Ensemble Garage – Konzert im Goethe Institut Paris

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Die letzte Kultur-Musikveranstaltung am 21. Dezember im Goethe-Institut Paris war der zeitgenössischen Musik gewidmet. Das Kölner „Ensemble Garage“ unter Leitung von Brigitta Muntendorf bot dem Publikum ein musikalisches Abenteuer zwischen Anton Webern 1883-1945) und Julien Jamet (*1979).

Den Anfang machte Simon Steen-Andersen (*1976) mit der Komposition „Studium für drei Streichinstrumente“ (Maximilian Haft, Annegret Mayer-Lindenberg, Eva Boesch). Ihm folgte eine Klanginstallation von Peter Ablinger (*1959) „Stimmen und Piano – Lech Walesa und Hanna Schygulla“. Hanna Schygulla erzählte aus Ihrem Leben, während Malgorzata Walentynowicz am Piano mit ihren Anschlägen wahrscheinlich die gleiche Geschichte erzählte; jedenfalls war das mein Eindruck – Wörter und Töne vereinten sich! Schade dass Fassbänder nicht mehr lebt, er hätte dieses Stück direkt für einen seiner Filme benutzt! Was Lech Walesa erzählte habe ich leider nicht verstanden, es war aber deshalb nicht weniger interessant. Nach einer kurzen Umstrukturierung der Notenpulte kam ein kammermusikalisches Klavierquartett von Anton Webern „Quatuor op. 22 aus 1930 für Klavier, Klarinette, Violine und Saxophone (Nils Kohler und Frank Riedel). Virtuos und schön. Die beiden Stücke des griechischen Komponisten Georges Aperghis brachten die Zuhörer an die Grenze des akustisch Ertragbaren und waren für mich beunruhigend – aber positiv beunruhigend. Er lernte bei Pierre Schaeffer und John Cage! Das Stück „A bout de bras“ von 1989 für Klarinette und Saxophone erzeugte im Gehör einen dritten Ton, von dem nicht ganz klar war, woher er kam. Einige Zuhörer hielten sich die Ohren zu – eigentlich schade!

Dann kam Julien Jamet, der auch im Saal präsent war, mit einer ganz frischen und neuen Komposition (2001) für Viola, Klarinette und Piano „Chronos playing Rubik’s Cube. Das war mein Lieblingsstück (nach Ablinger)! Es war ein Auf und Ab im Kampf mit dem Zauberwürfel. Klangfarben, Wiederholungen und Unvorhergesehenes wechselten sich ab. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob es dem Zauberwürfel-Protagonisten gelungen ist (aber eher nicht – sogar Götter kommen irgendwann an ihre Grenzen!), den Würfel zum Schluss wieder in seine Grundstellung zu bringen. Aber die Hoffnung, die Freude, der Ärger, die Enttäuschung und die Wut, den Würfel in die nächste Ecke werfen zu wollen, das haben die Zuhörer gespürt. Obwohl Julien Jamet gerade ein Jahr alt war als der Zauberwürfel 1980 vom Ungar Ernö Rubik erfunden worden war, hat Rubic’s Cube wohl eine Rolle in seinem Leben gespielt.

Das Konzert endete mit einem musiklosen (d.h. ohne Instrumente) Stück von Alvin Lucier (*1931), das die Musiker eher für sich selber aufführten: „Heavier than air“ – die Künstler kamen dazu jeder mit einem farbigen Luftballon auf die Bühne und haben in diesen Sätze geflüstert die mit „I remember…“ anfingen. Wie gesagt geflüstert, einiges haben wir aber trotzdem erraten. „I remember my telephone number“ oder „I remember my first love“. Ich spreche nun für das Publikum: “We remember this fantastic concert”!

Mit Karambolage I-II initiierte das Ensemble Garage 2011 ein Austauschkonzert zwischen Paris und Köln. Der erste Teil von Karambolage fand im Rahmen der Musiktriennale 2011 statt, die unter dem Titel “Acht Brücken Musik für Köln” ihren Schwerpunkt auf Boulez und zeitgenössische französische Musik allgemein legt. Beim zweiten Konzert gestern im Goethe Institut ging es darum, die Vielfalt der zeitgenössischen Musikszene in Deutschland aufzuzeigen.

Die Stücke waren überwältigend gut vorgetragen und machten mich sehr neugierig auf das, was gerade so passiert in der zeitgenössischen Musikszene.

19-04-10_19271-112x150 photo: cb (Helana Aikin)

Christa Blenk

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