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Arp Museum Bahnhof Rolandseck

 

arpund blick vom Museum auf den Rhein

Uns schwebten Meditationstafeln, Mandalas, Wegweiser vor. Unsere Wegweiser sollten in die Weite, in die Tiefe, in die Unendlichkeit zeigen (Hans Arp)

Hans Arp hat hier visionär den zukünftigen Standort viele seiner Werke beschrieben. Richard Meier hat das Arp-Museum  so konzipiert, dass Arps Arbeiten in Verbindung mit Meiers schlichter und klarer Architektur Besucher wie Exponate in Weite, Tiefe und Unendlichkeit versinken lassen.

An einem sonnigen Tag ist es natürlich noch viel schöner, dort hinzufahren. Richard Meier hat dieses Museum für die Sonnentage gebaut. Davon gibt es ja hier am romantischen Rhein auch recht viele. Ferienstimmung und Ausflugskultur wurden hier immer schon groß geschrieben und die deutschen Dichter und Romantiker hielten sich alle gerne am Rhein auf. Sagen und Geschichten um ihn und um das Siebengebirge gibt es ja genug.

Der Bahnhof Rolandseck war ursprünglich die Endhaltestelle oder besser gesagt das  Eisenbahnempfangsgebäude eines Privatzuges von Köln nach Remagen. 1858 entstand er, knapp 20 km von Bonn entfernt, direkt am Rhein. Einmal angekommen, konnte der verwöhnte Reisende gleich in einen Ausflugsdampfer der Köln-Düsseldorfer umsteigen, per Kutsche weiter den Rhein entlang fahren oder den Drachenfels auf der anderen Rheinseite besteigen. Manche sagen ja, dass sich der Nibelungen-Siegfried dort herumgetrieben haben soll, obwohl Drachenfels eigentlich vom Quarz-Trachyt abstammen soll, aber vielleicht gab es ja doch den Drachen. Wer weiß das schon!

In der Romantik entwickelte sich eine Europa-übergreifende kulturelle Bewegung, eine Art Grand Tour um die Siebengebirgs-Rhein-Loreley Gegend und Lord Byron erklomm 1816 den Drachenfels. Sein Gedicht Der turmgekrönte Drachenfels (1816) löste in England eine wahre Reisewut an den Rhein aus. Ein Modetrend, der von nun an die Reise zu den Stätten der Antike über einen Umweg an den Rhein vorschrieb. Damals wurde man mit Eseln auf den Drachenfels bracht und sogar 1937 sollen noch 30 Esel im Einsatz gewesen sein, erst 1883 wurde die Drachenfelsbahn eröffnet; die älteste Zahnradbahn Deutschlands. Heinrich Heine hat 1830 Die Nacht auf dem Drachenfels verbracht.

Gegenüber, also auf der Museumsseite, steht der Rolandsbogen, oder das was von ihm übrig ist. Und weil ja früher alles möglich war, gibt es hier eine Variante der französischen Rolandssage, demnach lässt der Ritter Roland, ein Vasall Karls des Großen, seine verlassene Hildegunde am Drachenfels zurück, woraufhin diese sich in das Kloster Nonnenwerth zurückzieht.

In den 60er Jahren hat der Bonner Galerist Johannes Wasmuth dieses schöne klassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert  vor dem Abriss gerettet und ihn kurzerhand in einen internationalen Kulturbahnhof umfunktioniert. Musiker, Literaten, Künstler, Bildhauer lebten und arbeiteten zum Teil dort, organisierten fortan Happenings, Theaterlesungen und Ausstellungen und machten den alten Bahnhof zum „the place to be“.

 Nach dem Tode der Antriebsmaschine Wasmuth geriet der Kulturbahnhof in eine Krise und ziemlich in Vergessenheit, bis er 2004  als Arp-Museum Bahnhof Rolandseck erneut mit einem geänderten Konzept eröffnet werden konnte. Die Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Art e.V. sollten gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz das Museum betreiben. So gelangte die Sammlung der Stiftung dort hin. Diese nur kurz anhaltende win-win-Situation endete allerdings in einem großen Streit und die Stiftung zog die Sammlung wieder ab, so dass das Museum nun mit Leihgaben und den Beständen des Landes Rheinland-Pfalz auskommen muss (was aber auch nicht schlecht ist, zumal ständig neue Werke erworben werden). 

 2005 wurde schließlich der Neubau des US Star-Architekten Richard Meier eingeweiht. So gut im Berg getarnt, dass man den Bau vom Parkplatz gar nicht sieht. Dort sieht man nur – wie immer – den alten (Kultur)Bahnhof. 33 Mio hat das Gesamtprojekt gekostet, die Ausstellungsfläche beträgt knapp 3000 qm, den ehemaliger Bahnhof mit eingeschlossen. Den dunklen, breiten Tunnel unter den Gleisen erhellt eine 17 m lange Skulptur von Barbara Trautmann. Kaa, gleich der Schlange im Dschungelbuch, wühlt sie sich im 19. Jahrhundert durch den Berg und kommt im 21. Jahrhundert am Ende des Tunnels wieder heraus. Dann fährt man mit einem Aufzug – mit Blick auf den Fels – nach oben und wird umhüllt von Helligkeit und sonnendurchfluteter Luft und ist hingerissen von diesem Wahnsinnsausblick. Alexander von Humboldt soll ihn als den 7. schönsten Ausblick der Welt bezeichnet haben -  und er ist ja nun wirklich viel herumgereist.

Richard Meier schaffte eine perfekte Symbiose zwischen Natur und Kunst, indem er bei der Planung  die geografischen Gegebenheiten mit einbezog. Die Verbindung dort oben von Arps Traumanatomie-Skulpturen mit Meiers klarer Geometrie ist einfach perfekt.

Im ersten Stock,  dort wo der Lift ankommt, wird man aber erstmal von großen, von der Decke herabhängenden duftenden weißen Tränen empfangen, die zu individuell gestalteten und modellierbaren Knautschsesseln führen. Hier treffen wir auf die sinnlichen und lavendeligen Rauminstallationen des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto. Mensch und Natur  vereinen sich und es entsteht eine Wohlfühlsituation wie im Wellnesscenter, wenn die Sonnenstrahlen durch Meiers Bau gleiten, wir mit der Hand im Lavendel wühlen und der Duft unsere Nase erreicht. Haux Haux heisst die Ausstellung – das kommt aus einem Indianer-Gedicht und heißt soviel wie Anfang, Ende, Harmonie und soll schlechte Gedanken und böse Geister vertreiben. Huni Kuin hat es gedichtet. Es funktioniert!

besucherin fühlt den Lavendel
Besucherin beim Lavendeltest

Bis 25. Mai haben Sie noch Zeit, es auszuprobieren.

Ernesto Neto passt gut zu Taeber-Arp.  Das Licht, die Farben, der Ausblick, die Freiheit,  Stoff und Tüll der Installation: auch Sophie Täuber-Arp befasste sich viel mit Textilien und einige ihrer Wandteppiche sind ebenfalls im Obergeschoss zu sehen. Hier steht auch der Hauptteil der Arp-Sammlung und man lernt über sein Leben und das Zusamenleben- und arbeiten mit Sophie Taeuber-Arp.

Wie schon im ersten Stock flutet auch hier  alles in Weißtönen und sogar die seltsamen Formen von Arps neuer Anatomie wirken weich und laden zum Hinsetzen ein, das darf man aber natürlich nicht.

Bei so viel Licht verliert man jegliches Raumgefühl. Die individuelle Platzierung der Arbeiten entweder innen oder auf verschiedenen kleinen Terrassen katapultiert uns in einen – gefühlten – open-air-Skulpturenpark, und die Arbeiten bilden eine Verlängerung, um den Bergen auf den anderen Rheinseite näher zu kommen.

Vor genau 100 Jahren lernten sich  der Dadaist und Surrealist, Ablehner der bürgerlichen Kunst und Wegbereiter der Moderne  Hans Arp und Sophie Täuber in Zürich kennen. Arp war während des 1. Weltkrieges  dorthin geflüchtet.  Inmitten von Wirrnis und Tollheit von zwei Weltkriegen organisierten die beiden Künstler 27 Jahre lang ihr Leben um ihre Kunst und um sich selber. Das Museum hat diese Verbindung zum Themenjahr 2015 erklärt Zweiklang“ Rendez-vous des amis: Sophie Täuber – Hans Arp. In dieser eigens dafür geschaffenen Zusammenstellung wird das Werk der Malerin und Textilgestalterin Taeuber immer wieder  den seltsamen Gebilden von Arp gegenübergestellt. Fotos und viel Text begleiten und vertiefen. Erst durch Sophies tragischen Unfalltod wird diese enge Verbindung getrennt und Arp stürzt in eine große Depression.

Außer Ernesto Netos  Rauminstallationen im ersten Stock findet im ehemaligen Bahnhof, also vor dem Tunnel,  eine Ausstellung über die französische Malerei statt. „Revolution der Bilder: Von Poussin bis Monet“ mit Leihgaben aus Dublin und Werke aus der Kunstsammlung Rau. Sie geht noch bis 6. September.

 Nicht weit weg das Skulpturenufer Remagen. Eine Idee, die im Jahre 2000 entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Remagen. Bis jetzt gibt es dort 13 Skulpturen u.a. auch von Arp.

Christa Blenk

auch für KULTURA EXTRA

 

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Höhlenstadt Matera

matera-ganzMatera

 

And the Winner is?

La citta dei Sassi, das alte Matera ist vor ein paar Wochen  zur europäischen Kulturhauptstadt 2019 ernannt worden und wird sich diesen Titel – mit der bulgarischen Stadt Plowdiw – ein Jahr lang teilen. Matera hat sich hier gegen Bewerbungen von 21 Städten, darunter Ravenna, Perugia oder Siena, durchgesetzt.

Wir sind in knapp 5 Stunden am Osterwochenende von Rom aus in die Basilikata gefahren, um diesen mythischen Ort kennen zu lernen. Allein mit dieser Idee waren wir natürlich nicht.  Matera war in den 80er Jahren noch ein Geheimtipp. Seit sie aber 1993 in den edlen Kreis der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen wurde, ist diese bedeutende und alte Stadt in der Basilikata in die Reiserouten gen Süden aufgenommen worden. Mittlerweile hat sich dort eine bunte Künstlerkolonie angesiedelt und direkt am Ortseingang entsteht in einem stillgelegten Steinbruch ein der Skulpturen Skulpturenpark La Palomba.

Skulpturenpark La Palomba La Palomba – Skulpturenpark

Matera ist eine der ältesten, wenn nicht die älteste, Stadt Italiens. Die gewaltig faszinierenden und terrassenförmig  ansteigenden Grottenwohnungen aus weichem Kalktuff entstanden in der Spätantike, um 800 v.C.  Diese Art zu leben war nicht nur günstig und praktisch kostenlos, sie schütze die  damaligen Bewohner auch vor Wind, Sonne und  Feinden. Direkt in den Fels eines 400 m hohen Bergkegels aus Tuffsteinplateau gehauen, bilden diese Behausungen zusammen mit unterirdischen Labyrinthen, grau-braunen Konstruktionen aus allen Zeiten  und modernen Abwasser- und Regenwassernutzungssystemen ein sehr beeindruckendes Ensemble. Direkt davor tut sich eine grandiose und wilde Schlucht auf und gibt den unbeschreiblich schönen Panomarablick auf das Flusstal der Gravina frei.

Den italienischen Schriftsteller Carlo Levi erinnerten diese Höhlenwohnungen an die trichterförmige Hölle Dantes. Er schrieb in seinem 1945 erschienenen Roman „Christus kam nur bis Eboli“ über Matera folgendes: Die Türen der Behausungen standen wegen er Hitze offen und ich sah in das Innere der Höhlen, die Licht und Luft nur durch die Türen empfangen. Einige besitzen nicht einmal solche; man steigt von oben durch Falltüren und über Treppen hinein. In diesen schwarzen Löchern mit Wänden aus Erde sah ich Betten, elenden Hausrat und hingeworfene Lumpen. Auf dem Boden lagen Hunde, Schafe, Ziegen und Schweine. Im Allgemeinen verfügt jede Familie nur über eine solche Höhle und darin schlafen alle zusammen. Männer, Frauen, Kinder und Tiere.

Das hat sich natürlich geändert. Es gibt jetzt viele moderne Restaurants, ein Museum, Kunstgalerien, schicke Cafeterias und einige der Höhlen sind sogar zu schicken Hotels umfunktioniert worden. Aber der ursprünglich Charakter der Altstadt ist nicht verloren gegangen, das darf auch nicht passieren, sonst entzieht die UNESCO ihr ganz schnell den Titel (das haben wir ja in Dresden gesehen). Überall wird gearbeitet, gebaut und renoviert und viele Straßen sind – hoffentlich aus diesem Grund -  gesperrt.

60500 Einwohner hat diese Stadt, in der nun überall stolze Hinweise auf das Jahr 2019 hängen und mit einem großen Plakat am Museum, dem Palazzo Lanfranchi, steht  in schwarzen Buchstaben „Je suis Charly“, damit kommen die Bewohner auch schon einer der Verpflichtungen einer europäischen Kulturhauptstadt nach.

Auf der Suche nach einem Drehort für seinen kontroversen Film Das 1. Evangelium – Matthäus entdeckte1964 Pier Paolo Pasolini  Matera (eigentlich wollte er diesen Film in Palästina drehen, hat aber nach langen Reisen durchs Land  nicht das gefunden, was ihm vorschwebte – das erfährt man alles in der Ausstellung). Die intellektuelle Atmosphäre, die sich in den 60er Jahren in Italien um Persönlichkeiten wie Fellini, Moravia oder Elsa entwickelte, passte gut in das Konzept des homosexuellen und kommunistischen Pasolini, der plötzlich mit seinem eigenen, persönlichen Katholizismus auftrumpfte.

Materal-detail Matera Detail

Filme wurden seitdem immer wieder dort gedreht. Levis’ o.g. Buch wurde 1979 verfilmt und 1985 kamen die „Sassi“ (Felsen) mit dem Film King David erneut in die Kinos. 2002 setzte Mel Gibson mit dem  Film Die Passion Christi die (biblische) Kinokarriere von Matera  fort. Die drei Kreuze, die er auf der anderen Seite der Schlucht aufstellen ließ, sind immer noch zu sehen. Leider war die Einfahrt in den Naturpark, in dem viele Grotten und kleine Höhlenkirchen zu sehen sein sollen, gesperrt.

Matera hat eine lange und faszinierende Geschichte: Griechen, Römer, Langobarden,  Sarazenen,  Normannen haben im Laufe der Jahrhunderte Spuren und Angst hinterlassen. Seit 1927 ist Matera die Hauptstadt der Provinz.  Die Basilikata gehört zum Mezzogiorno und ist eine der ärmeren Regionen in Italien. Inmitten von nicht enden wollenden Bergketten, auf denen jetzt im April noch Schnee zu sehen war, liegt es eingekeilt zwischen Apulien, Kalabrien und Kampanien und hat nur einen kleinen Zugang zum Mittelmeer.

Die Einrichtung von Kulturhauptstädten geht auf eine Initiative der Europäischen Union, genauer gesagt der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri  von 1985 zurück. Seit 2004 wird der Titel Kulturhauptstadt Europas an wenigstens zwei Städte in der EU vergeben.  Ziel sein soll allem, die Besonderheiten in europäischen Ländern besser kennen zu lernen,Toleranz und Verständnis zu fördern und kulturell-gesellschaftliche Events zu organisieren sowie die Region und das Umfeld nachhaltig zu fördern. Athen, wer auch sonst, machte den Anfang. Im Rotationsprinzip war Deutschland  zum letzten Mal 2009 mit dem Projekt Essen/Ruhr an der Reihe. Die Besucherzahl hat sich seitdem um die Hälfte verdoppelt. 

Dieses Jahr teilen sich das belgische Mons und Pilsen in der Tschechischen Republik den Titel. Wir sind dann wieder 2015 an die Reihe; beworben haben sich bis jetzt Dresden und Nürnberg.

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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Skulpturenpark La Palomba / Matera Basilicata

Höhlenwohnungen und Skulpturen

schildDirekt an der SS7 vor Matera liegt auf der linken Seite der Skulpturenpark La Palomba im Archäologiepark der Chiese Rupestre. Der italienische Bildhauer und Anthropologe Antonio Paradiso hat ihn ins Leben gerufen und von ihm sind auch – zur Zeit – die meisten Objekte. Außerdem haben in diesem non-profit-Park auch noch die Künstler Carrino, Coletta, Moinfoli, Mattiacci, Nagasawa, Sagnulo, Stracciolli und Trotta Werke hinterlassen.  Auf ca. 6 Hektar mit 1500 qm Ausstellungsfläche stehen diese umwerfenden und beeindruckenden Skulpturen aus Metall, Marmor oder Stein. Der ehemalige Tuff-Steinbruch soll eine fantastische Akustik besitzen und es finden dort regelmäßig Konzerte statt.

Skulpturenpark La Palomba

Paradiso hat die Fusion zwischen dem weichen Tuff und rostigem Metall gesucht. Seine Skulpturen stehen da wie ehemalige Riesenwerkzeuge oder erinnern an Kräne, obwohl sie z.B. Ikarus oder Flug  heißen. Die abgearbeitete Tuffwand sieht selber wie ein Kunstwerk aus.

detail Tuffwand Detail Tuffwand im Park

Der Park ist immer geöffnet und ist gratis. Allerdings kann am Haupttor einen freiwilligen Beitrag in eine Box werfen.

P1230189KreisAuto
Skulpturen von Paradiso

 

Fotos: Christa Blenk

matera-ganz Matera

Fotos: Christa Blenk

 

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Bellissima – l’Italia dell’Alta Moda 1945-1968

P1220551

Made in Rome – wer hat der kann! (auch auf KULTURA EXTRA)

„Bellissima“ heißt der Film von Visconti mit Anna Magnani als intensive ehrgeizige Mutter, die ihre Tochter unbedingt in Cinecittà unterbringen will. Das war 1951. „Bellissima“ beschreibt aber auch die schönen Frauen, die sich der Mode unterwerfen dürfen, müssen oder sie sich leisten können und so bekam diese Ausstellung über die römische Mode in der Nachkriegszeit diesen Titel.

Dass Mode und Film zusammengehören bestätigt sich jedes Jahr bei Oskar- oder Berlinale-Verleihungen wenn die beautiful rich people mit umwerfenden und teuren Kreationen die Preise entgegen nehmen. Zeitlos sind diese zum Teil wirklich hinreißenden Kreationen, die in der von Kriegsschäden noch geprägten Zeit nach dem zweiten Weltkrieg entworfen und getragen wurden. Rom war damals ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in der Mode aber auch im Filmbusiness. Valentino, Ferragamo und Co. schneiderten Abendroben, Cocktailkleider und Prêt-á-Porter–Modelle für die Kennedy Witwe Onassis, Ava Gardener, Elisabeth Tayler, Audrey Hepburn, Sofia Loren oder Anna Magnani. Zwischen römischen Ruinen und solchen, die der zweite Weltkrieg hinterlassen hat, wurden diese Modelle vorgeführt oder fotografiert.

Die Valentino, Fendi, Sorelle Fontana, Galitzine, Pucci, Mila Schön oder Gattinoni tragenden kopflosen Puppen auf dem Catwalk aus grauen Lüftungsschächten, der sich durch das Obergeschoss des MAXXI schlängelt, dialogisieren direkt und unverkennbar mit Künstlern wie Alberto Burri, Giuseppe Capogrossi, Carla Accardi oder Lucio Fontana. Die Prêt-à-Porter-Reihe erinnert an ein Morandi-Gemälde, aber auch die römische Antike hat ihren Platz darin bekommen. Angereichert ist die Schau mit Hüten, Bulgari-Geschmeiden und den dazu passenden Schuhen. Hatte Marilyn Monroe wirklich so kleine, zierliche Füße?

pret-a-porter-a-la-Morandi

Wie wichtig für Rom das Kino im Neorealismus war und wie sehr man diesen verlorenen Ruhm beklagt, kommt immer wieder ans Tageslicht. Für die bellissima Ava Gardner schneiderten die Sorelle Fontana ein Priestergewand, wie Anita Ekberg eines in Fellinis „La Dolce Vita“ trug, als sie grad dümmlich lächelnd an der Seite von Marcello Mastroianni ihren blöden Hut dem Wind übergibt. An der Seite des Laufstegs hängen Bildschirme, auf denen die Filme aus dieser Zeit auszugsweise zu sehen sind. Rosselinis „Viaggio in Italia“ (1953), Viscontis “Vaghe stelle dell’Orsa“ (1965), Antonionis „Cronaca di un amore“ (1950) und die gesamte Palette des italienischen Neorealismus läuft hier mit über den catwalk. Die Dokumentarfilme über die Salons und die Modenschauen lassen aber auch an Luis Bunuels „diskreten Charme der Bourgeoisie“ denken. Mit den politischen Wirren 1968 fand dann auch diese Zeit ein Ende und die Alta Moda hat sich in Mailand angesiedelt; geblieben sind nur die Ruinen.

Das kurvige und futuristisch anheimelnde Museum des 21. Jahrhunderts (MAXXI) schwingt mit den Röcken der exklusiven Modelle oder dem outfit von Vivi Bach im Raumschiff Orion um die Wette. Einen adäquateren Ort als das Obergeschoss des MAXXI-Museum, das – natürlich umstritten wie alles Zeitgenössische in Rom – Zaha Hadid vor ein paar Jahren in diesem Viertel von Rom zwischen Ponte Milvio und Piazza del Popolo errichtete, hätte man für diese Schau deshalb nicht finden können. In den Nachkriegsjahren wurde beschlossen, diese bis dahin benachteiligte Gegend aufzuwerten und das Olympische Dorf für die Olympiade 1960 dort gebaut, damals ein ziemlich prestigeträchtiges Architekturprojekt und neben dem „Palazzetto dello Sport“ von Pierluigi Nervi hat Renzo Piano im Jahre 2000 seinen Musikkomplex, das Auditorim Parco della Musica angesiedelt.

Organisiert wurde die Schau von Maria Luisa Frisa, Anna Mattirolo und Stefano Tonchi. Sie ist noch bis 3. Mai 2015 im MAXXI zu sehen. Der Katalog kann natürlich auch nur luxuriös und verschwenderisch sein und kostet 48 Euro.

Christa Blenk

Info: Im unteren Stockwerk wird das bunte, fröhliche und frivole Nachkriegsgeschehen relativiert und zeigt eine schwarz-weiße Ausstellung über die Architekten und Designer weltweit, die das zweite Weltkriegsdrama „entwarfen“ und aufbauten bzw. umrüsteten. Speer und Co sozusagen. Architettura in Uniforme – progettare e costruire durante la Seconda Guerra Mondiale. Vorbei an den Nürnberger Prozessen und dem Poster « After total war can come total living » nimmt man dann den Aufzug und landet genau dort wo 1945 das Konsumdenken und der Luxus entstand und dazu gehören diese Kollektionen. Waren es bis zu 40% der Menschen die vor und während des Krieges mit der Kriegsführung und dessen Vorbereitung befasst waren, dürfte es sich bei den Käufern dieser hier präsentierten Modelle höchstens um 1% der Betroffenen handeln. Jean Louis Cohen hat diese Schau kuratiert.

maxxi 059 MAXXI von Zaha Hadid

Fotos : Christa Blenk

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
23 images
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
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P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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Poetisches griechisches Paestum

P1190700 devTempel des Poseidon und Hera /Cerespaestum-Hera

Poseidonia hieß der Ort zwischen den Hügeln von Kampanien und dem Mittelmeer um 600 v.C. .Die Griechen aus Sybaris und Troizen haben ihn entdeckt und eine Kolonie dort errichtet. Man lebte gut vom Ackerbau und vom Handel und die Tempelanlagen reflektieren den erreichten Wohlstand. 200 Jahre später kamen die Lukaner und der Ort hieß von nun an Paistos. Zu Paestum wurde er dann wieder 200 Jahre später, als die Römer Kampanien eroberten und einige Umbauten vornahmen, aus dieser Zeit stammt auch die noch ziemlich gut erhaltene Stadtmauer aus großen rechteckigen Quaders, die ca. 5 KM lang ist und die komplette Anlage umfasst. 

Von Rom aus fährt man drei Stunden mit dem Auto bis zu dieser Tempelanlage.  Zuerst schimmern sie heimlich und selbstsicher  durch die Vegatation und die paar Häuser, bis sie plötzlich ausbrechen und sofort  unseren Blick auf sich ziehen. Es muss in der Mitte des 18. Jahrhundert – also nach ca. 600 Jahren Verstecktsein – eine unbeschreibliche Emotion gewesen sein, diese Anlage zu entdecken. Durch das Gitter fällt unser Blick zuerst auf den Ceres-Tempel, der auch ein Sanktuarium war und der Göttin Athene gewidmet war. Dann spazieren wir durch die verlassenen archäologischen Ausgrabungen bis wir in der Ferne den Größen, den Neptun/Poseidon-Tempel, entdeckten. Er ist der am besten erhaltene der Magna Graecia. Gleich dahinter die sogenannte Basilica, die der Göttin Hera gewidmet ist. Er ist keine Basilika, diesen Namen hat man ihm im 8. Jahrhundert fälschlicherweise gegeben, und der älteste Tempel.

Die Sarazenen im 9. und dann die Normannen im 11. Jahrhundert haben Paestum erstmals zum Dornröschenschlag verurteilt.  Die Tempel, das gesamte archäologische Gebiet und die Nekropole verschwanden immer mehr zwischen Wäldern, Sümpfen und Mosquitos. Auch ein Grund, warum die Tempel relativ gut erhalten sind. Die Wohnanlagen, das Theater, die Thermen, und alles was sonst noch zu griechisch-römischen Lagern gehört, wurde allerdings ziemlich abgetragen und man findet wohl in jedem Haus in Paestum Steine und Quader aus der Antike.

tuffatore Nicht weit entfernt liegt die Nekropole der Lukaner. Dieser italienische Stamm bewohnte Paestum um das 4. Jahrhundert v.C., die ihre Toten in unterirdischen Grabhäusern bestatteten. Hier wurden im Lauf der Zeit wahre Schätze ausgegraben. Der letzte Fund, die Grabplatte mit dem Turmspringer (Tomba del tuffatore), wurde 1960 entdeckt, als sich ein Bauer ein besseres und tiefer gehendes Ackergerät zulegte. All diese Funde sind im sehr neuen und gut aufgebauten Museum zu finden. Eine unwahrscheinlich große Auswahl von gut erhaltenden Grabplatten, Vasen und Köpfen. Überall taucht der Granatapfel auf, eine Art Wahrzeichen und Fruchtbarkeitsgabe, die mit in die Gräber kam…..

vendée fev 2014 005Die Bildungsreisenden des 18. Jahrhunderts, die bis dato nur bis Pompeji kamen oder noch weiter bis Sizilien wollten,  haben dann postwendend Paestum in die Reiseroute der Grand Tour mit aufgenommen. Baron Giuseppe Antonini di San Biase hat als einer der ersten Beschreibungen des Ortes verfasst.  Franzosen, Deutsche, Engländer machten von nun an unzählige Skizzen und Gemälde und die Souvenirkultur blühlte. Man könnte sich Alma Tadema dort vorstellen, wie er Rosenblätter zwischen Tempelsäulen anhäuft und Seume musste an Schillers Mädchen aus der Fremde denken, auch auf der Suche nach Rosen.

Goethe, der Paestum 1787 besuchte, schrieb in seiner „Italienreise“ folgendes: 

„Das Land ward immer flacher und wüster, wenige Gebäude deuteten auf kärgliche Landwirtschaft. Endlich, ungewiß ob wir durch Felsen oder Trümmer führen, konnten wir einige große länglich-viereckige Massen, die wir in der Ferne schon bemerkt hatten, als überbliebene Tempel und Denkmale einer ehemals so prächtigen Stadt unterscheiden […] Von einem Landmanne ließ ich mich indessen in den Gebäuden herumführen, der erste Eindruck konnte nur Erstaunen erregen. Ich befand mich in einer völlig fremden Welt.

Denn wie die Jahrhunderte sich aus dem Ernsten in das Gefällige bilden, so bilden sie den Menschen mit, ja sie erzeugen ihn so. Nun sind unsere Augen und durch sie unser ganzes inneres Wesen an schlankere Baukunst hinangetrieben und entschieden bestimmt, so dass uns diese stumpfen, kegelförmigen, enggedrängten Säulenmassen lästig, ja furchtbar erscheinen. Doch nahm ich mich bald zusammen, erinnerte mich der Kunstgeschichte, gedachte der Zeit, deren Geist solche Bauart gemäß fand, vergegenwärtigte mir den strengen Stil der Plastik, und in weniger als einer Stunde fühlte ich mich befreundet, ja ich pries den Genius, dass er mich diese so wohl erhaltenen Reste mit Augen sehen ließ, da sich von ihnen durch Abbildung kein Begriff geben lässt.“

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Im 18. Jahrhundert hat Piranesi unzählige Radierungen von den Tempeln angefertigt die zeigen, was dort für ein Leben herrschte.

In Paestum werden heute immer noch Oliven und  Artischocken angebaut und Büffelmozzarella kann man direkt beim  Bauern kaufen. Wir haben so eine Tenuta besucht. Die Büffel laufen wohl normalerweise auf der Wiese herum – heute allerdings waren sie eingesperrt aber nicht eingepfercht!

 

Fotos: Christa Blenk

 

 

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Borromini Highlights in Rom – Rom-Spaziergänge

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Galleria da Cortona im Palazzo Pamphilj auf der Piazza Navona (entworfen durch Borromini; die Fresken stammen von Piero da Cortona 

……. Wir beginnen unseren Spaziergang mit der schönsten Treppe in Rom. Sie befindet sich im rechten Gebäude des Palazzo Barberini.  Hier zeigt sich besonders die Vorliebe von Borromini für eine lichte, klare und unkomplizierte Formensprache, ganz im Gedenken an Michelangelo. Sehr individuell und unverkennbar seine klassische Interpretation seiner Arbeiten.

Ein paar Meter weiter Richtung Quattro Fontane steht direkt an der Ecke die kleine Kirche San Carlito alle Quattro Fontane. Im charmanten Kreuzgang hinter der Kirche treffen wir wieder auf seine helle und unverkennbare Sprache, weiß und organisch die Decke im Inneren der Kirche, verziert nur mit konkaven  Kompositionen und Formen.  Eigenwillig und sehr persönlich war er und seine seltsamen Erfindungen nannten die Leute damals extravagant oder bizarr-gotisch! (Wir machen einen Exkurs und gehen ein paar Meter weiter Richtung Quirinal-Palast in die Bernini-Kirche. Ein Vergleich dieser beiden Gotteshäuser sagt alles aus über die Persönlichkeit und die Unterstützung von außen dieser beiden großen Künstler. Die eine klein, transparent, schlicht über nur zwei Treppen zu erreichen, die andere groß, protzig, überladen mit einem Treppenaufgang der fast einem Schloss würdig wäre. ) Beide bestechen mit einer Schönheit. Aber mir persönlich gefällt Borrominis Preziose besser.

Nicht weit weg Richtung Tritone machen wir einen kurzen Abstecher in die Kirche Sant’Andrea delle Fratte. Die Bauarbeiten hier wurden des Öfteren unterbrochen, da je nachdem wer Papst war und welcher Günstling den Happen bekam. Das Querhaus und die Kuppel mit dem Glockenturm mit den Doppelsäulen aus Marmor hat Borromini um 1655 errichtet. Man muss ein wenig suchen, um in diesem Gewirr von Häusern und Autos einen Blick auf den weißen Turm  zu erheischen. Weiter geht es Richtung Corso zur Galleria Pamphilij. Dort steht, unter vielen anderen Schätzen, die Büste von seinem Gönner Innozenz X, aber gefertigt hat sie Bernini. Borromini hingegen hat den Festsaal entworfen.

Rechts vom  Corso Vittorio Emanuele II gegenüber der Piazza Navona gelangen wir zu Sant’Ivo alla Sapienza – die römische Universität mit ihrem wunderbaren Innenhof. Auch wieder schlicht, pur und bestechend schön. Auf der Piazza Navone besuchen  wir in die Kirche Sant’Agnese in Agone . Wieder unter Innozenz X sollte diese Reformkirche nach  unendlichen Streitereien zwischen Päpsten und Baumeistern umgebaut werden und Bernini war dafür vorgesehen; schließlich entschied aber Innozenz X sich für Borromini, der die Freitreppe bauen sollte.

Wir gehen weiter Richtung Campo dei Fiori zum Palazzo Spada.  Dieser Palast stammt aus dem 16. Jahrhundert und ging 1623 in Besitz der mächtigen Familie Spada über. Ab 1635 tätigte Borromini dort Restaurierungsarbeiten an den Fassaden und baute die bekannte perspektivisch- manieristische Kolonnade. Er spielt mit dem Sehen und dem Empfinden. Nach hinten wird der Säulengang kleiner und lässt die Figur darin viel größer erscheinen als sie wirklich ist. Am besten sieht man das, wenn man jemanden beobachtet der bis zu hinteren Skulptur geht.

In der Chiesa Nuova gibt es das Oratorio dei Filippini, das Borromini in über 10 Jahre ab 1640 erbaute. Hier wurden früher religiöse Musikdramen aufgeführt. Leider  ist es  bis auf Weiteres geschlossen, es  kann also Jahre dauern, bis man diesen Ort wieder besichtigen kann. Nicht zu vergessen ein Blick in der Bischofskirche San Giovanni in Laterano, in der Borromini das Haupthaus auf Wunsch von Papst Innozenz X umgestaltete. Diese Arbeiten dauerten allerdings eine Ewigkeit und wurden erst sehr viel später – nach dem Tod aller Beteiligten fertiggestellt.

mehr über Borrominis Leben und Wirken auf artmore:

Text und Fotos: Christa Blenk

 

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Aus der Serie Rom-Spaziergänge: Bernini

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Auf den Spuren des Erfinders des barocken Roms: Gianolorenzo Bernini

 

Gianlorenzo Bernini ist in ein Rom hineingeboren worden, das – vor allem durch die Päpste – wieder die alte Macht, die durch die Reformation gelitten hat, herzustellen versuchte. Er hatte einen nicht geringen Anteil daran …….

mehr: Berninis barocke Rom

 

 

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Weißes Gold aus dem Atlantik

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Saline im Sommer und im Herbst

 

Dieser Sommer war und ist für die Salzherstellung sehr schwer, zu viel Regen und zu wenig Sonne. Deshalb vermissen wir auch die kleinen weißen Salzhäufchen neben den Erntebecken, die normalerweise das Landschaftsbild prägen und von weiten wie kleine Schneehaufen aussehen. Dann, in dem kleinen Ort l’Epine, tauchen sie aber doch noch vor uns auf und wir halten an. William, der Besitzer, spricht über die Salzgewinnung und  die Abhängigkeit vom Wetter, wie sich das Wasser immer zwei Wochen vor Vollmond in den Becken sammelt (man muss bedenken, dass das ganze Marais Poldergebiet ist). Die Becken und die Wasserkanäle sind mit dem kargen Lehmboden, der dort überall zu finden ist, hergestellt. Der Wind und die Sonne sorgen normalerweise dafür, dass das  Wasser verdunstet und die Salzkonzentration steigt bis das Salz kristallisiert. Das Fleur de Sel (die Blume) treibt an der Oberfläche und wird mit einem extra Werkzeug abgeschöpft. Die Werkzeuge und Karren werden immer noch aus Holz wie eh und je gefertigt …..

Zwischen Guérande und Noirmoutier auf der Salzstrasse

 

salz 

Christa Blenk

 

 

Cavalleria Rusticana

cavalleria2 Zum dritten Mal findet zur Zeit in Albano das „Anfiteatro Festival“ statt. Gestern Abend wurde Mascagnis Cavalleria Rusticana aufgeführt. Diese Verismus Oper würde man heute eine „soap opera“ nennen, auch wenn sie nur eine knappe Stunde dauert. Aber man weiß, dass wir nur eine Szene zu sehen bekommen aus dieser leidenschaftlichen Sizilianischen Bauernehre Geschichte. Sie erzählt die nie sterbende Posse von Ehre und Stolz, Vertrauen und Verrat, flammender Liebe und glühendem Hass, bohrendem Neid und galliger Missgunst und zu viel Wein und das alles eingebettet in religiös-rituell-pagane südländische Ostersonntags-Tragik.

Das Libretto erinnert an Garcia Lorca Tragödien und Ford Coppolas Sizilien Epos und stammt vom naturalistischen Dichter Giovanni Vega, basierend auf einer der Sizilianischen Novellen. 1890 wurde das Werk in Rom uraufgeführt.

Abstecher in das Sizilien des 19. Jahrhunderts. Die Frauen sind alle schwarz aber sonntäglich gekleidet und tragen ein Tuch oder einen Umhang mit Spitzen, bis auf Lola, sie darf kokett in Rot singend auf die Bühne kommen, passend zu Turiddus rotem kecken Halstüchlein. Auf der Bühne ist mit Pappe sehr gelungen ein sizilianisches Dorf nachgebaut. Mit Barockkirche und mittelalterlichen Häusern, einem Marktplatz auf dem ein großes Kreuz mit einem weißen Tuch (wie auf einer flämischen Kreuzabnahme) befindet. Links auf der Bühne Mamma Lucias Haus mit einem Tisch davor, auf dem Weinflaschen und Gläser stehen. Santuzza läuft leidend auf die Bühne und fragt sorgenvoll Mamma Lucia nach Turiddu. Sie vermutet, dass ihr Liebster nach seiner Rückkehr vom Militärdienst sich wieder von leichtfertigen Lola, mit der er früher mal zusammen war, hat verführen lassen. Lola allerdings ist nun mit Alfio verheiratet, der als fliegender Händler durch die Gegend zieht. Alfio kommt von seiner Tour zurück und erzählt, wie schön sein Leben auf der Straße und mit seiner treuen Frau ist. Alle, außer Santuzza, die exkommuniziert ist, gehen sie in die Kirche zur Ostermesse. Als letzte tänzelt Lola singend auf den Platz und dann hinein in Allerheiligste. Turiddu hinter hier her aber Santuzza hält ihn auf, um ihn zur Rede zu stellen. Er wirft sie zu Boden und aus Rache über die verschmähte Liebe erzählt sie alles Alfio. Das Drama nimmt seinen Lauf und nach dem lustigen Liedchen von Alfio wird es nun dramatisch, unterbrochen nur noch einmal von einem friedlichen Ostersonntag intermezzo sinfonico und dem sehr gelungen Trinklied, bei dem dann aber alles eskaliert. Turiddo lädt die Kirchgänger nach der Messe zum Umtrunk, aber Alfio lehnt den Becher ab und fordert ihn heraus. Herzzerreißende Abschiedsszene von Turiddu mit seiner Mutter, in der er sie anfleht, Santuzza – sollte er nicht zurückkommen – wie eine Tochter zu behandeln. Und dann hört man nur noch „Sie haben Gevatter Turiddu umgebracht!.

cavalleria1 Musikalisch ging es gerade noch so. Das Orchester hat nicht gemeinsam angefangen und die Lautsprecher waren viel zu stark eingestellt, was einen Eindruck von Harfenplayback vermittelte. Irgendwann ist es dann ein wenig unter Kontrolle geraten und im Lauf der Vorstellung sind sie alle sehr viel besser geworden. Der Chor, der wunderbar, wichtige und schwierige Partien hat, war manchmal ziemlich gut, aber ein oder zwei Proben mehr hätten geholfen. Santuzza, (Paola Di Gregorio) hat sich gut geschlagen. Sie muss den Hauptteil leisten und es war dann ab 22.00 Uhr sehr frisch und sehr feucht. Turiddu war Gianluca Zampieri, Mamma Lucia Stefania Scolastici. Alfio Stefano Meo und Lola Monica Cucca. Korrekt waren sie alle. Mamma Lucia hat mir gefallen, sie hatte etwas herbes, abweisendes in der Stimme – perfekt für die Rolle. Den Chor leitete Renzo Reni, der auch das Festival mitorganisiert. Am Pult vor dem Orchestra Sinfonica Europa Musica stand Stefano Seghedoni.

Maurizio Marchini hat Regie geführt. Das Bühnenbild war genau so, wie es diese Oper braucht und wie es das Publikum mochte!

Pierro Mascagni wurde 1863 in Livorno geboren und starb 1945 in Rom. Er war einer der Hauptvertreter des Verismo. Obwohl er noch mehrere Opern geschrieben hat, wird eigentlich meistens nur die Cavalleria aufgeführt und die auch nicht sehr oft. Sein lebenslanger Neid auf Puccini plagte ihn enorm, obwohl er von der Cavalleria sehr gut leben konnte.

Das Amphitheater Albano stammt aus dem Jahre 202 n.C. – aber abgesehen von ein paar Seitenmauern (allerdings sehr beeindruckende) ist nicht mehr viel davon übrig. Nur die Form erinnert noch an ein Theater.

Ein gelungener Bauernabend – obwohl sich die Zuhörer fast wie bei einem Picknick benahmen, kamen und gingen wann es ihnen passte und ständig sehr laut redeten – allemal.

Wir kommen wieder.

ruinestromboli Sizilianisches Dorf

Christa Blenk

 

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Rom im August

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Rom im August

Morgens um 7.00 Uhr weht schon oder besser noch eine frische Brise, der Himmel ist klar und blau, die Vögel singen und man könnte das Auto vor der Haustür parken. Auf dem Weg ins Büro kommen wir an duftenden Jasminblüten vorbeit und es fallen nahezu alle Kämpfe und Diskussionen mit aggressiven Autofahrern oder frechen motorini weg und man sich kann beruhigt (trotzdem immer nach rechts und links schielend) dem Zebrastreifen anvertrauen. Was in den verbleibenden elf Monaten lebensgefährlich ist. Da stört es dann auch nicht, wenn man ab und zu die Straßenseite oder die Straße wechseln muss, da natürlich der August für Straßenarbeiten und Reparaturarbeiten benutzt wird. Bis 15. August (Fer agosto) geht das so, und dann wird es noch ruhiger. Restaurants, die nicht im Aktionsradius der Touristenherden liegen, schließen und so tun es Friseure und Reinigungen, der Copy shop macht auch zu – sogar die Eisdiele in San Lorenzo, das ist nun sehr schade. Der unfreundliche Barbesitzer überlässt sein Reich für ein paar Tage den viel netteren Angestellten und wir trinken wieder unseren Cappuccino bei ihm. Im letzten Jahr habe ich gelernt, dass ich das Auto im August nicht willkürlich aus der Garage abholen kann – denn der Garagenmann, der im August alleine ist, macht eine sehr lange Mittagspause und schließt das Parkhaus schon um 23. 00 Uhr abends, anstatt üblicherweise um 1.00 Uhr früh. Nach einem Konzert in einem der vielen römischen Vororte, die im Sommer stattfinden, bleibt das Auto dann über Nacht draussen – aber es gibt es Platz, wie gesagt. Dafür sind die dumpfen und monotonen, fast einschläferenden Rhythmen der Konzerte in der Bar im Park an der Tibertina oder auf dem Platz davor zu hören. Die Villa Torlonia, San Ivo alla Sapienza, Teatro Marcello, Villa Giulia und die Engelsburg bieten außerdem fast täglich Freilichtkonzerte an, mit sehr unterschiedlichem Programm und die Oper ist in die Caracalla Thermen gezogen.

Nach dem abendlichen Balkonpflanzen gießen (obwohl das bei uns nicht viel zu helfen scheint) wird es dann auch wieder ein wenig frischer und wir können auf dem kleinen Balkon unsere Nudeln essen. Eigentlich ist es schade, in so einem Monat Rom zu verlassen.

 

Christa Blenk

 

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Auf dem Stromboli

Bericht auf artmore über ein umwerfendes Wochenende auf der Insel Stromboli und einer Vulkanbesteigung.

feuerrutsche Feuerrutsche – sciara di fuoco – Stromboli

Feuertheater im Mittelmeer

…Wir hatten uns jedoch für eine Reise zum Stromboli entschieden. Angeregt u.a. durch Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, der ja, wie der geneigte Leser weiß, seine Protagonisten in Island in den Snoeffels (Snæfellsjökulsteigen) steigen lässt, um sie  nach langer Wanderung durch Dantes Höllentrichter und Luzifers Sitz bis zum Erdmittelpunkt über den Krater des Stromboli wieder auf die Erde zurückholte. Allerdings waren der Hamburger Professor und sein Expeditionsteam nicht auf der Suche nach den Poeten der Antike, sondern folgten einer Runen-Geheimschrift aus dem 12. Jahrhundert von Snorri Sturluson, die sie nach viel Mühe entzifferten. Das war 1864 und hat vielleicht auch Mark Twain animiert, auf seiner zweijährigen Europareise 1867-69, die Äolischen Inseln und den Stromboli zu besuchen…..

 

vulkan4

Fotos: Christa Blenk

 

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Auf den Spuren von Kommissar Dupin

Ein Ausflug auf den Spuren von Kommissar Dupin

Notre Dame de Monts, die Vendée, Concarneau und der Archipel Les Glénal

en CarnacVendéeSeptember2011 145VendéeSeptember2011 233Vendée2013-März 430Vendée2013-März 433Fotos: ©Christa Blenk

 

 

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5 Tage am Atlantik

Notre Dame de Monts in der Vendée – 5 Tage mit Ausfluegen zum Gois, nach Noirmoutier, Beauvoir-sur-Mer, zum alten Hafen von Collet und zur Abtei des Hl Philibert – aus dem 9. Jahrhundert – der u.a. angefangen hat, diese Poldergegend (Marais) bewohnbar zu machen. Das Marais ist eine riesige Gegend zwischen Atlantik und Nantes.

Fotoreportagen auf Artmore

noirmoutier 067

- Le Gois

- Poetisches Marais

- die Venus vom Marais

- Belle Epoque

- Atlantik im Februar

- Wolken

- Hafen von Collet

- Abtei Hl. Philibertus

- Barrières

- Fischernetze

 

Fotos/ Christa Blenk

 

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cortado al sol

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