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Victoria

SanLorenzo-Figuratif 017
Street Art San Lorenzo – Foto: Christa Blenk

 

Einer für Alle und Alle für Einen: Victoria oder mitgefangen ist mitgehangen

Blau-graues dumpfes und undurchdringbares Nebellicht, noch dumpfere unheilverbreitende Töne die auf den Magen schlagen. Langsam kommt die Kamera näher und Victorias Gesicht schält sich aus diesem Disko-Kessel heraus. Sie tanzt sich die Seele aus dem Leib, geht zur Bar, bestellt einen Schnaps, holt ihre Jacke und geht zu ihrem Fahrrad. Es ist vier Uhr morgens und sie muss um 7.00 Uhr das Cafe aufmachen.

Vor der Disko trifft die junge Spanierin vier Jugendliche mit den seltsamen Namen Sonne, Blinker, Boxer und Fuß, gescheiterte und marginale Ghetto Boys, die vom  aktuellen und hippen Berliner Nachtleben ausgeschlossen sind, weil sie kein Geld für den Eintritt haben.

Die junge Spanierin ist neu in der Stadt und einsam. Sie kennt hier niemanden und nimmt die Einladung von Sonne und den anderen an, gemeinsam irgendwo den Geburtstag von Fuß  (weiter) zu feiern. Alle haben schon zu viel getrunken. Sie besorgen sich in einem Kreuzberger Späth-Laden („ich werde es morgen bezahlen“, sagt Sonne) mehr Bier und Victoria klaut Nüsse. Gut gelaunt ziehen sie um die Häuser und schlagen ihr Gelage auf dem Dach eines Hochhauses auf. Hier testet sich Victoria zum ersten Mal, in dem sie viel zu nahe an den Rand des Abgrundes geht. Sonne hat Angst um sie. Ihre gemeinsame Sprache ist ein radebrecherisches deutsch-englisches Sprachenwirrwarr. Victoria und  Sonne mögen sich sofort und er begleitet sie zu ihrem Bio-Café, das sie in zweieinhalb Stunden aufmachen muss. (Im Aufzug nach unten sagt sie zu Sonne « I am going to break the rules », das hat sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nur auf das Redeverbot im Lift bezogen, sie weiß noch nicht, dass sie es eine Stunde später wahr machen wird. ) Im Café steht ein Klavier. Mozart war mein Vorfahre, sagt Sonne, und schlägt drei Töne auf dem Klavier an. Und ich bin einen Tochter von Mozart, erwidert Victoria und während wir noch glauben, dass sie nur auf Sonnes Scherz eingeht, fängt sie mit großer Hingabe an, den Mephisto Walzer zu spielen. Sonne ist tief berührt und merkt, dass es hier etwas gibt, von dem er bis jetzt nichts wusste und wir erfahren, warum Victoria so einsam ist. 16 Jahre lang hat sie jeden Tag 7 Stunden Klavier geübt: alles umsonst, es reicht nicht für eine Karriere. Eine ausgesprochen zärtliche und intime Szene, die die beiden sehr nahe bringt, aber sie können damit irgendwie nicht umgehen. Dann tauchen die anderen auf und Victoria merkt, dass es ein Problem gibt, sie aber nicht versteht welches. Sie willigt ein, den Chauffeur eines gestohlenen Autos (Fuß ist zu betrunken und muss bleiben) zu spielen und sie fahren, angeführt von Boxer, in eine leerstehende Garage. Boxer steht bei Andy, einem ehemaligen Knastkumpel,  in der Schuld. Plötzlich verteilt Andy unter Geschrei und Drohungen Waffen und Masken und Victoria kapiert, dass sie mitten in einem Banküberfall steckt. Ich hasse Dich, sagt Sonne in einem Moment zu Boxer, macht aber weiter. Victoria will oder kann sich nicht mehr von ihren neuen Freunden absetzen und fährt – erfolgreich – das Fluchtauto weg beim Tatort. Diese Szene hat etwas dramatisch-slapstickhaftes. Sie feiern ihren Erfolg in der gleichen Disko, in die sie vorher nicht rein durften. Eine kurze durch, Kokain und Erfolg hervorgerufene, Euphorie überkommt sie und wir haben Angst, dass sie aus lauter Dummheit und Unerfahrenheit ihr Geld gleich wieder verlieren. Dem ist nicht so, denn sie  werden beim Rausgehen von der Polizei erkannt und fliehen in einen Hinterhof. Boxer und Blinker werden dabei angeschossen und sterben, währen  Victoria und Sonne entkommen und in eine Wohnung einbrechen. Nun übernimmt Victoria die Führung und zwingt Sonne, die fremden bunten Kleider anzuziehen. Das Kokain und die Anspannung der vier Personen im Raum ist fast unerträglich geworden, als sie sich das Baby ausleihen,  um das von der Polizei umstellte Haus zu verlassen. Dann sind sie für kurze Zeit eine kleine Familie und Sonne nimmt den Kinderwagen mit viel Vorsicht, aber das Glück hält nur Sekunden und gleich geben sie wie versprochen im Haus gegenüber das Baby ab und nehmen sich ein Taxi ins Westin Hotel. Victoria besorgt ein Zimmer in dem Sonne, der ebenfalls angeschossen war, nach kurzer Zeit verblutet.  Victoria bricht total zusammen, nimmt aber dann  mit ihren  blutverschmierten Händen das Geld, verlässt das Hotelzimmer, steigt mechanisch in den Lift ohne auf jemanden zu treffen und verlässt das Hotel. Als sie die Straße entlang geht, versucht sie mit Armbewegungen, das Vergangene oder den Alptraum abzuschütteln und wir können wieder durchatmen.

Victoria hat es nie gelernt wie man Freunde findet, sie ist so einsam in dieser Stadt, dass sie sogar dem Barkeeper einen Drink anbietet. Die Begegnung mit den vier lebenslustigen Freunden, die nur harmlosen Unsinn anstellen, tut ihr gut, sie lebt auf und ist sofort bereit, sich auf das unbekannte und verhängnisvolle Abenteuer einzulassen. Sie holt in diesen drei Stunden von 4.00 Uhr morgens bis zum Sonnenaufgang alles nach, was sie bisher in ihrem Leben verpasst hat. Ihre persönliche Iniziation!

Die Spaniern Laia Costa ist eine Entdeckung, ohne sie wäre der Film ein ganz anderer.

Von Sonne, Blinker, Boxer und Fuß (Frederick Lau, Burak Yigit, Franz Rogowski und Max Mauff), die ebenfalls eine hervorragende performance hinlegen, erfahren wir so gut wie nichts, nur dass sie alle echte Berliner sind und Boxer einmal im Gefängnis war.

Traum und Alptraum liegen genauso nahe beieinander wie Euphorie und Ernüchterung oder Liebe und Gewalt. Der Schneeball wächst und rollt – angetrieben durch Bier- und Kokainexzesse – mit jeder Minute immer schneller auf ein schreckliches Ende zu.

Als Zuschauer ist man am Ende psychisch und physisch ebenso am Ende wie die Protagonisten. Obwohl Sonne, Blinker, Boxer und Fuß  alles andere als brave Bürger sind, mögen wir sie. Sie sind eigentlich „good guys“ und geraten durch unglückliche Zufälle in diesem Strudel, der sie unweigerlich nach unten zieht und bei dem keiner auf die Bremse tritt (und wir, Publikum, können nicht).

Das Drehbuch basiert auf nur 12 Seiten, gedreht wurde in einer einzigen Kameraeinstellung. In der  Endfassung gibt es keine Schnitte. Für 140 Minuten Spielzeit wurden nur 240 Minuten aufgenommen.  Unglaublich. Die stumpf-dröhnende Musik von Nils Frahm tut das Ihrige.

Drehorte waren Berlin-Kreuzberg und Berlin-Mitte und was wir sehen ist fast Realzeit, nämlich die Zeit ab 4:30 Uhr bis zum Sonnenaufgang um  07:00 Uhr morgens.

Sebastian Schipper hat diesen Film auf der 65. Berlinale 2015 vorgestellt. Kameramann Sturla Brandth Grøvlen erhielt den Silbernen Bären dafür. Beim Deutschen Filmpreis 2015  wurde der Film sechs Mal mit einer goldenen Lola ausgezeichnet, u.a. als bester Spielfilm und beste Regie.

Genialer nächtlicher Roadmovie, man beobachtet vollkommen überwältig von dem Schnellball, der immer größer wird und den man nicht aufhalten kann diese dramatische Dynamik. Ein Hin- und Herwackeln (auch der Kamera) zwischen Liebe, Freude, Angst, Vertrauen, Gewalt und Glück. Man spürt den Druck der entsteht und die andauernden und wachsenden schlimmen Vorahnungen lösen ein magengesteuertes Schwindelgefühl aus.

Christa Blenk

 

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Bellissima – l’Italia dell’Alta Moda 1945-1968

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Made in Rome – wer hat der kann! (auch auf KULTURA EXTRA)

„Bellissima“ heißt der Film von Visconti mit Anna Magnani als intensive ehrgeizige Mutter, die ihre Tochter unbedingt in Cinecittà unterbringen will. Das war 1951. „Bellissima“ beschreibt aber auch die schönen Frauen, die sich der Mode unterwerfen dürfen, müssen oder sie sich leisten können und so bekam diese Ausstellung über die römische Mode in der Nachkriegszeit diesen Titel.

Dass Mode und Film zusammengehören bestätigt sich jedes Jahr bei Oskar- oder Berlinale-Verleihungen wenn die beautiful rich people mit umwerfenden und teuren Kreationen die Preise entgegen nehmen. Zeitlos sind diese zum Teil wirklich hinreißenden Kreationen, die in der von Kriegsschäden noch geprägten Zeit nach dem zweiten Weltkrieg entworfen und getragen wurden. Rom war damals ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in der Mode aber auch im Filmbusiness. Valentino, Ferragamo und Co. schneiderten Abendroben, Cocktailkleider und Prêt-á-Porter–Modelle für die Kennedy Witwe Onassis, Ava Gardener, Elisabeth Tayler, Audrey Hepburn, Sofia Loren oder Anna Magnani. Zwischen römischen Ruinen und solchen, die der zweite Weltkrieg hinterlassen hat, wurden diese Modelle vorgeführt oder fotografiert.

Die Valentino, Fendi, Sorelle Fontana, Galitzine, Pucci, Mila Schön oder Gattinoni tragenden kopflosen Puppen auf dem Catwalk aus grauen Lüftungsschächten, der sich durch das Obergeschoss des MAXXI schlängelt, dialogisieren direkt und unverkennbar mit Künstlern wie Alberto Burri, Giuseppe Capogrossi, Carla Accardi oder Lucio Fontana. Die Prêt-à-Porter-Reihe erinnert an ein Morandi-Gemälde, aber auch die römische Antike hat ihren Platz darin bekommen. Angereichert ist die Schau mit Hüten, Bulgari-Geschmeiden und den dazu passenden Schuhen. Hatte Marilyn Monroe wirklich so kleine, zierliche Füße?

pret-a-porter-a-la-Morandi

Wie wichtig für Rom das Kino im Neorealismus war und wie sehr man diesen verlorenen Ruhm beklagt, kommt immer wieder ans Tageslicht. Für die bellissima Ava Gardner schneiderten die Sorelle Fontana ein Priestergewand, wie Anita Ekberg eines in Fellinis „La Dolce Vita“ trug, als sie grad dümmlich lächelnd an der Seite von Marcello Mastroianni ihren blöden Hut dem Wind übergibt. An der Seite des Laufstegs hängen Bildschirme, auf denen die Filme aus dieser Zeit auszugsweise zu sehen sind. Rosselinis „Viaggio in Italia“ (1953), Viscontis “Vaghe stelle dell’Orsa“ (1965), Antonionis „Cronaca di un amore“ (1950) und die gesamte Palette des italienischen Neorealismus läuft hier mit über den catwalk. Die Dokumentarfilme über die Salons und die Modenschauen lassen aber auch an Luis Bunuels „diskreten Charme der Bourgeoisie“ denken. Mit den politischen Wirren 1968 fand dann auch diese Zeit ein Ende und die Alta Moda hat sich in Mailand angesiedelt; geblieben sind nur die Ruinen.

Das kurvige und futuristisch anheimelnde Museum des 21. Jahrhunderts (MAXXI) schwingt mit den Röcken der exklusiven Modelle oder dem outfit von Vivi Bach im Raumschiff Orion um die Wette. Einen adäquateren Ort als das Obergeschoss des MAXXI-Museum, das – natürlich umstritten wie alles Zeitgenössische in Rom – Zaha Hadid vor ein paar Jahren in diesem Viertel von Rom zwischen Ponte Milvio und Piazza del Popolo errichtete, hätte man für diese Schau deshalb nicht finden können. In den Nachkriegsjahren wurde beschlossen, diese bis dahin benachteiligte Gegend aufzuwerten und das Olympische Dorf für die Olympiade 1960 dort gebaut, damals ein ziemlich prestigeträchtiges Architekturprojekt und neben dem „Palazzetto dello Sport“ von Pierluigi Nervi hat Renzo Piano im Jahre 2000 seinen Musikkomplex, das Auditorim Parco della Musica angesiedelt.

Organisiert wurde die Schau von Maria Luisa Frisa, Anna Mattirolo und Stefano Tonchi. Sie ist noch bis 3. Mai 2015 im MAXXI zu sehen. Der Katalog kann natürlich auch nur luxuriös und verschwenderisch sein und kostet 48 Euro.

Christa Blenk

Info: Im unteren Stockwerk wird das bunte, fröhliche und frivole Nachkriegsgeschehen relativiert und zeigt eine schwarz-weiße Ausstellung über die Architekten und Designer weltweit, die das zweite Weltkriegsdrama „entwarfen“ und aufbauten bzw. umrüsteten. Speer und Co sozusagen. Architettura in Uniforme – progettare e costruire durante la Seconda Guerra Mondiale. Vorbei an den Nürnberger Prozessen und dem Poster « After total war can come total living » nimmt man dann den Aufzug und landet genau dort wo 1945 das Konsumdenken und der Luxus entstand und dazu gehören diese Kollektionen. Waren es bis zu 40% der Menschen die vor und während des Krieges mit der Kriegsführung und dessen Vorbereitung befasst waren, dürfte es sich bei den Käufern dieser hier präsentierten Modelle höchstens um 1% der Betroffenen handeln. Jean Louis Cohen hat diese Schau kuratiert.

maxxi 059 MAXXI von Zaha Hadid

Fotos : Christa Blenk

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
23 images
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
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P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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Grand Hotel Budapest


Winter durch die Karpaten

Der letzte Film von Wes Anderson ist ein absolutes Meisterwerk. Surrealistisch, romantisch und witzig, zwischen Tragödie und Komödie erinnert er an Lubitsch und Filme wie « to be or not to be » oder an Polanskis „Tanz der Vampire“.

Der geniale Ralph Fiennes ist M. Gustave, der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotel im Alpenstaat Zubrowsky. Die Geschichte spielt in den 30er Jahren und – wenn auch nur anekdotisch – ist das Drama vor dem zweiten Weltkrieg angedeutet. Tony Revolori ist der junge „lobby boy“, der sich als treuer Freund von Gustave entwickeln wird und dem später das Hotel gehören sollte. Tilda Swinton ist Madame D, eine ehemalige „Geliebte“ von Gustave, die auf seltsame Weise ums Leben kommt, ihm ein wertvolles Bild hinterlässt das Gustaves Leben total durcheinander bringt. Er gerät in eine Art James Bond Abenteuer, das er mit Bravour meistert (die Abfahrt durch die olympischen Wintersportanlagen mit dem Schlitten ist einfach genial!!), verfolgt von allen möglichen Erbschleichern wie z.B. Madame D’s Sohn Dimitri (Adrian Brody). Der Film handelt von Solidarität und Freundschaft auf der Suche nach noch übrig gebliebenen „echten und edlen“ Menschen. Alle Länder- und Städtennamen sowie die Hofzuckerbäckerei sind erfunden, letztere lässt aber stark an Demel denken.

Wes Anderson hat auch das Drehbuch für diese deutsch-britische Koproduktion geschrieben. Auf den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film 2014 im Februar vorgestellt; gedreht wurde er im sächsischen Görlitz.

Als Vorlage für das Drehbuch diente Stefan Zweigs Geschichte „Ungeduld des Herzens . Die Welt von Gestern und 24 Stunden aus dem Leben einer Frau ». Wes Anderson reiste viel durch die Gegend um herauszufinden, wo sich die Geschichte hätte zutragen können. Irgendwo zwischen Österreich und Ungarn – vielleicht in Wien, Budapest oder Karlsbad.

Spurensuche Wohin 2013 KopieChrista Linossi

Sehr sehenswert!

Christa Blenk

 

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Local Histories

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Hamburger Bahnhof - noch bis zum 29. September 2019

Aktuelles in Berlin

Auszug aus dem Berliner Kunstleben und Musikleben - Ost-Berlin - Emphraim Palais - Hamburger Bahnhof - Emil Nolde - Brücke Museum - Beiwerk zu Nolde Ausstellung - Gropius Bau - Vorschau: Purcells Dido und Aeneas ab Ende August in der Staatsoper (Sascha Waltz) Angaben ohne Gewähr!

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