Archives pour la catégorie Musique



« Orphée d’Or » für « Madame Curie »

Elzbieta Sikora hat für « Madame Curie » gerade zwei Preise gewonnen:

ACADÉMIE DU DISQUE LYRIQUE
GRAND PRIX INTERNATIONAL DU DISQUE LYRIQUE
ORPHÉES D’OR 2013
25 juin 2013, Théâtre du Châtelet

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 Portrait d’Elzbieta Sikora

meine DVD Besprechung

Weltpremiere in der UNESCO 

 

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DVD Besprechung Madame Curie

Madame Curie von Elzbieta Sikora

 

 

Mussorgsky und Kandinsky: als die Bilder laufen lernten

Mussorgsky und Kandinsky: als die Bilder laufen lernten dans Art kandiskij-mussorgsky-150x150 Foto: ©IUC

Inspirationen: Hartmann – Mussorgsky – Kandinsky

Piano mit Video-Rekonstruktion in der Aula Magna in Rom am 28. Mai 2013

1874 organisierte die Akademie der Künste in St. Petersburg eine Ausstellung von 400 Bildern des 1873 (nur 39jährig) verstorbenen Architekten Viktor Hartmann. Sein Freund Modest Mussorgsky besuchte diese und wird zu dem Klavier-Zyklus  « Bilder einer Ausstellung » inspiriert.

1928, also 54 Jahre später, hört Wassily Kandinsky in Dessau die Musik und schafft diese geniale konstruktivistisch-bewegliche Bühnenkomposition. Kandinsky hatte sich schon früher – noch in München um die Jahrhundertwende – für Farben, Musik und Bewegung interessiert (« Der gelbe Klang »), aber nicht zu Ende gebracht. Die zehn noch erhaltenen farbigen Aquarell-Entwürfe  dienten als Grundlage für die Konstruktion der Elemente. Eine eigene Welt von Farben, Licht, Formen, ständig in Bewegung, eine Sezierung und Wiederherstellung der Bilder.  Die Realisierung des Videos übernahm seinerzeit Arthur Spirk.

Gestern abend hat der russische Pianist Mikhail Rudy die  Originalversion von 1928  für Piano und synchronisierter Videoinstallation vorgetragen.

2013-05-29-10.20.04-150x150 dans Musique Street Art (Foto: cb)

In den 16 Bildern seines Musik-Universums gibt Mussorsgky seine Eindrücke der Ausstellung wieder; sie sehen und hören sich ungefähr so an:

Promenade I und II: der Komponist geht durch die Ausstellung. Die Musik wird von  zwei roten Kreisen und einem Rechteckt begleitet. Dieses Thema taucht insgesamt 5 x – immer leicht variiert – auf.

Gnomus: Ein krummer linkischer  Zwerg hüpft herum – Lamento, Schmerz, Qual, Stolpern, Schreikrmäpfe – spieltechnisch eine große Herausforderung

Das alte Schloß: Ein Troubador singt vor einem alten Schloß – eine ruhige Romanze

Die Tuilerien: Kinder streiten sich während sie in den Tuilerien spazieren gehen

Bydlo (der Ochsenkarren): Ein alter Wagen mit großen  Rädern. Viel Bass und etwas schwerfällig bis die Musik immer weniger wird, je weitr sich der Karren entfernt

Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen: Hartmanns Skizze für eine Szene im Ballet Trilby, das 1871 inSt. Petersburg aufgeführt wurde. Hüpfende und trillernde Musik

Samuel BGolden und Smuyle: Bleistiftskizzen zweier Juden – einer reich der andere arm – die sich miteinander unterhalten. Jammern, Gezeter, Bass – einne Hand spielt Goldenberg, die andere Schmuyle – nach dem Disput werden sie dann zusammengeführt.

Der Marktplatz von Limoges: Französische streitende Marktfrauen – die Musik führt direkt hinab in die ..

Römischen Katakomben mit Totensprache: Hartmann untersucht die Katakomben von Paris. Düstere Stimmung beim Anblick all der Totenschädel und Knochen. Es wird als Requiem für Hartmann bezeichnet.

Die Hütte der Baba-Yaga: Dichter Wald, Grauen und mörderischer Hexenritt der Baba Yaga. Die Hütte auf Hühnerfüssen

Das Heldentor in Kiew: Skizze für ein Stadttor im altrussischen Stil, die Kuppel hat die Gestalt eines slawischen Helms. Russisch-orthodoxer Gesang und Glocken. Zum Schluß nochmals das Promenaden-Thema.

kandinsky-musorgsky-con-pianoforte-150x150Mikhail Rudy (Foto: IUC)

Ein aussergewöhnliches Erlebnis! Rudy hat mit viel Kreativität, Unabhängigkeit und Leidenschaft diese laufenden Bilder begleitet. Studiert hat er am Moskauer Konservatorium, seit 1975 lebt er allerdings in Frankreich. In der Cité de la Musique wurde dieses Projekt mit großem Erfolg im Jahre 2010 aufgeführt, ging dann weiter nach Metz, Rouen, Wimbledon, St. Petersurg, Mailand und Sevilla und gestern durften wir es hier in Rom genießen.

Christa Blenk

s.a.

http://www.bilderbuehne.de/index.php?option=com_content&view=article&id=6&Itemid=44

 

The Rape of Lucrezia von Benjamin Britten beim Maggio Musicale Fiorentino

The Rape of Lucrezia von Benjamin Britten beim Maggio Musicale Fiorentino dans Musique firenze-073-150x150 Teil des Bühnesbildes

Das Maggio Musicale Fiorentino  ist das älteste Musikfestival in Italien. Gegründet  1933 von dem Dirigenten Vittorio Gui mit der Idee, zeitgenössische und vergessene Opern von Mascagni bis Stravinsky  aufzuführen. Im Laufe der Zeit ist der « Florentinische Mai »  immer hochkarätiger geworden und hat viele berühmte Sänger und Dirigenten, wie Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler, Zubin Mehta und Herbert von Karajan nach Florenz gelockt.  Das Repertoire  hat sich mittlerweile erweitert. Dieses Jahr reichte das Programm von Vivaldi über Mozart, Wagner und Verdi bis hin zu Britten, zu Konzerten und Balletaufführungen. Zubin Mehta ist derzeit der Chefdirigent und Paolo Arcà der künstlerische Direktor.

Ich war im bezaubernden kleinen Teatro Goldoni bei Benjamin Brittens (1913-1976) erster Kammeroper  für nur 13 Musiker  - « The Rape of Lucretia ».  Das Libretto stammt von Ronald Duncan nach einem Schauspiel von André Obey « Le Viol de Lucrete » der sich seinerseits an ein Shakespeare-Gedicht anlehnte.

Daniele Abbado hat die Geschichte als griechische Tragödie in den Farben blau, grau und weiß inszeniert. Die Bühne ist unterteilt: im unteren Teil spielt sich die Handlung ab und darüber – luftig und durchsichtig nur mit Leitern und Brettern verbunden -  der Chor, der sich ab und zu in die Handlung einmischt und dann nach unten klettert. Vor der Bühne hängt eine durchsichtige Leinwand auf der Bilder und Filme vorüberlaufen.

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Etruskersiedlung in Cerveteri/Tarquinia (Foto: © Christa Blenk)

Während die 13 Musiker, glänzend dirigiert von Jonathan Webb, die Ouvertüre spielen, werden auf eben dieser Leinwand Fotos von etruskischen Statuen eingeblendet, im Hintergrund sieht man schon die beiden – weiß-geschminkten – Erzähler in dunkelblauen Tuniken (Chorus Tenor und Chorus Sopran) – ausgezeichnet John Bellemer und Cristina Zavalloni. Sie erklären dem  Publikum die korrupten Zustände im Rom unter der Führung des Etrusker Prinzen Tarquinius   ca. 500 v.C. und beklagen sich über den Sittenverfall.

 

In einem Feldlager vor den Toren Roms zechen die römischen Generäle Collatinus und Junius mit Prinz Tarquinus, dem verwöhnten und kaltschnäuzigen Sohn eines etruskischen Tyrannen. Sie philosophieren über die Untreue der Frauen. (Witzige Passage, als sie erzählen wo welche Dame ihren Gatten betrogen hat). Einzig Lukretia, die Frau von Collatinus, ist züchtig und treu. Sie steht für die Aufrechterhaltung der Sittlichkeit!  Der Frauenheld und Junggeselle Tarquinius – er steht für den Verfall jener – verspottet Junius, dessen Frau ebenfalls untreu war, dieser fühlt sich provoziert und schlägt Tarquinius eine Wette vor. Er soll Lukretias Treue auf die Probe zu stellen. Tarquinius willigt ein und stürmt nach Rom. Chorus Tenor beschreibt den Ritt, begleitet von wilden sehr ästhetichen Reiterbildern. Musikalisch ist diese Szene ein Hochgenuss. Tarquinius kommt mitten in der Nacht im Hause der Lukrezia an, wo diese mit ihren Begleiterinnen  Bianca  und Lucia am Spinnrad sitzt und von der Liebe zu ihren Manne Collatinus spricht. Diese Arien, vor allem die von Lucia, hat Britten ganz klar seinem Vorbild und Meister Purcell gewidmet. Unter dem Vorwand, dass sein Pferd verletzt ist wird er reingelassen und darf seinem Wunsche entsprechend über Nacht bleiben. Der erste Akte geht mit einer umwerfenden Arie der Frauen zu Ende.

Photos-pomp-003-150x150 Street Art (Foto: © Christa Blenk)

Chorus Tenor und Chorus Sopran (sie sind die einzig hellen Stimmen in dem Stück) beschwören einen bevorstehenden Aufstand der Römer gegen die Etrusker.  Lukretia liegt auf ihrem weißen Nachtlager während Tarquinius sich zu ihr schleicht, und obwohl sie sich mit allen Kräften wehrt, wird sie  zum Schluss von ihm vergewaltigt (sein Eindringen ins Schlafgemach wird von Trommeln begleitet, später wird es dann die weinende Harfe sein). Daniele Abbado vergleicht diese Schändung mit den Greueltaten der Nazis und vor uns laufen nun  Filmaufnahmen vor und während des 2. Weltkrieges ab: SA und  SS-Symbolik, Stiefel, Marschieren, Konzentrationslager.  Die Musik rastet aus. Am nächsten Morgen schickt Lukretia ihre Dienerin Lucia weg um ihren Mann zu holen. Er eilt – nichts Gutes ahnend – nach Rom und kommt gerade an,  als sie sich das Leben nimmt, weil sie mit der Schande und der Demütigung  nicht weiterleben kann und will. Dazu ist sie auf die Ebene des Chors geklettert und wickelt sich – während sie ein unheimlich berührendes Lamento singt – in dicke Seile und stirbt vor den entsetzten Augen Aller.

Die  Handlung wird von der Musik perfekt begleitet und wir spüren und hören das Entsetzen und das sich zuspitzende Drama. Die Musik von Britten ist eher traditionell, aber perfekt aufgebaut und ein echtes kammermusikalisches Meisterwerk. So war es auch gleich ein riesiger Erfolg bei der Premiere in Glyndebourne 1946. Es hat keine einzige langweilige Szene oder Note und jedes Instrument und jeder Ton ist perfekt auf die Handlung abgestimmt. Das Libretto ist ausgezeichnet und sehr anspruchsvoll, hat  manchmal sogar witzige Passagen.

Der Kriegsverweigerer und religiöse Pazifist Britten stellt hier sämtliche Ideale und Vorstellungen von Sitten, Ethik und Menschlichkeit an den Pranger und in Frage. Für die nur 13 Instrumente hat er eine dramatische, klare und subtile Sprache gefunden. Arien und Rezitative verbindet er miteinander und baut immer wieder Brücken zur Barockoper (Purcell) so auch u.a. mit der Passacaglia zum Schluss und mit Lukretias Lamento.

Die aufsteigende Mezzo Kirstin Chavez (sie ist zur Zeit die Vorzeige-Carmen)  ist eine sehr authentische und perfekte (zurückhaltende und trotzdem sehr verführerische) Lukretia. Sie hat uns mit ihren Darbietungen fast zum Weinen gebracht, zuerst mit ihrer Liebe zu Collatinus und dann mit ihrem Schmerz. Der kroatische Bariton Miljenko Turkist ein sehr überzeugender agressiver und zynischer Tarquinius.  Sehr gut in der Rolle des seriösen und würdigen Collatinus ist Roberto Abbondanza (Bass), Gabriella Sborgi ist die Zofe Bianca und Laura Catrani die frisch-fröhliche junge Lucia.   Philip Smith ist der neidische und mißgünstige Junius. Die Vorstellung war einfach nur perfekt und obwohl sie alle sehr textverständlich gesungen haben, gab es die Untertitel in englischer und italienischer Sprache.

Ein hinreissendes Werk in einem wunderbaren Umfeld, musikalisch ausgezeichnet – Sänger wie Musiker – nochmals hervorzuheben die beiden « Chöre »: Cristina Zavalloni und John Bellemer, die die Fäden immer wieder zusammen gebracht haben.  Großes Kompliment!

firenze-072-150x150 Teatro Goldini

Christa Blenk

 

 

Requiem di Hans Werner Henze – (articolo in italiano)

versione originale tedesco

Requiem di Hans Werner Henze - (articolo in italiano) dans Musique auditorium-002-150x150 Auditorium Sala Santa Cecilia

Meinst du, der alte Geiger,                            Tu credi, vecchio violino
Dem die Gestirne tanzen                                che fai danzare le stelle,
Zur starken Weltenfiedel,                               che la nostra vita terrena,
Wenn’s einmal abgespielt ist,                         una volta che sia finita
Noch einmal ‚runterspielen,                            diverrà nuovamente musica,
Nur höher, in der Quinte?                                Ma più alta, sulla quinta?
(Nikolaus Lenau, Der Steirertanz)                   (Nikolaus Lenau, Der Steirertanz)
 
(da Reiselieder und Böhmische Quinten)

Proprio quando Hans-Werner Henze all’inizio del 1990 riprendeva in mano una prima stesura del concerto per il Marigny per farne una rielaborazione, arrivò una telefonata da Londra, dalla Royal Opera House, Covent Garden. Si stava pianificando un concerto in memoria di Michael Vyner. Per tale iniziativa si chiese il contributo tra l’altro di Berio, Birtwistle, Górecke, Takemitus e anche il suo. Il concerto doveva essere eseguito dalla Sinfonietta London, dall’ensemble di Michael Vyner, che era deceduto due anni prima. Hans-Werner Henze decise di utilizzare il concerto per il Marigny come materiale di base per una composizione ciclica che occupa un’intera serata, cosa che aveva in mente da anni: il suo Requiem di 9 movimenti per pianoforte e solo di tromba e grande orchestra da camera per il ruolo drammaturgico. Una composizione per 33 strumenti, senza voci. Ciò che normalmente si canta viene trasmesso agli strumenti. Musica che parla di un’amicizia, della vita e della sofferenza, della speranza e dell’amore. Henze stesso la chiama “un’opera piena di immagini e di metafore di musica assoluta”.
Il primo movimento Introitus Requiem Henze aveva previsto come pianista Paul Crossely fu rappresentato in prima assoluta già il 6 maggio 1990, a Covent Garden.
Nel maggio 1990 Luigi Nono viene sepolto a Venezia Henze era presente muto e profondamente commosso. Dopo questa seconda perdita di un amico ritornò via Monaco di Baviera a Marino e scrisse un Triptichon per un quintetto di pianoforte. Più tardi questo pezzo avrebbe fatto parte del suo Requiem. Un Requiem senza canto.

Ora si passa all’opera
Il primo movimento Introitus per pianoforte e piccolo ensemble d’archi è una memoria di cose vissute insieme, è nostalgico e lento.
Dies irae il giorno dell’ira inizia con tamburi, quasi con allusioni al jazz, un giorno tremendo nella vita, o il più tremendo qualcosa d’ importante è andato perso. Un girarsi tra rabbia e impotenza.
L’ Ave verum parla dell’ammirazione di Henze per Hölderlin. Archi e pianoforte, nostalgici, romantici.
Con oboe, flauto e campanelli si prosegue per il Lux Eterna, un esplicito riferimento a Tristano. Henze pensa alla sua amata Marino con la luce del sole splendente e alla musica del pastore di pecore sull’Appia Antica.
Rex tremendae inizia con un assolo di tromba, si aggiungono i violoncelli e le percussioni. E’ uno Tsunami aggressivo e fanatico.
Un piccolo ensemble di archi introduce l’Agnus Dei. Henze ha ripreso il ritmo pastorale della missa solennis. Il suo Tubamirum è stato terminato, come ultima parte, nell’estate del 1992. E’ misto di marce, inni e canzonette, flash e fanfare. Musica da banda della peggior specie. Deve far venire i brividi (parole sue). Ottoni trombone temporale.
Un Lacrimosa pieno di dolore e piangente archi e piano ci riportano giù. Ma ci vuole un po’ prima che svanisca per noi la paura e il panico.
Il suo Sanctus per il quale i musicisti si distribuiscono nella sala, vuole squarciare il cielo di Tiepolo, per inondare un po’ il mondo triste con la luce perpetua. Nelle sue Reislieder mit böhmischen Quinten egli dice: “Il mio Requiem è laico, multiculturale e fraterno; è scritto in memoria di Michael Vyner. Questo nome rappresenta praticamente tutti coloro che sono scomparsi prematuramente nel mondo, e la mia musica lamenta le loro sofferenze e la loro morte.”

Frammento dal Requiem
La prima assoluta di questa stesura completa è stata eseguita soltanto nel febbraio 1993, in un concerto organizzato dal Westdeutscher Rundfunk, nella Filarmonica di Colonia, con l’Ensemble Modern, sotto la direzione di Ingo Metzmacher, l’allora stella nascente nel firmamento musicale contemporaneo, con Hakan Hardenberg alla tromba e Ueli Weigt al pianoforte. Il 5 settembre, alla prima britannica, c’è stata poi un’ulteriore rappresentazione di Oliver Knussen, nelle Proms, con Paul Crossley al pianoforte.

Poi, una rappresentazione all’Accademia Nazionale di Santa Cecilia e del PMCE Parco della Musica, intenso e suonato con concentrazione sotto la direzione di Tonino Battisa. Al pianoforte Giovanni Bellucci e alla tromba Nello Salza. La sala, piena per ¾ , con un pubblico relativamente giovane, ha vissuto il Requiem in silenzio e raccoglimento e dopo 75 minuti senza intervallo, ha richiamato gli interpreti con entusiasmo tre volte sul palcoscenico. E’ stato un concerto di hommage a Hans-Werner Henze, commovente (benché il concerto fosse stato in programma già nel Settembre del 2012, prima della morte di Henze).

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Hans-Werner Henze, nato nel 1926, ha trascorso la maggior parte della sua vita in Italia, precisamente a Marino (una piccola località vicino a Roma). E’ stato uno dei compositori più importanti del ventesimo secolo. Non voleva fissarsi su un determinato stile o prediligere una tecnica particolare. Henze è stato un compositore molto politico e sociale (We come to the river). Ha preso i testi per le sue opere tra l’altro da Ingeborg Bachmann (Der junge Lord) con la quale ha vissuto anche un periodo a Napoli, Wyston Hugh Auden (The Bassarids), Christian Lehnert (Phaedra) e Hans-Ulrich Treichel (Das verratene Meer). Nel Prinz von Homburg (anche questo un testo di Ingeborg Bachmann) si è avvalso di un testo di Heinrich Kleist. Hans-Werner Henze ha creato dieci sinfonie, un gran numero di opere concertate per ensemble e grandi orchestre, musiche da camera o opere vocali per solo, duetto e coro. La lista non finisce mai. Ha scritto anche più di 20 opere liriche, spesso rielaborate e con nuova orchestrazione… come era solito fare (p. e. das verratene Meer oppure il Requiem).

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Il grande maestro Hans-Werner Henze è deceduto il 27 ottobre a Dresda. Vi si trovava per assistere alla rappresentazione di Wir erreichen den Fluß. La sua ultima opera, Overture zu einem Theater, è stata suonata in prima assoluta a Berlino il 20.10.2012. Poco fa Antonio Pappano ha offerto questa piccola composizione al pubblico all’Auditorium, prima della rappresentazione della Petite Messe.

Christa Blenk
tradotto da Brigitte Mayer

Opera de Elzbieta Sikora « Madame Curie » – articolo in italiano

 

 Madame Curie – DVD

 Madame Curie – critique en français

youtube-Madame Curie – Musik-Ausschnitt

Portrait Elzbieta Sikora

 

Opera de Elzbieta Sikora

La prima assoluta di Madame Curie nell’UNESCO (11/2011 Paris)

Alla fine dell’anno della chimica l’ UNESCO festeggiò ancora un trionfo: la prima mondiale assoluta dell’opera Madame Curie di Elzbieta Sikora. Nella grande sala dell’UNESCO, la sala I, ci sono delle manifestazioni di ogni tipo. Il tema è cultural diversity: i 195 stati membri dell’UNESCO tentano di presentare il loro mondo e la loro cultura agli altri. Si può vedere delle rappresentazioni di balli asiatici, conferenze riguardanti poeti latino-americani e rappresentazioni di musica europea. Madame Curie è stata – dopo la rappresentazione dell’anno scorso dell’opera/teatro Experimentum Mundi di Giorgio Battistelli – di gran lunga l’evento più interessante e affascinante. La grande sala I dell’edificio Fontenoy certamente non è un luogo ideale per concerti e opere; ma l’ensemble ha dato prova che è un luogo possibile.

Già due anni fa la compositrice polacca Elziebta Sikora – che è arrivata a Parigi negli anni 60 e tuttora ci vive e lavora – ha iniziato con il lavoro di Madame Curie. Forse era previsto che quest’opera potesse essere rappresentata in prima assoluta alla fine dell’”anno della chimica”, ma in ogni caso è stato una cosa molto positiva per l’UNESCO e gli spettatori. Il libretto è di Agata Miklaszeweska – che avendo studiato psicologia e ha messo in risalto i problemi umani di Marie Curie. E’ stato secondario, cosa avesse finalmente sviluppato o scoperto. Determinanti sono stati la morte di suo marito, la sua Affaire con Paul Langevin, il suo problema con la società francese (soprattutto con gli uomini), e la sua indecisione, di ritirare o meno il premio Nobel, le sue ambizioni, l’America ecc.

Gioie, dolori, invidia, morte, provvidenza: Teatro greco allo stato puro. Al podio stava Wojciech Michniewski e dirigeva l’Opera baltica di Danzica. Strumentisti, coro, pianoforte concertando (qualche volta), grandi arie per i solisti, visioni nella scena accompagnati da una musica che continuamente cambiava, raccontava…

 Nella Madame Curie Elzbieta Sikora si è anche avvalsa delle sue esperienze con la musica elettronica con Pierre Schaeffer – ma non ha escluso la classica. Appositamente, dice. Arie incantevoli, soprattutto per Marie Curie, soli interessanti come il solo per clarinetto che accompagna Loie Fuller, meravigliosi pezzi di coro – il coro del resto gioca un ruolo molto importante a partire da metà dell’opera, p. e. quando i rumori del coro che legge il giornale intervengono nella musica, o nel duo delle tazze (c’è un pezzo simile nelle Tre Sorelle di Peter Eötvös – ma il presente è quello che è riuscito meglio) delle due figlie di Marie Curie, che vogliono costringere i genitori a prestare loro attenzione. (Io spero molto che Bernard Jourdain voglia interessarsi di Madame Curie con la sua opera Côté Chour).

E’ piuttosto difficile catalogare la musica – Elzbieta Sikora lo conferma in un’intervista.

Si è molto occupata di Marie Curie, ha letto le sue biografie e si è occupata di chimica e fisica. Forse è proprio grazie a questo che la sua creazione è riuscita così compatta e avvincente – lirica e contemporanea, poetica. Non esistono molte donne compositrici. Se lei ha elaborato anche tratti autobiografici non è dato a sapere – ma certamente ha dovuto lottare nella sua vita. Ambedue le donne venivano dalla Polonia e hanno scelto Parigi come loro seconda patria. Nel 1981 Elzbieta Sikora nel concorso per compositrici della città di Mannheim ha ottenuto il primo premio. Chantal Cazeaux ha accennato nella sua critica francese alla Classe Morta di Kantor – forse non solo a causa dei coristi simili a bambole.

Teatro musicale o opera? 30 quadri raccontati. La scenografia praticamente non cambia mai. Nel centro – davanti all’orchestra – un grande tavolo, dietro il quale c’è Anna Mikolajeczyk, che rappresenta una meravigliosa Marie Curie, con il suo camice grigio di laboratorio, i cappelli leggermente spettinati – quasi trascurata. Ad ogni lato del palcoscenico c’è una tribuna per il coro. Lo stesso rappresenta il pubblico e da questa tribuna Marie viene ammirata, lodata, insultata, disprezzata. I suoni d’insieme hanno raccontato la storia che si poteva leggere sopra il palcoscenico (l’opera era in lingua polacca).

La gente va e viene – Marie c’è sempre. Sul tavolo giace prima suo marito Pierre dopo l’incidente mortale e dopo Loie Fuller, la danzatrice meravigliosa, che accede al palcoscenico quasi sospesa – innocente, fragile, con la camicia da notte bianca, poi balla con Marie, finisce sul tavolo e vi muore – anche una vittima del Radio? La danzatrice americana Loie Fuller venne a Parigi nella Belle Epoque e destò grande meraviglia con le sue coreografie magnifiche. Una volta chiese anche alla Curie un poco di Radio per uno dei suoi costumi. Ma non so, se lo ha ottenuto. Nel libretto della Signora Miklaszeweska la risposta è affermativa.

Le opere contemporanee spesso hanno una vita breve. Vengono create, c’è la prima assoluta, e poi scompaiano spesso negli archivi. Questo senz’altro non sarà il destino di Madame Curie.

 Quando è stata annunciata la rappresentazione, mi sono preparata a un pezzo udibile con difficoltà e ho aspettato con gioiosa trepidazione quest’evento. Poi la rappresentazione è stata del tutto differente – dovevo pensare alle rappresentazioni delle opere di Henze, ma non esattamente. Mi piacerebbe molto rivivere quest’emozione ancora una volta. Purtroppo non è stato possibile per me, essere presente alle rappresentazioni dell’ultima settimana a Danzica.

 Christa Blenk

(tradotto da Brigitte Mayer)

 

Rienzi an der Oper in Rom

Rienzi an der Oper in Rom dans Musique anna-040-150x150 Ausschnitt Marc Aurel Säule an der Piazza Colonna

Rienzi kehrt nach Rom zurück
« Die Freiheit Roms sei das Gesetz, ihr untertan sei jeder Römer; bestraft sei streng Gewalt und Raub und jeder Räuber Roma Feind! » (1. Akt, 4. Auftritt)
Lug, Betrug, Verrat, Intrige, Untergang : und das 100 Jahre vor Machiavelli!
Im Wagner- und Verdi Jahr 2013 wurde zum ersten Mal „Rienzi – der letzte der Tribunen“ in Rom in deutscher Sprache aufgeführt – fast um die Hälfte gekürzt. Vor der Premiere entstand erst mal eine kurze Panik, da ein angekündigter Streik diese gefährdete. Aber Italien ist ja ein Land der Improvisation und so wurde die Premiere kurzerhand verschoben.

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Sacrum romanum imperium in der Mitte des 14. Jahrhunderts (Exkurs: Papstsitz war Avignon und der aus einfachen Verhältnissen stammende Notar und Gelehrte Cola di Rienzo war gerade wieder aus Avignon zurückgekehrt um – wie wir wissen vergeblich – den (französischen) Papst Clemens VI  dazu zu bewegen, nach Rom zurückzukehren):  Rienzi taucht auf, macht einen Versuch – mit Unterstützung des Klerus – Rom von der Gewaltherrschaft der Patrizierfamilien Colonna und Orsini zu befreien („Erstehe, hohe Roma, neu“)  und es den Römern zurückzugeben. Die wankelmütige Meute hält zuerst zu ihm, jubelt ihm zu, er zieht ins Kapitol, begnadigt auf Bitten seiner Schwester Irene und deren Geliebten Adrian (Sohn des Colonna), die Adeligen, die ihn ermorden wollten. Diese Tat verzeihen ihm die blutrünstigen Lumpen nicht und wenden sich von ihm ab, um sich einem anderen Schreier zuzuwenden. Adrian Colonna, liebt Irene aber mehr noch seinen Clan und muss ausserdem seinen von Rienzis Leuten getöteten Vater rächen. Irene zweifelt, bleibt beim geliebten Bruder, geht mit ihm in den Kerker und Rom brennt! Ob Rienzi ein idealistischer Befreier oder ein Tyrann war, bleibt unserer Fantasie überlassen?

Der 28-jährige Wagner hat sich gleich nach der Lektüre von Edward Bulwer Lytton’s Roman entschieden, aus dem Rienzi-Stoff eine „Grand Opéra“ zu komponieren – er brauchte einen Erfolg. Meyerbeer und Auber mussten übertroffen werden; ich denke er hat das geschafft. Wagners musikalische Dramaturgie ist perfekter und genialer durchkomponiert als die französische Oper des 19. Jahrhunderts – sie war nur viel zu lang und trotz Meyerbeer’s Fürsprache wurde sie in Paris abgelehnt. Die Uraufführung fand dann 1842 in Dresden statt.

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Vor vollem Haus triumphierte Richard Wagners dritte Oper Rienzi, eben weil sie gekürzt war, weil es kein Nibelungen-Thema war – wie die hiesige Presse vermerkte – , weil es in Rom spielt, weil es die römische Oper schlechthin sein könnte (wie Hugo de Ana erklärte) und weil die Musik so klingt wie eine Verdi-Oper. Dementsprechend wurde auch jedes Mal nach einer „belcanto Arie“ heftig applaudiert und somit sind dann aus den geplanten 3 ½  Stunden doch fast 4 geworden. Mit Rienzi hat Wagner zum ersten Mal Erfolg gehabt. Das Thema gibt Wagner viele Möglichkeiten zu bombastischen und wuchtigen Arien und Melodien, Märschen und Drohpartien – es ist fast immer laut, er haut auf die Pauke! (und wenn es mal zart und lieblich wird wie bei Adrians Arie „Gerechter Gott, so ist’s entschieden schon!“), dann wickelt garantiert ein Nachbar grad ein Hustenbonbon aus oder jemand geht raus oder ruft seine emails ab etc – das ist auch Rom).
Der Musikwissenschaftler Egon Voss sagte 1983 folgendes über den Rienzi: … So gelang Wagner mit dem „Rienzi“ erstmals ein Werk eigener Prägung … erstmals ist das spezifisch Wagnersche Idiom hörbar, das in Werken wie „Die Feen“ und „Das Liebesverbot“ weitgehend fehlt. Dennoch: Wagners Rienzi ist über weite Strecken eher eine italienische als eine deutsche Oper; Wagners Vorliebe und Begeisterung für Bellini hat sich keiner seiner Partituren so eingeprägt wie dem Rienzi …

Verständlich, dass die Oper in den 30er Jahren ständig aufgeführt wurde und zum Repertoire aller wichtigen Opernhäuser gehörte. Das hat sich nach dem Kriege geändert, Rienzi war als „profaschistisch verschrieen und wurde so gut wie nicht mehr aufgeführt. In Rom konnte man diesen „Jugendstreich“ von Wagner 1969 als „versione ritmica italiana“ mit Arrigo Boito unter Oliviero De Fabritiis sehen – seit dem nicht mehr.

Wagner selbst hat seinen Rienzi später vergessen wollen. Er nannte das Werk einen „Schreihals“. Während Eduard Hanslick, der ja Wagner kritisierte wo er nur konnte, den  Rienzi sehr positiv bewertete, vielleicht gerade deshalb! Auf Wunsch von Wagner wird sie in Bayreuth nicht aufgeführt.
Aber jetzt zur Aufführung:

Andreas Schlager ist der päpstliche Notar Cola di Rienzo, er ist – wie der Chor – ständig präsent und in rot-braunes Leder gewandet. Im ersten Akt schlicht, später dann mit einem pompösen kardinalroten Umhang – unter diesem deutet sich dann zum Schluss auch ganz dezent das „zweite“ Thema, der Inzest Rienzi-Irene an. Schlager übersteht diese sehr schwierige Rolle mit Auszeichnung. Die intensive und grandiose und sehr textverständlich singende Angela Denoke ist eine würdige Nachfolgerin von Wilhelmine Schröder-Devrient, die die Hosenrolle des Adrian bei der Uraufführung am 20. Oktober 1842 in Dresden inne hatte. Sie trägt  auch Leder, aber dunkelgrau. Gut auch Manuela Uhl die Rienzis Schwester und Adrians Geliebte Irene singt. Obwohl sie viel auf der Bühne ist, hat sie eher eine kleine Rolle. Roman Astakhov ist Stefano Colonna und Ljubomir Puskaric ist Paolo Orsini, Milcho Borovinhov übernimmt die Rolle des Rienzi-Vertrauten Raimondo.
Der Argentiner Hugo de Ana hat sich an die „Peplum“- Inszenierung von 1969 angelehnt: mit Säulen, Reiterdenkmäler à la Marc Aurel auf dem Kapitol, stehenden und umgestürzten Monumenten, z.T. aufwendigen Kostümen. Angereichert hat er seine Version – zu unserem (deutschen) Leidwesen – mit schwarzen Fahnen mit  Adler-Aufdruck, die Soldaten hatten Gewehre mit Bajonettenaufsatz und trugen Stahlhelme, die aufgestachelte Meute war grau. Diese Inszenierung war eine Mischung aus einem „Schwert- und Sandalen“ Schinken, einer Reportage aus dem Ersten Weltkrieg und einem Film von Leni Riefenstahl. Teilweise durchaus gelungen, aber nicht sehr originell. Cinecittà in der Oper. Minimal kann man dieses Werk ohnehin nicht inszenieren, weil die Bühne ständig voller Menschen sein muss.  Aber de Ana hat den einfachen Weg gewählt.
Am Pult Stefan Soltesz, er ist ein control freak und hat das ganz korrekte Orchester der Oper Rom sehr „belcantig“ dirigiert und es ausgezeichnet durch die komplexe Partitur gebracht. Großes Lob – auch für den omni-präsenten Chor unter Leitung von Roberto Gabbiani.
Christa Blenk
Zusatzinfo:
Im heutigen Rom kennt man Cola di Rienzo vor allem als lange schicke Einkaufsstraße in Prati auf der „Trastevere“-Seite von Rom, gleich hinterm Vatikan und die Palazzi von Colonna und Orsini öffnen am Samstag ihre Türen für Touristen und zeigen ihre Reichtümer und fantastischen Sammlungen.
Info zu Wagner-Aufführungen in Italien: Das großartige und imposante « Teatro Massimo » in Palermo  hat – leider – die für den Herbst geplanten Aufführungen von Siegfried und Götterdämmerung (Rheingold und Walküre waren dieses Frühjahr dran)  aus finanziellen Gründen « auf unbestimmte Zeit » verschieben müssen.

Wagner und Verdi

 

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Komponisten des XXI Jahrhunderts – Portrait einer Generation

Die Villa Medici in Rom, die seit 1666 als französische Akademie in Rom fungiert, hat dieses Frühjahr unserem Jahrhundert gewidmet.

Happening-Konzert in der Villa Medici

hier der link: Portrait einer Generation – XXI   —  Portrait d’une génération : version française

Komponisten des XXI Jahrhunderts - Portrait einer Generation dans Musique soulages-011-150x150 Foto © Christa Blenk – Loggia + Treppe Villa Medici soulages-004-150x150 dans Musique

Seit Ende März beherbergt die französische Akademie auf dem Pincio die Ausstellung « Soulages XXI »

 

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Portrait – Reihe

Schauspielerinnen / Sänger / Musikerin / Schriftstellerin / Komponistin

The man that hath no music in himself –    nor is not moved with concord of sweet sounds,  is fit for treasons  
 (Shakespeare – Merchant of Venice, V,I,83)

 

Portrait - Reihe dans Musique elzbieta-sikora-150x150 E. Sikora    2008.04-214x300-150x150 dans Musique U.  Brand

acceuil_anne_200-150x150 A. Haybel      antonia-bosco2-150x150 A. Bosco

marcello-nardis-portrait-150x150 M. Nardis morandini-150x150 G. Morandini

conc_st_germ_laye-150x150 Duo Pezzolo-Giosmon

 

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DVD Besprechung « Madame Curie » von Elzbieta Sikora

 

Eine Besprechung der ganz frischen DVD könnte Ihr auf Kultura-Extra lesen

Madame Curie – Besprechung

s.a.

Artikel nach der Premiere

DVD Besprechung Helena Aikin       petri_june-papineau-150x150 dans Musique June Papineau

 

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Music for 18 musicians – in der Sapienza

 

MUSIC FOR 18 MUSICIANS

Das gestrige Konzert in der Aula Magna der Sapienza (in San Lorenzo Rom) hat wieder mal die berührungsangstlose Programmgestaltung des IUC bestätigt. Vor zwei Tagen gab es noch lieblichen Mozart vor einem konventionellen älteren Publikum und am 9. 4. abends dann das Großwerk von Steve Reich, Music for 18 musicians – interpretiert von Ars Ludi Lab und dem Ready Made Ensemble unter Leitung von Gianluca Ruggeri. Musikstudenten aus Rom, Salerno, Benevento, l’Aquila und Latina haben mitgewirkt.

Zu Beginn Nagoya Marimbas für zwei Marimbaspieler. Steve Reich (1936)  hat es 1994 komponiert und damit nochmals auf seine Music for 18 Musicians aus 1976 hingewiesen. Aber dazu später. L. Bloise und F. Cuozzo interpretierten das kurze Stück – repetitiv und ruhig – wie ein kleine Reise auf der nichts passiert, oder wir merken nicht, wenn etwas passiert. Gleich im Anschluss ein Stück von David Lang (geb. 1957) I lie für 4 Frauenstimmen. Lang hat es 2001 komponiert, und wunderbar vorgetragen wurde es von Ilaria Severo, Paola Ronchetti, Antonella Marotta und Marta Zanazzi – sie gehören zum Ready Made Ensemble. Dieses hat sich 2002 gegründet und auf Musik des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert. I lie ist wie ein gregorianischer Gesang, der sich ganz langsam dem Jazz zuwendet. Die Komposition ist harmonisch und zeitlos, beruhigend und schön. Das dritte kurze Stück Out of Zaleski’s Gazebo für 2 Klaviere und 8 Hände! Gavin Bryars (geb. 1943) hat es 1977 komponiert. Es ist obsessiv-repetitiv und schön insistent. Man stelle sich 12 Minuten vor, in der ein Privatdetektiv einen Auftrag erhält und dann heimlich und versteckt immer die gleiche Person beobachtet. Wieder passiert fast nichts und doch ist am Ende alles anders. Alle paar Minuten denkt Bryars an Wagners Holländer, und es fließen ein paar Takte seiner Musik in das Stück ein, dann geht es aber gleich wieder weiter mit dem langweiligen Beobachten. Aufhören tut es fast romantisch, Chopin-mäßig, aber nur ein paar Sekunden. Herrlich und sehr amüsant. Das Publikum – sehr jung und sicher viele davon Freunde der Musiker – war sehr aufmerksam und ganz ruhig. Kein Husten oder Schwätzen oder Bonbon entwickeln.

Ganz kurze Pause, um die Bühne für Steve Reichs Music for 18 Musicans vorzubereiten. Dazu wird es dunkel (schreiben kann ich nun nicht mehr und muss mir alles merken). Nur auf der Bühne werden drei gelblich-weiße Scheinwerfer angebracht, die die Bühne und einen Teil der Musiker (18 natürlich  und 4 Sängerinnen) und die darüber den Saal dominierende – ziemlich schreckliche – Wandmalerei aus den 30er Jahren ausleuchten.

Zwischen 1939 und 1942 hat der 1936 in  New York geborene Steve Reich die meiste Zeit auf Reisen zwischen Ost- und Westküste verbracht, um jeweils einen Elternteil (sie haben sich sehr früh getrennt) zu besuchen. Diese Eindrücke bzw. Nicht-Eindrücke kommen in seiner Musik immer wieder raus. Seine Minimalkompositionen sind wie eine lange Zugreise, bei der man ab und zu mal ein Auto oder eine Kuh sieht und die Lokomotive pfeift. Music for 18 Musicians ist eine einstündige Reise, die aber genauso gut 3 Tage dauern könnte. Besser als Steve Reich es tat, kann man Weite und positive Langeweile nicht ausdrücken. Wie alle großen Musiker in dieser Zeit besuchte er die Juilliad School, war Schüler bei Luciano Berio und Darius Milhaud.  Er ist immer noch einer der wichtigsten lebenden amerikanischen Komponisten, Wegbereiter der Minimalmusik und Vorbild. Als er vor zwei Jahren seinen 75. Geburtstag feierte, gab es Konzerte rund um den Globus.

Das 60 Minuten-Werk ist nun « the big trip » – die Reise in ein neues Leben – es ist für die Musiker sehr fordernd und anspruchsvoll und hat die Bühne der Aula fast gesprengt. Links und rechts jeweils 2 Pianos, in der Mitte die beiden Marimbas und das Xylophon, vorne links die Klarinetten und Saxophone (die wechseln ständig ihre Instrumente), rechts die Streicher, jeweils am Rande die Sopran- und Alt-Sängerinnen. Sie haben sich allesamt glänzend geschlagen und wurden dafür vom Publik sehr belohnt. Für uns Zuhörer war es ein Genuss, man reist mit der Musik und freut sich über jede kleine Abwechslung und jedes kleine Abenteuer. Bravi!

Christa Blenk

 

 Steve Reich – music for 18 musicians

 

 

Minimal Art : Guillermo Lledó (der erste von links)

Music for 18 musicians - in der Sapienza dans Musique 3D-0D-+3D_3-150x97glledoegam091.vignette dans Musique

 

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Die Solisten der Berliner Philharmoniker

6. April 2013

Die Solisten der Berliner Philharmoniker am Samstag Nachmittag in der Aula Magna der Sapienza in Rom

1999 haben sie sich auf Initiative des Oboisten Christoph Hartmann zusammengetan und das kleine Ensemble gegründet. Nach Rom kamen die Geiger Eva Tomasi, Christoph von Nahmer und Walter Küssner, der Cellist Clemens Weigel und Christoph Hartmann mit der Oboe. Allesamt sind sie
technisch perfekt und sympathisch.

Die Solisten der Berliner Philharmoniker dans Musique berlin-017-150x150 Street Art Berlin

Nach einem etwas chaotischen Einlass, der Computer der Kasse hat nicht funktioniert, weshalb man keine Kontrolle mehr hatte über die verkauften nummerierten und freien Plätze. Was dazu führte, dass die Schlange an der Nachmittagskasse nicht kleiner wurde, weil jedes Ticket von Hand ausgestellt werden musste. Deshalb konnte das Konzert natürlich auch nicht pünktlich anfangen, sondern erst ca . 20 Minuten später. Wir hatten Glück und haben alle einen guten Platz ergattert – obwohl wir zu 7. waren (darunter drei musikalische Kinder bzw. Jugendliche: Lucia, Silvia und Amélie, die sich weit weg von uns gesetzt haben – um ihre Ruhe zu haben).

Der Saal der 30er Jahre der Aula Magna eignet sich sehr gut für ein sogenanntes Kammerkonzert, er ist zwar groß, hat aber - wie in Bayreuth – Holzstühle und deshalb eine gute Akustik.

Als erstes kamen alle fünf Musiker auf die Bühne und spielten ein nicht sehr bekanntes klassisches vor-romantisches „Divertimento in do maggiore, op 9“ von Bernhard Crusell (1775-1838). Es ist 1822 entstanden und sehr schön anzuhören. Wunderbare Oboen-Partien, die Christoph Hartmann mit
viel Humor und Talent dargebracht hat. Crusell ist nach Sibelius der wichtigste finnische Komponist des 19. Jahrhunderts. Er selber war ein Klarinettenspieler. Gleich im Anschluss hat dann Eva Tomasi unter viel Applaus die Bühne verlassen und es ging weiter mit einem Quartett „Phantasy Quartet, op. 2.“ Von Benjamin Britten (1913-1976). Er hat es 1932 komponiert und die Musiker haben damit seinen 100. Geburtstag gefeiert. Ein wunderbares Stück. Die Oboe darf wieder glänzen. Britten war grade mal 20 Jahre alt als er es komponierte und wollte unbedingt alles anders machen als die Klassiker des letzten Jahrhunderts. Sein Stück ist einfallsreich, spritzig, abwechslungsreich und unterhaltsam.

Das letzte Stück vor der Pause war dann endlich Mozart’s „Quartetto con oboe in fa maggiore, K 370“. Mozart hat es um 1781 – also 40 Jahre vor Crusell – komponiert. Er war grad mal 17 Jahre alt! Viel Applaus und Pause!

berlin-020-150x150 dans Musique Street Art Berlin

Wir tauschen uns mit den drei jugendlichen Musikerinnen aus und alle drei waren sich einig dass sie Crusell und Mozart den Vorzug geben. Interessant! Wir  Alten favorisierten ganz klar den Britten.

Nach der Pause kommen dann wieder alle 5 Musiker zum Zuge und spielen die „Serenata in si bemolle maggiore, – Gran Partita K 361“. Die kennen wir nun alle, aber die Berliner haben wirklich eine Glanzleistung hingelegt. Es gab nicht die komplette Serenade – obwohl es im Programm so stand – aber Christoph Hartmann hat dann in sehr schönem Italienisch dem Publikum mitgeteilt, dass sie die Version von Franz Joseph Rosinack, ebenfalls Komponist, Oboist und Freund von Mozart, spielen werden. Dieser, Rosinack, hat in Donaueschingen eine große Zahl von Werken arrangiert und neu bearbeitet, das war so was wie ein Hobby von ihm, d.h. wir hören nur 4 von den ursprünglich 7 Sätzen für 13 Instrumente. Rosinack hat sogar größere Werke bearbeitet und war sehr erfolgreich darin.

Ein rundum gelungenes Konzert – wie eigentlich immer in der Sapienza – und wir sind alle gut gelaunt zum Pizza-Essen gegangen.

 

Christa Blenk

 

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« Samson und Dalila » mit La Fura dels Baus in Rom

Samson und Dalila – Blutrünstige Premiere in Rom

Rom hat nach 50 Jahren wieder eine Samson et Dalila-Produktion: Im Laufe der letzten 100 Jahre gab es am Teatro dell’Opera di Roma diverse Aufführungen, nennenswert ist eine Mammut-Inszenierung à la Aida (1950), dirigiert von Albert Wolff, in den Caracalla-Thermen als Freilicht-Aufführung - dorthin zieht die römische Oper jeden Sommer – und dann zum letzten Mal (1962/63) eine bombastisch inszenierte Aufführung unter Franco Capuana mit Giulietta Simionato und Mario Del Monaco. Die katalanische Gruppe « La Fura dels Baus » mit Carlus Padrissa zeichnen 2013 für eine schwarz-weiß-rot minimal-sadistische

Samson und Dalila ist Saint-Saens’ einzige Oper, die sich durchsetzen konnte und heute noch aufgeführt wird – wenn auch nicht sehr oft. Geplant war sie ursprünglich als biblisches Oratorium nach dem alt-testamentarischen « Buch der Richter » (Kap. 16). Der Dichter und Gelegenheitslibrettist Ferdinand Lemaire konnte Saint Saens aber überreden, daraus eine durchkomponierte Oper zu machen. Romain Rolland hat das Werk einmal als « Klassiker zu Lebzeiten » bezeichnet. Saint Saens hat sich übrigens sehr lange und viel mit diesem biblischen Thema auseinandergesetzt.

In den 70er Jahren des 19. Jahrhundert befand sich Preußen im Krieg mit Frankreich, Renoir ist 30 Jahre alt, Debussy 10, Zola hat seine ersten Erfolge, Wagner arbeitet am Parsifal, Meyerbeer ist schon ein paar Jahre tot, Verdi 60 Jahre alt und wird fast noch 30 Jahre leben, und Monet malt bald seine « Impressionen ». In dieser Zeit entstand der Hauptteil (einige Teile stammen aus älteren und Frühwerken) der Oper, in dem fast alle bis dahin bekannten Musikstile irgendwann mal auftauchen.

Direkt nach dem veristischen, hoffnungslosen und lamentierenden Eröffnungschor (das ist der älteste Teil der Oper, Saint Saens hat die Choreinlage schon 1859 komponiert) der Hebräer, und vor dem hoffnungsvollen Auftreten von Samson und dem Oberpriester Dagon erscheinen links und rechts auf der Bühne zwei Trompeter, die Bücher und Blätter in die Luft blasen, die dann als Buchstaben und Zahlen wieder auf die Bühne fallen und einen Teppich bilden. Ob das mit dem Untergang und den einstürzenden Säulen, die wir am Ende sehen werden, zu tun hatte, war nicht ganz klar

Überhaupt war viel Chaos in dieser schwarz-weißen Sado-Maso- Inszenierung. Immer hin- und hergerissen zwischen lieblich und grausam. Und während die Hebräer weinen und flehen, sieht man im Hintergrund vier Totems – Idolatrie der Philister? Nach einem kurzen Exkurs in die Klassik der wuchtige Einzug des Philisterchefs Abi Melech (Mikhail Korobeinikov). Er steht drohend auf einem sehr hohen Podest und singt eine Barock-Arie, abgelöst von « damals » unmodischen Bachschen Fugen. Saint Saens selber war ein ebenso glänzender Pianist wie Organist. Impressionistisch fängt der 2. Akt an, er ist ganz in Rottönen gehalten, während es im – wieder schwarz-weißen – 3. Akt, als die Philister noch das Sagen hatten, türkisch-orientalisch wird. Saint Saens, der auch über Musik und vor allem über Wagner geschrieben hat, zollt ihm die nötige Ehre. Das orgiastische Bacchanal zum Schluss wird noch hervorgehoben durch viel Klappern mit Holz und Metall sowie einem Tamburin.

Carlus Padrissa hat den letzten Akt sehr blutrünstig gestaltet, wofür er – als er am Schluss mit seiner Truppe auf die Bühne kam – von der Hälfte des Publikums viel Beifall bekam und von der anderen Hälfte heftig ausgepfiffen wurde. Die gefangenen Hebräer wurden aufgehängt und rituell ausgeblutet, gequält und mit der Peitsche geschlagen, geprügelt und getreten – es war an der Grenze von dem, was man sehen will. Die Philister-Wächter hatten space-Uniformen an und wirkten sehr furchterregend, als sie auf ihren Metall-Stelzen die Bühne betraten. Ganz im Gegenteil zu den lieblichen Blumenszenen am Anfang, als Dalila den Frühling besingt (« Printemps qui commence »). Carlus Padrissa lässt Lois Fuller die Blumen von Georgia O’Keefe tanzen. Der zweite Akt ist musikalisch eindeutig der interessanteste und wird ganz von Dalila (Olga Borodina) dominiert, die immer schwarz-züchtig gekleidet bleibt (ganz im Gegenteil zu Giulietta Simionato, die 1963 sehr durchsichtig und Salome-mäß Samson verführte), dieser schafft es im ersten Akt gerade noch, der „femme fatale“ zu wiederstehen, im 2. Akt erliegt er dann den verführerischen Gesängen der dunklen und mysteriösen Olga Borodina. Gleichzeitig kommen – schleichend und kriechend – von allen vier Ecken der Bühne nackte Tänzer(innen) unter einer Art Holztisch oder Holzkisten auf die Mitte der Bühne und vereinen sich dort zu dem Bett, auf dem letztendlich Samson (Aleksandrs Antonenko) seine wunderbaren langen Zöpfe verliert. Padrissa hat dazu auf das Bett obszöne Bewegungen und viele Scheren projiziert (sehr einfach!). Die Musik vermittelt den Hass, den sie auf Samson hat, eher nicht. Seltsam ist auch, dass Samson seine Stärke eigentlich nie preisgibt. Für die Zuschauer bleibt es ein Geheimnis, woher Dalila es kennt. Während er immer noch „Dalila, Dalila je t’aime“ singt und nicht begriffen hat, dass er verraten wurde, singt sie „Mon choer s’ouvre à ta voix“ und triumphiert. Im 3. Akt, der musikalisch wirklich wenig hergibt, hat Saint Saens schon ein wenig die Filmmusik vorweggenommen, die er Anfang des 20. Jahrhundert dann auch komponieren wird.

Korngold hat nach der Erstaufführung 1907 in Wien geschrieben: „Diese Musik, wie die ganze Oper subtil orchestriert, mit sinnlich chromatischen Holzbläserpassagen, streichelnden Geigen und erzitternden Harfentönen, hat den Erfolg von Samson et Dalila begründet.“ Die Franzosen wollten davon lange nichts wissen – ihnen war sie zu „wagnerianisch“. Deshalb wurde sie auch zum ersten Mal im Dezember 1877 in Weimar uraufgeführt unter dem künstlerischen Direktor Franz Liszt. Wie kam es dazu? 1868 – nach Fertigstellung eines Teils des 2. Aktes – wurde dieser bei einer Soirée präsentiert und ist glatt durchgefallen. Deprimiert und entmutigt, wollte Saint Saens seine Komposition weglegen, Franz Liszt überredete ihn, es in Weimar aufzuführen. Der deutsch-französische Krieg 1870/71 zerschlug allerdings das Projekt von Liszt, und Saint Saens legte sein Werk wieder weg. Als er nach 1874 nach Algier ging (dort ist er 1921 auch verstorben) und mit der orientalischen Musik  in Berührung kam, begann er erneut mit der Arbeit am Werk. 1875 gab es – diesmal komplett – erneut eine Aufführung des 2. Aktes. Er stieß aber wieder auf Ablehnung; auch das biblische Thema gefiel dem Pariser Operndirektor nicht. So kam Liszt wieder ins Spiel, und Richard Pohl erstellte eine deutsche Übersetzung. Unter Kapellmeister Eduard Lassen wurde es dann am Hoftheater in Weimar aufgeführt – in deutscher Sprache. In Frankreich kam die Oper erst 1890 auf die Bühne. Aber sogar nach der Uraufführung hat Saint Saens noch weitere Änderungen vorgenommen und neue Sätze eingefügt.

Am Pult Charles Dutoit – mit dem Orchester der Oper Rom. Er hat sehr lyrisch, buttrig und wagnerianisch dirigiert, das war sicher ganz im Sinne von Saint Saens, der aus dieser Oper so etwas wie einen französischen Tristan machen wollte. Der Chor, der nach Samson und Dalila die wichtigsten Partien hat, war ausgezeichnet. Samson (Aleksandrs Antonenko) war zuweilen ein wenig zu manieristisch, sehr glaubwürdig aber mit seinen Muskelpaketen. Er wirkte wie ein kräftiger Siegfried. Überrascht, dass er ohne Haare trotzdem die Philisterwelt zum einstürzen bringt, war man deshalb nicht.

Im Endeffekt war die Inszenierung enttäuschend. Von der Fura del Baus sind wir Originelleres gewöhnt.

Christa Blenk

 

Samson und Dalila

 

artist: Cristina Crespo

 

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Christa Blenk

QNG – Phantasie und Symmetrie

QNG ist keine Abkürzung einer neuen internationalen Organisation oder ein Tippfehler, sondern steht für « Quartet New Generation » und so originell wie ihr Titel ist auch ihre Musik. Heide Schwarz, Susanne Fröhlich, Petra Wurz und Inga Klaucke kamen auf Einladung des Goethe Instituts nach Italien und nach einem Auftritt in Palermo und Neapel, standen sie am Samstag Abend in Rom in der Via Savoia auf der Bühne.

QNG - Phantasie und Symmetrie dans Musique flote-006-150x150kentridge-017-150x150 dans Musique

Als erstes Stück spielten sie ein « Beata viscera » – anonym. Vielleicht aus der Zeit in der die Blockflöte erfunden wurde. Musik für den Hof der  Katholischen Könige – sephardisch-spanisch mit arabischem Hintergrund. Von hier wurden wir direkt ins Jahr 2000 gebeamt zu  einer Toccata von Fulvio Caldini (*1959)   »Clockwork ». Zeitgenössisch-obsessiv, jazzig mit folkloristisch-andischem Einfluss. Sehr elegant, wie die beiden Stücke miteinander verbunden wurden.

Im Anschluss wurde  die Fuge VI (c-Moll) von Georg Friedrich Händel,  einem kurzen genialen Werk von Mary Ellen Childs (*1957) « Parterre » und einem ganz wunderbaren und sehr amüsanten Stück  von György Ligeti (1923-2006) « Sechs Bagatellen » gegenübergestellt, um gleich darauf von einer sehr stark umgearbeiteten Fuge von Schostakowitsch (Fuge Nr. 1 in C-Dur) abgelöst zu werden. Hier hat man sogar eine Orgel gehört! Das ging alles so schnell, dass sich das 17. und 20. Jahrhundert erst nach ein paar Tönen herauskristallisierte.

Jetzt zum  highlight des Abends, « Airlines » von Woiciech Blecharz (*1981) – eine Komposition, die der junge Flötenspieler und Komponist eigens für QNG geschaffen hat. Partitur im herkömmlichen Sinne gab es keine, die Musikerinnen bekamen Videos von ihm zugeschickt, in denen er ihnen erklärte, wie das Stück zu spielen sei. Es war umwerfend! Große Flöten, kleine Flöten, kubistische Flöten, halbe Flöten, Viertelflöten, umgedrehte Flöten, Trompetenflöten. Es wurde in die Flöte gesprochen, gepustet, auf sie geklopft, neben der Flöte gesprochen, gesungen, ein Gedicht vorgetragen « empty spaces / around me / open sky / like a cure / always helps me / silence / she » und das alles in einem rasanten Flötenwechsel. Die Vier haben in den knapp 9 Minuten ca. 15 x (jede) die Flöte gewechselt oder die Position der Flöte vertauscht. Aufregend und spannend.  Das Stück heißt nicht umsonst « Airlines ». Es gab die Ansage vor dem Start, das Rollen auf die Startbahn, den Start, den Flug, Turbulenzen (leichte und heftigere), wahrscheinlich einen kurzen Maschinenausfall, Durchsage des Kapitäns (war es das Gedicht?), Beruhigung, einen Blitzschlag, Regen, Landeanflug und glückliche Landung. Hier waren all die Geräusch-, Klang- und Bildwelten vorhanden, die uns am Beginn des Konzertes versprochen worden waren. Die Spielerinnen haben sich köstlich amüsiert – und das Publikum noch mehr!. Die Zeit verging wie im Flug!

hier aus Auszug « Airlines »

Zum « Runterkommen » und zur Belohnung, wie Susie Fröhlich es ausdrückte, gab es noch etwas vom Großmeister der Fuge – und der Flöte: Johann Sebastian Bach « Concerto und Fuge in C Dur ».  So haben sie uns zum Schluss nochmals gezeigt, dass ihre Zauberflöten auch normale Töne hervorbringen können.

Das Konzert stand unter dem Motto: Phantasie und Symmetrie: Die Fuge – sie eignet sich perfekt für so ein Experiment. Sie ist kurz und prägnant, variabel, ausbaufähig und kennt keine Grenzen, sie kann immer wieder neu erfunden werden, bleibt beständig und ist nie langweilig.

Gravados-Madrid-013-150x150 artist: Cesar Borja

Ein Springen, nicht nur zwischen den Jahrhunderten sondern auch zwischen den Klängen. Jede Flöte bringt andere Töne hervor und hat ihre Eigenheiten. Bewundernswert, wie sie diesen Spagat und das Jonglieren zustande gebracht haben. Die harmonischen Dissonanzen, die manchmal entstehen, wenn verschiedene Blockflöten zusammen spielen, haben zeitweise ein 5. Instrument dazu geholt.

QNG widmet sich vor allem der Neuen Musik und in den letzten zehn Jahren sind über 30 Werke für das Quartett geschrieben worden. Berührungsängste haben die Vier  auch nicht. Weder bei den ca. 50 verschiedenen Blockflöten die zum Einsatz kommen und zum Teil größer und schwerer als sie selber sind, noch bei der Musikwahl. Zu ihrem Repertoire zählen so gut wie alle Komponisten die für Flöte (oder auch nicht) etwas geschrieben haben. Musik aus der Renaissance, Bach, Händel, Ligeti, Schostakowitsch und die ganze Neuen wie Blecharz oder Fulvio Caldini.  Sie vermischen – technisch brilliant – Altes mit Neuem und Orient mit Occident und schaffen eine ganz ungewohnte und aufregende Musik-Hör-Kultur.

Als Zugabe  gab es dann noch einen Tango und man hat gemerkt, wie gern sie den auch noch getanzt hätten!  Bravi!

Auszug aus Thomas Mann « Doktor Faustus »: « …. Mit Ausnahme des Klaviers, das Adrians Pflegevater der Spezialindustrie überließ, war dort alles ausgebreitet, was da klingt und singt, was näselt, schmettert, brummt, rasselt und dröhnt …….. Sie alle, in Sammet ruhend, boten sich an in Oheim Leverkühns Fundus, dazu die Querflöte in verschiedenen Systemen und verschiedener Ausführung, aus Buchsbaum-, Grenadill- oder Ebenholz, mit elfenbeinernen Kopfstücken oder ganz aus Silber gebaut, nebst ihrer schrillen Verwandten, der Piccolo-Flöte, die im Orchester-Tutti durchdringend die Höhe zu halten und im Irrlichter-Reigen, im Feuerzauber zu tanzen weißt….. »

Christa Blenk

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Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubarts Burg dans Musique Monument-Valley-150x150Artist: Anna Romanello

Béla Bartók (1881 – 1945) hat diese Oper – seine einzige – im Alter von 30 Jahren  geschrieben, also 1911. Er hat die Unruhen und die Tragödien, die im Anrollen waren,  vorausgeahnt. Hören wollte das Werk damals niemand. Die Zeit  war 1918  erst reif dafür – nach dem Großen Krieg! Herzog Blaubarts Burg wurde im Mai an der Budapester Oper uraufgeführt. Am Pult stand der Italiener Egisto Tango, der damals Chefdirigent an der Budapester Oper war. Jetzt passte sie plötzlich, zum grausamen Bild, das die Welt 1918 darbot. 1922 kam sie dann auch nach Frankfurt. Bartók hat – wie in all seinen Kompositionen – Elemente ungarischer Volksmusik eingebaut. Diese, zusammen mit den Einflüssen von Strauss (auch Wagner) und Debussy, unter denen er 1911 noch stand, ergeben die Zaubermischung zwischen romantischen  und impressionistischen Bildern. Fest im Repertoire der großen Opernhäuser ist sie allerdings erst seit 1945. Blaubarts Burg ist eigentlich ein langes Duo, eine Unterhaltung zwischen zwei Sänger (Bass und Mezzo – schon das lässt Grauen erahnen!) – Judith und der Herzog – und sieben Türen, den Rest macht die Musik.

Die Handlung ist eigentlich ganz einfach. Judith verlässt ihre Familie, um zu Herzog Blaubart auf seine Burg zu ziehen. Von der zentralen Halle führen sieben schwarze Türen irgendwo hin. Zuerst akzeptiert Judith, dass diese verschlossen sind, aber peu à peu überwiegt die Neugier und sie veranlasst ihren Herzog nach und nach eine Tür zu öffnen. Hinter der ersten Tür sieht sie eine Folterkammer, die Wände voller Blut. Komischerweise erschrickt sie aber gar nicht. So als ob sie nichts anderes erwartet hätte. Zwischendurch immer wieder die psychoanalytische Frage « Hast Du Angst »? Richtig antworten darauf tut sie nicht, aber Angst hat sie jedenfalls keine. Gleich nimmt sie die nächste Hürde und öffnet die zweite Tür, diese führt zur Waffenkammer. Auch kein Drama. Auf ein Schloss gehören Waffen. Hinter der dritten Tür findet Judith all die Reichtümer ihres Gatten, ist sichtlich entzückt und setzt sich auch gleich eine Krone auf, die sich sofort  rot färbt. Hinter der vierten Tür erscheinen schöne Blumen und Vegetation, Judith bewundert sie und reagiert mittlerweile mit weniger Schrecken auf das Blut. Genauso nach der fünften, die Blaubarts Ländereien zum Vorschein bringt. Ohne Angst geht Judith weiter – zurück kann sie nicht mehr  – und auf Blaubarts Bitten, die letzten beiden Türen verschlossen zu lassen, reagiert sie nur noch mit mehr Neugier.  Sie wird immer mutiger, selbstbewusster und herrschsüchtiger, er immer verzweifelter, fast verloren. Hinter der sechsten Tür erscheint ein großer See, es ist ein  « Tränensee », erklärt Blaubart. Das Licht verschwindet und aus der siebten Tür kommen Blaubarts frühere Frauen – die ihr zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie sind nicht tot aber auch nicht lebendig! Sie repräsentieren die drei  Tageszeiten – wie Blaubart ihr erzählt. Für Judith bleibt  nur noch die  finstere Nacht übrig. Sie nimmt den  Sternenumhang und  verschwindet hinter der Tür. Blaubart ist wieder alleine in der Finsternis.

gerardo5-150x150 dans Musique artist: Gerardo Aparicio « diccionario de un tirano »bb1-150x150

Psychologisch gesehen gibt das Thema sehr viel her. Bartok hat es in einer Zeit geschrieben, als Sigmund Freud schon sein Frühwerk « Traumdeutung » veröffentlicht hatte.  Traum oder Wirklichkeit? Die Türen waren – wenigstens physisch – leicht zu öffnen, obwohl Blaubart sich verbal dagegen wehrte. Judith hatte Gerüchte über Blaubart und seine Burg gehört, die Neugierde war aber stärker als die Angst. Sie konnte nur vermuten, was sich hinten den verschlossenen Türen befand. Alle Vermutungen und Gerüchte haben sich aber bewahrheitet. Was war ihr Preis? Wir wissen es nicht. Bartok lässt es offen!

Das Libretto stammt von Béla Balás (1884.1949), ein ungarischer Dichter und Filmkritiker, ein Zeitgenosse von Béla Bartók. Er hat sich wohl von einer Legende von Charles Perrault inspirieren lassen, der im 17. Jahrhundert eine Geschichte über die « Neugierde und den Ungehorsam der Frauen » schrieb. Perrault wiederum griff auf ein Thema im 15. Jahrhundert zurück, nämlich auf den französischen Serienmörder Gilles de Rais, der ein Schloss in der Nähe von Nantes bewohnte und angeblich über 100 Jugendliche und Kinder, vor allem Mädchen, umgebracht haben soll. Er wurde Mitte des 15. Jahrhunderts gehängt. Da die Vendée aber immer schon der katholischste Flecken in Frankreich war, wurde ihm wohl verziehen, da er – schon am Galgen – seine Taten bereute und alle um Entschuldigung bat. In Perrault’s Geschichte, hinterlässt Blaubart Judith die Schlüssel weil er dringend weg muss. Den Hinweis, auf keinen Fall die Tür zu öffnen, vergisst sie schnell. Tut es und findet einen Raum voller Blut wieder, vor Schreck lässt sie den Schlüssel in den Blutsee fallen. Das Blut lässt sich nicht mehr abwischen und Blaubart erkennt ihr Fehlverhalten nach seiner Rückkehr. In Perrault  Stück  stirbt Judith nicht, sie schafft es – auch wieder mit Beten – die Ankunft ihrer Brüder abzuwarten, die den blutrünstigen Herzog dann töten. Judith’s Satz während sie betet und immer wieder aus dem Fenster schaut  « meine Schwester Anne, siehst Du schon was » kennt in Frankreich jedes Kind. Aber Geschichten um Blaubart und seine Frauen gibt es massenhaft. Heinrich VIII von England war auch einer – er hat immerhin sechs seiner Frauen ermorden lassen, darunter Anne Boleyn, die Mutter von Elisabeth I. Der Italiener Carlo Collodi, der Erfinder des Pinocchio, hat sich Ende des 19. Jahrhunderts ebenfalls  mit dem Thema befasst. Filme darüber gibt es auch – die meisten sind allerdings schlecht! Hervorzuheben vielleicht der von  Ernst Lubitsch « Blaubart’s achte Frau » aus 1938 mit Claudette Colbert und Gary Cooper.

Bild3-150x112 artist: Thomas Kern « Têmpete sur Venus » oder Blaubarts Burg

Balás ging nach dem Krieg zuerst nach Wien und später  nach Berlin, traft dort mit Bertold Brecht zusammen, mit dem er allerdings  größere Unstimmigkeiten hatte  wegen einer Dreigroschenoper-Verfilmung und schrieb u.a  für Leni Riefenstahl das Drehbuch zu ihrem Regiedebüt « Das blaue Licht. 1933 ging er – auf Einladung – nach Moskau, wo er bis 1945 bliebe (als Jude und Kommunist konnte er nicht mehr nach Berlin zurück). Nach dem Krieg zog er wieder nach Budapest,  wo 1947 einer seiner bekanntesten Filme « Irgendwo in Europa » entstand. 1947, kurz vor seinem Tod, erschien sein autobiografischer Roman « Die Jugend eines Träumern ». Balás hat sich viel mit Karl Jaspers beschäftigt.

Das ungarische Kulturinstitut zeigte  am Donnerstag Abend anlässlich des italienisch-ungarischen Kulturjahres  den Film von Miklós Szinetár. Georg Solti dirigierte und die Judith wurde  von der Mezzo Silvia Sass (wunderbar und intensiv) gesungen, die bei der Präsentation anwesend war und sehr charmant über ihre erste Begegnung mit Solti und das Blaubart-Projekt, die Kälte im Keller und das Feuer, das ihr Kleid fing,  erzählte. Der Film, der 1981 entstand, ist sehr expressionistisch (wir fühlen uns in die Stummfilmzeit von Murnau zurückversetzt) und gelungen. Wie sagte Zoltan Kódaly als es darum ging, ob man Blaubarts Burg Oper nennen durfte oder ob es eine Szenische Sinfonie sei. « Wie auch immer, am Ende bleibt nur der Wunsch, es gleich nochmal zu hören ». Er hat recht. Am Freitag Abend wird das Werk – auch wieder im Palazzo Falconieri, in dem wunderschönen Palast in der Via Giulia, konzertant aufgeführt. Ich bin schon ganz gespannt, wie das gehen wird, nur mit Piano!

Nachklapp nach dem Freitag: Am Piano die Japanerin Ryoko Tajika Drei, die ein ganzes Orchester ersetzt hat. Judith war Bernadett Fodor und Blaubart war Krisztián Cser. Die beiden Solisten haben sich gut geschlagen. Neben mir sass Silvia Sass (sie war Judith in Film von gestern), die das ganze organisiert und auch die Einführung gesprochen hat). Sie hat jede Note leise mitgesungen und mitgespielt! Am Schluss hat sie dann auch – repräsentativ, weil es ja konzertant war, Judith in die Dunkelheit geführt. Das war sehr theatralisch!

Christa Blenk

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Requiem von Hans-Werner Henze im Auditorium

Requiem von Hans-Werner Henze im Auditorium dans Musique auditorium-001-150x150 Auditorium – Parco della Musica – Rom – 10. März 2013

Ich fange mit dem Zitat an, das am Anfang seiner Autobiographischen Mitteilungen « Reiselieder mit Böhmische Quinten » steht.  Es passt  sehr gut!
 
Meinst du, der alte Geiger,                             Tu credi, vecchio violino
Dem die Gestirne tanzen                                che fai danzare le stelle,
Zur starken Weltenfiedel,                               che la nostra vita terrena,
Wenn’s einmal abgespielt ist,                         una volta che sia finita
Noch einmal ‚runterspielen,                             diverrà nuovamente musica,
Nur höher, in der Quinte?                                Ma più alta, sulla quinta?
(Nikolaus Lenau, Der Steirertanz)                    (Nikolaus Lenau, Der Steirertanz)
 

appia-antica-035-150x150 dans Musique Appia Antica auf die Albaner Berge

Gerade als Hans-Werner Henze Anfang 1990 einen alten Vorabzug des Concerto per il Marigny hervorholte und mit dessen Neubearbeitung anfangen wollte, bekam er einen Anruf aus London vom Royal Opera House, Covent Garden. Man plane ein Michael Vyner Memorial-Konzert. Dazu wurden u.a. Berio, Birtwistle, Górecke, Takemitus und er selber um musikalische Beiträge für diesen Anlass gebeten. Das Konzert sollte von der Sinfonietta London, das Ensemble des zwei Jahre vorher verstorbenen Michael Vyner, aufgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt beschloss Hans-Werner Henze das Concerto per il Marigny als Grundmaterial für ein seit Jahren geplantes abendfüllendes zyklisches Werk  zu nutzen – sein Requiem – neun geistliche Sätze für Klavier und Trompete solo und großem Kammerorchester für die dramaturgische Rolle. Ein Werk für 33 Instrumente ohne Stimmen. Das üblicherweise „Gesungene“ wird direkt auf die Instrumente übertragen. Musik über eine Freundschaft, über das Leben und das Leiden, die Hoffnung und die Liebe. Henze selber nennt es ein „bilder- und methaphernreiches Werk absoluter Musik“. Der erste Satz „Introitus Requiem“ –  Henze hatte als Pianist Paul Crossley vorgesehnen – wurde bereits am 6. Mai 1990 in Covent Garden uraufgeführt.

Im Mai 1990 wird Luigi Nono in Venedig begraben – Henze war dabei – sprachlos und tief betroffen. Nach diesem zweiten Verlust eines Freundes ging er anschließend – über München – nach Marino zurück und schrieb ein Triptychon für Klavierquintett. Dieses sollte dann später auch Teil seines Requiem werden. Ein Requiem ohne Gesang.

Jetzt zum Werk:

Der erste Satz Introitus für Klavier und kleines Streicherensemble ist ein Andenken an gemeinsam Erlebtes, es ist nostalgisch und bedächtig. Dies irae – der Tag des  Zornes  – es geht mit Trommeln los – fast jazzig – ein schlimmer oder der schlimmste Tag im Leben, etwas Wichtiges ging verloren. Ein Kreisen zwischen Ärger und Ohnmacht.  Das Ave Verum spricht von Henzes Verehrung für Hölderlin. Streicher und Klavier, sehnsüchtig, romantisch. Mit Oboe, Flöte und Glockenspiel geht es mit Lux eterna weiter – eine ganz klare Tristan-Referenz. Henze denkt an sein geliebtes Marino mit dem hellen Sonnenlicht und an die Musik der  Schafhirten auf der Appia Antica. Rex tremendae fängt mit einem Trompetensolo an, dazu kommen dann die Celli und Perkussion. Es ist ein Tsumani – aggressiv und fanatisch. Ein kleines Streicherensemble leitet das Agnus Dei ein. Henze hat dabei auf den Pastoralrythmus der Missa solemnis zurückgegriffen. Sein Tuba mirum hat er als letzten Teil im Sommer 1992 beendet. Es ist eine Mischung aus Marschliedern, Hymnen und Gassenhauer, Blitzlichte und Fanfaren. Blasmusik der schlimmsten Art. Es soll uns „durch Mark und Bein“ (seine Worte) gehen. Blech – Posaune – Gewitter. Ein weinendes und schmerzerfülltes Lacrimosa – Streicher und Piano – bringen uns wieder runter. Es dauert aber ein wenig, bis wir die Angst und die Panik verlieren. Sein Sanctus – zu dem sich die Trompeter im Saal verteilen – will „Tiepolos Himmel“ aufreißen, um etwas von dem ewigen Licht über die betrübte Welt hinwegfallen zu lassen. In seinen „Reiseliedern mit böhmischen Quinten“ sagt er: „Mein Requiem ist weltlich, multikulturell und brüderlich, es ist in memorium an Michael Vyner geschrieben. Dieser Name steht gewissermaßen stellvertretend für alle die vielen anderen Frühverstorbenen auf der Welt, deren Leiden und Hingehen meine Musik beklagt.“

Ausschnitt aus Requiem

Die Uraufführung in dieser – kompletten- Fassung fand aber erst im Februar 1993 in einem vom Westdeutschen Rundfunk ausgerichteten Konzert in der Kölner Philharmonie mit dem Ensemble Modern unter Leitung des damals aufstrebenden neuen Stern am zeitgenössischen Musikhimmel, Ingo Metzmacher. Hakan Hardenberg, Trompete und der Pianist war Ueli Weigt . Am 5.9. gab es dann eine weitere Aufführung von Oliver Knussen in der britischen Premiere in den Proms mit Paul Crossley am Flügel.

Intensiv und konzentriert vorgetragen vom Ensemble dell’Accademie Nazionale di Santa Cecilia e del PMCE Parco della Musica Contemporanea Ensemble unter Leitung von Tonino Battista. Am Klavier Giovanni Bellucci und der Trompeter war Nello Salza. Der ¾ gefüllte Saal mit relativ jungem Publikum hat das Requiem in Stille und Andacht mitgelebt und die Interpreten nach den 75 Minuten ohne Pause voller Begeisterung dreimal auf die Bühne geholt. Es war ein bewegendes Hommage-Konzert für Hans-Werner Henze (obwohl das Requiem schon im September 2012 – vor Henzes Tod – auf dem Programm stand).

ingrid-002-150x150 Foto: Ingrid Voth-Amslinger (ein happening von Hannsjörg Voth)

Der 1926 in Gütersloh geborene Hans-Werner Henze, verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Italien und konkret in Marino (das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Rom). Er war einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Festlegen auf einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Technik wollte er sich nicht. Henze war ein sehr politischer und sozialer Komponist (We come to the river). Die Texte für seine Opern holte er sich u.a. von Ingeborg Bachmann (Der junge Lord), mit der er in Neapel auch einige Zeit zusammen gelebt hat, Wystan Hugh Auden (Die Bassariden), Christian Lehnert (Phaedra) und Hans-Ulrich Treichel (das verratene Meer). Im Prinz von Homburg (auch ein Libretto der Bachmann) hat er auf Heinrich von Kleist zurückgegriffen. Hans-Werner Henze hat 10 Symphonien komponiert, eine große Zahl von konzertanten, Ensemble- und Orchesterwerken, Kammermusik und Vokalwerke, für Duo, Solo, Chor – die Liste hört gar nicht mehr auf. Über 20 Opern hat er auch geschrieben, oft überarbeitet  oder neu bearbeitet – wie es seine Art war – (wie z.B. das verratene Meer und auch das Requiem).

Der große Maestro Hans-Werner Henze ist am 27. Oktober 2012 in Dresden verstorben. Dort hielt er sich gerade auf, um bei der Aufführung von „Wir erreichen den Fluss“ dabei zu sein. Sein letztes Werk „Ouvertüre zu einem Theater“ wurde am 20.10.2012 in Berlin uraufgeführt! Pappano hat diese kleine Komposition dem Publikum  im Auditorium vor kurzem vor der Aufführung der  „Petite Messe“ geschenkt.

Christa Blenk

versione italiana

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vs Stravinksy vs?

Konferenz in der Sala Sinopoli im Auditorium Parco della Musica

vs Stravinksy vs? dans Musique auditorium-001-150x150auditorium-005-150x150 dans Musiqueauditorium-003-150x150auditorium-004-150x150auditorium-006-150x150auditorium-015-150x150auditorium-007-150x150auditorium-010-150x150auditorium-016-150x150

Der junge italienische Komponist Francesco Antonioni hat « Le sacre du printemps » neu entdeckt und in einer sehr interessanten Konferenz Parallelen zu und von Stravinkijs hergestellt:

Rimski Korsakov – Ravel – Debussy – Puccini -

« Le sacre du Printemps – Stravinsky »

vs

Messiaen – Steve Reich – Orff – Berio.

Das geht von litauischen Volksliedern und einer Bearbeitung von Volksliedern (Wolga Wolga) durch Rimski Korsakov zu  Turandot und  über Carmina Burana und Bolero bis zur Desert Musik und einer Symphonie von Berio aus den 80er Jahren. Spannend, unterhaltsam und didaktisch. Bravo!

(Eine Konferenzserie die alle 3-4 Wochen am Sonntag mittag in der Sala Sinopoli stattfindet – noch bis zum 2. Juni 2013).

Steve Reich – Desert Music

extrait

 Auszug – Sacre du Printemps

Sacre Printemps – Ballet Pina Bausch

 

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Hommage à Luciano Berio – Aula Magna Sapienza – Rom

BLUE1« Blue » – Werk von Klaus Vollkommer

Die « Sapienza » hat in ihrer wirklich ausgezeichneten Konzertreihe am 26.2.2013 Luciano Berio (1925 – 2003)  mit einer sehr « persönlichen hommage » den vor 10 Jahren verstorbenen Italiener gewürdigt. Andrea Lucchesini, der viel mit Berio gearbeitet hat und auch ein Freund war, hat mit Pietro De Maria zwei noch nie aufgeführte Stücke für « vier Hände » vorgetragen. Touch  und Canzonetta per pianoforte (beide aus 1991). Touch hatte Berio damals sogar Lucchesini gewidmet. Werke von Berio gehören zu seinem Standardrepertoire. Sehr poetische, zarte, kurze Stücke, exzellent vorgetragen. Weiter ging es dann mit drei kurzen Perkussions-Stücken, die auch von den beiden Komponisten gespielt wurden: Andrea Dulbecco (1963) und Luca Gusella (1962) für Perkussion (Vibraphon). Wind und Lontano und dann Tzipan. Die ersten beiden waren jazzig-impressionistisch, eher konventionell, aber nett anzuhören (sehr akrobatisch vorgetragen), Tzipan hatte etwas folkloristisch-spanisches, hat irgendwie an Zigeuner-Flamenco-Musik erinnert.

Für das zweite Stück von Berio wurde dann die Bühne umgebaut. Die beiden Pianos stehen nun getrennt auf der Bühne – links und rechts – und die Vibraphone werden vor all den anderen Perkussions-Instrumenten am hinteren Teil der Bühne platziert. Es gibt Linia per 2 pianoforti e percussioni, ein Werk aus 1973. Ballettmusik, die Berio der 2012 verstorbenen italienischen Schriftstellerin und Journalistin, Vittoria Ottolenghi, gewidmet hatte. Der Coreograph Felix Blaska hat es mit seiner Tanzkompanie 1974 zum ersten Mal in Grenoble aufgeführt. Viele Passagen werden nur mir einer Hand gespielt, unterstützt von den Perkussionsinstrumententen. Ein sehr klares und « sauberes » Werk, harmonisch.

Hommage à Luciano Berio - Aula Magna Sapienza - Rom dans Musique ingrid-001-150x150 Foto: Ingrid Amslinger

Luciano Berio  war ein Pionier der elektronischen Musik, er stammte aus einer Organistenfamilie. Nach seinem Musikstudium am Mailänder Konservatorium ging er 1951 nach Amerika, befasste sich dort mit serieller Musik. Bruno Maderna brachte ihn dann später zu den Darmstädter Kursen und dort traf er auf die explosive Mischung von  Cage, Stockhausen, Boulez, Ligeti und Kagel (1954-1959). 1960 ging er wieder in die USA zurück, um an der Juilliard School zu unterrichten. Dort lernte er Darius Millaud kennen. Heute zählt er zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten.

Mit einem Stück des Ungarn Bela Bartók (1881-1945) der für  Berio immer ein Vorbild war, ging es dann nach der Pause weiter. Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug! Diese Sonate ist einfach genial und wunderbar.  Bartok hat sie 1937 geschrieben und sich damit auf ein ganz neues Abenteuer eingelassen, Kammermusik mit Schlagzeug. Vor der Uraufführung der Sonate – ein Auftragswerk der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Basel -  im Januar 1938 entwickelte Bartok in 36 Proben  neuartige Kläge und Spieltechniken, er hat hier auch seine Kenntnisse als Musikethnologe eingebracht. Bartok war ausserdem ein passionierter Sammler von Volksliedern, er hielt sie – phonetisch – alle fest und reiste mit dem Gedanken Musik zu sammeln durch den Balkan und durch den Vorderen Orient.  Seine Sonate gilt  bis heute als eines der wichtigsten Werke für Schlagzeug und hat später auch Komponisten wie Stockhausen und Nono beeinflusst. Sie ist aufregend, spannend, abwechslungsreich, wunderschön und temperamentvoll und der leider nur dreiviertelvolle Saal hat den Atem angehalten (was in Rom fast gar nicht geht).

Die vier Interpreten, Pietro De Maria und Andrea Lucchesini am Klavier, Andrea Dulbecco und Luca Gusella am oder mit dem Schlagzeug (alles was man sich vorstellen kann) haben eine Glanzleistung vollbracht und mussten 3 mal auf die Bühne kommen. Zur Belohnung gab es dafür einen Walzer, komponiert  vom Großvater von Berio (Adolfo) der diesen wiederum Maria Isabella gewidmet hatte – zu der Zeit war der Norden Italiens noch « österreichisch » und das hörte man. Die beiden Pianisten haben sich köstlich amüsiert und im Sitzen den Walzer gestanzt – und wir auch! Vielen Dank.

Christa Blenk

mus-150x150 dans Musique composizione (Nicola Giosmin)

 

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“An evening for John Cage” – versione italiana

“An evening for John Cage” è stato il titolo di un concerto fuori del comune,nell’ambito del “Romaeuropea Festival 2012”, al Teatro Palladium, il 7 Ottobre 2012.

“An evening for John Cage” - versione italiana dans Musique via-chiesa-5-9-12-Bildobjekte-Holz-Mischtechnik-150x150 artista: Rosa Quint

Domenica pomeriggio, ore 17.00, Garbatella

Non ci saremmo proprio aspettati, che questa serata sarebbe stata molto particolare. Però, già al nostro arrivo siamo stati sorpresi da un’istallazione di palloncini nel Foyer del Teatro Palladium. I due ballerini Paola Campagna e Fabio Ciccalé muovevano i loro palloncini bianchi (che erano legati a delle pagliette per pulire le pentole in modo che rimanessero a terra) muovendosi essi stessi come figure di scacchi, precisi e contemporaneamente quasi volando. I palloncini poco prima delle ore 17.00 sono stati portati con molta cura sul palcoscenico; solo dopo a noi, il pubblico, è stato permesso di entrare in sala. E’ iniziato con il silenzio.
Prima si è sentito solo la voce, poi è entrata sul palcoscenico: la fantastica Silvia Schiavoni. Questa cantante piccola e minuta con la voce travolgente ha iniziato con “A Flower”, un’opera per voce e piano chiuso. Nuovamente silenzio – come John Cage lo chiede spesso al pubblico.
Sono seguite le “Variations I-II-III-IV” per musicisti e danza. I due ballerini hanno liberato, in una stupenda coreografia, dopo un lungo andirivieni, i palloncini dalle pagliette, tagliando piano piano con molta eleganza i fili, i palloncini sono saliti e sono rimasti quasi incollati al soffitto, ma erano comunque liberi.
Il pezzo “Music for amplified Toy Pianos” non arrivava quasi a noi, all’ultima fila, in quanto il pubblico non era all’altezza di rispettare il silenzio e i suoni delicati, quasi impercettibili che i due pianisti hanno saputo produrre, e inizialmente non ho potuto capire, se il continuo scambiarsi di posto, gli schiarimenti di voce e i colpi di tosse, le entrate e uscite dalla sala, avevano a che fare con la rappresentazione. E’ stato spiacevole che tutti i ritardatari venivano fatti entrare anche dopo 30 minuti dall’inizio e cercavano il loro posto, per poi spostarsi di nuovo dopo poco a cercarne un altro.

Si è continuato con un pezzo intrigante per violoncello “59 ½’’ 59 ½’’ – 1,5 ½ e 1:14’’  for a spring player”. Ulrike Brand ci ha affascinati – come – sotto l’influenza dell’opera “Imaginary Landscape N° 4” cercando, senza batter ciglia (molto distaccatamente, senza stress), di sintetizzarsi su una stazione radio fino a che ha trovato un determinata emittente, per poi continuare subito a suonare, in sequenze.
E prima che terminasse il primo tempo con “Double Music” per percussioni, ci ha sorpreso nuovamente una “Improvvisazione per J. C.” per voce, violoncello, percussioni e danza.

John Cage è nato nel 1912 a Los Angeles ed è certamente uno dei compositori più influenti del ventesimo secolo. E’ in assoluto il personaggio chiave del movimento Happening che ha avuto inizio negli anni 50 ed è un trend setter per quanto riguarda l’impiego non convenzionale di strumenti musicali.
Giancarlo Schiaffini ha cercato ieri di riprodurre nel Palladium la famosa serata del 1952, dove John Cage con Robert Rauschenberg, Merce Cunningham e il poeta Charles Olson disorientarono il pubblico: è stata la serata di 4’33 (4 ½ minuti di silenzio) ed è stato motivo di scandalo. Anche noi sentiremo (o non sentiremo) il pezzo più tardi.

Dopo l’intervallo si è continuato con dei pezzi di numeri degli anni 80. “One4” per percussioni e “For6” per percussioni, violoncello, tuba e contrabbasso. Poi, come già detto 4’33. Schiaffini posizionava i due danzatori che si tenevano stretti, immobili, davanti a un bicchiere di vino, a destra del palcoscenico. John Cage era stato ispirato per questa composizione da “White Paintings” di Robert Rauschenberg. Purtroppo non c’è stato il silenzio, il pubblico interrompeva la rappresentazione con schiarimenti di voce e colpi di tosse. Davanti a me un ascoltatore o meglio un non-ascoltatore leggeva i suoi e-mails. Peccato. Poi, di nuovo la meravigliosa Silvia Schiavoni con “She is Asleep” e un ulteriore “Improvvisazione per J. C.” per pianoforte, percussioni e tumba.

Nel frattempo erano quasi le ore 20.00; dove sono rimaste le ultime tre ore?

Dopo un’ulteriore breve pausa, di nuovo Silvia Schiavoni che (di pezzo in pezzo) migliorava sempre di più. Ho riconosciuto nelle sue interpretazioni influenze dall’ebraico, dalla liturgia cattolica ed infine dallo jazz. “The Wonderful Window of eighteen Springs”, “Trio” solo per percussioni.  Poi il “Conductions for J. C. and M. D.” molto particolare. L’ensemble al completo con un video (John Cage e Marcel Duchamps). C’è stato un crescendo frenetico ed eccitante, musica, poesia dal registratore, danza. Purtroppo è finito dopo ”Aria + Fontana Mix” e “Concerto for Piano and Orchestra + Aria + Fontana Mix”.

Gli interpreti erano tutti fantastici e si percepiva, quanto si divertivano. Questo divertimento lo hanno poi anche trasmesso al pubblico. John Tilbury era al pianoforte, Edwin Prévost alle percussioni, Ulrike Brand al Cello, Daniel Studer al contrabbasso e Giancarlo Schiaffini al trombone e alla tuba (è stato anche il regista della serata). C’erano anche i percussionisti del gruppo “Ars Ludi” e Alvise Vidolin per l’elettronica e come tecnico del suono. Bravi!

Ci sono stati molti applausi e in quelle 4 ore abbiamo conosciuto John Cage veramente.

Nessuno come lui ha impiegato la voce, il ballo, la poesia, il silenzio, il rumore, la musica, gli strumenti musicali e i non-strumenti, in modo originale, con sempre nuovi effetti mettendo il pubblico davanti a grossi interrogativi.

John Cage è stato un vero genio, era di origini modeste, gli venivano impartite delle lezioni di pianoforte, tra l’altro anche da sua zia che era cantante e pianista. E’ stato coeditore di un giornalino di scuola in lingua francese, è stato vincitore di una gara di retorica e ha ottenuto il diploma scolastico con il punteggio o voto più alto che sia mai stato raggiunto nella sua scuola. Ha studiato letteratura per due anni e il suo incontro (letterario) con Gertrude Stein l’ha ispirato a diventare poeta. Più tardi è andato in Europa, dove, a Parigi, ha studiato architettura gotica e greca e pianoforte. Nel 1930 ha creato le sue prime composizioni. E’ stato influenzato da Kurt Schwitters, James Joyce, Marcel Duchamp e Hans Arp. Ha preso lezioni da Arnold Schönberg. Nel 1938 ha incontrato Merce Cunningham, suo futuro collaboratore e compagno di vita. Max Ernst e Peggy Guggenheim l’ hanno invitato a New York, dove ha conosciuto Piet Mondrian, André Breton e Marcel Duchamp. E’ diventato celebre nel 1943 con un concerto di percussioni nel MoMA. Alla fine degli anni 40 conobbe anche Piere Boulez. A partire dal 1950 viveva di nuovo a New York dove ha incontrato il pianista David Tudor e il compositore Morton Feldmann. In quel periodo data anche la sua conoscenza con Robert Motherwell, Mark Rothko e Ad Reihardt come pure il commerciante d’arte nuovayorkese Leo Castelli. A intervalli aveva vari incarichi come insegnante nel Black Mountain College. Nel 1963 ha avuto luogo la prima della composizione “Vexations” di Erik Satie – un’opera che comprende 840 ripetizioni e dura più di 18 ore. Nel 1984 – nell’anno di Orwell – ha preso parte a un collegamento Live con Nam June Paik. In tale periodo ha anche conosciuto Joseph Beuys.

E’ morto nel 1992, poco dopo il compimento del suo unico film “One 11”. Un’istallazione di luce e di macchina da presa senza trama, senza suoni. Movimenti quasi malinconici della luce. Contorni sfumati in modo aleatorio.
L’evento è stato una produzione del Goethe-Institut di Roma in occasione del 100esimo anniversario di John Cage.

Christa Blenk

traduzione: Brigitte Mayer

Orient meets Occident – versione italiana

Silvia Schiavoni conduce gli ascoltatori, quasi tutti giovani e giovanissimi, attraverso due ore avvincenti. Da John Cage fino alla poesia armena. Dalla China al Giappone e da Bali all’India attraverso la Turchia e l’Armenia all’ Italia. Estratti da testi di Marco Polo vengono presentati insieme alla musica di John Cage e Giacinto Scelsi. Steve Reich è influenzato dai ritmi giapponesi e il cinese contemporaneo Guo Wenjing addirittura ha scritto un pezzo soltanto per lei e i suoi fantastici accompagnatori agli strumenti (Elegy for soprano and 3 percussions). Ci sono stati dei gong di varie misure, un organo indiano (che era già servito ai Beatles), Break drums e strumenti di chiavi, tubi e molti strumenti a percussione. Antonio Caggiano con la sua truppa – studenti del conservatorio Ars Ludi di Frosinone – sono stati travolgenti. Silvia Schiavoni, straordinaria e meravigliosa, ha interpretato con la stessa perfezione l’uomo che canta il ruolo di una donna nell’opera di Pechino e delle parole Manga giapponesi. Non esistono tante persone che ne sarebbero capaci, lo diceva anche l’organizzatore alla fine della rappresentazione. Ha parlato con grande trasporto del genocidio in Armenia e ha interpretato una canzone molto toccante (che avrebbe potuto essere di qualsiasi epoca), come ha anche riferito della situazione politica in Cina. Tamburi di guerra giapponesi hanno aperto il concerto. Le rappresentazioni musicali sono state intervallate con opere di poeti come Ezra Pound, Marco Polo, Tagore ma soprattutto di Daniel Varujan.

Orient meets Occident - versione italiana dans Musique appia-antica-027-150x150

Un’idea meravigliosa – chiunque ne fosse l’artefice – questo Ciclo Musica Pourparler, il 5 dicembre, alla Sapienza. Alla fine ci rassomigliamo più di quanto si pensi comunemente – almeno quando si tratta di note e parole!

Christa Blenk

traduzione: Brigitte Mayer

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Hamburger Bahnhof - noch bis zum 29. September 2019

Aktuelles in Berlin

Auszug aus dem Berliner Kunstleben und Musikleben - Ost-Berlin - Emphraim Palais - Hamburger Bahnhof - Emil Nolde - Brücke Museum - Beiwerk zu Nolde Ausstellung - Gropius Bau - Vorschau: Purcells Dido und Aeneas ab Ende August in der Staatsoper (Sascha Waltz) Angaben ohne Gewähr!

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