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Manifesto – 13 Mal Cate Blanchett

Manifesto – 13 Mal Cate Blanchett

Das Leben – ein Theater

Der Münchner Video-Künstler Julian Rosenfeldt (*1965) lässt Cate Blanchett dreizehn Mal in unterschiedlichen Rollen in einem Meer von Bildschirmen auftreten. Er verarbeitet hier die bedeutendsten Manifeste des 20. Jahrhunderts. Nach Berlin und Hannover ist die Schau nun  im Pariser Palais des Beaux-Arts zu sehen.

Die Filminstallation Manifesto basiert auf historischen Originaltexten von anderen Künstlern die sich allesamt mit Manifesten auseinander gesetzt haben. Die meisten geben aufgrund ihrer Theatralität schon das Libretto her.  Rosenfeldt hat die Texte so bearbeitet oder gekürzt und 13 innere Monologe hergestellt, die er jeweils von einer Frau in unterschiedlichen Rollen vortragen lässt. Cate Blanchett ist eine sehr gute Wahl. Sie schafft es, sich dreizehn Mal durch Maske und Verkleidung und mit viel Talent immer wieder in unterschiedliche Charaktere hinein zu verwandeln. Sie lebt bewusst jede Szene und das vermittelt sie auch! Eine ihrer größten Rollen überhaupt wahrscheinlich.

Rosenfeldt (*1965), der in Berlin lebt, hat hier auch alle Kurzfilme gedreht. Mit Cate Blanchett ist er befreundet und auch Dank ihrer Professionalität konnte der enge Zeitrahmen für die Dreharbeiten eingehalten werden. Mit ihr hat er auch alle Orte vorher erkundet.

Ca 10 Minuten dauert jeder Film bei dem die Darstellerin von der Rolle der Obdachlosen, zur Hausfrau und Mutter der mittleren Oberschicht inklusive Tischgebet mutiert, die Rede vor einer Trauergemeinde hält oder als Puppenspielerin, Fabrikarbeiterin bzw. als Journalistin überzeugt.  Die Manifeste von Tristan Tzara (Dada, 1918), Filippo Tommaso Marinetti (Futurismus, 1909), (Surrealismus, André Breton, 1924), Fluxus, Merz (No Manifesto, 1965) oder Golden Rules of Filmmaking, (2002, Jim Jarmusch).

Genial wie sie als Hausfrau und Mutter das Tischgebet nach Claes Oldenburgs I am for an Art (Pop Art, 1961) einleitet. Man möchte wegrennen und leidet mit den anderen am Tisch, wenn sie nach 10 Minuten immer nochmals mit „I am for the Art“ anfängt und es immer noch nicht das letzte Mal war. Großartig.!

Manifesto entstand als gemeinsame Produktion der Berliner Nationalgalerie mit verschiedenen Museen weltweit und der Ruhrtriennale und wurde 2016 im Berliner Hamburger Bahnhof und später im Sprengel Museum Hannover gezeigt, bevor die Schau nun in Paris angekommen ist.

Noch bis zum 20. April 2017 im Pariser Palais des Beaux-Arts zu sehen.

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Christa Blenk

 

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Blog Highlights 2016 : Musik und Kunst im Rückblick

cinema

 

Labyrinthe, Geburtstage, unheimliche Träume und Alpträume, eine Kirche in der Toscana, eine bretonische Insel, ein Atlantis in der Nordsee, eine Rhein-Reise, schräge Musik und andere, Tim Burton und Torten, Theater unterm Dach und Off Off, mexikanische Totentänze und römische Geschichte, zwar nicht postfaktische aber postidentische Zustände, ein Elch-Blues und ein Umzug …… und um noch viel mehr geht es in den Highlights 2016!

Aber sehen Sie selber.

 

Enzo Fililetti Mit einem außergewöhnlichen Konzert zum 111. Geburtstag von Giacinto Scelsi hat der Januar das neue Jahr eingeleitet. Das wunderbare kammermusikalische Hauskonzert in Anwesenheit der vier zeitgenössischen italienischen Komponisten, Giorgio Nottoli, Mauro Cardi, Giuseppe Silvi  und Michelangelo Lupone  fand in der  Scelsi Villa in Rom statt. Wir sind eher durch einen glücklichen Zufall darauf aufmerksam geworden. Der Saxophonist Enzo Filippetti (Foto) spielte u.a. Werke von Scelsi, aber auch von anderen zeitgenössischen Italienern. Was für ein Abend!

helenaerklärt Zerebrale Geoden, Pentagramme, Labyrinthe und primordiale Fruchtbarkeitssymbole stellte Helena Aikin im  Januar 2016 im Museum für populäre Kunst im Madrider Altstadtviertel La Latina in einer ehemaligen Corrala (dort wo vor 100 Jahren die Zarzuelas aufgeführt wurden) aus. Die Sammlung dieser faszinierenden Labyrinthe, die sie in den letzten Jahren gesammelt, konzipiert und nachgebaut hat wurde übrigens  später  im Jahr – ebenfalls mit großem Erfolg -  in der UNO in Genf gezeigt.

Abgesehen davon, dass sich Madrid schon deswegen lohnt weil dort die Künstler Cesar Borja, Gerardo Aparicio und Guillermo Lledo wohnen und es immer ein Vergnügen ist, ihre letzten Areiten zu entdecken, war er Ausflug in der Welt der Labyrinthe sehr spannend. Die Königin der Radierungen, Natividad Gutierrez, ist leider dieses Jahr verstorben. In Natis Werken vereinen sich auf der einen Seite die Vegetation ihrer Heimat, der Karibik, sowie ein Licht, das es nur in Madrid gibt.

In der Serie My Virtual Gallery gibt es außerdem Kurzportraits von vielen anderen Künstlern.

IngresEin Besuch im Prado darf natürlich bei einem Madrid-Aufenthalt nicht fehlen. Dort fand gerade eine sehr umfangreiche und sehenswerte Ausstellung von Ingres Gemälden statt.. Gegenüber auf der Madrider Museumsmeile, im Thyssen Museum, gab es eine umfangreiche Expo mit Gemälden von  Munch zu sehen.

P1280537Emma Dante, die wir im letzten Jahr mit Henzes Kurzoper Gisela in Palermo erlebt haben,  inszenierte eine Cenerentola und wie immer bei ihr ist man vollkommen perplex und überrascht. Diesmal waren die Kleider der Darsteller  mit kleinen Sahneschnittchen zu verwechseln.  Die Oper Rom hat Rossini aber noch ein zweites Mal  gehuldigt mit  einem sehr gewöhnungsbedürftigen Barbier von Sevilla in Form von Grusel-Ideen à la Tim Burton. Ausgezeichnete Sänger und viel Applaus. Vor 200 Jahren wurde Rossinis Barbier im Teatro Argentina in Rom uraufgeführt.

Die Oper Bonn hingegen glänzte mit einer witzigen Cosi fan tutte.

Traviata-Dorothée Lorthiois Auch mit großer Oper beschäftigte sich das französische Ensemble Opera Coté Choer in Paris. La Traviata, mutig und ganz anders. Brechend voll der Espace Pierre Cardin und es gab viele Vorhänge. Die Übersetzung von Jean-Noel Pettit folgt hier: La Traviata (version française).

 P1280710 Auch in Paris gab es eine Mammutausstellung von Anselm Kiefer im Centre Pompidou. Allein schon wegen dieser Schau hätte sich die Reise nach Paris gelohnt. Einfach großartig! Kiefer ist ein großartiger und einzigartiger Künstler, der immer ein wenig weiter geht als die anderen!

Ostia teatro Beeinflusst von Jean Cocteaus Antigone (so gesehen die Fortsetzung der Geschichte nach dem Ende von Ödipus), befasste sich der  große Igor Strawinsky zehn Jahre nach dem Sacre du Printemps-Skandal ebenfalls mit der griechischen Tragödie und arbeitete ab 1925 am Oedipus Rex.  Arien, Duette und Choreinlagen wechseln sich ab. Die Texte sind in Latein und die erklärenden Passagen wurden von einem Sprecher vorgetragen.

goethe-josefstiehler1828 Die Italienreise von Goethe ist vor 200 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht worden (30 Jahre nach seiner Reise!). Die Casa di Goethe hat aus diesem Anlass eine Veranstaltung der Serie Incontri romani dem Geheimrat vom Corso gewidmet. Mario Fortunato und Jan Koneffke haben dazu aus ihren Geschichten über und für Goethe vorgelegen.  Unter diesem Motto haben noch viele andere interessante Abende dort stattgefunden.

Mit Rom und Italien beschäftigt sich auch die  Künstlerin Schirin Fatami. Sie lebt in Rom und in Hannover und man sieht es ihren Arbeiten an, wo sie entstanden sind.

image001 Der kolumbianische Maler Botero ist sehr bekannt aber längst  nicht Jedermanns Sache – auch meine nicht! Vor ein paar Jahren hat er sich nun den Kreuzweg Christi vorgenommen. Dieser war im Frühjahr im Palazzo delle Esposizione in Rom zu sehen. Botero via crucis

Paula Modersohn-Becker wurde im Frühjahr im Pariser Museum für Moderne Kunst gezeigt. Die ausgezeichnete Schau mit über 120 Bildern und Zeichnungen dokumentiert acht oder neun sehr intensive Jahre auf einem (vorzeitigen und rasenden) Weg in die Moderne. Die Briefe aus Paris an die Familie, an Ottos Eltern oder an ihren Mann Otto Modersohn, sind eine einzige Liebeserklärung an Paris.

P1300056 Einen Geburtstagswalzer, einen Tango und noch mehr gab es im österreichischen Kulturinstitut in Rom, welches schon einmal Hans-Werner Henzes 90. Geburtstag am 1. Juli vorfeierte. Das  Cimarrón Ensemble Duo , Christina Schorn und Ivan Mancinelli,  interpretierten u.a. Werke von Hans-Werner Henze (1926-2012), Luca Lombardi  (*1945) und Astor Piazzola (1921-1992).  Miriam Meghnagi hat im selben Kulturinstitut ein paar Wochen später  sehr bewegende Lieder aus Theresienstadt vorgetragen.

La sete di Christo
La sete di Christo ist eine CD des römischen Ensemble Concerto Romano und hat  Anfang Februar 2016 den klassischen Musikmarkt erneut um ein vor-barockes und seltenes Schmankerl bereicherte. Außerdem gab es später im Jahr eine glanzvolle Aufführung von Stradellas San Giovanni Battista, eine wunderbare barocke Preziose, die Stradella selbst wohl als sein bestes Werk bezeichnete. Kein Wunder also, dass Händel und die späteren Zeitgenossen stark beeindruckt waren und in diesem Stil weiter machten. Aber auch das Luther Reformationsjubiläum haben sie sich zum Thema gemacht und eine interessante CD herausgebracht. Klang der ewigen Stadt zu Luthers Zeiten.

Giovanni Battista Pergolesis (1710-1736) Stabat Mater gehört sicher zu den meist gespielten Kirchenmusikstücken überhaupt. Viele große Stars und Musikensembles haben es gesungen und gespielt und die Erwartungshaltung des Publikums ist dementsprechend groß. Concerto Italiano hat es im März aufgeführt und es gab keine Enttäuschung!

Symbolismus Anfang März hat es in Mailand zwei Tage ohne Unterbrechung geregnet und wir haben viel Zeit in Museen verbracht. Mit dabei natürlich das letzte Abendmahl (Cenacolo) und die Pieta Rondanini sowie eine  umfangreiche Ausstellung über den Symbolismus. Für die Ausstellung Alphonse Mucha war die Schlange zu lang, diese konnten wir aber ein paar Wochen später in Rom sehen.

Im April hat der große Pappano Tschaikowskys Fünfte und Strawinskys Psalmensymphonie im Auditorium dirigiert; sowie eine überarbeitete Fassung von Riccardo Panfilis l’Aurora probabilmente. Panfili hat dieses kurze, aber sehr heftige und aufregende Opus posthum dem großen deutschen Komponisten Hans-Werner Henze (1926-2012) gewidmet.

P1300463 Paola Romoli Venturi ist eine außergewöhnliche römische Künstlerin. Ihre happenings haben wir nie verpasst! Im April in Trastevere hat sie ihre neuesten Arbeiten präsentiert. Ad pineam - Licht und Wind kamen wie bestellt und ließen ihre zarten Tücher tanzen. Auch auf eine weitere Veranstaltung mit ihr und weiteren italienischen Künstlern möchte ich gerne hinweisen.  TraNsfusioni#4 (das ist die italienische Version)

P1300712 Der grüne Traum ist ein deutsch-italienisches Wanderprojekt, an dem sich Künstler, Musiker und Dichter beteiligen. Dieses Jahr waren das u.a. Silvia Stucky, Beate von Essen, Lello Torchia, Maria Semmer  und  viele andere  die in der bezaubernden Villa Gregoriana bei Tivoli ihre Arbeiten zwischen Ruinen und Vegetation installierten, die man bei einem Spaziergang durch den Park entdecken konnte.

Mit Natur befasste sich auch eine Ausstellung im Archäologischen Museum in Neapel. Mito e Natura behandelte Mensch und Natur anhand von umwerfenden Fresken von Lustgärten oder Episoden aus der griechischen Mythologie.

P1320594 Ein anderer Entdeckungspaziergang führte uns zum Lungotevere, wo sich William Kentrich mit seinen Mammutfresken  “Triumphs and Laments” verewigte.  In sechs Monaten hat der südafrikanische Künstler und Theatermann William Kentridge auf über 500 Meter am Tiberufer zwischen Ponte Sisto und Ponte Mazzini (Piazza Tevere) die Geschichte Roms in 80 übergroßen Figuren wild durch die Jahrhunderte portraitiert. Später, im Sommer in Berlin, gab es passend dazu die Ausstellung No it is im Gropius Bau.

Mit dem Rhein hat sich sich eine Ausstellung in Bonn beschäftigt. Eine europäische Flußbiografie hat die Bundeskunsthalle aufgezeichnet und der Besucher  reist von der Quelle bis zur Nordseemündung dieses stolzes Stromes.

fff Das Fast Fortward Festival fand dieses Jahr zum ersten Mal statt. Zeitgenössische Musik wurde hier zwei Wochen lang aufs intensivste aufgeführt und präsentiert – in allen bedeutenden Theatern Roms. Eröffnet wurde es mit Heiner Goebbels Schwarz auf Weiß  das  er vor über 20 Jahren für und mit dem Ensemble Modern konzipierte. Deshalb kann es auch nur von diesem Orchester aufgeführt werden.  Bis jetzt kam es ca. 100 Mal zur Aufführung u.a. in Berlin, Brüssel. Dresden, Paris, Sevilla, Luzern, Taipeh, Moskau, Wien, Prag, München und Salzburg und fast alle Beteiligten sind schon seit der Uraufführung 1996 im Frankfurter Bockenheimer Depot mit dabei. Es ist Nacht und die Sieben sitzen in einem hohen Saale in der Stadt Ptolemais. Es wird zwar nicht extra erwähnt, aber wir wissen es trotzdem: sie können nicht entkommen, sie sind isoliert. Einer von ihnen, der junge Zoilus, ist schon tot.

Proserpina von Wolfgang Rihms war ebenfalls Teil dieses Festivals. Rihm kam extra dafür nach Rom und begleitete diesen großartigen Ausklang des ersten aber schon recht erfolgreichen Festivals. Hoffentlich wird es weitergehen.

P1320737 Die Stipendiatin der Casa Baldi in Olevano Romano, Antonia Low, präsentierte im Frühjahr im Palazzo Altemps in Rom ihre Installation « Status of Lost Imagery ». Hierbei ging es um die Bombardierung des Palmyra-Museum. Low hat ein Zeitungsfoto von der Verwüstung des archäologischen Museums vergrößert und dieses gepixelte Bild auf Stoff gedruckt.  Mit Schutzschuhen durfte  man die Ruinen betreten, das heisst sich über und in  ihnen bewegen. Spannende Ruinenbegehung!

Isabella Ambrosini hat mit dem Orchestra Roma Tre im Mai die  Cavalleria Rusticana im Palladium aufgeführt. Dieser Artikel ist in italienischer Sprache. 

P1000187 Dido und Aeneas in Montepulciano  war eines der großen Ereignisse oder vielleicht sogar das Hauptereignis dieses Jahr beim Cantiere in Montepulciano. Regie führte  Michael Kerstan. Mit wenig Mitteln und ausgezeichneten Solisten, unterstützt von einem perfekten Chor und dem diskreten Modus Ensemble Roma unter Mauro Marchetti, haben die Protagonisten das Publikum im Tempio di San Biagio – der übrigens auf einen Bauplan von Bramante zurückgeht und ein perfektes Beispiel einer römischen Basilika ist – regelrecht verzaubert.

Und dann hieß es:

Addio Roma (hinter den links verbergen sich drei Rom-Spaziergänge)

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und Hallo Berlin

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Hier hat  uns nicht nur italienische Sonne empfangen sondern auch eine  Velazquez Ausstellung!

 

csm_42_ESDO_Katalog_b88a2f60afEl Siglo de Oro. Die Ära Velázquez – Dunkel und furchterregend ist sie, die Malerei dieses Goldenen Zeitalters in dem herrschsüchtigen, strengen und selbstsicheren Spanien, wo es nicht viel zu lachen gab. Die Protagonisten auf den Bildern dieses kulturell so starken Jahrhunderts strahlen keine Freude oder Leichtigkeit aus. Direkt aus dem Manierismus herausgerissen, überbetont, streng ist sie noch lauernd vorhanden, la Santa Inquisición(die heilige Inquisition).

blick in den GartenDer August hat sich von seiner besten Seite gezeigt und das Einleben in Berlin recht leicht gemacht. Ein  Ausflug an den Wannsee, wo sich der Maler Liebermann einen Sommersitz errichtet hatte, war gerade richtig: Max Liebermann (1847-1935) gehört zu den wichtigsten deutschen Wegbereitern der Moderne. Von Anfang an hat er gegen die Akademiker gekämpft und mit der Gründung der Berliner Secession, bei der er eine wichtige Rolle gespielt hat, die Hauptstadt in den künsterlischen und kulturellen Vordergrund gerückt – er selber ist dann aber irgendwo auch zwischen Biergärten und Portraits stecken geblieben. Geboren im Zentrum von Berlin wo heute das Liebermann-Haus steht (in dem eine Ausstellung über Harry Graf Kessler zu sehen war) hat er sich 1909 ein Sommerhaus am Wannsee bauen lassen. Sein „Schloss am See“, wie er es nannte. Mit Anfang 60 hat er sich gerne hierher in die Ruhe zurück gezogen und über 200 Gemälde sind dort entstanden. Ab 1914 bis zu seinem einsamen Tod 1935 verbrachte er viele Monate dort. Von den Nationalsozialisten verfemt, zwangen diese seine Witwe Martha 1940 zum Verkauf des Hauses. Sie entzog sich 1943 durch Selbstmord einer Deportation. Nach dem Krieg allerdings ging das Haus an die Erben zurück, die es an die Stadt Berlin verkauften.

P1000285Emil Nolde – Der Maler  – Aufdringliche Farben und Nordlicht. Emil Nolde (1867 – 1956) malte mit den Fingern und Händen, ein Pinsel reichte nicht, um diese grelle Leidenschaft auf die Leinwand zu bringen. Ein krasser Gegensatz zu der weiten und unendlichen nicht immer farbigen Welt an der Frieslandküste. Naturgewalt, Einsamkeit, Legenden und gruselige, übertriebene Bauern- und Seemanns-Geschichten, die man sich nach Sonnenuntergang mit Gänsehaut zu erzählen pflegte, hat Nolde auf die Leinwand gebracht und uns ins Gesicht geschleudert.

P1000585 Wolfgang Rihm hatten wir ja beim FFF in Rom mit Proserpina gehört und erlebt. Da war es natürlich klar, dass wir uns Tutuguri nicht entgehen lassen würden. Das Berliner Musikfest wurde damit eröffnet.  Alles muss haargenau in eine tobende Ordnung gebracht werden (Antonin Artaud 1947) . Französischer Surrealist trifft auf mexikanische Totentänze und Rihm macht die Musik dazu. Das klang gut und verheißungsvoll: aber es ist noch viel viel mehr! Es ist ein Erdbeben, ein musikalischer Horror-Tsunami, ein götterdämmernder Phönix-Weltuntergang!

P1010069 Die Kantorin der Kirche zur frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst, Beate Kruppke, dachte sich zum 150. Geburstag von Eric Satie und zum 25. Todestag von Olivier Messiaen etwas ganz besonderes aus. Sie stellte ein ungewöhnliches Orgelprogramm zur Ehren der französischen Freigeister und  zur Aufführung auf der Amalienorgel in Karlshorst zusammen. Der Dritte im Bunde war ein weiterer Franzose, der Komponist César Franck (1822-1890).

postidentischeslebenGroßartig der erste Besuch in der Neuköllner Oper . EINE SPEKULATION ÜBER DIE FREIHEIT. Welcome to the office for postidentical living - Shape – edit – customize: Der Erfolgreiche muss sich optimieren, sich abgrenzen, besser sein, fit sein, digital sein, angepasst-unangepasst sein, seine personelle Identität pflegen und diese ausbauen, um vielleicht in einer kollektiven Identität heimlich Unterschlupf zu finden. Unsere Identität unterscheidet uns von den anderen, macht uns einmalig. Aber wozu brauchen wir das? Was brauchen wir überhaupt? Wissen wir was wir wollen? Stylen, shapen, bloggen, sich selfen, bewundert werden. Wie anstrengend, diese permanente Überforderung dem uns gebotenen information overflow gerecht zu werden: Nur wer das alles nicht (mit)machen muss, kann frei sein.

P1000693Das Büro für postidentisches Leben hat also die Antworten und Lösungen. Aber KAP HOORN, eine witzige Aufführung im Theaterdiscounter, vermittelt den  Jahrmarkt der Wünsche und Träume .  Aber was hat Napoleon mit Aschenputtel zu tun? Sehen Sie selber!

Ausstellungsplakat Der Golem, diese berühmteste Legendenfigur der Kabbala, ist ein seelenloses Wesen aus Lehm oder Sand. Er wird durch Rituale oder geheime Buchstabenkombinationen von einem Menschen zum Leben erweckt und ist mit übermenschlicher Kraft ausgestattet. Das Jüdische Museum hat ihm eine sehr interessante Ausstellung gewidmet.

P1010005Die Stadt Weimar war 1999 Europäische Kulturhauptstadt. Das war für den derzeitigen Chef des Berliner Staatsballetts, Nacho Duato, die Gelegenheit, Johann Sebastian Bach zu huldigen. Mit Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere hat er auf ganz besondere Weise Person und Werk dieses einzigartigen Komponisten gewürdigt. Er hat Bach auf die Bühne und ins Zentrum des Geschehens geholt.

P1000911 Siegfried Lenz ist 1926 als  Sohn eines Zollbeamten in Ostpreußen geboren. Mit 42 Jahren hat er seinen wichtigsten und einen der bedeutendsten deutschen Nachkriegsromane, Deutschstunde, veröffentlicht. Bei Deutschstunde geht es um Pflicht, Schuld, Macht, Freundschaft und Verlust und um das Nichtentkommen der Geschichte. Das Ensemble hat es aufgeführt. Aber auch die traditionelle Peymannsche Mutter Courage und ihre Kinder hat uns sehr gut gefallen.

Mauer-cmb-klein Traum, Nacht, Alptraum – Ian Bostridge erzählt von  Kriegen, Nachteulen und Meeresungeheuern. Mit Träumen, Natur und Illusionen hat sich in diesem Jahr auch die österreichische Künstlerin Christa Linossi beschäftigt.

100 Stuehle (1)Am 1. November 2016 feiert der Hamburger Bahnhof seinen 20. Geburtstag. Er entstand als  weiteres Haus der Nationalgalerie und dort werden während der Umbauarbeiten der Neuen Nationalgalerie abwechselnd Werke des deutschen Expressionismus – wie zurzeit Ernst Ludwig Kirchner HIEROGLYPHEN  – gezeigt.   Eine der besten Ausstellungen überhaupt mit Arbeiten von Carl André war 2016 im Hamburger Bahnhof zu sehen. Aber auch das Thema Kapital hat das Museum beschäftigt. Hier der Bericht.
AusstellungsplakatUnheimlich war der Titel der Ausstellung im Kunstmuseum in Bonn, die zur Zeit noch in Bonn zu sehen ist (bis Januar 2017). Unheimlich bedeutet schauerlich, gruselig oder furchterregend. Der Titel ist deshalb nicht sehr aussagekräftig, denn hier geht es auch viel um Angst und Einsamkeit, um Unwohlsein, um Hinweise auf Gewalt, versteckte und offensichtliche und um Traum und Wirklichkeit. Kein Entkommen, Dinge, Totenhaus, Alpträume, Einsamkeit, die Anderen,  Verschwinden, Tatorte sind die Schlagwörter und in diese ist die Ausstellung unterteilt.

P1040281 Bei der Geisterbraut ging es auch unheimlich zu. Diese  opernhafte und selten aufgeführte spätromantisch-wagnerianische Ballade von Antonín Dvořák (1841-1904) wurde  aus Anlass des 175. Geburtstags  dieses böhmischen Komponisten von der Berliner Singakademie und dem Konzerthausorchester unter Achim Zimmermann im Konzerthaus in Berlin aufgeführt. Isabelle Faust hat mit Werken von Luigi Nono  in der Philharmonie ebenfalls bella figura gemacht.

P1010413Der Britische Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation. Mit dem Deutschlandbild der Briten hat sich diese Ausstellung beschäftigt, die auch uns so einiges über uns beigebracht hat. Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden(Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, Xenien, 1796)

maulwerk Maulwerker -  Lautdichtungen und Sprechduette hat sich in einer Veranstaltung organisiert durch KONTRAKLANG im Heimathafen präsentiert. Gerhard Rühm, der bei der gestrigen Performance im Heimathafen Neukölln persönlich anwesend war, ist einer der bedeutendsten Künstler, ein Tausendsassa oder Wunderwurzi wie die Österreicher sagen. Er ist Schriftsteller, Lyriker, Schauspieler, Komponist, Performancekünstler, Maler und Poet. Er Gedichte oder Lautdichtungen aus seinem Repertoire vorgetragen – allein und Sprechduette er mit seiner Frau, der Musikpublizistin Monika Lichtenfeld. Dass er 86 Jahre alt ist würde man nicht vermuten. Temperamentvoll und witzig, ein einfallsreicher Sprachkünstler und Grenzgänger zwischen Noten, Buchstaben und Sprachexperimenten.   Kontraklang hab ein paar Wochen später das anstrengende aber sehr interessante Konzerthappening « Nach Kagel » - auch wieder im Heimathafen Neukölln organisiert. Und hier ging es um Sprechmusik, Peinlichkeit, Heilkräuter und um einen heiseren Wanderer! Lesen Sie selber!

P1010457Terpsichore, Liebesgötter und kalte Schönheiten. Der italienische neoklassizistische Künstler Antonio Canova (1757-1822) zählt zusammen mit dem Dänen Thorvaldsen zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit. Das Bode-Museum hat ihm diese Ausstellung über den Tanz ausgerichtet – mit dem schönen Titel:  Canova und der Tanz!

P1010502 Il Triunfo dem Tempo e del disinganno von Georg-Friedrich Händel zählt schon seit langem zu meinen Lieblings-Händel-Kompositionen. In diesem Stück hat er sich auch eine Rolle gegeben und deshalb wird er zur Sonata im ersten Teil er als anmutiger Jüngling an der Orgel (Thomas Guggeis) begleitet von Corelli an der Geige (Wolfram Brandl) ins Restaurant geschoben. Wunderbare Aufführung im Schillertheater! Viel Applaus für alle aber vor allem für das Vergnügen!

P1010637 Reden ist nicht immer die Lösung - meint Omer Fast in seiner im Rahmen des Programms „Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ im Martin-Gropius Bau organisierten Ausstellung, bei der sieben Filmprojekte von ihm gezeigt wurden. Der israelisch-amerikanische Videokünstler verarbeitet in seinen Projekten Krieg, Gewalt, Sex, Erziehung und Zusammenleben.  Und hier erwähnte ich Clemens von  Wedemeyer ; der  so ähnliche Geschichten in Hamburg erzählte.

P1010662 Die Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst Palazzo Ricci ist ein bedeutendes deutsches Kulturprojekt in Italien, das sich vor allem der Musik widmet.  Seit dem Jahre 2000 sitzt die Hochschule für Musik und Tanz Köln in diesem Palast, der nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Jahre 2001 als Europäische Akademie wieder eröffnet wurde. Und damit sind wir auch schon beim Anlass des gestrigen Abends: das 15-jährige Jubiläum. Die Akademie feierte ihren Geburtstag mit einem Konzert, das  mit einem ganz besonders sorgfältig ausgesuchten Programm am Gendarmenmarkt im Berliner Konzerthaus bestach.

P1010682 Good Bait (guter Köder) ist das aktuelle und neuestes Standard-Programm der Quartett-Jazzband die den Beinamen … die flexible Einsatztruppe  bestehend aus dem Saxophonisten und Gründer der Truppe Markus Ehrlich, dem gerade aus New York zurückgekehrten Pianisten Johannes von Ballestrem, dem Bassisten Tom Berkmann und dem Schlagzeuger Philipp Schaeper. Dann haben wir noch den Piano Salon Christophori entdeckt – hier kann man alles hören – meist klassisch, aber es steht durchaus auch mal dann und wann ein Jazzabend an. Im Jazzclub Zig Zag in Berlin ist die Gruppe Subtone aufgetreten, die vor allem eigene Kompositionen gespielt haben. Schöner Club!   Der bekannte schwedische Posaunist und Sänger  Nils Landgren, alias Mr Redhorn, trifft beim diesjährigen Young Euro Classic Festival auf das junge Ensemble Olivinn, das die türkische Komponistin und Pianistin gegründet hat. Hier wurde Jazz mit Klassik verbunden und formell in einem Konzerthaus aufgeführt. 

P1010522 Die Stadt“ hat Theodor Storm sie ganz schlicht genannt. Zu seiner Zeit hat er wohl auch noch  durch die Stille las Meer brausen gehört. Das ist jetzt nicht mehr so, aber die Möwen, die Luft, das Salz darin, das Ebbe und Flut Spiel, das den Hafen hebt und senkt, ist immer noch so.   Jan Christophersen hat über diese so ganze andere Welt den Roman « Schneetage » geschrieben. Hier die Rezension!

Eine andere ganz besondere Reise ging in die Bretagne. Fünfzehn Kilometer vom Festland entfernt liegt sie, eine der größeren bretonischen Atlantikinseln: Belle-Île-en-Mer. 45 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre von Quiberon nach Le Palais, der Hauptstadt von Belle-Île mit ungefähr 2600 Einwohnern. Hier verbrachte die Schauspielerin Sarah Bernhardt viel Zeit zwischen Felsen, Wind und Einsamkeit.

George Grosz - Grauer Tag Die Neue Nationalgalerie ist noch immer wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Deshalb zeigen die anderen « Filialen » abwechselnd Werke aus dieser umwerfenden Sammlung der Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Hamburger Bahnhof ist immer noch  Kirchner zu sehen und im Scharf-Gerstenberg Museum noch bis zum 23. April 2017 die Ausstellung « Surreale Sachlichkeit » Werke der 1920er- und 1930er Jahre aus der Nationalgalerie.

P1010830 Zarzuela ist spanisches Musiktheater vom Feinsten. Spitzbubenhafte Komödie, Folklore und populäre Romanzen verbunden mit spritziger Musik, opernähnlichen Arien, Temperament und guten Geschichten. Sie entstand im 19. Jahrhundert und wurde sowohl in Spanien als auch in Südamerika, vor allem in Argentinien, Mexiko aber auch in Kuba mit großem Publikumserfolg aufgeführt. In der Berliner Bibliothek des lateinamerikanischen Institut gegenüber der Gemäldegalerie wurde im Dezember eine Ausstellung über die Zarzuela eröffnet. Zur Eröffnung haben  zwei glänzende Interpreten Kostproben vorgetargen.

P1010868 Vor 500 Jahren, 1517, hat Martin Luther (1463-1546 in Eisleben), Mönch und Theologieprofessor  seine 95 Thesen zum Ablasswesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Dort, im Wittenberger Kloster, kam ihm auch die Erleuchtung. Sein Turmerlebnis sollte die Welt, nicht nur die gläubige, verändern und die Reformation auslösen.  Ein Jahr später ist er dann auch gleich nach Rom vorgeladen worden. Schon  1516 hatte Luther öffentlich gegen die Ablasspraxis gepredigt. Über Musik in der Zeit Luther in Rom hat Concerto Romano im letzten Jahr eine wunderbare CD herausgebraucht.

P1020013  Zauberwald, Pemplum und Kuschel-Riesenplüschtiere. Die Premiere dieser Inszenierung von August Everding mit einem Bühnenbild von Fred Berndt nach den herausragenden Entwürfen der grandiosen Sternenkuppel (die Tassen und Geschirrtücher ziert) oder den ersten Auftritt der Königin der Nacht auf der Mondsichel vom Berliner Architekten und Baumeister Karl Friedrich Schinkel für die Berliner Königlichen Schauspiele 1816 fand schon 1994 statt. Sie gehört heute zu den am meisten gespielten Zauberflöten in Berlin und sorgt jedes Jahr wieder für ein volles Haus.

P1020021 Kindl ist vor allem Biertrinkern ein Begriff. Die ehemalige Brauerei in Neukölln wurde vor ein paar Wochen als neues zeitgenössisches Kulturzentrum in Berlin eröffnet. Ein Besuch ist hier beschrieben. Zur Zeit sind zwei Künstler dort ausgestellt.

 

Ein frohes, glückliches, beschwingtes, kulturelles und gesundes Jahr 2017 wünsche ich allen blog Besucher/innen.

Christa Blenk

 

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Street Art in Berlin

 

 

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Film: El Olivo

olivo
 Olivenhain in Südeuropa (Foto: cmb)

Iciar Bollain hat in ihrem Film alle deutsch-spanischen Gemeinplätze abgedeckt, die Macht der großen Konzerne angesprochen, die Umweltpolitik, die spanische Wirtschaftskrise, die sozialen Medien ins  Boot geholt, viel mit unseren Emotionen gespielt und daraus einen zauberhaften road movie gedreht.

Alma arbeitet auf einer Geflügelfarm und sortiert emotionslos jeden Tag die totgetretenen Hühner aus. Eine enge Bindung hat sie eigentlich nur zu ihrem Großvater, um den sie sich Sorgen macht. Vor Jahren wurde « ihr » 2000 Jahre alte Olivenbaum  – der noch durch die Römer gepflanzt worden war -  durch seine Söhne an einen großen Konzern in Düsseldorf (um das Schmiergeld an den Bürgermeister zu bezahlen, damit dieser einen Platz am Strand für das geplante Restaurant genehmigt) verkauft, ausgehoben und abtransportiert. Sie beschließt, den Baum zurückzuholen um ihren Großvater zu retten und macht sich mit Onkel und Freund  und « ausgeborgtem » LKW auf den Weg in dieses Abendteuer an den Rhein. Auf dem Weg dorthin stehlen sie eine Freiheitsstatue, um sie im Land der Gartenzwerge zu verkaufen. Unterstützt werden sie in ihrem Vorhaben durch eine Facebookgruppe.Die Aussichten stehen allerdings nicht gut.

Witzige Dialoge und komisch-traurige Situationen wechseln sich ab. Der Film ist zum Lachen und zum Weinen und zum Nachdenken über das, was jeden Tag sowieso passiert.

Anna Castillo ist eine wunderbare Alma, Pep Ambrós ist der stille, mutige und in sie verliebte Arbeitskollege und Freund Rafa und Javier Gutiérrez ist der permanent von der Menschheit enttäuschte Onkel Alca.

Mit « El Sur » hat die 1967 in Madrid geborene Spanierin Icíar Bollaín 1983 ihr Schauspieldebüt egeben. Im Jahre 1995 hat sie ihren ersten Film « Hola, estás Sola » gedreht.

Christa Blenk

 

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BALD GEHT ES WEITER

Liebe Leserinnen und Leser

umzugs- und technikbedingt ist eine längere Publikationspause entstanden!

Aber bald geht es wieder weiter – mit Berichterstattung vor allem aus Berlin!

P1320488

 

 

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Los amantes pasajeros – Pedro Almodóvar

SanLorenzo-Figuratif 019
Street Art San Lorenzo

Augenzwinkernder Klamauk in die Vergangenheit

Pedro Almodóvars letzer Film Fliegende Liebende (los amantes pasajeros – 2013) ist als Fortsetzung seiner Komödien aus den 80er Jahren wie Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu sehen. Eine Komödie, wie nur Almodóvar sie drehen kann; allerdings fehlt die Frische und Carmen Maura natürlich. Trotzdem sehr unterhaltsam und teilweise witzig, manchmal rutscht er etwas ins Peinliche ab und wir haben déjà-vu-Erlebnisse. Alle Almodovar-Elemente sind eingebaut: unverantwortlicher Leichtsinn, surrealistischer Pragmatismus, machtlose Hysterie, Homosexualität, Selbstmordabsichten, Spiel mit dem Schicksal, schräger Humor, Chaos und Dekadenz. Antonio Banderas und Penelope Cruz in einer Minirolle zu Beginn auf dem Flugfeld und Ikone Cecilia Roth als Norma, die Domina. Javier Cámara, Carlos Areces und Raúl Arévalo sind die drei schwulen Flugbegleiter. Lola Dueñas ist Bruna.

cinema

Auf dem Flug von Madrid nach Mexiko-City entsteht ein Problem, welches das Flugzeug einer imaginären Fluggesellschaft zur Notlandung zwingt. Es ist aber keine freie Landebahn in ganz Kastillien verfügbar, weil gerade in Madrid in UN Kongress stattfindet und der Flughafen deshalb überfüllt ist. Die Flugbegleiterinnen der Economy geben allen Passagieren Schlafmittel und sich selber auch. In der fast leeren Business Class treffen einige sehr unterschiedliche und nicht gerade brillante Charaktere aufeinander, die nach und nach feststellen, dass sie eventuell verloren sind und ihr Leben regeln wollen. Bruna, die Hellseherin auf der Suche nach einem Mann, Puffmutter Norma, die sich mit den Auftragskiller, der auf sie angesetzt ist, anfreundet, ein Schaulspieler und Frauenheld, ein zwielichter Geschäftsmann und ein Drogen schmuggelndes Liebespaar. Die drei Flugbegleiter der Businessklasse bereiten Valencia-Wasser vor, das eine Art mit Mescalin versetze Sangria ist und welches Besatzung und Fluggäste in übermäßige Euphorie versetzt und sie  über den Strang schlagen. Das einzig verfügbare Bord-Telefon ist defekt, so dass alle anderen Fluggäste jedes Telefonat mithören können und Ratschläge geben, als der schwule Kapitän seine Frau anruft oder der Schauspieler seine von einer Brücke springende Freundin gerade noch erwischt und anstelle von ihr fällt das Telefon nach unten und direkt in den Fahrradkorb einer Ehemaligen fällt. Aber Ende gut Alles gut, man landet in viel künstlichem Schnee und geht nachhause.

Angeblich soll Almodóvar auf die Idee gekommen sein, einen Film fast ausschließlich im Inneren eines Flugzeuges zu drehen, um so mit seiner eigenen Flugangst umzugehen.

Man braucht nicht zu lesen, dass Pedro Almodóvar diesen Film gedreht hat, die ersten 10 Sekunden des Films verraten das schon. Keiner kann so schräg denken wie er!

Alberto Iglesias hat die Musik gemacht und das schwule Begleiter-Trio legt einen flotten Pop-song hin, um die Zuschauer abzulenken.

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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GNAM : Echaurren – Antonioni – Lupone und mehr

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Pablo Echaurren: Holzkiste 1974 « sono un triste Papagallo »;aus der Serie 69 Zeichnungen (1977-78); große Wandmalerei 2014 – Fotos: Christa Blenk

Pablo Echaurren ist 1951 in Rom geboren. In Italien arbeiteten wieder Künstler wie Giuseppe Capogrossi oder Alberto Burri. Er begann seine künstlerische Tätigkeit in der Zeit der postmoderner italienischen Transavantgarde von Enzo Cucchi, Mimmo Paladino oder Francesco Clemente ohne jedoch deren Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Die GNAM widmet Echaurren nun eine Ausstellung die zeigt, warum das so ist. Echaurrens Arbeiten sind sehr geprägt vom Surrealismus oder mehr noch vom DADA. Seine Arbeiten aus den 70er oder 80er Jahren greifen immer wieder auf Marcel Duchamps oder dessen Zeitgenossen zurück und haben durchaus Charme und Humor. Er kreierte Collagen wie Schwitters und kleine Boxen wie Cornell oder Max Ernst und experimentierte mit den Kubisten. Immer wieder kommt er jedoch auf Duchamps zurück! Comics und Karikaturen sprechen weiter von seiner Vielseitigkeit.  Seine neueres Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind, werden jedoch sehr schnell langweilig und unspannend und erinnern an die informellen Arbeiten von Capogrossi, aber ohne Barock!

Beim Betrachten dieser Ausstellung wird uns jedoch klar, dass Echaurren noch nicht seinen Stil gefunden hat oder ihn noch nicht finden wollte.

Abgesehen von der ausgezeicheten permanenten Sammlung (es gibt ein paar echte ready mades) in der GNAM ist in zwei Räumen – nur noch bis heute – eine Hommage an den italienischen Regisseur Michelangelo Antonioni und seine Muse Monica Vitti zu sehen.

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Bevor man geht, ist es ein must, die Musikinstallation « Forme Immateriali » von Michelangelo Lupone im Innenhof des Museums zu besuchen und mit dem Zauberstab selber Musik zu komponieren!

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Maestro JNP

Christa Blenk

 

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Film: Quo Vado?

Achtung Glatteis!

schneerad

Wie soll man diesen Film nehmen: ist er witzig: ja zeitweise; rassistisch: ziemlich; peinlich: auf jeden Fall; politisch unkorrekt: sowieso; steht dahinter eine erzieherische Philosophie: nicht anzunehmen.

Der Film Quo Vado ist eine Komödie, er ist slapstick, mit vielen ausgelutschten aber auch neuen Gags, der den Italienern eigentlich nicht gefallen dürfte und doch hat er sämtliche Rekorde geschlagen und in den ersten 10 Tagen mehr eingebracht als Star Wars. Woran liegt das? Man geht in den Film und amüsiert sich kritiklos und lacht über sich selber. Dazu gehört auch Größe.

Die Italiener müssten eigentlich stinksauer auf Gennaro Nunziante sein, dass er sie so bloßstellt, sie als vertrottelte aber bauernschlaue Schwindler hinstellt, aber nichts dergleichen ist geschehen. Die Aufzählung der italienischen Gemeinplätze ist fast endlos. Mama ist die wichtigste Frau im Leben eines Mannes, die einzige die Kochen kann, der Macho, der unfaire Sportler, der Anarchist im Auto, der Falschparker, der ewige Vordrängler, unfähig und unmöglich sich in einer Schlange einzureihen, der korrupte Politiker, der Unzivilisierte usw.

Mit 38 Jahren lebt er noch zu Hause, irgendwo in Apulien,  bei Mama und Papa. Checco Zalone ist Beamter, er hat einen posto fisso, vergibt Fischereilizenzen, davon hat er schon als Kind geträumt, seit er seinen Vater zu dessen  posto fisso ins Büro begleitet durfte. Dann kommt eine Reform und da Checco auf keinen Fall seinen Beamtenstatus aufgeben will und deshalb alle Angebote von Dottoressa Sironi ablehnt, muss er an den Nordpol, um dort die Forscherin Valeria vor Eisbären zu beschützen. Checco verliebt sich, lebt sich ein, zivilisiert sich, lernt Bügeln und Kochen. Seine Eltern, die zu Besuch kommen, sind entsetzt über die Mutation ihres Lieblings zum Wikinger. Er lernt die neue Sprache und legt eine Vollbremsung hin, um ein Stück Papier auf der Straße aufzuheben. „Hier muss ein Italiener vorbeigekommen sein“, sagt er zu seinen Eltern und „Schnall Dich an, Mutter, in einem zivilisierten Land schnallt man sich auch auf der Rückbank an.“ Aber dann kommt der Winter und ihm fehlt das Licht, das geparkte Auto in der zweiten Reihe, der Lärm, das Hupen an der Ampel noch bevor sie auf Grün schaltet und natürlich die Pasta al dente. Checco geht zurück und wird nach Kalabrien versetzt, dort ist es gefährlicher als ein Kampf mit einem Eisbären.

Das Happy end ist aber natürlich auch vorprogrammiert und wie die Geschichte erzählt wird, ist originell.

Es gehört wirklich Mut dazu, alle Klischees so auf die Leinwand zu bringen und diese mit rassistischen oder (un)politischen Bemerkungen zu durchsetzen „Du bist weiß, Du gehörst zur Oberrasse aber Du bist jünger als er, der viel dunkler ist, also seid ihr quitt:“ sagt er zu den beiden Söhnen von Valeria als sie sich streiten. Valeria hat drei Kinder von drei verschiedenen Männern, auch das gehört zur nördlichen Zivilisation, genauso wie die Heirat ihres drittes Partners mit einem farbigen Mann. Checco hat übrigens ihr outfit für die Hochzeit gebügelt.

Mit dem Erfolg dieses Schinkens hat niemand gerechnet und nach dem Film verlassen alle das Kino durch den Haupteingang und nehmen nicht den vorgeschriebenen Seitenausgang und der Bus muss mitten auf der Straße anhalten, weil auf seinem Halteplatz ein Auto parkt.

Der Film lässt einen hin- und herschaukeln zwischen reaktionär und sozial- oder regierungskritisch. Checco Zalone, der auch im Film zu heißt, schlägt sich wirklich gut durch, man kauft ihm jede Situation ab, er bringt uns zum Lachen, aber es ist ein peinliches, irgendwie nicht korrektes, Lachen. Nach dem Film bleibt nichts, außer ungemütlicher Leere. Angeblich will die Lega Nord, sollte es mal soweit kommen, ihn als Kulturminister anheuern und mit einem gut zusammengestellten Kabinett bräuchten die Italiener dann gar nicht mehr ins Kino gehen.

Es bleibt aber immer noch die Hoffnung, dass der Film erzieherische Qualitäten haben wird, denn vielleicht wollen die Italiener ja nicht so sein, wie der Regisseur sie darstellt und wie die Welt (und wohl auch sie selber) sie sieht und parken in Zukunft nur noch auf vorgeschriebenen Plätzen und halten sogar am Zebrastreifen. Chi lo sa? Aber eines ist klar: So einen Film darf nur ein Italiener drehen!

Produzent und Verleih gehören übrigens zur Mediaset-Gruppe! Hoffentlich sieht so nicht die Zukunft des italienischen Films aus.

Christa Blenk

P.S. Ich habe allerdings noch niemanden (hier in Rom) getroffen, der den Film gut fand!!

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Mord im Orient Express

Winter

 

Mord im Orient Express

Sidney Lumets Film ist ein Klassiker. Aber ist ein Film ein Klassiker wenn er schlecht altert? Wahrscheinlich nicht. 1975 wurde er mit einer absoluten und seltenen Starbesetzung (Albert Finney, Lauren Bacall, Ingrid Bergmann, Michael York, Jacqueline Bisset, Sean Connery, Anthony Perkins, Vanessa Redgrave, Richard Widmark) gedreht und sechs Mal für einen Oskar nominiert. Bekommen hat ihn schließlich dann nur Ingrid Bergmann für die Rolle einer dümmlichen Afrika-Missionarin, die eigentlich ein Kindermädchen war. Nicht mal sie hat überzeugt!

Was hat sich Lumet dabei gedacht, aus Albert Finney einen dümmlichen, uneleganten, schlecht englisch und schlecht französisch sprechenden und ständig parodierenden Hercule Poirot zu machen, ihn wie einen lauten Wadenbeißer durch den Wagon zu hetzen, immer den Verdächtigen – und davon gab es wie immer viele – zu Nahe kommend. Wie sehr vermissen wir Peter Ustinov, seine Außenseiter-Eleganz und den klugen Blick. Nicht mal Sean Connery oder Vanessa Redgrave konnten das noch retten; dafür ist der italienische Autohändler so wie sich das Publikum einen italienischen, permanent Unsinn quatschenden Autohändler wünscht. Klischee auf der ganzen Linie!

Fast unerträglich dieser Schinken, der höchstens noch Komödienstadl-Niveau aufweist und hätte er nicht diese Starbesetzung, würde heute kein Hahn mehr nach ihm krähen. So schade, ist doch die ironische Geschichte mit einem zweifelhaften vielleicht nicht ganz moralischen Ende von Agatha Christie (1890-1976) geradezu genial!

In diesem Film waren die weniger bekannten Nebendarsteller eindeutig überzeugender wie z.B. der Butler Mr. Beddoes (John Gilgud) oder der Zugbegleiter (Jean-Pierre Cassel). Und übrigens: den „Pick me up“ Drink gibt es wirklich. Es ist ein Cocktail aus Tabasco, Whisky und einem rohen Ei. Gelungen allerdings die Szene mit dem Zug im Schnee und das Freischaufeln (zum Glück hat der viele Schnell eine Aufklärplause nötig gemacht). Wunderbar die Kostüme.

Am 1. Januar habe ich hier in Rom eine Aufführung von Tod auf dem Nil genau aus diesem Grund kritisiert. Laut, hektisch, keine überlegene Ruhe, die nötig ist, um den oder die Täter ausfinden zu machen.  Hat sich der Regisseur vielleicht an Lumets Mord im Orient Express orientiert?

Christa Blenk

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Cesar Borja – hommage an Sir Richard Francis Burton

 

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Filmklassiker Hells’ House

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Meisterstück des « schwarzen Kinos ».

Eine ganz junge Bette Davis (1908-1989) an der Seite von Pat O’Brian in diesem Klassiker, den Howard Higgin (1891-1939) Anfang der 30er Jahre drehte. Eine Mischung aus Charles Dickens und Emily Bronte. Die Chancenlosigkeit der Machtlosen und Armen, die zum Schluss durch aufkeimenden Anstand und Moral von Außen doch noch eine gute Wendung herbeiführt. Higgin hat den Film in nur 13 Tagen gedreht – für Universal Pictures.

Der junge James Mason (Junior Durkin) lebt mit seiner Mutter auf dem Land. Als diese von einem Auto – der Fahrer begeht Fahrerflucht – überfahren wird und stirbt geht Jimmy zu seiner Tante und ihrem arbeitslosen Mann in die Stadt. In den USA herrschte absolutes Alkoholverbot (Prohibition) und das Geschäft mit dem schwarz gebranntem Alkohol blühlte. Auch Mr Kelly, den Jimmy bei seinem Onkel kennen lernt, lebt nicht schlecht davon. Er bietet Jimmy einen Job an, der ihn am ersten Tag schon in ein Erziehungsheim bringt. Da er seinen neuen Freund nicht verraten will, muss er drei Jahre dort ausharren. Er lernt Shorty kennen, der  seinerseits schwer bestraft wird, weil er Jimmy nicht verrät und einen Beschwerdebrief als seinen ausgibt. Jimmys Hoffnung ist Mr. Kelly, der sich aber aus Allem heraushält. Shorty ist schwerkrank und Jimmy flieht aus dem Heim, um Mr. Kelly zu suchen und so Shorty auch aus dem Heim holen zu können. Über Kellys resolute und mutige Freundin (Bette Davis) gelangen sie zu dem Starjournalisten Gebhard, der schließlich Kelly überredet, nun endlich die Schuld auf sich zu nehmen, um den Jungen zu retten. Einer flammenden Rede über Treue, Freundschaft und Zusammenhalt von Gebhard und Jimmy kann Kelly nicht mehr entkommen und stellt sich der Polizei.

Junior Durkin (1915-1935) begann seine Karriere im Theater. 1930 spielte er die Rolle des Huckleberry Finn. Paradoxerweise ist er 1935 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Auch Bette Davis kam vom Theater und ging 1931 nach Hollywood. Ihr erster Film war The Bad Sister. Ihre Filmkarriere endete 1989, in dem Jahr als sie starb.

Christa Blenk

cesar Borja
Cesar Borja

 

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Protégé : Tod auf dem Nil

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2015 : Highlights in Bildern

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Fotos: Christa Blenk; Casa di Goethe (Bild 43), Silvia Stucky (performance – Bild 27); JNP

 

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Sabotage von Alfred Hitchcock

Vendée2013-März 145
Foto: Christa Blenk

Sabotage (1936)

Von Alfred Hitchcock,  nach dem Roman „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad

Carl Anton Verloc (Oskas Homolka) besitzt ein Kino und ein Doppelleben. Während seine junge Frau Sylvia (Silvia Sidney) an der Kasse sitzt und Eintrittskarten verkauft, steht sie permanent unter Beobachtung von Ted Spencer (John Loder), einen als Obstverkäufer getarnten Detektiv von Scotland Yard, der den Verdächtigen Verloc beschatten soll. Ted flirtet mit Sylvia und lädt sie und ihren kleinen Bruder, der bei ihr und ihrem Mann lebt, zum Essen in ein schickes Restaurant an, um sie so nebenbei über Verloc auszufragen. Der Zuschauer erkennt aber bald, dass es nicht nur berufliches Interesse ist, das Ted Sylvia entgegen bringt. Durch Verlocs Verhalten und seine Gespräche erfährt der Zuschauer, dass dieser für den Stromausfall in London verantwortlich ist. Da diese Aktion aber nicht dramatisch genug war und in London eher zur Belustigung beitrug, soll Verloc – im Auftrag von wem erfahren wird nicht – am Piccadilly Circus am Samstag um 13.45 Uhr eine Bombe explodieren lassen. Während Verloc im Hinterzimmer des Kinos ein vorausplanendes Geheimtreffen durchführt, wird Ted erkannt und enttarnt. Verloc will daraufhin die Sache abblasen und den Versand der Bombe stoppen, aber der Vogelhändler, dessen Nebenbeschäftigung die eines Bombenbauers ist, hat die Bombe schon in einem Vogelkäfig an Verloc geschickt. Während Ted verschwindet, wieder auftaucht um Verloc zu verhaften, schickt letzterer, weil er selber beschattet wird, den kleinen Steve mit zwei Filmrollen und dem Paket zu Fuß zum Piccadilly Circus. Aber der Junge lässt sich permanent aufhalten, nimmt zum Schluss doch den Bus und pünktlich um 13.45 Uhr explodiert die Bombe im Bus und tötet viele Menschen. Sylvia verzeiht es Verloc nicht und ersticht ihn. Als aber die Tochter des Vogelhändlers merkt, dass ihr Vater die Bombe in einem Vogelkäfig auf den Weg gebracht hat, schickt sie ihn zu Verloc, um den Beweis wieder an sich zu nehmen. Sylvia will zur Polizei gehen, um den Mord an ihrem Mann anzuzeigen, aber Ted will mit ihr fliehen. Dann gleicht das Schicksal die Ungerechtigkeit des Todes von Steve wieder aus, in dem sie die Wohnung von Verloc mit dem dort anwesenden Vogelhändler durch eine zweite Bombe in die Luft gehen lässt und nicht mehr zu erkennen ist, wie Verloc letztendlich ums Leben kam. Sylvia verlässt in Teds Armen den Film und wir, die Beobachter, sind damit einverstanden.

Steves Reise durch London ist packend und nervenaufreibend. Er mus um 13.30 Uhr ankommen und wird permanent aufgehalten, von einem  Zahnpastaverkäufer als Vorführmodell benutzt und muss ca 30 Minuten warten, bis die Parade – die ihm sehr viel Spaß macht und ihn die Zeit vergessen lässt – vorbeigezogen ist. Um 13.30 Uhr steigt er, verbotenerweise wegen der entflammbaren Filmrollen, doch in einen Bus. Wir sehen wie die Uhrzeiger sich immer mehr der Explosionszeit, 13.45 Uhr, annähern und sind genauso nervös wie der Junge, wenn der Bus wieder mal an einer Ampel hält oder Fußgänger vorbeigehen lassen muss. Neben ihm sitzt ein Frau mit einem kleinen Hund mit dem er spielt, aber sofort aufhört, wenn der Bus zum Stehen kommt. Er ist angespannt, obwohl er nicht weiß, was er transportiert. Unglaubliche Szene!

Das Thema der todbringenden Vögel sollte Hitchcock 1963 erneut aufnehmen und daraus einen Thriller mit Tippi Hedren drehen.

Hitchcock hat es geschafft, im Jahre 1936 einen heute immer noch  total aktuellen Film zu drehen, der uns immer noch kalte Schauer den Rücken runter jagt. Die Explosion und den daraus resultierenden Tod des Jungen hat man ihm damals übel genommen und er selber hat die Szene später als Fehler angesehen, die Bombe wirklich explodieren zu lassen.

Obwohl der Zuschauer nie erfährt, warum diese Sabotageakte durchgeführt wurden, wer damit gestärkt und wer geschwächt werden soll, lässt Hitchcock Verloc mit einem ausländischen Akzent sprechen. Die Jahreszahl, 1936, deutet darauf hin, dass es sich um Untergrundbanden vor dem Zweiten Weltkrieg handelt. Hitchcock bezieht aber keine Position. Der Film hat etwas Unaufgeräumtes und es bleiben viele Fragen offen. Manche Länder haben ihn mit dem Hinweis vorgeführt, dass er eventuell Unruhen auslösen könne. Sabotage ist aber auf jeden Fall ein frühes vorausschauendes und faszinierendes Meisterwerk.

Hitchcocks Eltern hatten ebenfalls einen Gemüseladen in London und das Restaurant in das Sylvia mit Ted und Steve geht, war eines seiner Lieblingsrestaurants.

Christa Blenk

 

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Film: Berlin – Die Sinfonie der Großstadt

Die Sinfonie der Großstadt

Letsdance in Berlin
Lets Dance in Berlin: Christa Linossi

Im Rahmen des Filmfestivals anlässlich 25 Jahre Wiedervereinigung 1+1 = 1 wurde auch der 74-Minuten-Dokumentarfilm von Walter Ruttman „Die Sinfonie der Großstadt“ gezeigt. Entstanden ist dieses experimentelle Meisterwerk im September 1927 und steht voll im Zeichen der Bewegung und der unglaublichen Aktivitäten dieser Großstadt in den „roaring twenties“ . Die russischen Konstruktivisten, Feininger, Mondrian und Marinettis Futuristisches Manifest stecken in diesem Film ebenso wie das rauschende Leben des sich im Aufschwung befindenden Berlin.

Der Filmpionier Ruttmann beschreibt einen Tag, d.h. 24 Stunden, das Berliner Leben in allen Gesellschaftsschichten; die Reise beginnt mit einer beeindruckenden Dampfschnellzugfahrt zum Anhalter Bahnhof. Landschaften, Fabriken, Schlote, Wiesen und Wohngebiete ziehen vorbei. Hinter der Kamera stand Karl Freund, wohl einer der bedeutendsten Kameramänner des deutschen Films, unterstützt von seinem kreativen Drehbuchautor Carl Mayer, der auch die Idde zu dem Film hatte. Die Berliner sind die Schauspieler, die Handlung ist das Leben, die Kulisse die Realität, der Rythmus da Stampfen der Maschinen und die Schritte der Hastenden und Edmund Meisel hat das alles zusammen in Töne gesetzt.

Es ist frühmorgens und langsam füllen sich  die Straßen. Als erste machen sich die Arbeiter per Tram, zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg in die große Fabrik.  Der zweite Akt gehört den Schulkindern, den Büroarbeitern und den Hausfrauen.  Es wird 12 Uhr und es ist Mittagspause; hier kommt der Film ein wenig zur Ruhe. Ruttmann zeigt den verrückten Verkehr auf den Berliner Straßen und das perfekte Zusammenwirken von Fuhrwerken, Busses, Straßenbahnen, Fahrrändern und Fußgängern, die sich überall noch schnell durchschlängeln. Zwischendurch wird die Produktionskette in einer Milchverarbeitungsfabrik gezeigt und eine Großbäckerei schieß geradezu Weißbrot aus dem Ofen. Schnell werden die Zeitungen gepackt und ausgefahren. Dann wird es  Nachmittag und Sport ist angesagt.  Der Rhythmus des Lebens in der Stadt wird wieder schneller, wenn die Fahrräder auf den Rennbahnen ihre Runden drehen. Am Abend gehen die Arbeiter nach Hause und die Schreibmaschine wird abgedeckt. Das Nachleben beginnt in den unterschiedlichen Vergnügungsetablissements und endet mit einem Feuerwerk vom damals grad  neu eingeweihten Berliner Funkturm.

Der Film ist mit- und hinreißend  und saust in fünf Akten und in 24 Stunden durch das des Berliner Leben in den 20er Jahren. 1927 wurden die 1466 Meter Filmlänge von der Zensur freigegeben und am 23. September 1927 wurde der Film uraufgeführt.

Die Musik hat der deutsche Dirigent und Komponist Edmund Meisel  (1894-1930) komponiert. Meisel errang 1926 einen großen Bekanntheitsgrad mit der Musik zu Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin.  Er hat seine Musik der Großstadt-Sinfonie  hinter die Vorgaben der Dramaturgie gestellt, d.h. er hat den notwendigen lautmalerischen Geräuschen den Vorrang gegeben  und  begleitet musikalisch die Dampflok genauso wie das nächtliche Reparieren der Eisenbahnschienen oder das Feuerwerk.

Ein unglaubliches Erlebnis!

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Christa Blenk

 

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Victoria

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Street Art San Lorenzo – Foto: Christa Blenk

 

Einer für Alle und Alle für Einen: Victoria oder mitgefangen ist mitgehangen

Blau-graues dumpfes und undurchdringbares Nebellicht, noch dumpfere unheilverbreitende Töne die auf den Magen schlagen. Langsam kommt die Kamera näher und Victorias Gesicht schält sich aus diesem Disko-Kessel heraus. Sie tanzt sich die Seele aus dem Leib, geht zur Bar, bestellt einen Schnaps, holt ihre Jacke und geht zu ihrem Fahrrad. Es ist vier Uhr morgens und sie muss um 7.00 Uhr das Cafe aufmachen.

Vor der Disko trifft die junge Spanierin vier Jugendliche mit den seltsamen Namen Sonne, Blinker, Boxer und Fuß, gescheiterte und marginale Ghetto Boys, die vom  aktuellen und hippen Berliner Nachtleben ausgeschlossen sind, weil sie kein Geld für den Eintritt haben.

Die junge Spanierin ist neu in der Stadt und einsam. Sie kennt hier niemanden und nimmt die Einladung von Sonne und den anderen an, gemeinsam irgendwo den Geburtstag von Fuß  (weiter) zu feiern. Alle haben schon zu viel getrunken. Sie besorgen sich in einem Kreuzberger Späth-Laden („ich werde es morgen bezahlen“, sagt Sonne) mehr Bier und Victoria klaut Nüsse. Gut gelaunt ziehen sie um die Häuser und schlagen ihr Gelage auf dem Dach eines Hochhauses auf. Hier testet sich Victoria zum ersten Mal, in dem sie viel zu nahe an den Rand des Abgrundes geht. Sonne hat Angst um sie. Ihre gemeinsame Sprache ist ein radebrecherisches deutsch-englisches Sprachenwirrwarr. Victoria und  Sonne mögen sich sofort und er begleitet sie zu ihrem Bio-Café, das sie in zweieinhalb Stunden aufmachen muss. (Im Aufzug nach unten sagt sie zu Sonne « I am going to break the rules », das hat sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nur auf das Redeverbot im Lift bezogen, sie weiß noch nicht, dass sie es eine Stunde später wahr machen wird. ) Im Café steht ein Klavier. Mozart war mein Vorfahre, sagt Sonne, und schlägt drei Töne auf dem Klavier an. Und ich bin einen Tochter von Mozart, erwidert Victoria und während wir noch glauben, dass sie nur auf Sonnes Scherz eingeht, fängt sie mit großer Hingabe an, den Mephisto Walzer zu spielen. Sonne ist tief berührt und merkt, dass es hier etwas gibt, von dem er bis jetzt nichts wusste und wir erfahren, warum Victoria so einsam ist. 16 Jahre lang hat sie jeden Tag 7 Stunden Klavier geübt: alles umsonst, es reicht nicht für eine Karriere. Eine ausgesprochen zärtliche und intime Szene, die die beiden sehr nahe bringt, aber sie können damit irgendwie nicht umgehen. Dann tauchen die anderen auf und Victoria merkt, dass es ein Problem gibt, sie aber nicht versteht welches. Sie willigt ein, den Chauffeur eines gestohlenen Autos (Fuß ist zu betrunken und muss bleiben) zu spielen und sie fahren, angeführt von Boxer, in eine leerstehende Garage. Boxer steht bei Andy, einem ehemaligen Knastkumpel,  in der Schuld. Plötzlich verteilt Andy unter Geschrei und Drohungen Waffen und Masken und Victoria kapiert, dass sie mitten in einem Banküberfall steckt. Ich hasse Dich, sagt Sonne in einem Moment zu Boxer, macht aber weiter. Victoria will oder kann sich nicht mehr von ihren neuen Freunden absetzen und fährt – erfolgreich – das Fluchtauto weg beim Tatort. Diese Szene hat etwas dramatisch-slapstickhaftes. Sie feiern ihren Erfolg in der gleichen Disko, in die sie vorher nicht rein durften. Eine kurze durch, Kokain und Erfolg hervorgerufene, Euphorie überkommt sie und wir haben Angst, dass sie aus lauter Dummheit und Unerfahrenheit ihr Geld gleich wieder verlieren. Dem ist nicht so, denn sie  werden beim Rausgehen von der Polizei erkannt und fliehen in einen Hinterhof. Boxer und Blinker werden dabei angeschossen und sterben, währen  Victoria und Sonne entkommen und in eine Wohnung einbrechen. Nun übernimmt Victoria die Führung und zwingt Sonne, die fremden bunten Kleider anzuziehen. Das Kokain und die Anspannung der vier Personen im Raum ist fast unerträglich geworden, als sie sich das Baby ausleihen,  um das von der Polizei umstellte Haus zu verlassen. Dann sind sie für kurze Zeit eine kleine Familie und Sonne nimmt den Kinderwagen mit viel Vorsicht, aber das Glück hält nur Sekunden und gleich geben sie wie versprochen im Haus gegenüber das Baby ab und nehmen sich ein Taxi ins Westin Hotel. Victoria besorgt ein Zimmer in dem Sonne, der ebenfalls angeschossen war, nach kurzer Zeit verblutet.  Victoria bricht total zusammen, nimmt aber dann  mit ihren  blutverschmierten Händen das Geld, verlässt das Hotelzimmer, steigt mechanisch in den Lift ohne auf jemanden zu treffen und verlässt das Hotel. Als sie die Straße entlang geht, versucht sie mit Armbewegungen, das Vergangene oder den Alptraum abzuschütteln und wir können wieder durchatmen.

Victoria hat es nie gelernt wie man Freunde findet, sie ist so einsam in dieser Stadt, dass sie sogar dem Barkeeper einen Drink anbietet. Die Begegnung mit den vier lebenslustigen Freunden, die nur harmlosen Unsinn anstellen, tut ihr gut, sie lebt auf und ist sofort bereit, sich auf das unbekannte und verhängnisvolle Abenteuer einzulassen. Sie holt in diesen drei Stunden von 4.00 Uhr morgens bis zum Sonnenaufgang alles nach, was sie bisher in ihrem Leben verpasst hat. Ihre persönliche Iniziation!

Die Spaniern Laia Costa ist eine Entdeckung, ohne sie wäre der Film ein ganz anderer.

Von Sonne, Blinker, Boxer und Fuß (Frederick Lau, Burak Yigit, Franz Rogowski und Max Mauff), die ebenfalls eine hervorragende performance hinlegen, erfahren wir so gut wie nichts, nur dass sie alle echte Berliner sind und Boxer einmal im Gefängnis war.

Traum und Alptraum liegen genauso nahe beieinander wie Euphorie und Ernüchterung oder Liebe und Gewalt. Der Schneeball wächst und rollt – angetrieben durch Bier- und Kokainexzesse – mit jeder Minute immer schneller auf ein schreckliches Ende zu.

Als Zuschauer ist man am Ende psychisch und physisch ebenso am Ende wie die Protagonisten. Obwohl Sonne, Blinker, Boxer und Fuß  alles andere als brave Bürger sind, mögen wir sie. Sie sind eigentlich „good guys“ und geraten durch unglückliche Zufälle in diesem Strudel, der sie unweigerlich nach unten zieht und bei dem keiner auf die Bremse tritt (und wir, Publikum, können nicht).

Das Drehbuch basiert auf nur 12 Seiten, gedreht wurde in einer einzigen Kameraeinstellung. In der  Endfassung gibt es keine Schnitte. Für 140 Minuten Spielzeit wurden nur 240 Minuten aufgenommen.  Unglaublich. Die stumpf-dröhnende Musik von Nils Frahm tut das Ihrige.

Drehorte waren Berlin-Kreuzberg und Berlin-Mitte und was wir sehen ist fast Realzeit, nämlich die Zeit ab 4:30 Uhr bis zum Sonnenaufgang um  07:00 Uhr morgens.

Sebastian Schipper hat diesen Film auf der 65. Berlinale 2015 vorgestellt. Kameramann Sturla Brandth Grøvlen erhielt den Silbernen Bären dafür. Beim Deutschen Filmpreis 2015  wurde der Film sechs Mal mit einer goldenen Lola ausgezeichnet, u.a. als bester Spielfilm und beste Regie.

Genialer nächtlicher Roadmovie, man beobachtet vollkommen überwältig von dem Schnellball, der immer größer wird und den man nicht aufhalten kann diese dramatische Dynamik. Ein Hin- und Herwackeln (auch der Kamera) zwischen Liebe, Freude, Angst, Vertrauen, Gewalt und Glück. Man spürt den Druck der entsteht und die andauernden und wachsenden schlimmen Vorahnungen lösen ein magengesteuertes Schwindelgefühl aus.

Christa Blenk

 

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Bellissima – l’Italia dell’Alta Moda 1945-1968

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Made in Rome – wer hat der kann! (auch auf KULTURA EXTRA)

„Bellissima“ heißt der Film von Visconti mit Anna Magnani als intensive ehrgeizige Mutter, die ihre Tochter unbedingt in Cinecittà unterbringen will. Das war 1951. „Bellissima“ beschreibt aber auch die schönen Frauen, die sich der Mode unterwerfen dürfen, müssen oder sie sich leisten können und so bekam diese Ausstellung über die römische Mode in der Nachkriegszeit diesen Titel.

Dass Mode und Film zusammengehören bestätigt sich jedes Jahr bei Oskar- oder Berlinale-Verleihungen wenn die beautiful rich people mit umwerfenden und teuren Kreationen die Preise entgegen nehmen. Zeitlos sind diese zum Teil wirklich hinreißenden Kreationen, die in der von Kriegsschäden noch geprägten Zeit nach dem zweiten Weltkrieg entworfen und getragen wurden. Rom war damals ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in der Mode aber auch im Filmbusiness. Valentino, Ferragamo und Co. schneiderten Abendroben, Cocktailkleider und Prêt-á-Porter–Modelle für die Kennedy Witwe Onassis, Ava Gardener, Elisabeth Tayler, Audrey Hepburn, Sofia Loren oder Anna Magnani. Zwischen römischen Ruinen und solchen, die der zweite Weltkrieg hinterlassen hat, wurden diese Modelle vorgeführt oder fotografiert.

Die Valentino, Fendi, Sorelle Fontana, Galitzine, Pucci, Mila Schön oder Gattinoni tragenden kopflosen Puppen auf dem Catwalk aus grauen Lüftungsschächten, der sich durch das Obergeschoss des MAXXI schlängelt, dialogisieren direkt und unverkennbar mit Künstlern wie Alberto Burri, Giuseppe Capogrossi, Carla Accardi oder Lucio Fontana. Die Prêt-à-Porter-Reihe erinnert an ein Morandi-Gemälde, aber auch die römische Antike hat ihren Platz darin bekommen. Angereichert ist die Schau mit Hüten, Bulgari-Geschmeiden und den dazu passenden Schuhen. Hatte Marilyn Monroe wirklich so kleine, zierliche Füße?

pret-a-porter-a-la-Morandi

Wie wichtig für Rom das Kino im Neorealismus war und wie sehr man diesen verlorenen Ruhm beklagt, kommt immer wieder ans Tageslicht. Für die bellissima Ava Gardner schneiderten die Sorelle Fontana ein Priestergewand, wie Anita Ekberg eines in Fellinis „La Dolce Vita“ trug, als sie grad dümmlich lächelnd an der Seite von Marcello Mastroianni ihren blöden Hut dem Wind übergibt. An der Seite des Laufstegs hängen Bildschirme, auf denen die Filme aus dieser Zeit auszugsweise zu sehen sind. Rosselinis „Viaggio in Italia“ (1953), Viscontis “Vaghe stelle dell’Orsa“ (1965), Antonionis „Cronaca di un amore“ (1950) und die gesamte Palette des italienischen Neorealismus läuft hier mit über den catwalk. Die Dokumentarfilme über die Salons und die Modenschauen lassen aber auch an Luis Bunuels „diskreten Charme der Bourgeoisie“ denken. Mit den politischen Wirren 1968 fand dann auch diese Zeit ein Ende und die Alta Moda hat sich in Mailand angesiedelt; geblieben sind nur die Ruinen.

Das kurvige und futuristisch anheimelnde Museum des 21. Jahrhunderts (MAXXI) schwingt mit den Röcken der exklusiven Modelle oder dem outfit von Vivi Bach im Raumschiff Orion um die Wette. Einen adäquateren Ort als das Obergeschoss des MAXXI-Museum, das – natürlich umstritten wie alles Zeitgenössische in Rom – Zaha Hadid vor ein paar Jahren in diesem Viertel von Rom zwischen Ponte Milvio und Piazza del Popolo errichtete, hätte man für diese Schau deshalb nicht finden können. In den Nachkriegsjahren wurde beschlossen, diese bis dahin benachteiligte Gegend aufzuwerten und das Olympische Dorf für die Olympiade 1960 dort gebaut, damals ein ziemlich prestigeträchtiges Architekturprojekt und neben dem „Palazzetto dello Sport“ von Pierluigi Nervi hat Renzo Piano im Jahre 2000 seinen Musikkomplex, das Auditorim Parco della Musica angesiedelt.

Organisiert wurde die Schau von Maria Luisa Frisa, Anna Mattirolo und Stefano Tonchi. Sie ist noch bis 3. Mai 2015 im MAXXI zu sehen. Der Katalog kann natürlich auch nur luxuriös und verschwenderisch sein und kostet 48 Euro.

Christa Blenk

Info: Im unteren Stockwerk wird das bunte, fröhliche und frivole Nachkriegsgeschehen relativiert und zeigt eine schwarz-weiße Ausstellung über die Architekten und Designer weltweit, die das zweite Weltkriegsdrama „entwarfen“ und aufbauten bzw. umrüsteten. Speer und Co sozusagen. Architettura in Uniforme – progettare e costruire durante la Seconda Guerra Mondiale. Vorbei an den Nürnberger Prozessen und dem Poster « After total war can come total living » nimmt man dann den Aufzug und landet genau dort wo 1945 das Konsumdenken und der Luxus entstand und dazu gehören diese Kollektionen. Waren es bis zu 40% der Menschen die vor und während des Krieges mit der Kriegsführung und dessen Vorbereitung befasst waren, dürfte es sich bei den Käufern dieser hier präsentierten Modelle höchstens um 1% der Betroffenen handeln. Jean Louis Cohen hat diese Schau kuratiert.

maxxi 059 MAXXI von Zaha Hadid

Fotos : Christa Blenk

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
23 images
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
Voir l'album

P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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Grand Hotel Budapest


Winter durch die Karpaten

Der letzte Film von Wes Anderson ist ein absolutes Meisterwerk. Surrealistisch, romantisch und witzig, zwischen Tragödie und Komödie erinnert er an Lubitsch und Filme wie « to be or not to be » oder an Polanskis „Tanz der Vampire“.

Der geniale Ralph Fiennes ist M. Gustave, der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotel im Alpenstaat Zubrowsky. Die Geschichte spielt in den 30er Jahren und – wenn auch nur anekdotisch – ist das Drama vor dem zweiten Weltkrieg angedeutet. Tony Revolori ist der junge „lobby boy“, der sich als treuer Freund von Gustave entwickeln wird und dem später das Hotel gehören sollte. Tilda Swinton ist Madame D, eine ehemalige „Geliebte“ von Gustave, die auf seltsame Weise ums Leben kommt, ihm ein wertvolles Bild hinterlässt das Gustaves Leben total durcheinander bringt. Er gerät in eine Art James Bond Abenteuer, das er mit Bravour meistert (die Abfahrt durch die olympischen Wintersportanlagen mit dem Schlitten ist einfach genial!!), verfolgt von allen möglichen Erbschleichern wie z.B. Madame D’s Sohn Dimitri (Adrian Brody). Der Film handelt von Solidarität und Freundschaft auf der Suche nach noch übrig gebliebenen „echten und edlen“ Menschen. Alle Länder- und Städtennamen sowie die Hofzuckerbäckerei sind erfunden, letztere lässt aber stark an Demel denken.

Wes Anderson hat auch das Drehbuch für diese deutsch-britische Koproduktion geschrieben. Auf den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film 2014 im Februar vorgestellt; gedreht wurde er im sächsischen Görlitz.

Als Vorlage für das Drehbuch diente Stefan Zweigs Geschichte „Ungeduld des Herzens . Die Welt von Gestern und 24 Stunden aus dem Leben einer Frau ». Wes Anderson reiste viel durch die Gegend um herauszufinden, wo sich die Geschichte hätte zutragen können. Irgendwo zwischen Österreich und Ungarn – vielleicht in Wien, Budapest oder Karlsbad.

Spurensuche Wohin 2013 KopieChrista Linossi

Sehr sehenswert!

Christa Blenk

 

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