt und sie müssen sich dazu nach Bergsteigermanier anschnallen, um nicht abzustürzen. Darunter die Unterwelt für die Mäuse und die streunenden, nicht veganen Katzen.

Sung-Keun Park ist ein geradezu genialer Puff, man sieht ihm an, dass er immer zwischen dem Geld und dem warmen Plätzchen hinter dem Ofen hin- und hergerissen ist, eigentlich seine Ruhe haben will, aber die Gier das nicht zulässt. Außerdem hat er sehr textverständlich gesungen. Zum Walzerrhythmus erscheint die wunderbare Minette gesungen von Ania Vegry. Sichtlich sorglos spielt und singt sie sich durch die schwierige Rolle und meistert dies ausgezeichnet. Matthias Winckhler ist ein sehr charmanter und überzeugender Straßenkater, der sehr schnell lernt, sich auf dem Parkett der Reichen und Mächtigen zu bewegen, aber nicht drandenkt, sich einen Bodyguard zu engagieren! 

Das Lob geht an die gesamte Truppe unter der temperamentvollen und zurückhaltenden Leitung von Mark Rohde. Die Gemeinschaftsarien, von denn es viele gibt in der englischen Katze, sind wirklich Katzenmusik geworden.

Einzig die Sprache: wir hätten es lieber in der Englischen gehört!

Großartiger Opernabend!

Christa Blenk

 

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Zeichnung: Emanuel Borja

 

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Die Zauberflöte

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Zauberwald, Pemplum und Kuschel-Riesenplüschtiere

Die Premiere dieser Inszenierung von August Everding mit einem Bühnenbild von Fred Berndt nach den herausragenden Entwürfen der grandiosen Sternenkuppel (die Tassen und Geschirrtücher ziert) oder den ersten Auftritt der Königin der Nacht auf der Mondsichel vom Berliner Architekten und Baumeister Karl Friedrich Schinkel für die Berliner Königlichen Schauspiele 1816 fand schon 1994 statt. Sie gehört heute zu den am meisten gespielten Zauberflöten in Berlin und sorgt jedes Jahr wieder für ein volles Haus.

Everding hat diese Oper sehr oft inszeniert, aber noch nicht oft genug, sagte er einmal in einem Interview. « Die Beschäftigung mit dem Werk führt oft zu dem Trugschluß, es handle sich hier um ein Ideendrama, ein Weihespiel, eine Einführung in die Freimaurerei oder in den Humanismus. Das Werk geht aber viel weiter, es ist viel komplexer und auch irdischer. Es ist ein sehr menschliches Stück. Der Mensch besteht doch aus einem denkenden und phantasierenden Kopf, aus einem liebenden und enttäuschten Herzen, aus einem hungrigen und satten Magen, aus einem zielgerichteten und ziellosen Geschlechtstrieb. Andere wollen die ‘Zauberflöte’ deshalb eher als derbes Volksstück sehen… Doch in Wirklichkeit geht es um die Überwindung des großen Dualismus in unserer Welt, vertreten durch die Königin der Nacht und durch Sarastro, eine Überwindung durch die Kunst und die Liebe, wofür die Zauberflöte das Symbol wird.

Ob sich Schinkel über weiße Einhörner, tanzende Löwen und swingende Krokodile in einem Walt Disney Peplum gefreut hätte wissen wir nicht. Zusammen mit dem großartigen Staatsopernchor und der perfekte Staatskapelle unter Alexander Soddy gehört sie aber unbedingt zu den attraktivsten Zauberflöten-Inszenierungen.

Prinz Tamino ist der einzige, dessen Kleidung aus unserer Zeit stammt und die Prüfungen, die er – unterstützt oder  behindert durch Papageno im bunten Federgewand – bestehen muss um seine Pamina zu bekommen, bringen ihn durch neue, alte und geheimnisvolle Welten und Flötentöne.

Die drei schwarzen Abgeordneten der Königin der Nacht treten aus dem Rachen von drei Kroko-Dino-Monstern, die kurz vorher noch Feuer gespuckt und angsteinflößenden Lärm gemacht haben und Taminos Frage an seinen vermeintlichen Retter „Wo bin ich“ beantwortet Papageno lakonisch mit  „ im Schillertheater“ . Roman Trekel, der 1994 bei der Premiere sein Rollendebüt hatte, spielt ihn immer noch, den Papageno, und immer noch wirkt er frisch und voller Freude in seiner Rolle. Dass er mittlerweile über 20 Jahre älter  ist macht überhaupt nichts. Er verteilt nach wie vor Zuckerbonbons und flirtet mit den Zuhörerinnen in der ersten Reihe. So mancher Slapstick, beschwipste und tanzende Priester oder ein erbarmungswürdiger Monostatos (Dietmar Kerschbaum) lassen kurzfristig die humanistische Idee von Schikaneder in den Hintergrund treten, aber dann ist er auch gleich wieder präsent, der Appell an die Humanität und an die Gerechtigkeit. Keinen Moment geht hingegen die spielerische Leichtigkeit verloren.

Tamino, sehr stimmgewaltig Andreas Schager; mutig, bestimmt und zart Pamina (Anna Prohaska). Der noble und ruhige Bass von Sarastro (Rene Pape) kommt weise und geduldig daher. Nicola Proksch als Königin der Nacht ist in der ersten Arie sehr zurückhaltend und fast schüchtern, zeigt aber in der zweiten was sie kann, nämlich in durchsetzungsfähigen und kriegerischen Sechzehntelketten rachsüchtig und grausam alle Höhen erklimmen. Die Portugiesin Sónia Grané musste kurzfristig für die erkrankte Papagena (Elsa Dreisig) einspringen und hat das sehr routiniert und witzig gemacht. Harmonisches und kokett-streitend die drei Abgesandten vom Sternenhimmel (Adriane Queiroz, Katharina Kammerloher, Anja Schlosser). Die einfallsreichen, phantasievollen und bunten Kostüme von Dorothée Uhrmachers tun das ihre.

Die Handlung basiert auf einem Libretto von Emanuel Schikaneder, aber nicht nur von ihm allein. August Jacob Liebeskind Lulu oder die Zauberflöte  oder Wielands Oberon sowie das Heldenspiel von Freiherr von Gebler Thamos, König von Ägypten sowie Elemente des Singspiels Hüon und Amande von Friederike Sophie Seyler sind mit verarbeitet. Mozart und Schikaneder waren beide Freimaurer.

Aber auch die Musik birgt Geheimnisse und ihre Entstehung ist nur lückenhaft dokumentiert. Angeblich wollte mit dieser Oper Mozart dem sich in Geldnöten befindlichen Schikaneder helfen, obwohl Mozart es war, der unter permanentem Geldmangel litt. Schikaneder selber sollte auch die Rolle des Papageno singen, die mindestens soviel Schauspielkunst wie Stimmumfang verlangt. Die Zauberflöte wurde 1791 in Wien uraufgeführt.

Ansonsten ist über die Zauberflöte schon alles gesagt!

Christa Blenk

 

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Caravaggio-Spaziergang in Rom

CARA181
Die Bekehrung von Paulus – Zeichnung von Emanuel Borja

 

Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610)

Wer Caravaggio entdecken und kennenlernen will, muss nach Rom. Im Centro storico befinden sich die drei Kirchen mit seinen Hauptwerken sowie  das Phamphilij und Barberini Museum und die Kapitolonischen Museen. Nur für die Galeria Borghese muss man kurz durch den Park. Aber es lohnt sich!

Allein schon die Fresken in der Französischen Kirche – Berufung des Hl. Matthäus Vocazione di San Matteo (1599 – 1600);  Martytium des Hl. Matthäus  Martirio di San Matteo (1600 – 1601) und Hl. Matthäus mit Engel San Matteo e l’angelo (1602) – und die Madonna dei Pellegrini ca 1604 in der Kirche Sant‘ Agostino oder in der Santa Maria del Popolo die Bekehrung von Paulus (1600 – 1601) und Kreuzigung des Petrus (1600 – 1601)) sind eine Reise wert. Diese Fresken gehen natürlich nie auf Reisen, so dass eine Caravaggio Ausstellung außerhalb Roms immer unvollendet bleiben wird. Ohne diese Werke ist Caravaggio nicht zu verstehen.

Mit Caravaggio verbinden wir Leidenschaft, unkontrollierbares Temperament, Talent, Mut und auch Verschlagenheit, Anderssein. Caravaggio heisst er, weil er in einem Ort im Norden Italiens  mit diesem Namen geboren wurde. 1592 kam er – knapp zwanzig-jährig – nach Rom und schlug bzw. malte sich durch unterschiedliche Ateliers. Unterstützt vom frommen und religiösen  Papst Clemens VIII und bei Meister Cesari lernte er, wie man Blumen und Früchte malt und es entstand eines seiner bekanntesten Früchte- und Blumenbilder Fanciullo con canestro di frutta (es ist in der Galleria Borghese zuhause,entstand 1594 und hängt im gleichen Raum wie der Kranke Bacchus). Später sollte er immer wieder auf diese Motive zurückkommen und der Betrachter kann den Duft dieser Früchte fast riechen. Das Chiaroscuro entstand ebenfalls schon in dieser Zeit, wird eine Epoche definieren und immer wieder nachgeahmt werden. Dieses edlen und prall-bunten  Früchte paart er mit einer knallharten hiperrealistisch-manieristischen Dramatik, wie die schwarzen Fingernägel auf dem Eidechsenbild zeigen.

 

P1310155
Die Pilgermadonna in der Kirche Sant’Agostino

 

In Rom entstanden fast alle seine Bilder und hier ist auch ein Großteil zu sehen. Im Palazzo Barberini hängen u.a.  Judith und Holofernes (1599); Narciso (1599), und  Franziskus in Medidation (1605). Der Johannes der Täufer (1602) hängt in den Kapitonilischen Mussen und die büßende Magdalena (1585) in der Galleria Doria Pamphilij. Auch die Ruhe während der Flucht nach Ägypten (1595) finden wir dort. Drei Bilder, die kurz vor seiner Flucht nach Neapel entstanden sind hängen ebenfalls in der Galleria Borghese, und zwar Madonna mit der Schlange (1605 – 1606, und  Heiliger Hieronymus  (1605 – 1606) sowie David mit dem Kopf von Goliath (1609 – 1610).

Caravaggio entfernte sich ganz schnell wieder von der Renaissance-Perspektive und seine Bilder vermitteln den Eindruck, dass es nur eine erste Reihe gibt. Seine Protagonisten treten aus dem Bild heraus und blicken uns zum Teil direkt an. Ein Realismus mit verfälschten Farben und hier macht er keinen Unterschied zwischen religiös und weltlich. Herrlich ist ihm dieses Verwischen bei der Madonna dei Pellegrini gelungen. Sie hängt in Sant’ Agostino und hat die Kirchenfürsten zuerst so schockiert, dass es gleich wieder aus den heiligen Häusern verbannt wurde. Die Pilger zeigen uns nämlich ihre schmutzigen Fußsohlen, die Madonna hat einen tiefen Ausschnitt und schwebt irgendwie zwischen Treppe, Luft und Flur.

Borghese 016
Galleria Borghese

 

14 Jahre nach seiner Ankunft in Rom, 1606, kam er ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt. Caravaggio verletzte Jemanden tödlich und musste bei Nacht und Nebel und in einer Kutsche der noblen Colonna Familien fliehen. Er wurde für vogelfrei erklärt und landete im damals spanischen Neapel. 

Mehrfach kontaktierte er in den darauf folgenden Jahren den seinerzeitigen Papst Paul V aber erst 1610 wurde das Todesurteil aufgehoben. Vorher aber fuhr er schon per Schiff von Neapel nach Palo in der Toscana um dort an Land zu gehen; Costanza Colonna hatte ihn eingeladen bei ihr zu wohnen bis er den Weg nach Rom antreten konnte. In Palo konnte er Kontrollen gerade noch entgehen, in dem er sich hinter einem Bild versteckte und musste weiter bis Porto Ercole fahren. Krank und geschwächt starb er dort 1610 und wurde in einem Massengrab beigesetzt.

Seine Spätwerke sprechen von der dunklen Zeit, sie sind unruhiger und dramatischer, schwärzer und verraucht. Caravaggio wurde zu einer Legende, vielfach kopiert und trendsetter und gab Stoff für unzählige Filme und Bücher.

Christa Blenk

 

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Virtual Gallery

Künstler und Künstlerinnen bei der Arbeit: In meiner Virtual Gallery sind nur Künstler vertreten, die ich selber kenne oder von denen ich etwas besitze oder besitzen möchte!

 

Véronique Pettit LaforetTiziana-1Folie10Helena AikinP1230976GG_nb_06gerardoatelierborjaprimordial 027Cesar Borjaex_passaRitratto Anna Romanello ph. C. Walter
Guillermo Lledó, Paola Romoli Venturi, June Papineau, Emanuel Borja und Gerardo Aparicio, Emanuel Borja,  Veronique Pettit Laforet, Cesar Borja, Helena Aikin,  Tiziana Morganti, Antonio Passa, Anna Romanello

 

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My virtual gallery – blog collection N°15

Gerardo Aparicio (*1944) – spanischer Künstler. Er könnte irgendwo zwischen Surrealismus und Expressionismus oder Dada angesiedelt werden: aber er ist einzigartiger!

Aparicio ist ein unverwechselbarer und origineller und sehr unabhängiger Individualist, ein „positiver“ Grübler, ein Skeptiker und Schwarzseher. Das Ephemere, das Instabile, das Komische (manchmal), die Magie und der Tod sind seine Themen. Epidemien und Katastrophen assoziiert man mit seinen Arbeiten, in ihnen ist Raum für Zeichnung, Farbe, Poesie, Zauber, Magie, Alchemie, Phantasie und Semantik. Grelle und mächtige Farben wie Rot stehen im krassen Gegensatz zu seiner makabren Thematik. Die Auseinandersetzung mit seinen geheimnisumwitterten Protagonisten ist dermaßen, dass sie – fast wie bei einem Fortsetzungsroman – ein Eigenleben entwickeln. Schön sind sie allemal!

Heute lebt und arbeitet er in Madrid.

 

Gerardo Aparicio
 Gerardo Aparicio – Escala 2009- Óleo/lienzo 40×47 cm

 

Mehr über den Künstler

 

Weitere Künstler in der Virtual Gallery

My virtual gallery – blog collection N° 14 – Emanuel Borja

My virtual gallery – blog collection N° 13 – June Papineau

My virtual gallery – blog collection N° 12 – Schirin Fatemi

My virtual gallery – blog collection N° 11 – Natividad Gutierrez

My virtual gallery – blog collection N° 10 – Christa Linossi

My virtual gallery – blog collection N° 9 – Guillermo Lledó

My virtual gallery – blog collection N° 8 – Carlos de Gredos

My virtual gallery – blog collection N° 7 – Rosa Quint

My virtual gallery – blog collection N° 6 – Paola Romoli Venturi

My virtual gallery – blog collection N° 5 – Dominique Cozette

My virtual gallery – blog collection N° 4 – Cesar Borja

My virtual gallery – blog collection N° 3 – Helena Aikin

My virtual gallery – blog collection N° 2 – Tiziana Morganti

My virtual gallery – blog collection N° 1 – Véronique Pettit Laforet

My virtual gallery – blog collection n°14

Emanuel Borja (1945 -2005) war Kunstkritiker und Künstler, der sich wie sonst keiner mit der Primordial Kunst befasste und schon lange vor der großen Ausstellung Primordial in New York in den 80er Jahren Material, Bilder und Texte sammelte, vergleich und zusammenfügte.In dieser Zeit entstanden auch die delikaten Holzskulpturen mit primodialem Hintergrund.

 

borjaprimordial 011
Autoportrait in Holz (1980)

 

Emanuel Borja hat in den 70er und 80er Jahren für spanische Kunst- und Architekturzeitschriften geschrieben;  es entstanden Monografien über Künstler (Palazuelo, Lucio Muñoz u.a.) und unzählige Ausstellungskataloge. 1989 hat er Madrid verlassen und in Brüssel, Genf, New York,Rabat und Rom gelebt, wo er 2005 auch verstarb. Von 1989 bis zu seinem Tod hat Borja Tagebücher geschrieben. Fast 100 eng beschriebene und mit Fotos, eigenen Zeichnungen und Zeitungsartikel ergänzte Hefte dokumentieren und analysieren  das politische, philosofische, literarische und künsterlische Weltgeschehen – alles in spanischer Sprache. Hier zu Auszügen en español.

Mehr:

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
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Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
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Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
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dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
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Album : virtual gallery - update

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Christa Blenk

 

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El Cimarrón – Hans-Werner Henze

borjaprimordial 013

El Cimarrón (1969-1970) – Recital für Flöte, Gitarre, Schlagzeug und Bariton wurde 1970  im Rahmen der Berliner Festspiele uraufgeführt. Das Libretto schrieb Hans Magnus Enzensberger nach Original Tonbandaufnahmen, die der entkommene Sklave Esteban Montejo zusammen mit dem dem kubanischen Schriftsteller Miguel Barnet Anfang der 6er Jahre erstellte.

borjaprimordial 011

Hans-Werner Henze (1926-2012) hat dieses politische Werk während seines Kuba-Aufenthaltes 1969-1970 für den Bariton William Pearson komponiert. Die anderen Interpreten bei der Premiere waren, Karlheinz Zöller (Flöte), der kubanische Gitarrist Leo Brouwer  und der japanische Schlagzeuger Stomu Yamashta. Henze selber stand am Pult.

In 15 Sätzen philosofiert Henze über die Freiheit und die Unfreiheit des Einzelnen. Es geht hier um Gewaltherrschaft, Terror, Verletzungen, Entsetzen, Revolte, Flucht und Angst.  Hans Magnus Enzensberger bediente sich schonungslos  dieser genannten Tonbandaufnahmen über Montejos grausames Leben zwischen Zuckerrohr und Unterjochung, Estebans Flucht ab dem vierten Bild, seine panische Angst im Wald, die Geisterstunde und die Sehnsucht nach Liebe und Freundschaft, sein erneuter Wunsch unter die Menschen zu kommen, Frauen! Die Erinnerung und die Teilnahme an der Schlacht von Mal Tiempo ….

borjaprimordial 005

Beeindruckendes Werk.
Cimarrón bedeutet im südamerikanischen Spanisch Wildes Tier, wird allerdings auch benutzt, wenn man von einem entlaufenen Tier spricht. Cimarrones sind verwilderte Rinder oder Pferde. Im Zusammenhang mit der Sklaverei wurde dieser Begriff als Negro Cimarrón auf entlaufene Sklaven afrikanischer Herkunft angewendet. (Quelle Wikipedia)

Das ausgezeichnete und auf zeitgenössische Musik spezialisierte Ensemble El Cimarrón hat sich den Namen von Henzes Werk ausgeliehen.

Christa Blenk

Illustration: Holzskulpturen von Emanuel Borja.

 

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Silvesterbräuche

Gerardo Aparicio
(Gerardo Aparicio)

Silvester hat viele Gesichter

Jedes Land hat andere Bräuche und Sitten, um den Jahreswechsel zu feiern. Hier nur ein paar Beispiele:

In Italien zum Beispiel  ist es ganz wichtig, am 31.12. rote Unterwäsche zu tragen. Das erklärt auch, warum um die Weihnachtszeit die roten Dessous überall zu kaufen sind, und nicht selten unter dem Weihnachtsbaum liegen. Die meisten Italiener sind sogar überzeugt davon, dass das nur einmal getragene Teil am 1. Januar weggeworfen werden muss, um voll als Glückbringer zu gelten. Linsen muss man essen, am besten zu einer fetten Wurst aus der Emilia Romagna und in Rom – wenn man sich das zutraut – am 1. Januar von der Brücke Cavour in den schmutzigen Tiber springen.

roma-tiber 027P1270823

Einen der schönsten Bräuche gibt es in Spanien.  Am 31.12. um 24.00 Uhr vereint sich das Land, um zum Glockenschlag der Puerta del Sol 12 Trauben zu essen. Vendée_Nov2011 007Eine Stunde später dann passiert das gleiche nochmals auf den Kanaren  aber egal wo der Spanier sich aufhält, die Trauben müssen sein. Man sagt, dass man eine Traube pro Monat des kommenden Jahres isst, damit jeder Monat gut wird, aber wahrscheinlich geht es nur darauf zurück, dass bei den Weinbauern vor vielen Jahren ein Traubenüberschuss herrschte, der nicht ins neue Jahr sollte. Wie auch immer. Es ist unheimlich schön, um 24.00 Uhr mit der spanisch-sprachigen Welt die Trauben hinunter zu schlingen – aber aufpassen: für Kinder sollten sie vorher geschält werden und es empfiehlt sich, kleine Trauben auszusuchen. Eine Sekunde geht schnell vorbei und nach 12 Sekunden muss der Teller leer sein!

Die Franzosen lassen sich den letzten Tag des Jahres etwas kosten und feiern am liebsten ganz schick in einem schicken Restaurant – le Reveillon! Und wie schon zu Weihnachten, muss es Kaviar, Austern, Lachs, Krabben und andere Köstlichkeiten geben! Ein Konzert- oder Theaterbesuch käme auch in Frage und etwas Rotes sollte man auch in Frankreich tragen – das kann aber auch eine Halskette sein!

Biennale2013 185Wald Niederbayern

In den Bergen in Österreich oder in der Schweiz setzen sich die Bergbewohner furchterregende Masken auf und laufen durch den Schnee. In Wien wird natürlich in das neue Jahr reingetanzt – mit einem Walzer, versteht sich.

Die Griechen backen ihr Basiliusbrot in das kleine Geldmünzen mit eingebacken werden, und wer beim Essen auf eine Münze beißt, den erwartet viel Glück im kommenden Jahr (aber er muss evtl. zum Zahnarzt gehen).

Die Tschechen halbieren nach Mitternacht einen Apfel und fragen dann das Kerngehäuse wie das neue Jahr aussehen wird. Ein Stern bedeutet Glück, ein Kreuz Unheil.

Die Bulgaren hingegen laden sich dann gleich lieber einen Kirschbaumast auf den Rücken und tragen diesen – gute Wünsche äußernd – spazieren.

Auf der anderen Seite der Erdkugel, in Argentinien z.B. werden alte Unterlagen zerschreddert und die Papierschnitzel – wahrscheinlich weil es dort im Dezember nie Schnee gibt – anschließend aus dem Fenster gerieselt. Die Mexikaner hingegen stellen den Besen vor die Tür, um Altes und Unerledigtes nicht ins Neue Jahr mitzunehmen (oder um die Schnitzel der argentinischen Nachbarn wegzufegen!). Die Chilenen wiederum machen ihr Glück von der Farbe der Unterwäsche abhängig. Trägt man rot wünscht man sich Glück und Leidenschaft. Gelb hingegen sollte man tragen, wenn man lieber reich werden will und wer immer noch auf der romantischen Suche nach Liebe ist, der muss rosa tragen.

Mit der Farbe ROT  liegt man fast überall auf der Welt richtig. Außer in Brasilien – die tanzen ihre Samba lieber in Weiß gewandet.

Tempête sur Venus

Die Angelsachsen backen kleine Silvester-Fleischtörtchen (pies) die dann mit Freunden und Nachbarn verspeist werden und weiter über den großen Teich, wenn man das Glück hat in New York zu sein, kann man an der einzigartigen Silversterparty „Balldrop“ auf dem Times Square teilnehmen. Essen tut man eher einfach, denn ein simples Abendessen soll Wohlstand im neuen Jahr bringen.

Wir vertreiben die bösen Geister mit Krach in Form von aufwendigen Feuerwerken. Wenn man es allerdings ruhiger will und ein wenig abergläubisch ist, kann man sich beim Blei das kommende Jahr vorausgießen und dazu einen Krapfen essen.

Wo immer Sie sich auch aufhalten – ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch.

Christa Blenk

 

Und sollten Sie noch kein Menu haben, hier das Silverstermenu von Emanuel Borja mit Freunden in  Genf 1995 (auf spanisch!):

 

Hemos comido de todo y mucho:

- Sopa tipo consomé con « Pfannkuchen » a la bávara

- Langostinos, gambas con los salsas americana y alioli

- Queso manchego y brie

- Caviar auténtico (un poquito)

- Caracoles a la Lionesa

- Dos ensaladas, una de berros y otra de endivias con aguacate a salsa roquefort

- Mejillones a la manera del Rin (ricos)

- Paté francés de trufas

- Salsa tajini griega (June la ha traido)

- Salmón en abundancia de Escocia

- Rhumballs (bolas de chocolate con Ron de June)

- Mousse de chocolate de Christa

- Turrones

- Hemos liquidado cuatro botellas:

una de Faustino blanco, una de Pesquera, un Champán Rothschild, un Veuve Cliquot,

Tè verde, café y copa de cognac francés,

puros « Brevos » de Alfaro

FIN

 

 

Carmen – mal anders – Orchestra Piazza Vittorio

Nicht für Puristen geeignet!

L’Orchestra di Piazza Vittorio interpretiert die Carmen als klamaukige Volksoper im Teatro Olimpico in Rom

Stellen Sie sich vor: Pedro Almodovar und Emir Kusturica entwickeln gemeinsam ein Projekt. Dazu sucht Eric Rohmer die Schauspieler aus, die Coen Brüder führen Regie, im Buena Vista Social Club in La Havana wird – mit Edith Piaf und Woody Allen in den Hauptrollen – eine Bollywood-Neuinszenierung von Tristan und Isolde gedreht, zu der Frank Castorf das Bühnenbild entwirft.

Die Oper Carmen gehört nicht zu meinen Lieblingsopern, mehr noch, ich finde sie abgesehen von  ein paar mittlerweile zum Gassenhauer gewordenen Arien am Anfang und zum Schluss unsäglich langweilig und langatmig; obendrein singt der Chor immer – wie vom Libretto vorgegeben natürlich  - Toreador (meistens auch noch ohne gerolltes R),  Torrero lässt sich halt nicht so leicht zu dieser Melodie singen.  Und seit einer entsetzlichen Carmen-Aufführung in Taormina im Sommer, wollte ich mir diese Oper nie wieder antun.

Aber dann kam das Orchester Piazza Vittorio. Wir sind mit gemischten Gefühlen in die vorletzte – komplett ausverkaufte – Vorstellung und haben uns – meistens – köstlich amüsiert.

Reduziert auf einige der bekanntesten Arien, dauert diese Carmen gerade mal 1 ½ Stunden.

Carmen ist Mama Marjas, sie ist ein Naturtalent, aufregend und aufreizend. Sie ist die einzige, die in französischer Sprache  singt und tut das  mit einem ganz tiefen Bariton; Marjas ist eigentlich eine Reggae-Tänzerin; Don José ist Evandro ist Don José, er ist Komponist und spielt viele Instrumente, singen kann er eher nicht, tut das aber, ein wenig schwächelnd, in portugiesischer Sprache. Er ist der vom Heimweh getriebene Looser, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Micaela ist Elsa Birgé, sie muss hier von weither anreisen, um Don José von der Mutter einen Brief zu bringen und ihn heimzuholen; aber sie kommt zu spät, denn er ist schon der Carmen verfallen; Birgé  ist frankophon und kommt aus einer Musikerfamilie, ist aber selber Trapezkünstlerin und sonst mit „le vrai-faux mariage de la caravane passe“ auf Tournée. Die Albanerin Hersjana Matmuja (sie hat übrigens ihr Land beim Eurovision Song Contest 2014 vertreten) und der Italiener Dario Ciotoli sind wohl die einzig ausgebildeten Sänger und spielen das einen einsamen Platz suchende Liebespaar, das permanent über dem Lillas  Pastias das Geschehen beobachtet. Der Torrero Escamillo ist Houcine Ataa, er singt seine Arien auf Arabisch. Dann haben wir noch den Gendarmen Zuniga, den Carlos Paz Duque auf Spanisch singt. Die beiden ausgesprochen genialen Tänzer, die gleich am Anfang eine Art Flamenco-Schuhplattler mit Salsa-Elementen hinlegen sind Ovidiu Toti und Adam Jozsef und Manuela ist Ashai Lombardo Arop.

Jetzt haben Sie hoffentlich eine Idee bekommen, wie sich das angehört hat. Witzig und genial, abgesehen von einer zu langen schwunglosen Stelle in der Mitte, bis gewaltige Perkussionsbasstöne Carmens Tod begleiten und einer nach dem anderen auf die Bühne tanzt wo  Elsa Birgé schon steht und  „The man I love“ singt.

Piazza Vittorio ist ein multiethnisches Ensemble das 2002 entstand. Der Italiener Mario Tronco hatte die Idee, unter den Bewohnern mit Migrationshintergrund  vom Senegal bis Argentinien die um die Piazza Vittorio Emanuele (Esquilin) wohnen – die Italiener sind dort in der Minderheit – nach Künstlern, Musikern, Tänzern oder Sängern zu suchen. Ihr erster Auftritt war beim Romaeuropa Festival 2002. Jeder ist auf seine Art ein Künstler oder Interpret aber er tut nicht unbedingt das, was er am besten kann. Die Idee ist wunderbar und das  Gesamtprojekt unbedingt gelungen.

Mal sehen was sie sich als Nächstes ausdenken.

Mario Tronco hat die künstlerische Leitung und Regie, zusammen mit Leandro Piccioni hat er auch die musikalischen Arrangement ausgearbeitet. Von Serge Valletti stammt das Libretto,  Lino Fiorito zeichnet für das Bühnenbild und Katia Marcanio für die  Kostüme.  Giorgio Rossi hat die wunderbare Choreografie entwickelt, er hat u.a. bei Kantor, Bausch und Brook gelernt und das sieht man. Die Choreografie war das Beste an der ganzen Carmen! Dann wirken noch die Musiker El Hadji “Pap” Yeri Samb aus dem Senegal (Djembe, DumDum), Ernesto “El Kiri” López Maturell aus Kuba (Batterie, Congas) der Italiener Pino Pecorelli (Konterbass, und elektronischer Bass) ,der Argentineir Raúl “Cuervo” Scebba (Marimba, Congas und Perkussion), der Tunesier Ziad Trabelsi (Laute) der italienische Gitarrist Emanuele Bultrini , die ausgezeichnete koreanische Cellistin  Kyung Mi Lee,  Marian Serban, und Saria Convertino mit und der Rumäne Ion Stanescu an der Geige sorgte für den Zigeuner Effekt .

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Text über dem Bühnenbild: Vor vielen tausend Jahren machten sich die Zigeuner aus Indien kommend auf einen legendären Weg durch Asien nach Europa. Innerhalb eines Jahrhunderts haben sie bei den meisten Europäern den Ruf bekommen Wahrsager, Nomaden, Musiker, Sänger, Tänzer, Bettler und Diebe zu sein.

Agostino Ferrente hat einen Dokumentarfilm über dieses Ensemble, dem zur Zeit 20 Künstler angehören, gedreht. Sie kommen aus 11 unterschiedlichen Ländern und sprechen neun verschiedene Sprachen. Einige Mitglieder des Orchesters gehen wieder weg, Neue kommen dazu. Sie machen eine Art nicht  einzuordnende Weltmusik die durch die ethnische Musik aus den jeweiligen Ländern in einer geglückten Fusion mit Rock, Pop, Reggae und Klassik entsteht. Abgesehen davon, besteht auch die richtige Carmen von Bizet zu einem Großteil aus Flamenco- oder Zigeunermusik-Elementen. Vielleicht auch die Oper der Zukunft.

Die Oper Carmen von Georges Bizet wurde 1875 in Paris in der Opera Comique  uraufgeführt. Carmen wird als eine Art Vorläufer-Oper des Verismus gehandelt.

P1270264
Piazza Vittorio nach der Carmen

Christa Blenk

 

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Die Seite Emanuel Borja ist in spanischer Sprache; sie ist ihm gewidmet und es sind hier Auszüge aus seinen Tagebüchern zwischen 1989 bis zu seinem Tod in Rom 2005 zu lesen.

en Amsterdam, 1992

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Le chant du Rossignol und Carmina Burana in der Oper Rom

 Le chant du rossignol_Cor.Lorca Massine_Un momento del balletto_©Yasuko Kageyama-Opera Roma 2014-15_0242
 Le chant du rossignol_Cor.Lorca Massine_Un momento del balletto_©Yasuko Kageyama-Opera Roma 2014-15_0242
 

Le Chant du Rossignol und Carmina Burana an der Oper Rom

Die Oper Rom, die jedes Jahr wenigstens ein selten gespieltes Werk aufgreift, hat nun zwischen einem Rigoletto (im Januar 2015) und der Tosca (im März 2015) Strawinskys kurzes Nachtigallen-Ballet inszeniert und dieses mit Orffs Carmina Burana kombiniert.

Sehr erfolgversprechend: Carmina Burana ist ein Dauerbrenner und seit der Uraufführung 1937 in Frankfurt/Main von wiederholtem Erfolg gekrönt.

Igor Strawinsky 1882-1971) hat sich 1908 für das Libretto seiner ersten Oper beim Andersen-Märchen Nattergallen (1843) bedient, das er als Kind vielleicht schon kannte. Manchmal kündigt sich hier noch blitzhaft der Einfluss eines Spätwerkes seines Lehrers Rimski Korsakov „Der Goldenen Hahn“, an. Auf Bitten von Diaghilev, ließ er diese Komposition nach dem ersten Akt liegen und machte sich an die Musik für das Ballett Der Feuervogel die Diaghilev für Paris wollte.  Es entstanden außerdem Petrouchka und das Skandalerfolgsstück Le Sacre du Printemps und Strawinsky dachte nicht mehr an seinen „altmodischen“ Rossignol. 1913, auf Bitten des Moskauer Freien Theaters (wohl aus finanziellen Gründen) willigste Strawinsky ein, das Stück zu vollenden. Mit Petrouchka und dem Sacre im Gepäck, konnte er natürlich den Stil von 1908 nicht wieder aufnehmen  und so stehen sich die konventionellen Naturszenen, beeinflusst von Debussy und dem spätromantischen Impressionismus und der Post-Sacre-Strawinsky krass gegenüber. Es beginnt dementsprechend wie ein spätromantisches Märchen und endet als unpsychologisches und nicht idealisierendes Experiment und wie schon beim Frühlingsopfer zerrüttelte und überforderte er die Zuhörer mit einem permanenten Rhythmuswechsel,  zwischendurch versetzt mit orientalischen Gong-Elementen.

Strawinsky sagte einmal über seine Musik: Naturgemäss kann Musik nichts erklären: weder Emozionen, noch Ansichten, weder Gefühle, noch Naturphänomene. Sie erklärt nur sich selber.

Wir hatten gestern Abend das Glück eine Aufführung zu sehen, die auf einem ursprünglichen Projekt von Serge Diaghilev und Léonide Massine basiert. Sie haben es 1917 für das Ballet Russe in Zusammenarbeit mit dem italienischen Futuristen Fortunato Depero entwickelt.

Und das kam so: Diaghilev besuchte 1916 Rom und sah eine Goldoni-Scarlatti-Tommasini Aufführung, inszeniert von Giacomo Balla, die ihn dermaßen beeindruckte, dass er sofort Feuer und Flamme für diese neue Kunstrichtung war und eine Bearbeitung des Rossignol mit den Futuristen, vor allem mit dem Balla-Schüler Depero, aufnahm. Leider kam diese Inszenierung aber nie zur Aufführung.

Rom hat nun das Bühnenbild und die Kostüme nachgebildet und den Sohn von Léonide Massine, den Amerikaner Lorca Massine verpflichtet, die Choreografie zu übernehmen. Es war umwerfend, diese romantische Nachtigallenstory kombiniert mit den mechanischen Bewegungen und futuristischen Farben (die Entscheidung des Kaiser dem mechanischen Vogel den Vorrang zu geben, dürfte ganz im Sinne der „es-leben-die Maschinen-Philosophie der Futuristen gewesen sein). Ein Spaziergang durch die Futuristenabteilung im hiesigen Museum für Moderne Kunst, bei dem man ab und zu eine Figur aus dem Triadischen Ballet traf.

Die Geschichte ist ganz einfach: Der Kaiser von China hört den wunderbaren Gesang einer Nachtigall, bekommt vom japanischen Kaiser aber einen mechanischen Zaubervogel geschenkt, dem er den Vorzug gibt. Die echte Nachtigall schmollt und zieht sich traurig zurück. Der Tod erscheint und will den Kaiser holen, der mechanische Vogel gibt den Geist auf was den Kaiser noch kränker werden lässt. Aber auf die Natur kann man sich halt verlassen und irgendwann tänzelt die lebendige Nachtigall wieder aufs Parkett und bezirzt zuerst den Tod mit ihrem Gesang  bis dieser verzückt abzieht, um in der Folge den Kaiser ins Leben zurückzuholen.

Die Balletversion dauert nur knappe 30 wundervolle Minuten und ist wie ein Wettstreit zwischen Technik und Leben, zwischen Oboe und Querflöte. Allerdings hat das Orchester dies meiner Meinung nach nicht gut genug herausgeholt. Die Tänzer waren großartig.

 

Nach der Pause kam Carmina Burana

Gut 20 Jahre nach der dritten Fassung der Nachtigall, also 1936, entstand Carmina Burana. Carl Orff (1895-1982) entdeckte 1934 durch einen glücklichen  Zufall (deshalb heißt wohl die Hauptperson und Zeremonienmeisterin auch Fortuna) in einem Würzburger Antiquariatskatalog eine Handschrift aus dem 12. Jahrhundert (Cantoribus et choris cantandae comitantibus instrumentibus atque imaginibus magicis)und fühlte sich sofort von dem mysteriösen Namen Carmina Burana und vom Thema überhaupt angezogen: Schon 1935 machte er sich mit einem Studenten an das Libretto in Latein und Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch, wählte 24 Verse aus und so entstand dieses monumentale Opus über Wein, Weib und Gesang. In dieser Neukomposition nach Stilmerkmalen des Mittelalters geht es um Weltlich-Paganes: Glück, Wohlstand, Frühling und dessen Freuden, Wein, Völlerei, Spiel und die Frauen natürlich. Das Werk ist zeitlos und weder Oper, noch Oratorium noch Kantate.  Orff war der einzige von den bekannten Komponisten, der – warum auch immer – Atonaltes oder Schräges nicht in seine Musik einbezog. Er hat seine eigene farblose Ästhetik entwickelt und so – vor allem durch Carmina Burana – Weltruhm erlangt.

Der Chor in griechischer Theater-Manier, ist links und rechts der Bühne angeordnet (an die 100 Sänger). Im Hintergrund ein graues, simples Eisengerüst aus dem die Tänzer sich – manchmal sehr lüstern – herausschälten. Die schwarzen Männer im Obergeschoß der Struktur gaben dem Ganzen etwas Martialisches. Fortuna war seltsamerweise auch in schwarz gekleidet. An Farben gab es außer grau-schwarz/weiß nur hautfarbene Töne, die eine Nacktheit vortäuschen sollten, vor allem bei den Paarungs-Versen, bis dann mit der Verführung das Blutrote hinzukam. Außer ein paar weißen Hockern, die aber vor allem Accessoires der Tänzer waren, gehörte die Bühne den Tänzern und Sängern.  Das ganze Spektakel war beeindruckend und mitreißend.

Der Belgier Micha van Hoecke (*1944)  hat diese Carmina inszeniert – für Chor, Ballet und Solisten. Es ist nicht seine erste Carmina Burana aber diese hier ist anders, sie stützt sich sehr auf individuelle Darsteller und Solisten. Und er hat sich seinen Traum erfülllt, mit dem Modeschöpfer Emanuel Ungaro zusammen zu arbeiten. Van Hoecke hat bei Maurice Bejart gelernt und ist nicht das erste Mal in Italien. In den letzten Jahren  hat u.a. Choreografien für die Scala entwickelt und eine weitere Carmina Burana für Pisa.

Es geht – wie auch sonst – bombastisch los. Fortuna taucht auf und kündigt das Ankommen des Frühlings an was ein Synonym für das Erwachen der Liebe (und Leidenschaft) ist. Die Geschichte artet in einem deftigen Saufgelage aus bis die Liebesstunde gekommen ist. Eingepackt ist diese banale Handlung in  gewaltige Chorarien zu Ehren Fortunas, die für das Schicksal der Erdenbürger zuständig ist.

Orff ging sehr frei mit der Handhabung der Verse oder Strophen um, holte Personen hier weg um sie dort einzubauen. Die schöne Helena wird in einem Atemzug mit Blanziflor, eine Gestalt aus einer altfranzösischen Rittersage erwähnt. Konventionell, traditionell und gewaltig-archaisch die Musik und der Chor.

Die Sopranistin Kathleen Kim, Filippo Mineccia, Countertenor und der Bariton Jonathan McGovern waren die drei Solisten, wobei es Fortuna mit den Männern nicht immer gut meinte, ihnen fehlte es manchmal an Kraft. Aber bei eine Tanzfassung hört man auch die Musik anders. Kim war ziemlich gut.

Van Hoecke fuhr mit allem auf, was die römische Oper zu bieten hat, der ganz große Aufmarsch von Chor, Orchester und Ballet des Teatro dell’Opera di Roma. Am Pult David Coelman, manchmal etwas zaghaft; der Chorleiter ist Roberto Gabbiani.

Wenn man bedenkt, dass die Oper Rom im Sommer für ein paar Wochen ihr Haus aus Geldmangel schließen musste und Vorstellungen ausfielen oder nur mit Klavierbegleitung stattfanden, war das ein Teil eines ziemlich guten Neuanfanges!  

Carmina Burana_Cor.Micha van Hoecke_Un insieme,a sinistra Jonathan McGovern, a destra Kathleen Kim_©Yasuko Kageyama-Opera Roma
 Carmina Burana_Cor.Micha van Hoecke_Un insieme,a sinistra Jonathan McGovern, a destra Kathleen Kim_©Yasuko Kageyama-Opera Roma

Christa Blenk

 

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Ludi multifonici – Klang-Licht-Installation

P1200758 
Finale Ludi Multifonici

 

Vom Frühbarock zur elektronischen Musik

Laura Bianchini und Michelangelo Lupone haben zum Jahresbeginn die Trajansmärkte mit einer Licht-Klang-Installation in ein anderes Licht gerückt. Schauplatz sind die Trajansmärkte in der römischen Altstadt. Gespielt wurden jeweils kurze Stück von  Komponisten, die in Rom gelebt haben, angefangen vom römischen Frühbarock über Corelli, Händel, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Berlioz, Puccini, Debussy bis zur elektronischen Musik von Bianchini und Lupone. Die Überleitung von einem Stück zum anderen wurde mit ein paar Takten elektronischer Musik von den beiden italienischen Komponisten Lupone und Bianchini angedeutet. Wobei die elektronischen Sequenzen immer länger wurden bis es keine Unterbrechung mit der Klassik mehr gab.  Die letzten Minuten tanzten dann, bewegt von den elektronischen Tönen, die Noten in verschiedenen Farben über die die Vorderfront der Trajans-Märkte, bis sie sich im Turm der dahinter liegenden Kirche sammelten und dann – direkt neben dem Vollmond, der passender Weise pünktlich erschien – als Licht-Klang-Feuerwerk in den Himmel stiegen. Aus! Dieses letzte und prächtigste Kaiserforum, das der damalige Stararchitekt Apollodor von Damaskus 107 n.C. erbaute, bekam durch die abwechselnden Lichtprojektionen eine neue, interessante Dimension und Tiefenperspektive. Es wirkte noch größer und beeindruckender. Ein ästhetisch und akustisch beeindruckendes  Erlebnis. Die klare kalte Nacht war ein perfekter Begleiter für dieses „astrale“ Kunstwerk, das man von den Fori Imperiali oder von der Via Alessandrina aus perfekt und in aller Ruhe nachverfolgen konnte. Sehr interessant die Erfahrung, wie sehr die elektronische-zeitgenössische Musik  ein Kind der Barockmusik ist. Manchmal brauchte man ein paar Sekunden um zu merken, dass der Musikstil sich geändert hatte und dann ging es auch schon wieder mit einer Puccini-Arie weiter. Im Rahmen der „Feste de Roma“ haben die beiden zeitgenössischen Komponisten Laura Bianchini und Michelangelo Lupone dieses Happening konzipiert und ausgearbeitet, organisiert und realisiert mit  Holophonen wurde es durch das CRM (Centro Ricerche Musicali) in Zusammenarbeit mit Roma Capitale. Die Künstlerin Sivia Lanzalone hat  das Licht-Design entworfen. Projektassistenz unterlag Emanuela Mentuccia. Heute Abend, 6.1. wird es zum letzten Mal ab 19 Uhr (und dann jede Stunde bis 23 Uhr) stattfinden. Also nichts wie hin!

Christa Blenk

P1200754

mehr über diese Künstler
Oasis


        

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
23 images
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
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P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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Borromini Highlights in Rom – Rom-Spaziergänge

P1200316 
Galleria da Cortona im Palazzo Pamphilj auf der Piazza Navona (entworfen durch Borromini; die Fresken stammen von Piero da Cortona 

……. Wir beginnen unseren Spaziergang mit der schönsten Treppe in Rom. Sie befindet sich im rechten Gebäude des Palazzo Barberini.  Hier zeigt sich besonders die Vorliebe von Borromini für eine lichte, klare und unkomplizierte Formensprache, ganz im Gedenken an Michelangelo. Sehr individuell und unverkennbar seine klassische Interpretation seiner Arbeiten.

Ein paar Meter weiter Richtung Quattro Fontane steht direkt an der Ecke die kleine Kirche San Carlito alle Quattro Fontane. Im charmanten Kreuzgang hinter der Kirche treffen wir wieder auf seine helle und unverkennbare Sprache, weiß und organisch die Decke im Inneren der Kirche, verziert nur mit konkaven  Kompositionen und Formen.  Eigenwillig und sehr persönlich war er und seine seltsamen Erfindungen nannten die Leute damals extravagant oder bizarr-gotisch! (Wir machen einen Exkurs und gehen ein paar Meter weiter Richtung Quirinal-Palast in die Bernini-Kirche. Ein Vergleich dieser beiden Gotteshäuser sagt alles aus über die Persönlichkeit und die Unterstützung von außen dieser beiden großen Künstler. Die eine klein, transparent, schlicht über nur zwei Treppen zu erreichen, die andere groß, protzig, überladen mit einem Treppenaufgang der fast einem Schloss würdig wäre. ) Beide bestechen mit einer Schönheit. Aber mir persönlich gefällt Borrominis Preziose besser.

Nicht weit weg Richtung Tritone machen wir einen kurzen Abstecher in die Kirche Sant’Andrea delle Fratte. Die Bauarbeiten hier wurden des Öfteren unterbrochen, da je nachdem wer Papst war und welcher Günstling den Happen bekam. Das Querhaus und die Kuppel mit dem Glockenturm mit den Doppelsäulen aus Marmor hat Borromini um 1655 errichtet. Man muss ein wenig suchen, um in diesem Gewirr von Häusern und Autos einen Blick auf den weißen Turm  zu erheischen. Weiter geht es Richtung Corso zur Galleria Pamphilij. Dort steht, unter vielen anderen Schätzen, die Büste von seinem Gönner Innozenz X, aber gefertigt hat sie Bernini. Borromini hingegen hat den Festsaal entworfen.

Rechts vom  Corso Vittorio Emanuele II gegenüber der Piazza Navona gelangen wir zu Sant’Ivo alla Sapienza – die römische Universität mit ihrem wunderbaren Innenhof. Auch wieder schlicht, pur und bestechend schön. Auf der Piazza Navone besuchen  wir in die Kirche Sant’Agnese in Agone . Wieder unter Innozenz X sollte diese Reformkirche nach  unendlichen Streitereien zwischen Päpsten und Baumeistern umgebaut werden und Bernini war dafür vorgesehen; schließlich entschied aber Innozenz X sich für Borromini, der die Freitreppe bauen sollte.

Wir gehen weiter Richtung Campo dei Fiori zum Palazzo Spada.  Dieser Palast stammt aus dem 16. Jahrhundert und ging 1623 in Besitz der mächtigen Familie Spada über. Ab 1635 tätigte Borromini dort Restaurierungsarbeiten an den Fassaden und baute die bekannte perspektivisch- manieristische Kolonnade. Er spielt mit dem Sehen und dem Empfinden. Nach hinten wird der Säulengang kleiner und lässt die Figur darin viel größer erscheinen als sie wirklich ist. Am besten sieht man das, wenn man jemanden beobachtet der bis zu hinteren Skulptur geht.

In der Chiesa Nuova gibt es das Oratorio dei Filippini, das Borromini in über 10 Jahre ab 1640 erbaute. Hier wurden früher religiöse Musikdramen aufgeführt. Leider  ist es  bis auf Weiteres geschlossen, es  kann also Jahre dauern, bis man diesen Ort wieder besichtigen kann. Nicht zu vergessen ein Blick in der Bischofskirche San Giovanni in Laterano, in der Borromini das Haupthaus auf Wunsch von Papst Innozenz X umgestaltete. Diese Arbeiten dauerten allerdings eine Ewigkeit und wurden erst sehr viel später – nach dem Tod aller Beteiligten fertiggestellt.

mehr über Borrominis Leben und Wirken auf artmore:

Text und Fotos: Christa Blenk

 

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Guillermo Lledó -Minimalist

guillermo lledóGuillermo LledóG Lledó

Portrait auf KULTURA ExTRA

Kunst ist Weglassen; weniger ist mehr, in der Kürze liegt die Würze, weil einfach einfach einfach ist – Begriffe oder Werbesprüche wie diese zeigen, dass der Wunsch auf Wenig, auf Minimales in uns ist. Aber: Aufheben ist einfacher als Wegwerfen! (Mein alle vier Jahre wiederkehrendes Umzugsdrama wird relativiert, da die mit dem Umzug einhergehende Aufräumaktion vieles, wenn auch nicht genug, im Müll verschwinden lässt.)

Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche; Sokrates soll so oder ähnlich gesagt haben. Er hatte um 450 v.C. wohl nicht an Kunst gedacht, eher vielleicht an eine Art persönlicher Entschlackung oder Reduzierung auf das Wesentliche – als vorausschauende Definition des Minimalismus könnte es gleichwohl betrachtet sein.

Material/Farbe – Form – Raum; der Rest spielt sich im Kopf ab.

Der Begriff Minimalismus entstand in den 60er Jahren in den USA und bezieht sich auf Kunstgegenstände mit geringster künstlerischer Intervention. Bisweilen ist die Grenze zwischen Minimalismus und Konzeptkunst oder Landart verwischt wie z.B. bei Walter de Marias Vertical Earth Kilometer oder Sol Lewitts Konstruktionen; aber auch die überraschenden und schönen Lichtinstallationen von Dan Flavin zählen dazu.

Der spanische Minimal-Künstler Guillermo Lledó wurde 1946 in Madrid geboren, und dort hatte er auch Kunst studiert. Mit hyperrealistischen Visionen aus dem täglichen Leben in seiner Stadt Madrid begann Lledó seine Künstlerlaufbahn. Er malte maßstab- oder farbengerecht Briefkästen, Verkehrsschilder, Kanaldeckel oder Bauschuttcontainer. In den 80er Jahren fing er an, sich für der Dreidimensionalität zu interessieren und baute nun das, was er früher malte. Pseudo „ready mades“ nennt er seine Werke.

Während Marcel Duchamps Industrieprodukte und Gebrauchsgegenstände einfach aufstelle, baut Guillermo Lledó sie nach. Die perfekte Simulation eines industriellen Objektes. Leicht angeschmutzte Wände oder rote Pfeile auf weißen Hintergrund (wie das Straßenschild vor seiner Tür), Holzwände, Podiumskonstruktionen, Gangways oder Paletten.

In den 90er Jahren erweiterte er seine Holzgegenstände um Metall und Glas. Es entstanden die transluziden Lichtschächte (tragaluz), die Assoziationen zu Edelduschkabinen oder Treibhauskonstruktionen herstellen.

Thematisch und realitätsgetreu pendelt er zwischen Foto, Farbflächen-Bilder in den industriellen Grundfarben und Skulpturen-Konstruktionen hin und her. Mich erinnern seine kalten, farbigen Bilder an Noten für Kompositionen von Steve Reich (eine intensive Betrachtung holt die Musik heraus). Guillermo Lledó hat uns gezeigt, wie schön ein Containerbahnhof im Rotterdamer Hafen sein kann und wie poetisch ein Abwasserdeckel der Stadt Madrid ist. In seiner letzten Ausstellung Memorias del Lugar (Erinnerungen des Ortes) hat dieser „nordische“ Spanier, dieser Purist und Perfektionist zum ersten Mal Fotoarbeiten, Bilder, Zeichnungen und Skulpturen präsentiert.

„Warum ich das mache? Nun ja, erstmals weil es mir gefällt, aber es ist nicht leicht zu erklären, warum man etwas macht und etwas anderes bei Seite lässt“, erklärte Lledó in einem Interview im letzten Jahr anlässlich seiner Ausstellung in Granada.

Der spanische Kunstkritiker Emanuel Borja verwies 1987 in einem Artikel über Lledo auf ein informelles Gespräch, das 1907 zwischen Matisse und Apollinaire stattgefunden hatte. Matisse kommentierte die Signifikanz der Impronta (d.h. des ersten Eindrucks). Bei Durchsicht seiner frühen Arbeiten stieß er auf eine auf den ersten Blick monotone Konstante, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk zog – seine persönliche künstlerische Note, seine minimale Prägung. Sie sollte später immer wieder in seinen Arbeiten auftauchen, und sie ist auch der Grund, warum wir, die geübten Betrachter und Museumsbesucher, meistens einen Künstler schon erkennen, bevor wir das Namensschild gelesen haben. Die personalisierte künstlerische Handschrift.

Lledos Bilder sind flach, untief und still und kreisen um die Dimension „0“. Emotionen werden nicht hervorgerufen, sie entstehen höchstens individuell je nach Einlassungsgrad des Betrachters auf das Werk. Licht spielt eine sehr wichtige Rolle, und obwohl seine neuesten Konstruktionen begehbar sind, ist es nicht das, was er sich wünscht. Lledo bevorzugt den physischen Abstand des Betrachters zum Objet; mit dem Kopf soll man die Konstruktion abgehen oder das Bild durchwandern – wie das beispielsweise beim Erdkilometer von Walter der Maria für die Documenta 1977 der Fall war (hier sah der Besucher nur die paar Zentimeter der oberen Fläche der Eisenstange, der Rest ging 1000 m unter die Erde, und man war gezwungen, sich das vorzustellen). Damit macht er es dem Besucher natürlich schwerer. Ob die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Raum zwei- oder dreidimensional ist, macht so gut wie keinen Unterschied – beides sind Kommunikationsformen, die Grenzen festlegen oder aufzeigen. Der Unterschied zwischen Bild und Skulptur ist weniger als wir denken. Dieses brwieß auch die Ausstellung – 3D / 0 D / + 3 D, die Emanuel Borja 1994 mit 14 spanischen Künstlern (darunter auch Lledó!) organisierte und kuratierte. Hier wurde der Maler zum Bildhauer, und jeder Künstler fertigte ein zwei- und ein dreidimensionales Werk, welche miteinander kommunizierten. Obwohl sich alle als Maler sahen, hatte sich jeder sehr frei in beiden Feldern bewegt, sagte Lledó. « Sobald der Pinsel das Papier berührt, wird aus 0 D ein + D », so Borja in seinem Text über die besagte Ausstellung.

Für die Renaissancehelden Alberti und Brunelleschi ist ein Bild einfach ein „offenes Fenster“ und wird damit zur Skulptur.

Kunst sei Magie, sagte Adorno, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.

Das Handwerkszeug der Minimalisten ist konsequenterweise minimal: industrielle Grundfarben, einfache geometrische Figuren, Quadrat, Rechteck, Kubus und Halbkreis. Die Formen werden arrangiert, und das Material selbst nicht immer bearbeitet. Die benutzten Gegenstände dürfen durchaus auch maschinell hergestellt werden (Richard Serra z.B. hat einen Großteil seiner gewaltigen Eisenskulpturen bei Krupp in Essen herstellen lassen).

Lledó gehört zur rationellen Künstlerfamilie – so wie Mondrian, Reinhard oder Kienholz, aber auch Vermeer. Sie sind wohl schwieriger « aufzunehmen » als so expressionistisch-emotionalen Maler wie Picasso, Goya oder Rubens. Mit dem Werk auseinandersetzen muss sich der Betrachter immer, wobei wir Goya oder Picasso leichter « verarbeiten » als die Linien von Mondrian oder die Konstruktionen von Lledó. Das wusste übrigens Goethe auch schon, als er in seinen Maximen und Betrachtungen Folgendes schrieb: « Es begegnete und geschieht mir noch, dass ein Werk bildender Kunst mir bei’m ersten Anblick mißfällt, weil ich ihm nicht gewachsen bin; ahnd’ ich aber ein Verdienst daran, so such’ ich ihm beizukommen, und dann fehlt es nicht an den erfreulichsten Entdeckungen: an den Dingen werd’ ich neue Eigenschaften und an mir neue Fähigkeiten gewahr. »

Ich habe Guillermo Lledó 1984 kennengelernt. Der spanische Kunstkritiker Emanuel Borja hat mich zu ihm gebracht. Aber auch nach meinem Weggang aus Madrid 1988 habe ich seine Arbeiten all die Jahre hinweg mitverfolgt und an vielen Vernissagen teilgenommen. Aus diesem ersten Treffen gibt es eine nette Anekdote, die ich nie vergessen werde und jetzt – beim Durchforsten der Ausstellungskataloge – in einem Text von Emanuel Borja wieder entdeckte: Lledó präsentierte uns also beim ersten Treffen mit der für ihn so typischen Attitüde zwischen Eifer und Selbstkritik seine neue Themenreihe (weiße Wände, braune Wände, graue Wände – alles Acryl auf Holz), und ich hörte schweigend und so gut wie nichts verstehend dieser Unterhaltung (und das hatte nur z.T. mit der Sprache zu tun) den beiden zu. Immer unbequemer in meiner Ignoranz, versuchte ich verzweifelt auch etwas zur Unterhaltung beizusteuern oder wenigstens zu verstehen, warum Borja so begeistert war und Lledó immer wieder – jedenfalls schien es mir so – dasgleiche Bild, nur eben in anderen Farben malte. „Ein Kopf, ich sehe ganz oben einen Tierkopf“ warf ich plötzlich kleinlaut in den Ring – irgendwie froh darüber und doch gleichsam sofort ahnend, damit voll daneben zu liegen. Die beiden starrten mich an, und dann blickten wir alle Drei auf diesen tierkopfähnlichen Zufallsflecken in der Ecke rechts oben, den Lledó natürlich weder geplant noch gemalt hatte – halt bloß ein Ergebnis des Zusammentreffens des Pinsels mit der Farbe und des nachfolgenden Trocknungsprozesses. Zustimmend und freundlich nickend führte das dann zu einer weiteren Diskussion über alles Mögliche, was wir in der Kunst sehen und sehen wollen oder bereit sind zu sehen. Es war eines meiner spannendsten Kunst-Erlebnisse, und ich habe für mich den konzeptionellen Minimalismus entdeckt (das Bild hängt jetzt in meiner Wohnung).

Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten, sagte Picasso einmal – eigentlich beruhigend.

Im Laufe der Jahre hat Guillermo Lledó seine Kunst immer mehr reduziert und ist jetzt bei den „Ortserinnerungen“ angekommen. Wer weiß, vielleicht stellt er in der Zukunft nur noch den Raum an sich aus… Joseph Beuys hatte angeblich 1976 den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig gar nicht renovieren lassen, und Hans Haacke hatte 1993 einfach die Bodenplatten des Innenraumes aufbrechen lassen, sodass die Besucher durch ein Trümmerfeld klettern durften.

Alles braucht seine Zeit – das ist Guillermo Lledós Motto. Sei es Tisch decken, Schinken aufschneiden und arrangieren, einen Pulli anziehen, Material aussuchen, Bretter ausmessen oder die Luft in den Autoreifen prüfen. Wenn man den Handlungen die nötige Zeit zugesteht, kommt auch Perfektion dabei heraus, und das Besteck liegt im rechten Winkel zur Serviette, die Schinkenplatte stellt einen gefühlten „goldenen Schnitt“ dar und die Reifen haben exaktest den Druck, der bei vier Personen im Auto erforderlich ist.

Guillermo Lledó ist Professor für Kunst an der Complutense Universität von Madrid. Seine Doktorarbeit hat er über die Grenzen der Darstellung geschrieben. Er wohnt und wirkt seit über 35 Jahren in einem Madrider Vorort mit Blick auf die schöne Sierra, und die Geometrie in der Natur ist seine permanente und nie versagende Inspirationsquelle. Er beherrscht die Kunst des Entsorgens, und nach 35 Jahren in seinem Haus gibt es dort nicht ein unnötiges Stück Papier, und jeder Gegenstand hat seine Funktion. Genial-erstrebenswerter Zustand!

 

Guillermo LledóGuillermo Lledòglledo. egam 09 (4)

Christa Blenk

Fotos: Guillermo Lledó

 

un articulo sobre la expofiesta para inaugurar su última pieza (Plaza para una pesona sola)

 

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