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Pellworm

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Pellworm! – wo ist das denn?

Die Insel Pellworm gehört zu den Nordfriesischen Inseln und ist eigentlich nur ein Überbleibsel einer weiten Flur, die im achten Jahrhundert von Friesen besiedelt wurde. Erst um 1000 n.C. durchbrach die Nordsee diese Ebene und setzte das Land unter Wasser. Schon aus dieser Zeit stammen die ersten Deich- und Warftbauten und die Bewohner entwickelten Ideen und Pläne, um sich im Kampf gegen die Nordsee zu organisieren. Im Laufe der Jahrhunderte, wurden aber aus dieser Landfläche immer mehr Inseln und Hallige.

Die erste große bekannte Flut fand im 14. Jahrhundert statt und ab dem 17. Jahrhundert gab es immer wieder verheerende Fluten; die letzte, die Pellworm fast komplett überschwemmte, fand im Jahre 1825 statt.

Heute erreicht man diese grüne Insel in einer guten halben Stunde mit der Fähre von Nordstrand. Alles ist bestens organisiert, denn der Zug aus Husum wartet auf den Bus, der die Gäste nach Nordstrand bringt und dort wartet die Fähre. Bei Ebbe geht die Fahrt durch eine Furt, links und rechts sieht man den Grund der Nordsee.
Pellworm ist eingerahmt von sehr hohen Deichen auf denen sich die Schafe mit den Austernfischern tummeln. Hinter den Deichen ist auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Häuser, Höfe und Wiesen. Pellworm hat viel Natur, Zeit und Platz und alles tickt ein wenig ruhiger.

»Heut bin ich über Rungholt gefahren, die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren…«

Der deutsche Naturalist und Neuromantiker Detlev von Liliencron (1844-1909) hat ein Jahr dort verbracht und wurde Anfang 1882 sogar zum Hardesvogt ernannt, das ist eine Art Stellvertreteramt in der Gemeinde, die zu diesem Zeitpunkt schon zu Preußen gehörte.  Auf Pellworm entstand seine sicher berühmteste Ballade „Trutz, blanke Hans“. Er verarbeitete hier die Rungholtsage und die  große Sturmflut von 1634, die Grote Mandränke, die die vor Husum gelegene Insel Nordstrand seinerzeit verwüstete. Der Blanke Hans ist eine friesische Bezeichnung für die Nordsee. Rungholt ging das erste Mal in der Zweiten Marcellusflut im Januar 1362 unter. Dieses sagenumwobene Atlantis der Nordsee lag vor Pellworm, auf der heutigen Hallig Südfall, genau dort wo der Verfasser Hardesvogt war. In seinem Tagebuch schreibt er, wie er auf der Fähre von Husum nach Pellworm von dieser Sage höre.

Und wie immer wenn es keine echten Zeitzeugen gibt, blühen Sagen und Legenden. Zwei Geschichtsschreiber im 17. Jahrhundert erwähnten diese untergegangene Stadt mit den verborgenen Schätzen. Erst in den 1920 Jahren spülte das Meer nördlich von Südfall Überreste einer früheren Zivilisation ans Land und es begann ein systematische Aufarbeitung der Funde.  Auf einer Karte von 1636 die wohl auf einer anderen von 1240 basiert wird zum ersten Mal der Name Rungholt erwähnt. Das Datum liegt ca acht Monate vor der Marcellusflut. Ein wichter Rungholt Forscher war Andreas Busch (über ihn und seine Theorien und Aufzeichnungen kann man viel im Museum in Husum lesen und sehen).

 

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Im Rahmen der Christianisierung entstand im Jahre 1095 die Alte Kirche St. Salvator. Sie liegt auf einer Linie mit anderen vier Mutterkirchen der Christianisierung. Ca 150 Jahre später entstand der Gotische Turm, von dem heute noch eine 25 Meter hohe Ruine übrig ist. Der damals übliche und benutzte Tuffstein kam aus dem Rheinland. Spätgotisch ist der Flügelaltar; er zeigt die Passion Christ in sieben Szenen.

Aber der Hauptanziehungspunkt in der Kirche von  Pellworm ist ein Spätwerk des berühmten deutschen Orgelbauers Arp Schnitger. 1711 hat er sie aus unbehandeltem Eichenholz gebaut, sie hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Hälfte davon sind noch Originale. In Schleswig Holstein ist sie die einzig erhaltene Schnitger-Orgel und deshalb eine große Sehenswürdigkeit, auf die die Pellwormer sehr stolz sind, zumal im Sommer jeden Mittwoch regelmäßige Orgelkonzerte stattfinden – mit zum Teil recht bekannten Interpreten.

Einen Sandstrand wird man auf Pellworm hingegen nicht finden, da die Insel vor dem Meer mit hohen Dämmen geschützt werden muss. Dafür kann man wunderbare Wattwanderungen dort unternehmen. Ebbe und Flut wechseln sich alle sechs Stunden ab und geben dann für kurze Zeit den Meeresboden frei. Die ganz Mutigen können natürlich auch den Postboten auf seinem Fußmarsch durch das Watt begleiten – denn ein Ehepaar wohnt ganzjährig auf dieser Hallig. Allerdings muss man gut zu Fuß sein, denn  drei Stunden ist man mindestens unterwegs.

 

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der alte Turm

 Christa Blenk

 

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Uli Richter

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Anlässlich seines 90. Geburtstag widmet das Berliner Kunstgewerbemuseum beim Berliner Modemacher und Lehrer Uli Richter eine Ausstellung in ihren Räumen.

40 Jahre lang hat Richter ab den 1950er Jahren die Mode in Berlin mit vorgegeben und geprägt. Von 1986 – 1994 hat er an der Berliner Hochschule für Künste viele zukünftige Modemacher inspiriert. In der Ausstellung sind Fotos, Zeichnungen und Kleider zu sehen, die in den letzten 70 Jahren entworfen und getragen worden sind und die dazu beigetragen haben, Berlin in den Kreis der internationalen Modemacher und Modezentren aufzunehmen.

 

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Im Kunst-Gewerbemuseum beim Kulturforum sind aber auch noch andere Kleider und Modelle zu sehen – die meisten aus dem 19. und 20. Jahrhudnert, die entschieden die Mode in den letzten 150 Jahren gemacht haben.

 

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cmb

 

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Göttlich Golden Genial – Der Goldene Schnitt

Göttlich Golden Genial

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Weltformel – Goldener Schnitt?

Was ist Schönheit? Was ist Perfektion? Ist es mystischer Zauber? Wer oder was definiert es?

Das Museum für Kommunikation in Berlin setzt sich zur Zeit in einer Ausstellung mit diesem Thema auseinander.

Der Goldene Schnitt oder das perfekte Verhältnis. Sei es in der Natur, Mathematik, Architektur, Malerei oder Mode, der Goldene Schnitt ist überall versteckt und man braucht dazu in keiner Zaubewerkstatt verschwinden.  In der Fibonaccio-Folge, einer Stradivari-Geige, den Arbeiten der russischen Konstruktivisten, Rothkos Bildern, in Leonardos Zeichnungen und Intarsien, in der Goldenen Spirale vom deuschen Künstler Hansjörg Voth, die er in der marokkanischen Wüste gebaut hat oder in einem Gebäude von Le Corbusiers. Angeblich soll das Gesicht von Marilyn Monroe ein Beispiel davon sein, der wunderschön geformte Broccoli Romano fällt darunter oder eine Sonnenblume. Schon die Griechen haben sich mit diesem Wunder befasst und natürlich die Renaissance; aber erst im 19. Jahrhundert wurde der Goldene Schnitt bewusst zum Inbegriff des Harmonischen.

 

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Multimedial und interaktiv versucht die Ausstellung dieses Phänomen zu hinterfragen, bzw. es verständlich zu machen. Was in der Ausstellung leider nicht immer gelingt. Der Zuschauer steht vor wohlgeformten Muscheln, Früchten oder Häusern und sucht Erklärungen die fehlen, um der Sache wirklich auf den Grund gehen zu können. Der Besucher kann seine Gesichtszüge holografisch mit den goldenen Proportionen vergleichen oder auf der Gorschel-Orgel goldene Musik spielen.

Interessant ist die Ausstellung allemal!

Christa Blenk

 

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My virtual gallery (blog collection N°7)

This week: Rosa Quint – deutsche Künstlerin und Kunstpädagogin, lebt und arbeitet in München

 

Das Werk (Karelian Train) unten war Teil ihrer letzten Ausstellung « Sites » (Orte)  und es handelt sich hier um das Auf- und Verarbeiten ihrer Aufzeichnungen, die sie auf ihren unzähligen Reisen macht und in einem Notizbuch festhält. Blicke vom Zug auf die vorbeiziehende Landschaft, Gefühle und Durcheinander in der Londoner U-Bahn oder Markierungen auf einem Stadtplan sind für Rosa Quint genauso inspirierend wie ein Kabelsalat hinterm Fernseher oder in Peking.  Und so kommt es, dass Genua für sie Lila ist, die Londoner U-Bahn Blau und finnische Landschaften Grün. Sie malt das, was man sieht, wenn man die Augen fast ganz zumacht und nur noch eine Linie bleibt; eine Mischung aus Erinnerung, Empfindung, Fantasie und Farbe. Das Ergebnis sind dann diese umwerfenden, ja sprechenden und poetischen Arbeiten.

 

Rosa Quint - Virtual Gallery - N°7

Rosa Quint – Virtual Gallery – N°7

 

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Christa Blenk

 

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Concerto Romano in der Sala Palestrina

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Sala Palestrina im Palazzo Pamphilj (Foto: Christa Blenk)

Zu Gast in Scarlattis und Corellis Musikzimmer!

Der Palazzo Pamphilj  ist einer dieser wunderbaren Barockpaläste mitten in Rom, der Mitte/Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde: mehr oder weniger in der gleichen Zeit, in der Alessandro Scarlatti (1660-1725) und Antonio Vivaldi (1678-1741) das Licht der Welt erblickten!

Die Familie Pamphilj war in Rom angesehen und mächtig. Sie brachte einen Papst, Innozenz X, und viele Kardinäle hervor und förderte außerdem Künstler, Dichter und Musiker. Corelli, Händel und Scarlatti interpretierten dort regelmäßig eigene und fremde Kompositionen. Die Verbindung zwischen diesem Gebäude und der Musik ist also schon hergestellt und einen passenderen Konzertort als diesen Palast im Herzen Roms hätte das Concerto Romano für ihr jährliches Herbstkonzert in Rom gar nicht finden können. Ursprünglich war ein anderer Konzertsaal vorgesehen, aber kurzerhand musste alles umgestellt werden und mit Unterstützung der Filarmonica Romana konnte dieses feine Ensemble in der jetzigen Brasilianischen Botschaft an der Piazza Navona spielen. Das Palestrina-Saal war ursprünglich eine Art Empfangsraum, den der große Barock-Architekt Francesco Borromini entwarf und baute.

Auf diesen glücklichen Umstand also traf das vortreffliche Barock-Ensemble Concerto Romano und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat der Leiter des Ensembles, Alessandro Quarta, die junge und impulsive Barock-Sopranistin Francesca Aspromonte dazu verpflichten können.

Rom und die römische Gesellschaft waren zu Ende des 17. Jahrhunderts dermaßen aus dem Ruder geraten, dass Papst Clemens IX dem Einhalt gebieten wollte und deshalb im Jahre 1700, im Heiligen Jahr, ein absolutes Opernverbot erließ. 10 Jahre sollte diese musikalische Enthaltsamkeit dauern. Zuerst verlängerte der Papst dieses Abstinenzjahr aus politischen Gründen und dann gab es auch noch ein Erdbeben und es musste etwas getan werden, um Gott wieder mit der Welt und Rom zu versöhnen. Die in Rom tätigen Komponisten sowie das römische Musikpublikum haben das allerdings sehr pragmatisch gesehen und aus der Not eine Tugend gemacht: es entstand das Oratorium. Kardinal Benedetto Pamphilj hat selber aktiv an der musikalischen Unterhaltung der römischen Adeligen beigetragen, Libretti und auch Musik geschrieben, und er war sich mit den meisten anderen Kardinälen in Rom einig, dass dieses Verbot eh Unsinn sei. Bei dieser opulenten und verschwenderisch- leidenschaftlichen Musik ist eine besinnliche Abstinenz einfach gar nicht denkbar und diese vermeintliche Kirchen-Gebrauchsmusik ist mitreissend und regt eher nicht zum Beten an. Man besang nun keine Kurtisanen und Schäferstündchen  mehr sondern Heiligen und Märtyrergeschichten, was aber die Sinnlichkeit der Werke nicht wirklich tangierte, man feilte ein wenig am Libretto und trällerte erst nach den ersten Takten.

In dieser Zeit sind vielleicht die gestern Abend aufgeführten wunderbaren Werke von Antonio Vivaldi und Alessandro Scarlatti entstanden, die Francesca Aspromonte genauso ausgelassen und sinnlich-schön wie Opernarien vorgetragen hat.

Von den unzähligen meist kurzen Solomotetten Vivaldis, die generell während der Messe aufgeführt wurden, sind nicht viele erhalten. Laudate pueri ist eine davon, ungestüm und mutig, frei und witzig dauert sie 23 schöne Minuten. Abwechslungsreich bricht immer wieder ein Operncharakter heraus, vermittelt eine Lebensfreude und den Genuss am Experimentieren. Die gespielte Pein geht vom Gewitter bis zur Ruhe danach. Vivaldi hat sich beim komponieren mindestens so amüsiert wie Aspromonte bei ihrer Interpretation. Mit ihrer jungen, warmen und vollen Stimme hat sie auch bei den leisen und besinnlichen Passagen letzten Zuschauer im Raum erreicht. Perfekt unterstüzt und weder gedrängt noch gehetzt vom Concerto Romano. Sie seufzt und wirfst schmachtende Blicke in den Raum; Alessandro Quarta, der mit seinem Ensemble und den Tönen irgendwie immer eins wird, ist sichtlich zufrieden mit ihrer ausdrucksstarken und sehr selbstbewussten Performance, die das Publikum im Nu verzaubert. Dass sie auch feurig und rachsüchtig sein kann, hat sie z.B bei Scarlattis Giuditta unter Beweis gestellt. Der Kontakt zwischen ihr und dem Ensemble ist makellos. Man könnte es nicht besser machen.

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Alessandro Quarta und Francesca Aspromonte nach dem Konzert (Foto: Christa Blenk)

Gleich im Anschluss das Concerto in A moll für Geige und dann rüttelt Francesca Aspromonte erneut den Raum auf mit der Cantate von Alessandro Scarlatti O di Betlemme altera, eine Weihnachtskantate, die aber deswegen nicht weniger lebensfroh und flott ist.

Scarlatti kommt aus einer Musikerfamilie, Vater und Söhne waren ebenfalls Komponisten, Sänger oder Pianisten. Er hat sehr viel für die Barockmusik getan, hat sie runderneuert, aufgefrischt und Wege gezeichnet. Auch Scarlatti war natürlich von dem römischen Opernverbot betroffen, zumal er von 1703 bis 1708 und dann wieder ab 1717 ständig in Rom arbeitete und lebte, u.a. als Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore. Abgesehen von den Privatopern widmete er sich der Kirchen- und geistlichen Musik und es entstanden fast alle seine Oratorien. Die wunderbare Oper Griselda entstand in der Zeit, wurde allerdings erst 1721 aufgeführt. Scarlatti hat natürlich auch Händel in Rom getroffen, der genau in der Zeit des Opernverbots, 1707, dort ankam. Er hat über 800 Kantaten geschrieben, die oft vor eher gebildeten Publikum und eher in privatem Umfeld  aufgeführt wurden.

Mit drei kleinen Kompositionen (Lições de Solfejo XXII, XXIII, XXIV) des Brasilianers Luis Alvares Pinto (1719-1789) bauten sie zu Beginn des Konzertes kurz eine transatlantische Brücke vom barocken Rom zur spätbarocken brasilianischen Musik. Schon im 17. Jahrhundert begann in Brasilien eine interessante Musikentwicklung und in der Gegend von Minas Gerais wurde nicht nur viel Gold gefunden, es hat sich auch eine Musikkultur entwickelt aus der einige Komponisten hervorgegangen sind. Vieles ging verloren aber einiges wurde in den letzten Jahren zusammen gesucht. Diese drei kurzen Lehrstücke waren Bestandteil des Musikunterrichts in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Als Zugabe hat sich das Ensemble etwas ganz besonderes ausgedacht: Francesca Aspromonte, die nun bewies, dass sie auch als Fiordiligi eine bella figura machen würde, sang eine Arie aus einer Oper von Joseph Schuster (1747-1812), das dieser 1776 in Italien geschrieben hat. Sehr mozartianisch – sozusagen der Beginn des Belcanto, so kündigte Alessandro Quarta es jedenfalls an.

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Concerto Romano mit Francesca Aspromonte (Foto: Christa Blenk)

Wer weiß, vielleicht bringen sie ja beim nächsten Konzert noch mehr von diesen vergrabenen Schätzen!

Glänzender vorweihnachtlicher und bewegender Konzertabend bei dem einfach alles stimmte!

Christa Blenk

Concerto Romano: Leiter : Alessandro Quarta; Erste Geige: Paolo Perrono; Geigen: Gabriele Politi, Laura Corolla, Boris Begelman, MauroMassa, Antonio De Secondi; Viola: Pietro Meldolesi, Teresa Ceccato; Cello: Marco Ceccato; Konrabass: Matteo Coticoni; Laute: Francesaco Tomasi; Fabott: Giovanni Battista Graziadio; Cembalo: Andrea Buccarella.

 

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Misa Azteka beim Festival Internazionale di Musica e Arta Sacra

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Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra (22.-29. Oktober 2014 in Rom)

Nach Händels „Saul“,  dem „Deutschen Requiem“ von Brahms, Bruckners „Messe in F-moll mit Te Deum“, Schuberts „Lazarus“ war auch die 13. Ausgabe dieses Festivals wieder der deutschen Musik gewidmet. Doris Hagel, Leo Kraemer und Ingo Metzmacher standen u.a. am Pult aber auch von den Solisten kamen viele aus Deutschland. Gestern abend allerdings wurde die Linie unterbrochen und in der Basilica Sant’Ignazio di Loyola zwei zeitgenössische (süd)-amerikanische Werke aufgeführt.

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Die Misa Azteca von Joseph Gonzalez und das Requiem von Mark Hayes.

Der amerikanische Komponist Joseph Julian Gonzalez hat seine Misa Azteka 1997 komponiert. Uraufgeführt wurde diese musikalische Zelebration für Orchester, Chor und Solisten in sieben Sätzen ein Jahr später beim renommierten El Cervantino Festival in Guanajuato, Mexiko. In diesem Oratorium vermischen sich zwei Kulturen und Religionen zu einer unschlagbaren Symbiose. Mit indianischem Trommelgedonner geht es los und dann bricht auch gleich der Chor, der mindestens aus 80 Sängern, mit auf. Das spanisch-aztekisch gesungene Kyrie wird durch ein pompös-melodisches Gloria für Chor und Tenor  in lateinischer Sprache abgelöst. Der Bariton Victor Chan kommt aus Mexiko und hatte seinen persönlichen Kampf, um mit dieser Kuppelakkustik fertig zu werden. Er hat ihn aber gewonnen. Gewaltig und an Orff erinnerend das Graduale für Chor und Soprano ist komplett in der für uns absolut nicht nachvollziehbaren Azteken-Sprache verfasst. Als Grundlage hierfür hielten mexikanische Cantares her, die aus einem Manuskript aus dem 16. Jahrhundert stammen. Geschrieben Erklärungen oder Aufzeichnungen von den Rhythmus auf der Basis von vier Vokalsilben: ti, to, Ki, co, machen es heutzutage möglich, diese aztekische Musik umzusetzen und aufzuführen. Charisma Millers hohe klare Stimme setzt sich besser durch als die Mezzosopranistin Linda Scott. Das Credo gehört dem Tenor und ist wieder in spanisch-lateinischer Sprache verfasst. Es ruft Reminiszenzen an die mexikanische Volksmusik hervor und ist sehr rhythmisch. Das rauschende Sanctus, das dann erstmals zeitgenössische Passagen birgt, ertränkt die Mezzo-Solistin fast komplett. Vielleicht haben die ersten drei Reihen auf den pompösen Stühlen mehr gehört. Dann und wann wirft die dynamische und quirlige Dirigentin aus Chicago Teresa Russel den Kopf zurück um den Solisten, die vor ihr stehen, verzweifelte Blicke zuzuwerfen, um sie mit den verrückt spielenden Trommeln wieder zu vereinen. Es hörte sich aber trotzdem toll und doch wieder gewollt an. Das Agnus Dei wird daraufhin von aztekischen Kriegstrommeln eingeleitet und man darf sich so allerlei religiös-pagane Rituale vorstellen. Es gehört dem Chor, Tenor und Sopran. Beim letzten Teil, Ite Misa Est, hatten dann wieder Orff und Strawinsky Pate gestanden. Nach einer progressiv aufgebauten Spannung ging dieses bombastische und Werk mit Trommelhagel zuende. Im Programmheft stand auch, dass Gonzalez von Bachs H-Moll Messe beeinflusst war. Das habe ich nicht gehört – mag aber an der Akustik gelegen haben

Religiöse zeitgenössische Musik hat oft auch etwas konventionellere Züge, es soll ja die Kirchgänger nicht verschrecken. Das hat sich auch beim zweiten Werk gezeigt. Der 1953 geborene amerikanische Komponist Mark Hayes dirgierte selber sein Requiem, das 2013 in New York im Lincoln Centre uraufgeführt wurde. Er hat sich auch nicht so richtig an Atonales und Disharmonisches gewagt, sondern gründlich die verschiedenen Requiems von Mozart, Brahms, Faure und Duruflé studiert – und das hat man auch gehört. Hayes vertonte nur sechs der zwölf traditionellen Texte eines Requiems, d.h. Requiem Aeternam, Kyrie, Dies Irae, Sanctus, Agnus Dei und Lux Aeterna. Fast komplett in lateinischer Sprache mit Minireferenzen aus dem Englischen. Traditionell lösen sich Trauer, Angst, Wut, Frieden und Hoffnung ab. Nach dem wehmütigen Requiem ein lieblich-helles und klassisch-herkömmliches Kyrie, abgelöst von einem sehr zornig-wütigen ein wenig jazzigem Dies Irae für Chor und Bariton, der Rest dieer Komposition ist nur für Orchester und Chor gedacht. Eine interessante Rhythmusänderung kündigt das Sanctus an, bei dem ein sich wiederholendes liebliches Glockenspiel vorherrscht. Sein Agnus Dei ist reizend und seicht und hört sich wie Filmmusik zu einer Rosamunde Pilcher Schnulze an: Hoffnungsvoll und kuschelig. Leuchtend und sehnsuchtsvoll in C-Dur das Lux aeterna

Mit weit ausschweifenden Melodien und permanent sich verändernden und neu entwickelnden Tonarten fängt er die gesamte Spannweite der Emotionen und spirituellen Erleuchtung ein. Hayes hat es seinen Eltern gewidmet.

Gespielt hat das Orchestra Roma Sinfonietta, das mir unter Teresa Russell fast besser gefallen hat. Der Chor war gut zusammen gewürfelt aus verschiedenen amerikanischen Chören, die sich aber prächtig verstanden.

Rundum war dieser Nachmittag wirklich etwas besonderes.

Das Festival Internazionale di Musica  e Arte Sacra, findet dieses Jahr zum 13. Mal statt und wird mit einem Sonderkonzert « Nur für Wohltäter der Fondazione » mit Pssalite Deo Sapienter in der Päpstlichen Basilika San Giovanni in Laterano unter Leitung von Massimo Palombella zu Ende gehen.

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Diese Konzertreihe in den großen römischen Kirchen (incl. Petersdom) sind gratis. Man muss sich nur im Internet registrieren,  um dabei zu sein können. Dreiviertel der Plätze allerdings sind reserviert für kirchliche (und zivile) VIPs, Sponsoren und Reisegruppen (vor allem aus Deutschland). Diese dürfen im sonntäglichen Gewand nach vorne schreiten. Die Nichtzahler kommen entweder ganz früh oder müssen stehen. Gestern Nachmittag waren wir sehr früh dran und hatten schon beim ersten Anlauf einen ziemlich guten Platz. Da es aber ein sonniger Sonntagnachmittag war, zeitgenössische Musik die eher konservativen Kirchgänger vielleicht weniger anzieht und es um 21.00 Uhr in der Paulskirche außerhalb der Mauern Verdis Requiem auf dem Programm stand, durften wir kurz vor Beginn noch ca. 10 Reihen nach vorne rücken. Was ein Glücksfall war, da die Kirche zwar fantastische Fresken aber eine unmögliche Akkustik hat.

Christa Blenk

 

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Buena Vista Social Club – Gastspiel in Rom

auditoriumkleinCavea vor dem Konzert

1999 hat Wim Wenders einen Dokumentarfilm über das Musikprojekt « Buena Vista Social Club » gedreht, der mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Hierbei konnte das Publikum auf einer Reise durch ein charmantes aber dem Verfall preis gegebenes Havana den kubanischen Musikern folgen, wie sie über ihre Musik und über ihr Leben erzählen. Mit einem Auftritt in der Carnegie Hall in New York endete diese wunderbare Werk.

Ry Cooder, der ursprünglich ein Soloalbum mit Ibrahim Ferrer aufnehmen wollte, reise nach dem Erfolg einer ersten CD mit Wim Windres und dem Doku-Team nach Havana, um diesen Film zu drehen. Allerdings ist die schrecklich penetrante elektrische Gitarre und Omnipräsenz in dem Film von Ry Cooder eher störend. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich ihn mir weggewünscht habe. Aber gut, immerhin hat er die ganze Realisierung in Gang gebracht und wollte dann eben auch im Mittelpunkt stehen.

buenavistaOmara Portuondo, Eliades Ochoa, Guajiro Mirabal, Barbarito Torres und Jesus « Aguaje » Ramos sind praktisch seit 16 Jahren auf Tournee und gaben hier in Rom eine bewegende Abschiedsvorstellung in der Cavea (die Freilichtbühne) von Renzo Pianos Auditorium im Parco della Musica. Omara ist die einzige, die im Film mitgewirkt hat, der auch für den Durchbruch dieses « Orchesters » verantwortlich war. Als sie am Donnerstag abend, 84jährig, einen Cha Cha Cha singend die Bühne trat, gerieten die knapp 3000 Zuhörer fast in Extase und feierten stehend und tanzend die kubanische Sängerin.

buenavista2Ansonsten hätten wir uns gewünscht, einige Klassiker eben aus dieser Zeit zu hören. Das Orchester hat sich aber entschieden, ältere Dauerbrenner wie Quiza Quiza oder Dos Gardenias para ti ins Programm zu nehmen – auch wieder verständlich, denn die großen Stars wie Ibrahim Ferrer, Rubén Gonzalez oder Compay Segundo wären eh nicht zu überrreffen gewesen. Sie durften wie dann in Form von Filmen oder Fotos auf der Leinwand im Hintergrund  der Bühne sehen. Obwohl es ein schönes Konzert war, blieb es doch nur ein Abschlatsch eines fantastischen Momentes der Entdeckung dieser kubanischen Musiker, die alle erst mit ca. 60 Jahren gekannt wurden. Ibrahim Ferrer ist 2005 vertorben, Compay Segundo und Rubén Gonzalez 2003.
Christa Blenk

 

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Hommage an Gabo

Muchos años después, frente al pelotón de fusilamiento, el coronal Aureliano Buendía había de recordar aquella tarde remota en que su padre lo llevó a conocer el hielo. Macondo era …..

Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendía sich vor dem Erschießungskommandeo an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater ihn mitnahm, um das Eis  kennen zu lernen. Macondo war ….

Der Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez (1927-2014) hat mit « 100 Jahre Einsamkeit » die Welt auf Mittel- und Südmamerika aufmerksam gemacht und der magische Realismus in der Literatur entstand. Sein Eingangssatz ist einer der berühmtesten ersten Sätze in der Literatur des 20. Jahrhunderts überhaupt.

noirmoutier 067Palabraslocaradierung-muereespanola 30x20cmAndante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.evora1Vendée2013-März 145Anna+ 029san lorenzo

Fotos: Christa Blenk; Zeichnungen: Gerardo Aparicio

 

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nach dem Regen

Villa Torlonia 009FrühlingVilla Torlonia 016

und auf artmore

 

Regen

Vendée

Winter in Rom – es regnet und will gar nicht mehr aufhören!

 

Am Tiber

 In Rom

In Ostia Antica

 

Fotos: Christa Blenk

 

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Happy Birthday JN

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Villa Torlonia 016

Gebrauchsanleitung für Silvester

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Andere Länder – andere Sitten

Damit Sie auf Reisen auch nichts falsch machen!

Den schönsten Brauch haben wohl die Spanier und es gibt keinen einzigen Iberer, der nicht um 24.00 Uhr seine 12 Trauben isst – ganz egal wo auf der Welt er sich aufhält. Am besten sind sie natürlich mit den Gongschlägen der Uhr auf der Puerta del Sol in Madrid. Ursprünglich ging es wohl darauf zurück, dass bei den Weinbauern ein Vendée_Nov2011 007Traubenüberschuss herrschte.

In Italien muss man unbedingt Linsen (am besten begleitet von einer fetten Schinkenwurst aus Bolonga) essen. Das bringt Glück aber vor allem Geld! (Allerdings braucht man einen Schnaps anschließend)

Die Franzosen lassen sich den letzten Tag des Jahres etwas kosten und feiern am liebsten ganz schick in einem Restaurant – le Reveillon! – mit exquisiten Gaumenfreuden!

Und während man in Wien in das neue Jahr hineintanzt – natürlich mit einem Walzer – setzen sich die Bergbewohner lieber furchterregende Masken auf und laufen durch den Schnee.

Die Griechen backen ihr Basiliusbrot in das kleine Geldmünzen mit eingebacken werden, und wer beim Essen auf eine Münze beißt, den erwartet viel Glück im kommenden Jahr (aber er muss evtl. zum Zahnarzt gehen).

Die Tschechen halbieren nach Mitternacht einen Apfel und fragen dann das Kerngehäuse wie das neue Jahr aussehen wird. Ein Stern bedeutet Glück, ein Kreuz Unheil.

Die Bulgaren hingegen laden sich dann gleich lieber einen Kirschbaumast auf den Rücken und tragen diesen – gute Wünsche äußernd – spazieren.

Auf der anderen Seite der Erdkugel, in Argentinien z.B. werden alte Unterlagen zerschreddert und die Papierschnitzel – wahrscheinlich weil es dort im Dezember nie Schnee gibt – anschließend aus dem Fenster gerieselt. Die Mexikaner hingegen stellen den Besen vor die Tür, um Altes und Unerledigtes nicht ins Neue Jahr mitzunehmen (oder um die Schnitzel der argentinischen Nachbarn wegzufegen!). Die Chilenen wiederum machen ihr Glück von der Farbe der Unterwäsche abhängig. Trägt man rot wünscht man sich Glück und Leidenschaft. Gelb hingegen sollte man tragen, wenn man lieber reich werden will und wer immer noch auf der romantischen Suche nach Liebe ist, der muss rosa tragen.

Mit der Farbe ROT  liegt man fast überall auf der Welt richtig. Außer in Brasilien – die tanzen ihre Samba lieber in Weiß gewandet.

Die Angelsachsen backen kleine Silvester-Fleischtörtchen (pies) die dann mit Freunden und Nachbarn verspeist werden und weiter über den großen Teich, wenn man das Glück hat in New York zu sein, kann man an der einzigartigen Silversterparty „Balldrop“ auf dem Times Square teilnehmen. Essen tut man eher einfach, denn ein simples Abendessen soll Wohlstand im neuen Jahr bringen.

Wir vertreiben die bösen Geister mit Krach in Form von aufwendigen Feuerwerken. Wenn man es allerdings ruhiger will und ein wenig abergläubisch ist, kann man sich beim Blei das kommende Jahr vorausgießen und dazu einen Krapfen essen.

WAS IMMER SIE AUCH TUN – GUTEN RUTSCH!

Christa Blenk

 

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Rom am 25. Dezember um 18.00 Uhr

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Barrières Vendéennes – Einzäunungen im Marais

Leider gibt es nicht mehr viele davon. Allerdings entstehen in letzter Zeit Reproduktionen.

Wir haben einige ganz alte fotografiert:

Fotos: © Christa Blenk und Jean Noel Pettit

Barrières Vendéennes - Einzäunungen im Marais p1110994-150x150p1110996-150x150p1110999-150x150p1120003-150x150p1120004-150x150p1120006-150x150p1120007-150x150p1120009-150x150p1120010-150x150p1120041-150x150p1120043-150x150p1110992-150x150img_2539-150x150img_2545-150x150img_2547-150x150img_2548-150x150img_2528-150x150img_2532-150x150img_2535-150x150img_2536-150x150img_2546-150x150

 

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Le Gois

 

 

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TEXT FUER KULTURA EXTRA

Mitten im Meer

Die Insel Noirmoutier liegt unterhalb der Bretagne, im Norden der Vendée und für ein paar Stunden am Tag kann man sie über den Meeresgrund erreichen. Die « Passage du Gois » ist eine befahrbare, fast 5 Kilometer lange Furt und führt vom Festland auf die Insel Noirmoutier. Bei Flut ist diese kleine Straße bis zu 3 m komplett vom Meer überflutet. Bei einer Springflut kann das Wasser sogar bis zu 4,5 m steigen. “La grande Marée” (eine Superflut) ist das Zauberwort und sie wird erwartet wie sonst nur noch Weihnachten. In diesem Sommer war der höchste Gezeitenkoeffizient für den 23. August angekündigt: nämlich 109! Wenn man bedenkt, dass der höchste Koeffizient bei 118 liegt, dann war das eines der highlights in diesem Jahr (normalerweise bewegt er sich zwischen 50 und 90). Eine Woche später, am 30.8., wird er auf 33 fallen.

Schon knapp 2 Stunden vor dem Tideniedrigwasser ist das Meer nur noch ein enormer nicht enden wollender Schlammfleck am Horizont und die Autos (und Muschelsammler) liegen in den Startlöchern bis jemand das « go » gibt. Einige mutige Abenteurer, die keine Angst vor Rost haben, sind sogar schon auf dem Gois, bevor das Wasser ganz weg ist und fahren in Zeitlupe weiter. Wir sehen vom Land aus, wie das Wasser an den Rädern ihrer Autos hoch spritzt. Leichtsinnig!

Meeresströmungen aus allen Richtungen waren voraussichtlich für die immensen Sandmengen, die sich schon im Quartär zwischen Insel und Festland festgesetzt haben, verantwortlich. Legenden und Geschichten gibt es viele über den Gois. Über die Jahrhunderte hindurch erzählte man sich, dass man bei großer Ebbe zu Fuß die Insel Noirmoutier erreichten könne. Versucht wurde es sicherlich schon früher, jemand erwähnte sogar, dass die Römer bis auf das kleine Eiland zu Fuß vorgedrungen seien und man sagt, dass der Hl. Philibertus aus Burgund schon im Mittelalter versucht hätte, Polder dort anzulegen. Im Jahre 1702 wollte es ein französischer Marschall genau wissen. Er setzte eine Belohnung aus und drei Inselbewohner waren bereit einen Versuch zu starten, bei großer Ebbe den Gois zu Fuß zu überqueren. Er selber hat wohl nicht sehr an diesen Mythos geglaubt und ist vorsichtshalber mit dem Boot gefahren. Nach 1,5 Std. kamen die tapferen Wanderer am Festland an, kassierten Glückwünsche und Belohnung, um sich auch gleich wieder auf den Rückweg zu machen.

In der Französischen Revolution, genauer gesagt im Vendée-Krieg, war die Insel Noirmoutier ein Zufluchtsort der katholischen Royalisten, viele ihrer Verfolger wurden beim Marsch auf die Insel von der Flut erfasst und kamen darin um. Meistens wurde die riskante Überquerung über Sandbänke zurückgelegt. Später hat man dann Fundamente angelegt und die Sandbänke miteinander verbunden. Sie bilden immer noch die Grundlage der jetzigen Fahrbahn. Von 1935 bis Kriegsbeginn wurde der Weg mit Platten belegt und später dann asphaltiert. Die Wehrmacht hat den Gois auch genutzt, sowohl bei der Besetzung 1940 als auch beim Rückzug 1944. Während dieser Zeit war die Insel nur per Passierschein zu erreichen.

Mittlerweile stehen auf beiden Seiten Warntafeln in drei Sprachen, diese kündigen elektronisch an, ab wann eine Passage gefahrlos möglich ist. Bei großer Ebbe ist der feuchte morastige weiche Schlamm voller Krabben und Muscheln und wird für Hunderte zum kostenlosen Fischmarkt. Man kann nicht widerstehen, sich unter die Muschelsucher zu mischen, die mit Eimern, kleinen Schaufeln und Gummistiefel bewaffnet, ihr Abendessen aus dem Schlick holen. Zwischen den Sammlern fahren dann – auf dem Meeresgrund – die Traktoren der Austernfarmer, die ihre Ernte nur bei Ebbe einbringen können.

Dann und wann kommt es aber trotzdem zu Unfällen, vor allem wenn ein eifriger Sammler die noch verbleibende Zeit vergisst. Für diese Gestrandeten sind alle paar Meer hohe Stangen mit Sprossen aufgestellt, auf die man flüchten kann, bis das Wasser wieder verschwindet. Im Volksmund sind das die Papageienmasten ( « mâts de perroquets »).  Das Auto, freilich, wird unbrauchbar und manchmal nachts von Tauchern”geleert”.

Mit der Zeit wollten aber immer mehr Menschen auf diese attraktive kleine Salzinsel bzw. deren Bewohner aufs Festland. 1970 zählte man ca. 900 000 Überquerungen und die Nutzung nur ein paar Stunden pro Tag reichte nicht mehr aus. So wurde 1971 eine Brücke gebaut. Seitdem ist die Insel Noirmoutier, die ausgezeichnetes « Fleur de Sel » produziert, ein noch beliebteres Ausflugsziel geworden und der Gois für alle Gourmets (und Gourmands) ein “must”. Lokale Wettrennen werden auch veranstaltet. Der Rekordhalter ist seit 1990 nicht übertroffen worden, sagt man. Er hat den  Übergang in 12 Minuten und 8 Sekunden geschafft.

Ein paar Kilometer weiter Richtung Süden am Ende der kleinen Ortschaft “Notre Dame de Monts” gibt es den Pont d’Yeu (er soll einer anderen Legende nach auf die Insel Yeu führen – das hat aber noch niemand getestet, da die Insel ca 40 Minuten Fahrtzeit mit der Fähre vom Festland entfernt ist). Bei einem Gezeitenkoeffizienten von über 100 kann man aber leicht auf die ca. 2 km entfernte vorgelagerte Insel gehen und sich dort seine Abendmahlzeit sichern. Nach ca. 300 m verwandelt sich der weiche zauberhafte Sandstrand allerdings in einen sehr steinigen und unwirtlichen Weg, den man nur mit Schuhen begehen kann. Wenn man schnell ist und keine Angst vorm Nass hat, kommt nach nach ca. 3500 Meter an das hintere Ende der Insel. Dort angelangt, empfiehlt es sich aber, nicht allzu lange nach Muscheln zu suchen, sonst muss man die letzten 500 Meter bis zur Taille im Wasser waten, immer mit der Angst, dass die Beute wieder ins Meer zurückkehrt.  (Und wer kein Glück hat, kann sich die Muscheln immer noch schnell auf dem Fischmarkt von Notre Dame de Monts kaufen).

Christa Blenk

 

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El Mundo primordial de Emanuel Borja

Trabajos primordiales de los 70 y 80

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trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
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Protégé : Opera Opera

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7 /8 de diciembre 1992

Mañana gris, fría y nebulosa

Una frase del joven Cioran, que aún escribía en rumano que me pone los nervios a flor de piel pues se trata justamente de calificar las sedientas e inconmensurables pretensiones de la Vanguardia (« Le livre del Leurres », 1936) « Vivons dans l’extase de l’illimité, aimons tout ce qui ne connaît pas de borne, détruisons les formes et créons le seul culte qui en soit exempt: celui de l’infini »: Es una buena caracterización para la generación de locos de los prolegómenos de la II Guerra Mundial.

César está estudiando como un león!

La utopía, el ideal mueve a los hombres, da sentido a las gentes, asegura a los estados. Convertida en motor y finalidad se trasforma en un monstruo sediento de sangre capaz de servirse de todos los medios en la consecución de sus fines.

Sobre el « no » de Suiza al EEE (Espacio Económico Europeo) que agrupa a la CE y a la EFTA levanta muchas dudas de como mucha gente confunde sus deseos de que todo siga igual con los cambios que se producen en el mundo. El País en su editorial resume muy bien la idea de lo que ocurre.

Bald geht es weiter

21.03.1992

Mucho aire, lluvia y gris, sol a ráfagas.

Aún me duelen las piernas de ayer. Un montón de periódicos a mi alrededor y con la amenaza de tener que ayudar a Cesar, inicio mi jornada.

Tendemos a pensar que la sociedad civil, la gente vota y decide con un instinto cartero lo que conviene. Lo malo es que no siempre ha ocurrido así. Lo cual nos deja perplejos. El voto alemán a Hitler en el 32, la guerra civil de Yugoslavia, la atomización de la URSS son movimientos a contracorriente de lo que pensamos que debe ser la historia. El que vota a Le Pen, o a los terrorismos, el que justifica sus orígenes sangrientos a los nacionalismos es algo inexplicable al lado del sentido común mínimo que esperas de la gente.

Soy bastante pesimista sobre el tema de Sudáfrica pero desde luego el éxito de de Klerk en el referéndum esta de acuerdo con el « debe ser  » de la historia.

En la política americana también se perfila la victoria del sentido común y ahora se enfrentaran los dos candidatos más presentables que son el propio Bush – hundida la amenaza Buchanan – y el nuevo demócrata que es Bill Clinton.

José Antonio Marina recibe el premio Anagrama con el texto « Elogio y refutación del ingenio »:

« Con el ingenio el ser humano busca burlar lo que le oprime. Y un ejemplo son los chistes ». Para él el arte moderno está lleno de ingenios « llega un momento que gira sobre sí mismo y se hace aburrido ».

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