Archives pour la catégorie Art

Trash People – HA Schult

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Anfang Dezember 2017 kommen die Trash People von HA Schult nochmal an den Schinkelplatz zurück. Dort stehen die 1,80 Meter großen Blechmenschen noch bis zum 10. Dezember auf den Balkonen der noch nicht bezugsfertigen Luxuswohnungen.

Der deutsche Aktionskünstler HA Schult (*1939) begann 1996 mit den Trash People, die er sodann auf die Reise um die Welt schickte. Der Weg führte sie u.a. von Xanten nach Paris und Moskau. 2001 erreichten sie die Chinesische Mauer und zogen anschließend nach Kairo zu den Pyramiden weiter. 2004 machten sie in Gorleben hat, anschließend in Brüssel. 2007 besetzten sie die Piazza del Popolo in Rom anlässlich des 50. Jahrestages der Römischen Verträge. Von dort ging es weiter nach Barcelona und nach Spitzbergen. 2014 waren sie in Tel Aviv zu sehen und in Luxemburg. Im August 2016 landeten 300 seiner aus Blech gefertigten Figuren in einer Baugrube in Berlin am Schinkelplatz.  Ausgrenzung und Ausbeutung sollen sie symbolisieren und zugleich dem Architekten Schinkel huldigen.

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Projekt 2016 – Baugrube am Schinkelplatz

 

 

HA Schult war Teilnehmer der Documenta 5 und 6 in Kassel. 1986 gründete er das Museum für Aktionskunst in Essen. Bekannt wurde HA Schult 1991 mit dem Flügelauto, das auf dem Dach des Kölnischen Stadtmuseums steht. 

 

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Berlin – Schinkelplatz DREI   - Trash People

 

Im August / September 2017 war in Köln ein umstrittenes Müll-Haus-Projekt zu sehen, das auf die Vermüllung der Welt aufmerksam machen sollte.  Für den Bau dieses « Save the World Hotels »  waren viele Freiwillige im Einsatz, die für ihn Plastikflaschen, Lumpen und Papier sammelten. 

 

Christa Blenk 

 

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Emil Cimiotti – „Denn was innen, das ist außen“

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Im August 2017 feierte der Göttinger Künstler Emil Cimiotti seinen 90. Geburtstag. Das Kolbe Museum hat ihm aus diesem Anlass eine wunderbare Ausstellung organisiert.

Cimiotti ist 1927 geboren, war kurz im Krieg,  in Kriegsgefangenschaft und ist nach seiner Rückkehr Künstler geworden, zuerst als Autodidakt. Gleichzeitig macht er eine Ausbildung zum Steinmetz, lernt Willi Baumeister kennen und ein paar Jahre später in Berlin Karl Hartung. Dann zieht es ihn aber nach Paris wo er bei Ossip Zadkine lernt und wo er Brancusi, Leger, Giacometti und Le Corbusier kennenlernt.

 

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Baum, 1991 -Bronze bemalt – Kunstsammlung Talanx AG; Monte Circeo, 1959 – Kunstmuseum Bochum; Figurengruppe II, 1957 – Privatsammlung Niedersachsen

 

In den  1950er Jahre entstehen seine ersten kleinformatigen Bronzen. Die Kritik reagiert nicht gut darauf. Cimiotti bekommt 1957 aber trotzdem einen Kunstpreis verliehen und darf ein Jahr später zur Biennale nach Venedig reisen. Im selben Jahr erhält er ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Anschließend stellt er auf der documenta aus. Dreimal hintereinander.

Seit Ende der 1950er Jahren gehört Cimiotti zu den Pionieren der abstrakten Skulptur und er ist aus der Kunstwelt nicht mehr wegzudenken und über den Umweg der Abstraktion findet er Mitte der 1960er Jahre den Weg zur Figuration. Es steckt viel Poesie in seinen Arbeiten, manchmal kritische und nachdenkliche und dann wieder grotesk-surreale.  Cimiotti referiert permanent mit der Natur, so heißen seine  Arbeiten Wald, Baum oder Fische.

An der Eröffnung am 19. November nimmt der 90jährige Künstler persönlich teil. Er  wirkt gar nicht zerbrechlich,  begrüßt das Publikum im Stehen und diskutiert mit den Besuchern.

 

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 Die Fische, 1978-80 – Landratsamt Alb-Donau-Kreis

 

Vor ein paar Jahren hingegen, hat Cimiotti beschlossen, nicht mehr mit Bronze zu arbeiten. Er ist umgestiegen auf leichter zu handhabende Materialien wie Papier. Es entsteht ein positives und methodisches Alterswerk, das ihn wieder ganz jung macht und an den Anfang einer Karriere bringt und  das viel kreative Freiheit in sich birgt. Papier kann er alleine bewegen  – ohne Kran und Mitarbeiter. Die farbigen Papierfaltarbeiten stehen im Dialog mit den Skulpturen und es ist sehr interessant zu beobachten,  dass auch seine Bronzen manchmal an zerknülltes oder gefaltetes Papier erinnern. Sie wirken beweglich, filigran, verletzlich manchmal, nicht statisch und leicht eigentlich. Einige seiner Skulpturen hat Cimiotti  früher auch bemalt. 

 

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Saalansicht

 

Das Kolbe Museum ist wie geschaffen für seine Arbeiten, die auch gut zu Kolbes Skulpturen passen. Im ersten, sehr lichten Saal hat die Kuratorin die Arbeiten aus den 1950er – 1970er Jahren platziert, dies sind auch z.T. die größeren Arbeiten, obwohl Cimiottis Skulpturen meist eine menschliche Dimension haben, tragbar und überschaubar sind. Die neueren Arbeiten und delikaten Papierreliefs sind im Nebensaal und im Untergeschoss ausgestellt. 

Einen direkten Einfluss von Zadkine kann man nicht wirklich feststellen. Zadkines Skulpturen sind härter, größer und kubistischer. Da findet man eher bei Giacomettis Arbeiten Parallelen oder mit Wilhelm Lehmbruck, sogar Kolbe selber. Hieran denkt man vor allem bei der Figur (für Meister Gislebertus, 1984), die gleich im ersten Saal steht. Sie steht da, in Kolbe Position, durchsichtig, voll im Licht, hat weder Kopf noch Arme und streckt  sich doch gen Himmel. Man spürt ein Ziehen in den Unterschenkeln beim Betrachten.

Den Titel seiner Ausstellung Denn was Innen, das ist außen hat er sich bei Goethe ausgeliehen.

Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten.
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;
Denn was innen, das ist außen.
So ergreifet ohne Säumnis
Heilig öffentlich Geheimnis!
Freuet euch des wahren Scheins,
Euch des ernsten Spieles!
Kein Lebend’ges ist ein Eins,
Immer ist’s ein Vieles. (Epirrhema, J.W. von Goethe)

Die Ausstellung zeigt über 30 Plastiken und zahlreiche Zeichnungen sowie die zarten Papierreliefs, die vor kurzem erst in seinem Atelier in Hedwigsburg entstanden sind und sie beschreibt 60 Jahre Künstlerleben.

Kuratiert wurde die Schau von Prof. Christa Lichtenstern, die Cimiottis Arbeiten wie Niemand sonst kennt und viel über ihn geschrieben hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Januar 2018 zu sehen und lohnt einen Besuch.

 
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 am Eröffnungstag im Kolbe Museum
 
 

 Christa Blenk

 

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Humbug – OPERALAB Berlin

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„Wer will nochmal, wer hat noch nicht“

Humbug

Der US Zirkuspionier, Kulturmanager und Marketing-Genie  P.T. Barnum alias Prince of Humbugs (wie er sich selber nannte) kaufte 1841 das Amerikanische Museum in New York. Dort präsentierte er seine Wunderkammer und allerlei seltsame Lebewesen – wobei es nicht immer ohne Tricks zuging. Im Laufe seines Direktorendaseins füllte er jedenfalls die Kassen und lockte 38 Millionen Besucher mit seiner Mischung aus Völkerkunde, seltsamen Lebewesen, kleinen Schwindeleien und exotischen Gegenständen in das Museum.

Bei dem Stück Humbug geht es um den Mythos der Meerjungfrau und Barnums größten Coup. Wir zahlen unseren Obolus und treten ein in die Freak-Show. In der Mitte auf einer Bühne liegt das Fabelwesen und redet auf eine Büste ein, sie wartet auf ihre Erlösung. Die drei Frauenstimmen sind dreimal die Person von Barnum (Gina May Walter und  Nina Guo, Sopran) und Luise Lein, Mezzo – manchmal übernimmt eine der Protagonisten in eine andere Rolle, so wird z.B. Luise Lein kurzfristig zum Seefahrer Odysseus, der sich von Barnum Nr. 1 fesseln lässt, um den Verlockungen der Sirene zu entkommen. Singen kann diese Fischfrau allerdings nicht, denn man hat ihr vorher die Stimmbänder aus dem Mund gezogen.  Ab und an wird sie mit Plastik gefüttert.

Aber zu diesem Kuriositätenkabinett gehören auch auf die Musiker, die sich vor ihrem Einsatz dem Publikum präsentieren. Da ist die bärtige Frau (Evdoxia Fillipou, Schlagzeug), der Mann mit Brüsten (Pedro Pablo Camara Toldos, Saxophon) und Mia Bodet am Keyboard, die eine Art rosaroter Menschenaffe sein könnte. Die drei Zirkusdirektoren tragen bunte Jacken mit Kordeln und Zylinderhut. Irgendwann wird unsere Meerjungfrau sehr gekonnt aus der schwarzen Plastikmülltütenhülle geschält und scheint erlöst. Unsicher und mühsam versucht sie immer wieder auf die Beine zu kommen bzw. zu flüchten, was die Direktoren natürlich nicht zulassen wollen, denn sie sorgt ja schon für gute Einnahmen.

Zum Schluss sitzt das Fabelwesen, eine Mischung aus Sirene, Udine und Andersens kleiner Meerjungfrau, auf einem Hocker. Sie hat nun Beine, aber immer noch keine Stimmbänder und zerlegt ganz kunstvoll eine Dorade, während die drei Sängerinnen im minimalen Loop-Stil und beeindruckenden Stimmen ihre Verse singen.  Dann hält sie uns die Fischgräte hin, die wie eine Meerjungfrau  aussieht.

Großartige Leistung der Meerjungfrau (Margaux Marielle-Tréhouart). Sie entwarf auch die Choreografie.

Opera Lab Berlin im Ackerstadtpalast hat aus einem fünfteiligen Liedzyklus des österreichischen Komponisten Bernhard Lang (*1957) eine Musiktheater-Kurzoper für Frauenstimme und drei Instrumente arrangiert. „Songbook I“ für Frauenstimme, Saxophon, Keyboards und Schlagzeug entstand schon im Jahre 2004. 2017 hat er sie überarbeitet und diese Version im Ackerstadtpalast nun zur Uraufführung gebracht. Die Lieder „Watchtower“, „Ophelia“, „Count 2 4“, „Burning Sister“ und „Another Door … for Jenny“ sind der Sängerin Jenny Renate Wicke gewidmet, die 2007 verstarb.

Regie führte Michael Höppner, die fantasievollen Kostüme entwarf Aurel Lenfert. Musikalische Leitung hatte David Eggert.

Auf jeden Fall haben wir uns köstlich amüsiert, obwohl die Musik durch das aufregende Geschehen in der Zirkus-Freak-Show zu kurz kam. 

Das Ensemble für zeitgenössisches Musiktheater, Opera Lab Berlin, gibt es seit 2013.  Humbug ist die neunte Produktion (IM FELD#9).

Nicht ganz zu verstehen war, warum die Hocker an das Publikum erst dann verteilt wurden, als es sich alle schon auf dem Boden bequem gemachten hatten. Aber das gehörte sicher auch zur Inszenierung …..  ….

Christa Blenk

 

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In den Rheinauen – während COP23

Während der COP23 waren in den Bonner Rheinauen Installationen und Skulpturen des dänischen Künstlers Jens Galschiot (*1954) zu sehen.  Seine Arbeiten befassen sich generell mit dem Thema Humanismus, Menschenrechte und mit der Verteidigung von ethischen Werten der Gesellschaft – weg von politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Interessen. Meist stellt er seine Arbeiten an öffentlichen Plätzen aus, die dann gerne in eine Performance übergehen.

Die schwimmende Installation The Refugee Ship zeigt Klimaflüchtlinge in Kupfer und wurde bis jetzt in 30 deutschen Städten gezeigt sowie in weiten Teilen in Skandinavien

Anläßlich des Mauerfalls im Herbst 1989 entstand eine Skulptur mit Mauerfragmenten, dazu erhielt er von der Stadt Berlin zwei Mauerstücke, aufgestellt wurde die Skulptur in Berlin jedoch nicht (allerdings wurde das Modell am Checkpoint Charlie gezeigt). Das Original steht in seinem Skulpturengarten in Odense.  

 

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In den Rheinauen während der COP23 – u.a. mit Skulpturen von Jens Galschiot

cmb

 

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Michelangelo Pistoletto zu Gast bei Palladio

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 Installationen von Michelangelo Pistoletto auf der Biennale di Venezia – Basicila di San Giorgio

 

Spiegel überall!

Die Biennale von Venedig stützt sich in den vergangenen Jahren immer mehr auf die sogenannten »Collaterali« – das sind side events und Parallelausstellungen weit weg von den Giardini und dem Arsenale. In Kirchen und Palazzi findet man oft die interessantesten Installationen oder Künstler. 

Dem italienischen Installationskünstler Michelangelo Pistoletto (*1933) stand die komplette Basilica di San Giorgio auf der Isola di San Giorgio Maggiore  zur Verfügung. Der große Renaissancearchitekt Andrea Palladio hat sie erbaut. Von Arsenale fährt man also mit dem Vaporetto auf die Insel San Giorgo und das Boot hält direkt vor der Kirche.

Im Innenraum trifft man gleich auf   »Love Difference – Artistic Movement for an InterMediterranean Politic ». Die Installation entstand im Jahre 2002 in Cittadellarte (Biella). Diese Stiftung hatte der Weltverbesserer Pistoletto Ende der 1990er Jahre gründet  mit dem Ziel den sozialen Wandel durch künstlerische Interaktion zu verbessern, ein Schmelztiegel-Effekt und ein Versuch,  Mensch und Natur in Harmonie zu vereinen und  beständigere Werte wieder auszugraben. Sehr prominent vertreten eine Spiegelbild-Serie, die während seines Kuba-Aufenthaltes 2015 entstand. Il Tempo del Giudizio (2009-2017) ist eine Tempel-Installation aus Spiegel, Teppich und zwei Buddha-Figuren. Dann, die neueste Arbeit „Colour and Light“  bestehend aus acht Elemente von je 180 x 120 cm, sie entstand 2017.

Terzo Paradiso ( das dritte Paradies) ist ein vielfältiges, welt-übergreifendes und welt-beteiligendes Manifest. Es ruft auf, mit  Verantwortung und Solidarität an einer Veränderung der Welt mitzuarbeiten und sie für die kommenden Generationen zu bewahren, wie immer, ist für ihn die Kunst ein Werkzeug, die  ökonomischen, sozialen und politischen Zustände zu verbessern.

Pistoletto kommt aus der Arte Povera und ist vor allem bekannt für seine blank polierten Spiegelinstallationen. Unterschiedliche Spiegelmontagen und andere Werke aus seinem 50jährigen Künstlerleben sind dort zu sehen und natürlich darf die „Lumpenvenus“ (1968) nicht fehlen. Sie ist ein Paradebeispiel der Arte Povera: Ganz in weißem Marmor, beugt sich die Schöne über einen bunten Lumpenberg.

Der Zuschauer ist das Kunstwerk, Pistolettos Spiegelflächen haben manchmal sogar einen barocken Goldrahmen aber das Gemälde existiert nur so lange wie der Betrachter in die Spiegel schaut. Sobald man weg sieht, ist das Kunstwerk verschwunden oder hat sich verändert. Es lebt sozusagen, es entsteht und es zerfällt mit unseren Bewegungen.  Manchmal zerschlägt Pistoletto seine Spiegel, dann gibt es uns nur noch zerrüttet, defragmentiert. 

Pistoletto selber entstammt einer Restauratorenfamilie und hat eine Werbe-Designschule besucht, aber abgesehen davon ist er Autodidakt. Im Kunstgewitter der Nachkriegszeit, in den 1950er Jahren, fängt seine Künstlerkarriere an. Selbstportraits, Objekte, Figuratives und Konzeptuelles. Schon 1960 hat er die erste Einzelausstellung in Turin. 1962 entsteht sein erstes Spiegelbild „Il Presente“ (die Gegenwart) und Pistoletto wird zum bedeutendsten Vertreter der Pop Art in Italien. Dimension, Raum und Zeit sind seine Hauptanliegen. Pistoletto stellt in Europa und in den USA aus und seine Arbeiten werden immer konzeptioneller. Anschließend kommt die Phase der Minusobjekte. Hier stehen Vielschichtigkeit und Zeitumfang im Mittelpunkt. Er ist Mitbegründer der Arte Povera- Bewegung und stellt seine Arbeiten außerhalb der kommerziellen Galerien aus. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal auf die Biennale eingeladen. In den 1970er Jahren kommt die Raumphase ( Le stanze) für die Galerie Stein in Turin. Es folgt die Serie continenti di Tempo (Zeitkontinenten). 2007 bekam er in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Immer wieder steigt er aus dem kommerziellen Kunstgeschäft aus und lehnt sogar ein Angebot des New Yorker Kunsthändlers Leo Castelli ab.

Ohne Pistoletto wäre die zeitgenössische Kunstszene ohne Zweifel sehr viel langweiliger!

Die Ausstellung in der  San Giorgio  Basilica präsentiert 50 Jahre seines Lebenswerkes (1960-2017) und ist interessanter als das meiste, was diese Biennale zu bieten hatte.

11 Mal insgesamt war er auf der Biennale di Venezia; das letzte Mal 2009 und viermal war Michelangelo Pistoletto auf der documenta in Kassel vertreten.

 

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Auf dem Weg zu Pistoletto

Christa Blenk

 

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Ferdinand Hodler

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 Ferdinand Hodler - Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813
1908/1909 – Öl auf Leinwand

 

FERDINAND HODLER – MALER DER FRÜHEN MODERNE

Mit aufgerissenen Augen, streng, fragend, fordernd, die Stirn in Falten gelegt, selbstsicher, schaut er uns an. Das Portrait entstand 1912, da war Ferdinand Hodler 59 Jahre alt. Das Bild ist aus Winterthur nach Bonn gekommen und Hodler hat es auf dem Höhepunkt seiner Malerkarriere gemalt. Eines seiner besten Selbstportrait  sicherlich. Auf jeden Fall ein Ergebnis seines Lernprozesses, seines Aufenthalts in Spanien 1879 und der intensiven Befassung mit dem Maler Diego de Velazquez.

Der Veduten-, Postkarten – und Ornamentemaler Ferdinand Hodler, der schon als 12-jähriger die Dekorationswerkstatt seines Stiefvaters leiten muss und der sieben seiner Geschwister an die Tuberkulose verliert, gehört spätestens seit der Jahrhundertwende zu den gefragten, europäischen Dekorations- und Historienmalern und seine Motive werden es später sogar auf den Schweizer Frankenschein schaffen. Obwohl die neutralen Bergbewohner einige seiner Werke als sittenwidrig bezeichnen, darf er  die Schweizer Gründergeschichte dokumentieren. Mit dem Wandbild „Rückzug aus Marignano“, das er für das Landesmuseum Zürich malt, wird er auch in Deutschland als größter Monumentalmaler gefeiert.

1889 entsteht das Gemälde „Die Nacht“. Es zeigt sieben schlafende Menschen, Hodler selber liegt zwischen seiner Frau Bertha Stucki und seiner Geliebten Augustine Dupin. Die Genfer Behörden haben Probleme damit, finden es zu gewagt, an anrüchig und lassen es aus dem Genfer Musée Rath entfernen. Max Liebermann hingegen war begeistert und holt es nach München.  Damit ebnet er auch Hodlers Weg in die Münchner Sezession. In Paris bekommt der Maler dafür eine Silbermedaille und Bertha Stucki lässt sich später von ihm scheiden. Das Bild „Die Nacht“ ist leider nicht nach Bonn gekommen.  Allerdings gibt es ein „Tag“-Bild. Hier hat sich Hodler samt Frauen zwar nicht verewigt, stattdessen tummeln sich drei androgyne Grazien – wie er sie ja so gerne malt – auf einem hellblauen Tuch, das auf einer verzierten Wiese liegt. Ursprünglich waren es fünf Musen, zwei davon hat er aber später aus dem Bild entfernt.

Aus Anlass des 350. Geburtstages der Universität Jena erhält er  1908/1909 einen  Auftrag der Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar, ein Wandbild für die Universität zu malen. Thema sollte der Aufruf Preußens zum Widerstand gegen Napoleon sein und gerichtet hat sich das Petitum an die Jenaer Studenten. Diese hatten 1813 allerdings die Uni Jena verlassen, um sich verschiedenen preußischen Truppen, wie z. B. dem Lützowschen Freikorps in Breslau anzuschließen. Patriotismus und Zusammenhalt, Mut und Aufbruchsstimmung sollte das Bild vermitteln, was es im oberen Teil auch tut. Dort marschieren die Vierergruppen zackig mit geschultertem Gewehr im Gleichschritt. Hodler hat das Bild in zwei Hälften geteilt. Unter der Linie allerdings herrscht alles andere als Bereitschaft oder Ordnung. Sein heroisches Monumentalgemälde vermittelt Zögern und Unlust auf den Krieg.  Hier helfen auch die güldenen Messingknöpfe nicht. Diese Soldaten muss man zum Jagen tragen! Einer steigt umständlich auf ein Pferd, ein anderer überprüft die Hufe und der dritte schnallt sich lustlos den Kanister auf den Rücken. In der Mitte des Gemäldes zieht sich ein Landser gerade die schwarz-eingefärbte Jacke an. Auf der rechten Seite hebt ein gut gekleideter Schütze den rechten Arm und marschiert fast tanzend aus dem Bild, hinter ihm ein gesatteltes Pferd ohne Reiter.

Der Jenaer Philosoph Rudolf Eucken hatte ihm seinerzeit den Auftrag erteilt; 5000 Reichsmark haben die Kunstfreunde dafür bezahlt. Euckens Frau soll ihm sogar eine echte Uniform aus Lützow besorgt haben und der 17-jährige Eucken-Sohn Rudolf stand angeblich Modell. Natürlich sorgt dieser Auftrag für Kritik. Seit wann darf ein Schweizer Symbolist ein Sinnbild des deutschen Nationalstolzes malen?  Die Leipziger Abendzeitung am 5. Oktober 1907 berichtet dementsprechend:  „Auf den Einfall, die Großtat eines Volkes durch einen Ausländer verherrlichen zu lassen, ist wohl bisher noch keine andere Nation gekommen.“

Auch dieser Umstand mag der Grund gewesen sein für die heftige Reaktion, als Hodler 1914 ein Genfer Protestschreiben gegen einen Akt der Barbarei der deutschen Artillerie unterschreibt. Diese steckte kurz nach Kriegsbeginn die Universitätsbibliothek von Löwen in Brand und beschoss die Kathedrale von Reims. Hodlers Jena- Epos, das immerhin ca 600 x 442 cm misst, wird umgehend aus dem Saal verbannt und verschwindet hinter Bretterverschlägen. Man spielt sogar mit dem Gedanken, das Bild zu verkaufen.

Hodler schreibt an seinen ehemaligen Freund Eucken und will klarstellen, dass sich sein Protest vor allem gegen die « Zerstörung eines Kunstwerkes“ gerichtet hätte und nicht gegen Deutschland. Aber ohne Erfolg, seine Bilder werden aus den deutschen Museen entfernt und der Maler Hodler aus allen Künstlervereinigungen ausgeschlossen.

Gerollt kam das monumentale Werk zur Ausstellung nach Bonn, nachdem es lange Jahre weder abgenommen noch transportiert worden war. Ein Film in der Ausstellung erzählt die Geschichte.

Bevor Hodler aber 1914 in Ungnade fällt, bekommt er 1911 –  auf Anregung von Liebermann übrigens – noch einen zweiten Großauftrag aus Deutschland. Wieder ein historisches Gemälde, diesmal für das Rathaus von Hannover. Es entsteht „Einmütigkeit“ . Es  zeigt den protestantischen Schwur der Bürger von Hannover im Juni 1533 auf dem Marktplatz. Zur Einweihung 1913 kommt sogar der Preußenkaiser ins Hannoveraner Rathaus. Pompöse Männer, den rechten Arm hochgesteckt, verherrlichen den Populismus. Die Szene wirkt aber eher wie aus einem schlechten Peplum-Film, die Schwörenden greifen  chaotisch und tänzerisch eher nach den Sternen.  Der Redner, den Hodler viele Male vorbereitend malte,  ist als Einziger von vorne zu sehen, macht ein wütendes Gesicht und stampft gefühlt mit dem Fuß auf. Ob es dem Kaiser gefallen hat ist nicht dokumentiert – er soll geschwiegen haben!

Hodler hat nicht nur die Schweizer Berge neu erfunden, er hat auch die Historienmalerei ins 20. Jahrhundert geholt und ihr eine neue Dynamik verliehen. Die vereinfachte Reduzierung der Figuren passt gut in die neue Zeit, auch wenn die Figuren klobig und aggressiv wirken.

Aber dann gibt es auch die kleinen Bilder, fast lieblich wollen sie sein, weich und kantig zugleich. Und zwischen tanzenden Frauengruppen und hellblauen Landschaften liegt sie da, seine Geliebte Valentine Godé-Darel. Er hat sie ab 1913 lebend, sterbend und tot gemalt. Verhärmt und scharf geschnitten das  weiße Gesicht, wie die Umrisse seiner Berge.  Die dicken roten Blutstropfen könnten auch Blumen sein.

Bei den Landschaften fällt es vor allem auf: Blau ist seine Lieblingsfarbe. Dicke Pinselstriche lassen an  Van Gogh oder Kokoschka denken. Trotz meist Frühlingsstimmung kommt eine echte, überzeugende Fröhlichkeit nicht auf. Es liegt eine unausgesprochene Dramatik auf seinen Bildern, so als ob gleich etwas passieren würde oder das passierte noch nicht richtig verarbeitet werden konnte.

Immer wieder nimmt er ein schon behandeltes Thema auf und bereitet seine großen Werke mit vielen Studien vor. Man bekommt den Eindruck, dass Hodler zuerst seine Protagonisten nackt malt und sie dann anzieht. Die Kleider kleben am Körper, aber sind doch eher eine Skulptur. Holprig die Linien der pompösen Spröden oder der Axt schwingenden Waldarbeiter.

„Die Heilige Stunde“ (1911) zeigt vier Frauen auf einer Pompeij-roten Bank sitzend. Die beiden Frauen in der Mitte sind blau gekleidet und wirken stolz, autoritär, frei, mit großen Füßen, gar nicht wie Frauen, die kein Wahlrecht haben. Die Frauen links und rechts tragen helle Kleider und sind zierlicher. Sie neigen  ihren Kopf nach innen. Alle vier blicken sich nicht an und die Hände sind keine betenden. Das Bild ist mit einer Blumengirlande umrandet. Hodler hat sich hier an einer römischen Wandmalerei orientiert, scheint es.

Seine Personen schauen uns nicht an und diese von ihm so geforderte Fusion des Körperlichen und des Übersinnlichen sowie der Zwang  Jugendstil-Ornamente hinzuzufügen, lassen ihn schon mal kurz abrutschen in einen  verdrehten, sentimentalen, manieristischen Symbolismus. Seine Landschaften nähern sich im Laufe der Zeit immer mehr Farbflächen, Geschichten – wie auf den Landschaften von früher – erzählt er auf ihnen nicht mehr.

Ferdinand Hodler war ein geschickter Künstler, ein wichtiger Maler zu Beginn der Moderne und hat es oberdrein verstanden, sich selbst zu vermarkten, er war auch ein Geschäftsmann, der gute Kontakte zu  Sammlern und Museen pflegte. Er  stirbt, sehr wohlhabend, am 19. Mai 1918 in seinem Haus am Genfer See und hinterlässt an die 2000 Gemälde und unzählige Zeichnungen.

Fast 20 Jahre war Hodler nicht mehr in Deutschland in einer umfassenden Ausstellung zu sehen. Die Kuratorinnen  Monika Brunner und Angelica Francke  haben anhand von rund 100 Gemälden und 40 Zeichnungen – die meisten davon kommen aus der Schweiz – Hodlers künstlerischen Weg nachgezeichnet. Man lernt ihn gut kennen auf den abwechslungsreichen Etappen, zwischen Moderne, Jugendstil und Symbolismus und die Geschichte um den „Fall Hodler“ macht ihn sogar zu einer politischen Figur.

Die Schau in der Bonner Bundeskunsthalle, die in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern entstanden ist, geht noch bis zum 28. Januar 2018 und ist auf jeden Fall  sehenswert.

Christa Blenk

 

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Jeanne Mammen

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der neue Hut 1929
 

JEANNE MAMMEN (1890-1976)

Caféhäuser, Charleston und Chroniken – flanierende Augenzeugin der Berliner roaring twenties

Jeanne Mammen ist in Berlin geboren und als Tochter deutscher, gut situierter Eltern  in Paris aufgewachsen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte die Familie zu Unerwünschten, das Vermögen wurde konfisziert und Alle mussten die französische Hauptstadt verlassen. 1916 kamen die Mammens wieder nach Berlin zurück. Da ist Jeanne 24 Jahre alt und hat bereits Kunststudien und Aufenthalte in Paris, Brüssel und Rom hinter sich.  In Berlin trifft sie auf schroffe Töne, rauhe Umgangsformen, kalte Winde, Größenwahn, öffentlichen Gehorsam und Armut – dies alles kannte sie aus Paris nicht. Mit Gelegenheitsjobs, Modezeichnungen und Illustrationen für den Simplicissimus, den Ulk und den Junggesellen hält sie sich über Wasser. 1919 lässt  sie sich ein einer Atelierwohnung am Kurfürstendamm Nr. 29 nieder, wo sie ihr Leben lang – immer im inneren Widerspruch mit der Stadt -  bleiben sollte.  Heute  ist diese Wohnung der Sitz der Jeanne Mammen Gesellschaft.

Jeanne Mammen dokumentiert das Geschehen auf den Berliner Straßen, in den Cafés und  Vergnügungslokalen der wilden 1920er Jahre. Am liebsten malt sie Aquarelle in ihren kleinen Block und diese Arbeiten sind auch ihre Schönsten. 1930 wird anlässlich einer  erfolgreichen Einzelausstellung in der Galerie Gurlitt die Berliner Kunstwelt auf sie aufmerksam. Mammen saugt alle bekannten Kunsttendenzen auf. Die malt symbolistisch und expressionistisch; Bilder wie  Die Schachspieler (1929) sind der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Sie kokettiert mit dem Verruchten, dem nicht-angepassten und dem Verbotenen, wie das in dem Aquarell  Die Verworfene (1929) zu sehen  ist.

Ihre Frauen tragen den typischen Topfhut, ein knieumspielendes Charleston-Kleid oder lange Hosen, natürlich eine kurze Bubikopf-Frisur oder einen  Herren-Zylinder. Ausgelassen und sorgfältig zurecht gemacht, wird getrunken, gelacht, Shimmy und Charleston getanzt – auch außerhalb der Karnevalszeiten.  Sie verkörpert und dokumentiert eine neue Frauengeneration, eine selbstbewusste, Frauen die zur Wahl gehen dürfen und einen Beruf haben, Frauen, die keinen Mann mehr brauchen um anerkannt zu werden, Frauen, die alle ranzigen Moralvorstellungen abgelegt haben und im Großstadt-Dschungel mitspielen.

In Paris hat sie natürlich auch die Arbeiten von Henri Toulouse-Lautrec kennen gelernt und wie dieser die französische Gesellschaft in seinen Arbeiten festhielt, macht sie das in Berlin:   humoristisch, kritisch, ironisch und nicht so politisch wie dies die Neue Sachlichkeit verlangte, bei ihr scheint immer wieder eine französische Leichtigkeit durch.

Schachspieler 1929-1930Café-Terrasse in KaDeWe - 1935Photogene Monarchen, 1967
Die Schachspieler (1929); Café-Terrasse in KaDeWe  (1935), Photogene Monarchen (1967)

 

Ab Mitte der 1930er Jahre kann sie ihre Werke nicht mehr zeigen und zieht sich zurück. Nach dem Krieg entstehen glitzernde, kubistische und expressionistische Arbeiten, das Figurative verschwindet komplett. Jetzt malt sie wie Paul Klee, Matisse, Fernand Leger, die amerikanischen Expressionisten und natürlich wie Picasso – vor allem seine Guernica-Serie hat sie beeindruckt. Richtig an die künstlerische Oberfläche kommt sie aber bis 1971 nicht mehr. In diesem Jahr werden ihre Frühwerke  mit großem Erfolg in Hamburg und Stuttgart gezeigt.

Jeanne Mammen stirbt am 22. April 1976 in Berlin.

Die Ausstellung ist die erste große Retrospektive seit einer wichtigen Ausstellung 1997 im Berliner Martin-Gropius Bau. Sie umfasst 170 Arbeiten aus über 60 Schaffensjahren.

In der Berlinischen Galerie ist die sehenswerte Ausstellung  noch bis zum 15. Januar 2018 zu sehen.

Christa Blenk

 

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Venedig am Rande der Biennale

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Seit 1859 findet in Venedig die Biennale statt. Damit ist sie die älteste Kunstbiennale. Dieses Jahr hat die Französin  Christine Macel die Biennale zum Thema « Viva Arte Viva » kuratiert. Bis 26. November ist sie noch zu besichtigen.

Hauptschauplatz waren – wie immer – die 28 nationalen Pavillons in den Giardini. Napoleon ließ sie anlegen. Aber immer wichtiger und auf jeden Fall umfangreicher sind die Installationen und Präsentationen im Arsenale-Hafen Gebiet. Abgesehen davon stößt man überall in der Stadt und auf den Inseln auf Künstler und Kunstwerke. So ist der Italiener Michelangelo Pistoletti mit einer bedeutenden Präsenz in der Kirche auf San Giorgio zu erleben.

U.a. vertreten sind Künstler wie Olafur Eliasson,  Ernesto Neto, Gabriel Orozco, Phyllida Barlow, Tracy Moffat, Anri Sala, Kiki Smith, Erwin Wurm und Franz Erhard Walther.  Den deutschen Pavillon bestückte oder bespielte die Frankfurter Multimediakünstlerin Anne Imhof.  Sie hat den goldenen Löwen für ihre fünfstündige Performance « Faust » bekommen. Hier geht es um Dobermänner, Gitterzaun, Glasböden, tanzende und verformte Kapuzenmänner auf dem Dach und um Feuer – eine Mischung zwischen Kitsch, Pathos und Grenzen, des Lebens und der Kunst. Lange Schlangen, Unsicherheit ob überhaupt und viel Wartezeit machten es nicht besser aber beschwerten ihr viele Besucher.

Überzeugend war sie wieder nicht, diese Biennale und man würde sich wünschen, die Arsenale leer zu durchstreifen, denn diese Industriearchitektur ist wunderschön und beeindruckend. Die « Corderie » (Seilanfertigung) entstand 1580 und ist 360 Meter lang (und man spaziert hier von einer uninteressante Arbeit zur nächsten). 

Das Ticket ist zwei Tage gültig (für Giardini und Arsenale). Man sollte aber daran denken, dass am Montag alles geschlossen bleibt!

 

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Fotos: cmb und JNP

 

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GUT. WAHR. SCHÖN

Ausstellung in der Münchner Kunsthalle

Artikel für KULTURA EXTRA

 

Gut. Wahr. Schön

Französische Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Die Venus Medici wurde im 1. Jahrhundert v. C. geschaffen und geht auf ein Original von Praxiteles um 350 v.C. zurück.  Ihren Namen hat sich bekommen, weil sie im 16. Jahrhundert in den Besitz der Medici-Familie in Florenz gelangte. Die Venus ist aus weißem Marmor und fast lebensgroß. Sie diente als Vorbild für Botticellis Gemälde „Die Geburt der Venus“, das dieser am Ende des 15. Jahrhunderts malte.  Gleich im ersten Raum der Ausstellung glänzt sie neben Ingres „Die Quelle“ eine andere nackte, kalte Schöne, Produkt der Neoklassik. Damit wird auch schon angedeutet, wobei es in dieser Ausstellung geht: nämlich darum, der Antike zu huldigen.

Der Aktmalerei ist das erste Kapitel der Ausstellung gewidmet und die Geburt der Venus von William Bouguereau, einer der Hauptvertreter des klassischen Realismus, lässt auf den ersten Blick an Botticelli denken und auf den zweiten an ein Pin-up-girl, das eher lasziv als jungfräulich aus der Muschel blickt. Er hat es 1879 gemalt, ein Jahr bevor der Salon 1880 geschlossen wurde.  Bougereaus, dem der Rom-Preis übrigens zweimal verweigert wurde, wollte mit dem Riesenschinken Dante und Vergil endlich punkten. Auf fast drei mal zwei Metern beschreibt er eine Episode aus dem achten Höllenkreis – dem der Fälscher. Dante, begleitet von Vergil, beobachten wie ein Häretiker und Alchimist vom Erbschleicher Gianni Schicchi in den Hals gebissen wird.  Bougereau  versuchte sich hier im romantischen Manierismus. Muskeln und Sehnen der marmorweißen Kämpfer treten stark kontrastiert und überdeutlich hervor und der Turner-Himmel ist von fliegenden Ungeheuern besetzt.

Zu  kalt sagten die Romantiker, zu chaotisch die Klassiker, zu verständlich die Symbolisten und zu herrschaftlich die genre-Maler. Mit dem Vater der französischen Klassik, Ingres, hat eine Art Fusion von Klassizismus und Romantik, beeinflusst von manieristischen Tendenzen, Symbolismus, genre-Szenen, Orientalismus und vor allem Aktmalerei, die unter dem Namen klassischer Realismus in die Kunstgeschichte einging. Die altgediente und beliebte Historienmalerei bekam ein neues Gesicht. Die Geschichten wurden nach  wie vor aus der  griechischen Mythologie und der Bibel entliehen und mussten als Modell herhalten, aber die Personen auf den Bildern waren keine bekannten oder verehrten Götter- oder Bibelpersönlichkeiten.  Hier tummelten sich Menschen im Götterlook, wie das Gemälde von Jean-Léon Gérôme (1824-1904) „Junge Griechen beim Hahnenkampf“, das 1846 entstand, beschreibt.  

Die Klassik ist der Französische Revolution verbunden und mündet später,  in der Zeit der Napoleon-Kriege, in die Romantik, der sie ideologische Waffen für Nationalismus, Volkskultur und Religiosität bietet.  Ein Stilpluralismus sondergleichen, auf der einen Seite die moderneren Klassiker und auf der anderen  Moreau, Turner, Goya oder Delacroix, die den Weg der kommende Moderne vorbereiten würden.

Schon die Malergruppe der Schule von Barbizon um 1850 zog es in die Landschaft. Sie strebten danach,  die Zwänge der strengen und anachronistischen Akademiker abzulegen.  Malen außerhalb der Atelierwände  - allein schon der Gedanke daran versetzte diese Künstler in große Panik. Maler war ein akademischer Beruf,  Arbeiten ging nur im Atelier und gut gekleidet. Ein echter Klassiker wie Ingres interessierte sich  vor allem für Linien. Farbe und Licht waren für ihn zweitrangig. Doch dann kam Bougereau mit der revolutionären Idee  „Farbe und Linie als dieselbe Sache zu sehen“. Außerdem brauchte er  viel nackte, weiße Haut und dies ging ja nur  unter dem Vorwand von Bibelgeschichten oder Mythologie.

Der Romantiker und Fast-Zeitgenosse von Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780 -1867), Eugène Delacroix (1798 -1863) wurde sieben Mal von der Akademie abgelehnt, bis er mit dem erlauchten Kreis ausstellen durfte.  1863 lehnte die Jury 3000 von 5000 präsentierten Werken ab, was zur Entstehung des  Salon des Refusés (Salon der Abgewiesenen)  führte.  Die ehrwürdigen und konservativen Kunstkritiker bestimmten welcher Maler  gekauft wurde und welcher nicht – das Publikum hatte Vertrauen in ihr Votum.

Wirklich Neues haben die klassischen Realismusmaler allerdings  nicht hervorgebracht aber  von einer anderen Seite kamen große Aufträge der Stadt auf sie zu.

Hier kommt der Präfekt des französischenDepartements Seine ins Spiel, der große Stadtplaner von Paris, Georges-Eugène Baron Haussmann. Er wirkte und wütete in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das klassizistische Stadtbild ist heute noch das Paris das wir kennen und lieben. Neben den wichtigsten Markthallen entstanden die großen Bahnhöfe und andere kommunale Einrichtungen, darunter mehrere Theater und auch eine neue Kanalisation. Die Akademie der Schönen Künste hatte ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht  bei  seinen Plänen. Unmut entstand nicht nur durch zwangsweise Umsiedlungen von Bürgern. Haussmann ist dabei auch sehr reich geworden, weil es wohl mit den Ausschreibungen nicht immer so ging wie gewünscht. Bauten wie die Opera Garnier wurden zu Spielwiesen der akademischen Maler. Fresken, Allegorien und christliche Szenen gehörten zur Standard-Ausstattung dieser Gebäude. Puvis de Chavannes hat u.a. das Pantheon aufwendig verziert. Alles sollte schön, wahr und gut sein!

 Mitte des 18. Jahrhunderts begannen die Grabungsarbeiten in Pompeji und Herculaneum, ab 1806 unter Leitung der Franzosen. Diese Entdeckungen brachten  nicht nur unzählige Bildungsreisen mit sich sondern boten auch neue und bahnbrechende Erkenntnisse und Anregungen, römische Szenen nachzumalen. Der Archäologe und Maler Etienne Gautier malte 1878 die tote Cäcilia vor einer Pompeji-rot-Wand.

Diese Re-Interpretationen wahren sehr begehrt in den Pariser Salons und sogar preisgünstigere Reproduktionen fanden  reißenden  Absatz bei der französischen Oberschicht-Klientel, d.h. bei all denen, die mit dem sich ankündigenden Impressionismus nichts zu tun haben wollen, ihn ablehnen. Ein Verharren im Wahren und Schönen, ein  Aufhalten des Fortschrittes, eine Verweigerung der Industrialisierung, wie sie auch von mit den Präraffaeliten und das Aesthetic Movement in England um Alma Tadema oder den deutschen Nazarenern vorgemacht haben. Die altbewährten und ehrwürdigen Akademien sorgen dafür, dass die Fundamente der Malerei aufrecht erhalten blieben.  Einem Caravaggio- Manierismus hingegeben hat sich Léon Bonnat. Sein Hiob von 1880 erinnert an die ausgezehrten Rivera-Heiligen.

Einmal im Jahr fand sie statt, die bedeutende und weltweit bekannte Kunstausstellung. Der  »Salon de Paris« war eine Einrichtung im 19. Jahrhundert, ein Tummelplatz für Händler und Sammler aber auch ein bedeutendes, gesellschaftliches Ereignis, das hunderttausende Besucher anzog. König Ludwig der XIV. hatte sie im Jahre 1667 ins Leben gerufen, um den Kunstgeschmack bei Hofe zu verbreiten.  Im Jahre 1855 zählte man 892.000 Besucher. Es gibt eine Radierung von Daumier (Honoré Daumier, Salon de Paris am Tag des kostenlosen Eintritts, 1855) auf der sich die Leute im Salon drängten wie heute in der U-Bahn zu den Stoßzeiten. Hier wurden ausschließlich die Kunstwerke gezeigt, die die  Obrigkeit und strenge Jury als Künstler anerkannte. Die perfekte klassizistisch-akademische Lösung, um den Voyeurismus der Reichen und Schönen zu befriedigen. Ohne akademische Ausbildung konnte man kein Maler sein und wurde auf keinen Fall zugelassen, geholfen hat auch ein längeres Rom-Stipendium. Die menschliche Figur, vor allem das Aktstudium, stand im Vordergrund. Die Anatomie und Perspektive mussten stimmen. Das ging am besten bei den Mammutschinken, den sogenannten Historienmalereien

1880  fand der letzte Salon de Paris statt und der Staat gab die Macht um die Kunst an die Künstler. Es entstanden sezessionistische Initiativen und Ausstellungen in alle Stilrichtungen wurden organisiert. Es entstand eine symbolistische Strömung angeführt durch Gustave Moreau und Puvis de Chavannes.  Andere, wie Georges Rochegrosse (1859-1938) konnten sich nicht entscheiden, weiter zu gehen. Der Ritter und die Blumenmädchen (1894) ist purer rosa-roter Kitsch auf 2,5 mit 3,7 Metern. Rochegrosse gehört zu den letzten Repräsentanten  und war auch ein Maler des Orientalismus.

Auf der anderen Seite stand der Impressionismus mit einem von den Akademikern unverzeihlichen Regelbruch vor der Tür. Eine Bewegung, die sich auf Kunst, Musik, Literatur und Fotografie ausstreckte, die in eine ganz andere Richtung führte und die Historienmalerei komplett hinter sich lassen sollte. Farbe sticht zeichnerische Elemente – der Betrachter kann sehen was er will oder fühlt. Die erste Gruppenausstellung der „eigensinnigen“ Impressionisten fand ab dem 15. April 1874 im Atelier des Pariser Fotografen Nadar statt, bei dem auch das Schlüsselwerk von Monet (1840 bis 1926) d.h. er war nur ein paar Jahre älter als Bougereau oder dessen Zeitgenossen –  Impression – soleil levant,  gezeigt wurde. Damit hatte nun die bereits etablierte und ranzige Klientel des Salon de Paris ein starkes Gegenüber. Plötzlich waren nicht mehr historische Personen aus der Mythologie oder der Religion die Hauptprotagonisten sondern das Licht, die Atmosphäre, der Verzicht auf dunkle Farben und die Eindrücke des Gesehenen. Eine malerische Abbildungsfunktion war ihnen verpönt, nicht mehr war geplant, Zufall und Moment waren die Regeln. Und waren es bei den Klassikern und Historienmalern die Entdeckung der römischen Ruinen in Pompeji die den Stil veränderten so war hier die Fotografie  und Farben aus der Tube ein wichtiger Punkt.  Alexander Cabanel erhielt für seine kitschige Geburt der Venus von 1863 vom Salon großes Lob und Ehr. Cabanel selber war auch Mitglied der Auswahlkommission und einer der größten Gegner von den Impressionisten. Manets selbstbewusste Nackte in dem Bild Frühstück im Grünen, das im selben Jahr entstand, scheint Lichtjahre entfernt von Caban zu sein.

Die Ausstellung Gut · Wahr · Schön – Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d’Orsay ist seit 22. September in der Kunsthalle in München zu sehen und damit werden überhaupt zum ersten Mal in Deutschland diese Werke gezeigt. Anhand von über 100 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und kunsthandwerklichen Objekten allesamt aus dem Musée d’Orsay zeigt die Ausstellung, wie im Pariser Salon klassische Tradition auf modernes Leben traf. Die Ausstellung endet am 28. Januar 2018.

Christa Blenk

 

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Das Diptychon von Melun

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In Ermangelung einer « echten » Sonderausstellung auf dem Kulturforum gibt es seit Mitte September dort das Diptychon von Melun von Jean Fouquet samt Nebenwerken zu sehen.

Es handelt sich hier um eines der Hauptwerke der französischen Malerei – und so ist es auch in allen französischen Lehrbüchern abgebildet. Jean Fouquet hat es in der Mitte des 15. Jahrhundert gemalt.

Der linke Flügel, der den Stifter Etienne Chevalier und den Hl. Stephanus zeigt, gehört schon seit 1896 der Gemäldegalerie. Der rechte Teil hingegen, die Madonna – man sagt, dass sie die Züge von Agnès Sorel, der Geliebten des französischen Königs, trägt. Sie ist umgeben von roten Cherubinen auf blauem Hintergrund und hängt normalerweise im Museum für Schöne Künste in Antwerpen. Aus dem Louvre kam das Emailmedaillon mit dem Selbstbildnis des Künstlers, das einst den Rahmen des Diptychons zierte. 80 Jahre haben sich diese drei Teile nicht mehr getroffen.

Weitere bedeutende und begleitende Werke im Ausstellungsraum sind ein Portrait des Narren Gonella aus Wien, das man ebenfalls Jean Fouquet zuschreibt. Großartige Portraits von Jan van Eyck, Petrus Christus und Rogier van der Weyden sowie eine Zeichnung von Benozzo Gozzoli, die u.a. die Grundlage für Fouquet Portraitmalerei bilden.

cmb

 

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Havelländische Malerkolonie

Carl Schuch - der Maler Karl Hagemeister (1876)
 Karl Hagemeister (1876 gemalt von  Carl Schuch)

 

Havelländische Malerkolonie

Rund um den Schwielowsee hat sich zum Ende des 19. Jahrhundert, ab den 1880er Jahren, eine Malerkolonie angesiedelt, die nie wirklich bedeutend war, aber noch bis in die 1930er Jahre Künstler angezogen hat. Die Stadt Ferch hat 2008 ein Museum für diese Maler eröffnet.

Nicht weit weg von Berlin und Potsdam und umgeben von schönster, unberührter und friedlicher Landschaft, bot das Havelland den Künstlern alle Motive für Landschaften oder Stillleben. Hauptakteure dieser Havelländische Malerkolonie waren die Maler  Carl Schuch und Karl Hagemeister, die sich zeitweise in Ferch niedergelassen hatten.  1908 gab es erstmals eine Eisenbahn, die von der brodelnden und ruhelosen Metropole Richtung Caputh und Ferch fuhr.  Bis zum Zweiten Weltkrieg zog es immer wieder Maler oder bildende Künstler an den Schwielowsee, für einige war es ein einmaliger Aufenthalt, andere kamen regelmäßig an diesen Ort. Die Stadt Ferch hat sich so ein wenig in die norddeutsche Route der Künstlerkolonien zwischen Hiddensee und Worpswede eingeordnet.

 

Zur Zeit läuft dort noch bis Ende Oktober die Ausstellung: « Ferch in der Malerei – Blütezeit der Künstlerkolonie »

Karl Hagemeister, märkische Landschaft (1880)Carl Schuch - Stilleben mit Äpfel, 1876
Karl Hagemeister, märkische Landschaft (1880)/Stillleben mit Äpfel (1876) von Carl Schuch
 

Und hier einige der Maler, die zeitweise in Ferch gewirkt haben:

Carl Schuch:  Der 1846 in Wien geborene Maler des Realismus sollte später den Wiener Weg in die Moderne weisen. Finanziell unabhängig,  reiste er 1872 nach München, Venedig und Rom, wo er kurz zur Malerkolonie von Olevano Romano gehörte.  Im Berchtesgadener Land lernte er Karl Hagemeister kennen und reiste gemeinsam mit ihm nach Dresden,  Brüssel und Amsterdam. 1878 kam er nach Ferch und fand dort am Schwielowsee einfache, beruhigende und unverbrauchte Motive, anschließend reiste er für ein paar Jahre nach Paris wo er sich sehr mit Cezanne und dem Stillleben befasste – sein Malstil ist von dieser Zeit an auch sehr von Cezanne geprägt.  Schuch, ein gebildeter und lebenslustiger Kosmopolit –  dessen Werk Zeit seines Lebens nicht einmal ausgestellt war – starb in einer Nervenheilanstalt mit 57 Jahren.

 

Carl Schuch - Häuser in Ferch am Schwielow-See (1878)
Carl Schuch – Häuser in Ferch am Schwielower-See (1878)

 

Karl Hagemeister (1848 – 1933)   lebte mehrere Jahre in Ferch und kommt aus Werder an der Havel. Auch er machte Studienreisen nach Rügen und München und lernte auf seinen Reisen den Maler Schuch kennen, mit dem er eine Zeitlang herumreiste. Hagemeister, der vom Land stammte, lebte als Jäger, Fischer und Maler an der Havel, stellte seine Farben selbst her und malte sogar im Winter im Freien. In den Jahren  1891 und 1893 stellte er bei der Berliner Secession aus. Karl Hagemeister starb im Alter von 85 Jahren in Werder an der Havel.

Theo von Brockhusen (1882 -1919) verbrachte ab 1907 die Sommermonate am Schwielowsee, ähnlich wie Liebermann – der ihn sehr beeinflusste – dies am Wannsee tat.  Sein Werk besteht überwiegend aus Landschaftsbilder.

Hans Wacker (1858-1958) kam aus Düsseldorf und hielt sich 1916 in Ferch auf, da lebte Schuch schon nicht mehr.

Hans Otto Gehrcke (1896 – 1988) kam 1911 durch einen Zufall  nach Ferch. Er wollte mit seinem Vater einen Dampferausflug nach Werder machen, das Schiff ging aber nur nach Ferch. Sein Vater kaufte später ein Grundstück dort und Gehrcke ließ sich in einem Fachwerkhaus nieder. Das war 1927 – also ebenfalls nach Schuch oder Brockhusen. Gehrcke ist in Ferch verstorben.

Außerdem sind im Museum Werke von Theodor Schinkel, Carl Kayser-Eichberg oder Hans von Stegmann zu sehen.

Ein weiterer erwähnenswerter Maler  ist Magnus Zeller (1888 – 1972). Expressionist und Grafiker. Er studierte u.a. bei Lovis Corinth. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte er zwar nicht in Ferch aber ab 1937 – nach einem Rom Aufenthalt in der Villa Massimo – in Caputh, ein paar Kilometer weg von der Künstlerkolonie.  Ab 1933 galten seine Werke als entartet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übersiedelte seine  Familie nach Hamburg, während er mit seiner Tochter in Caputh blieb. Zeller, der der zweiten Generation der Expressionisten zugeordnet werden kann, malte Antikriegsbilder (die zum Teil versteckt werden mussten), gesellschafts- und sozialkritische Werke aber auch viel ländliche Idylle. Er ist Ehrenbürger von Caputh.

Diese hier gezeigten Gemälde hängen in der Berliner Neuen Nationalgalerie.

Christa Blenk

 

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David Hockney – Centre Pompidou Paris

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Artikel für KULTURA EXTRA David Hockney – Retrospektive im Centre Pompidou

Bukolischer Dandyismus

Der 80. Geburtstag des britischen Künstlers David Hockney fällt auf den 40. des Pariser Centre Pompidou. Dieses Zusammentreffen feiert das Museum mit einer beeindruckenden Retrospektive. Damit setzt das Museum die umfangreiche Schau von Mammutausstellungen (siehe Anselm Kiefer oder Cy Twombly) der letzten Jahre fort.

David Hockney, 1937 in Yorkshire geboren, zählt heute zu den bedeutendsten, lebenden britischen Künstlern. Der Parcours durch die 15 Säle im oberen Stockwerk des Museums beschreibt anhand von 160 Exponaten aus wichtigen Museen und Privatsammlungen seine permanente Stiländerung und zeigt das Fehlen jeglicher Berührungsangst auch wenn es sie um die neuesten Technologie-errungenschaften handelt.  Die Schau führt den Besucher von Hockneys kleinformatigen und figurativen, Dix oder Hopper zitierenden Anfangswerken aus den 1950er Jahren hin zu einem krachend, grell-bunten und großformatigen post-Matisse Alterswerk oder iPad Zeichnungen. Hockney erzählt vom nordenglischen Licht und vom Einfluss  der freien, kalifornischen Sonne auf ihn und seine Kunst.  Mit den ironisch-minimalen „Love Paintings“ kokettiert der überzeugte Pazifist und Wehrdienstverweigerer Hockney mit seiner Homosexualität.

Ein Eigenportrait aus 1954 zeigt den gerade mal 17 Jahre alten Hockney schon als zukünftigen Dandy. Große Sorgfalt, was seine äußere Erscheinung angeht: Blaue Jacke, roter Schal, gelbe Krawatte, lediglich die runde Intellektuellenbrille fehlt auf diesem knapp 42 x 30 cm großen Bild.

Schon während seines Studiums 1959 lernt er die amerikanischen, abstrakten Expressionisten kennen. In diese Zeit fällt auch die Begegnung mit Picassos Werken, als Hockney eine große Picasso Retrospektive in London besucht, die ihn ausgesprochen prägt und seinen Kunsthorizont in alle Richtungen öffnet. 1961 darf er mit eigenen Arbeiten an der Ausstellung „Young Contemporaries“ teilnehmen. Hin – und hergerissen zwischen  zwischen Jasper Johns Pop Art und Morris Louis oder Elsworth Kellys colour field painting, zitiert er immer wieder Francis Bacon, die italienische Renaissance und natürlich Picasso. Seine Farbpalette gleicht immer mehr dem Fauvismus eines Matisses.

1964, mit Mitte zwanzig, unternimmt Hockney seine erste Reise in die USA und kommt nach New York. Die Verlockungen und Versuchungen dieser Stadt vergleicht er mit denen eines Tom Rakewell in London. Es entsteht das Projekt  einer Serie von Zeichnungen von The Rake’s Progress – frei nach William Hogarths Kupferstichen. Später reist er weiter in das amerikanische Elysium, nach Kalifornien, dort kann er als bekennender Homosexueller ungestört leben, arbeiten und berühmt werden. Kalifornien und Hockney sind für den Kunstbetrachter direkt miteinander verbunden; obwohl er seine Yorkshire Wurzeln nie vergisst.

Stressfreies, sonniges Klima, türkiesfarbiges Poolwasser,  Matisse-grüne Palmen vor Fra Angelico blauem Himmel wirken auf den ersten Blick banal und oberflächlich, frivol, wie ein kitschiges Postkartenmotiv oder eine Werbung für einen Schwimmbadhersteller – aber genau das stellt Hockney in eine post-Pop-Ecke, wo er sich selber eigentlich nie sehen will. Um das Licht besser einfangen zu können, wechselt er zu Acryl-Farben. Generationsübergreifend liebt das  Publikum seine  Malerei. Diese Swimming Pool Bilder haben ihn berühmt gemacht und „the Bigger Splash“ ist zum Kultbild geworden.

Geschichten erzählt er in den Doppelportraits, die ab den 1970er Jahren entstehen. Beim Betrachtern dieser Serie  fällt auf, dass die beiden Protagonisten sich so gut wie nie ansehen, eine Person ist immer im Profil, die andere in Frontalansicht.  Wie auch bei dem 213,5 x 304 cm großen Bild „Henry Geldzahler and Christopher Scott“. Es entstand 1969 und gehört der Collection Barney A. Elsworth. Geldzahler sitzt formell gekleidet in der Mitte eines rosaroten Sofas vor einem rosaroten Fenster, links und rechts nur lindgrüne Wand. Scott steht rechts auf dem Bild im Profil. Er trägt einen Trenchcoat und hat eher eine bittstellerische Haltung. Auf dem Plexiglastisch vor dem Sofa steht ein Blumenstrauß. Auf der anderen Seite des Sofas eine Stehlampe. Hier könnte man an Hopper denken, der sich an der metaphysischen Kälte von de Chirico versuchen wollte.

Immer öfter verzichtet er auf die Zentralperspektive bis seine Bilder perspektivlosen, glatten und schattenlosen Farbflächen gleichen. Die Sonne steht immer im Zenit und taucht alles in die himmelblaue, sorgenlose Welt der sonnengebräunten Reichen und Schönen. Die amerikanische Moderne der Westküste wird mit Hockneys Bildern lebendig.

In den 1970er Jahren beginnt er mit Arbeiten für das Theater und entwirft u.a. das Bühnenbild von Strawinskys A Rake’s Progress auf der Basis seiner früheren Zeichnungen. Aber auch für die Mailänder Scala und für die Metropolitan Oper in New York fertigt er Bühnenbilder.

Hockney experimentiert auf der einen Seite mit den Technical Pictures  und malt auf der anderen die Extremely Dramatic Pictures, die Geschichten erzählen. Aber auch vor der Geometrie macht er nicht halt, das zeigen die geometrischen Hausfassaden von Los Angeles. Die Kritik nimmt diesen drastischen Wechsel nicht immer positiv auf.

Nach dem Kauf einer Polaroid-Kamera tritt das Foto als Kunstmedium in seine Arbeit ein. Abwechslungsreich und vielseitig, voller Passion  die multiperspektivischen Collagen oder „Joiners“,  Polaroid-Fotocollagen, mit denen er den Kubismus neu erfindet, in dem er ähnliche Bilder mit unterschiedlicher Perspektive und Tageszeit aneinanderreiht. Durch Defragmentierung entsteht ein neues Raum- und Zeitgefühl. Die Welt soll kubistisch denken – und das nicht nur künstlerisch! Diese Arbeiten  animieren dazu, selber zum Künstler zu werden. Mitte der 1980er Jahre fertigte er seine ersten Home Prints anhand eines Fernkopierers, später zirkulierte er seine Arbeiten via Fax. Es folgen PC Grafikarbeiten bis schließlich das iPad zum Pinsel wird.

Die Fotocollage “4 Pearlblossom Hwy 11-18th April 1986” misst 119 x 163 cm. Hockney organisiert die Fotos derart, dass der sonst ätzend langweilige und dahin dösende Highway belebt und voller Abwechslung erscheint. Verkehrsschilder, Palmen auf verdorrtem Gras, Grünflächen,  weggeworfene Getränkedosen, Telefonmasten und verschneite Berge im Hintergrund sind auf einen Blick wahrnehmbar. Ein gelber Streifen in der Mitte lässt die Straße in die Unendlichkeit fahren. Das Werk ist umwerfend und man will sofort auch so eine Kollage erstellen.

Hockney, der leidenschaftliche und durchaus rücksichtslose Raucher, fühlt sich in Kalifornien aufgrund des Rundum-Rauchverbots nicht mehr frei und kehrt – aber nicht nur deshalb – 1997 in seine englische Heimat zurück. Rauchverbote zerstören die Boheme, meint er.
In Yorkshire entstehen großartige Landschaftsbilder, die mit der Zeit die kalifornische Sonne verlieren und „englisch“ werden. Hockneys panoramaartige Mammutlandschaften konfrontieren den Betrachter mit einer umgekehrten Perspektive, d.h. der Fluchtpunkt ist hinter der Person vor der Leinwand platziert. Mit dem Alter werden seine Bilder immer größer und der Gesellschaftsmensch Hockney wird nun ein zurückgezogener Landschaftsmaler à la Constable und aus den jungen, duschenden und am Pool liegenden kalifornischen Jünglingen werden Bäume; seine Liebe gehört jetzt der Natur. Die großen Leinwände transportiert er mit dem Lastwagen in den Wald – aber deren Realisierung hält ihn fit, denn er muss ständig hin und herlaufen. Dazu steht er zeitig auf, denn morgens ganz früh ist das Licht am schönsten.  Schnelle Malerei , jeder Strich muss sitzen, Hockney korrigiert nicht an seinen Bildern herum, das gibt ihnen eine gewisse charmant-frische Naivität.

Fast täglich beginnt er seine Arbeit mit einem Selbstportrait. Viele davon sind in der Schau zu sehen zusammen mit Portraits von Freunden, seinen Eltern und vor allem anderen Künstlern zu sehen. Da hängt Warhol neben Kitaj und Burroughs oder Auden.

Hockneys Befassung mit der Zeit ist ein Meisterwerk, das 2010/11 entsteht. „The Fours Seasons, Woldgate Woods“ hängt in einem separaten Raum und ist immer dasselbe Stück Wald im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Eine Multi-Screen Projektion bei der die 36 digitalen Videos auf 36 Bildschirmen gleichzeitig ablaufen. Alles ist in Bewegung und bleibt doch gleich; verlieren möchte man sich in dieser Arbeit.

Didier Ottinger hat die hervorragende Ausstellung von Meisterwerken in Zusammenarbeit mit der Tate London und New York kuratiert. In Paris bleibt sie noch bis zum 23. Oktober 2017und geht dann weiter ins New Yorker Museum of Modern Art, wo sie bis Februar 2018 zu sehen sein wird.

Christa Blenk

 

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Nestor Boscoscuro – Portrait

Portrait von Nestor Boscoscuro für KULTURA EXTRA 

 

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Von polynesischen Fischen, Mandalas und Gullydeckeln

Nestor Boscoscuro erzählt Geschichten: vom täglichen Leben, von früher, erfundene oder erlebte, idealisierte und realistische. Geschichten, die je nach dem Land oder Kontinent, in oder auf dem  er gerade lebt,  anders gehen, anders beginnen oder anders enden. Naturverbunden und beunruhigend, lebendig  und einfühlsam sind sie, aber immer mit einem Augenzwinkern erzählt.

Der gebürtige Argentinier mit italienischen Wurzeln hat mit 25 Jahren sein Land verlassen und ist über Umwege auf den Polynesischen Inseln (Tahiti, Bora Bora, Moorea und Raiatea) gelandet. Dort, zwischen Mythen, Legenden und Voudou lässt sich der gelernte Grafiker, Kunstmaler und Bildhauer nieder, taucht ein in die bunte und metaphernreiche Farbenwelt und verkauft in der ersten Zeit bedruckte T-Shirts und Pareos, die er selber entwirft und später Ölbilder in einigen individuellen Ausstellungen.  Anfang der 1980er Jahre setzt er sich in München intensiv mit Radierungstechniken auseinander. Seine Bilder nehmen nun expressionistischen Charakter an und verlieren die Leichtigkeit oder Sorglosigkeit der Südseeinsel. Arbeiten aus dieser Zeit erinnern an die Künstlergruppe Die Brücke.

 

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Arbeit aus der Münchner Zeit

 

In den 1990er Jahren zieht er nach Recife/Brasilien und ein paar Jahre später verschlägt es ihn nach Indien, wo er  die Welt der Mandalas entdeckt, die ihn nicht mehr loslassen soll.

Seine größte Arbeit entsteht allerdings in Brasilien:  0 + 0 (Acryl auf Leinwand) ist 390 x 205 cm groß und entstand 1993. Hier knallen Universum, Himmel, Erde und Unterwelt aufeinander und ertrinken im Meer. Eine Hommage an die Dämonenwelt von Hieronymus Bosch oder Max Ernst.

Später, schon in Bolivien, inszeniert er seine kleine,  ironische Welt in Holzkisten unterschiedlicher Größe. Er arrangiert darin gesammelte Objekte, Papierschnipsel , Aufkleber oder Gebrauchsgegenstände und erzählt anhand von diesen entsorgten Artefakten das Leben einer Gesellschaft. Ein  Fenster ohne Blick. Alles passiert innerhalb der Holzwände und Nestor Boscoscuro ist der Theater-Regisseur.

Bei Nestor Boscoscuro kann man sich nicht auf eine Beständigkeit seiner Arbeit verlassen, es gibt keinen Boscoscuro-Stil, sein Stil  ist, dass er eben keinen hat und aus jedem Ort das Versteckte und Hintergründige oder nicht gleich Offensichtliche sucht und hervorholt.  Er ist ein Seelenritter und damit sind wir auch schon bei seinen  Escudos Urbanos  (Urban shields).

2001 kommt er zum ersten Mal nach Berlin und legt den Grundstein für sein Lebenswerk. Dieses work in progress wächst sozusagen mit jeder Reise.  Der Grund sind Gullydeckel!

 

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Nestor – Urban shield Griechenland

Auf einem seiner Spaziergänge durch die Stadt steht er eines Tages auf einem besonders schönen Exemplar und beschließt, diese Abwasserdeckel, die man generell gedankenlos überquert ohne ihnen einen zweiten Blick zu widmen, zu seinem nächsten Kunstprojekt zu machen. Nestor Boscoscuro hat uns die Schönheit eines Gullydeckels erklärt. Der erste Abdruck entsteht auf dem Gendarmenmarkt. Boscoscuro reist nun, mit den Augen auf den Boden gerichtet, durch die Welt immer auf der Suche nach besonderen Exemplaren und sammelt sie alle ein, aber nicht so, wie das die Minimalisten oder Hyperrealisten in den 1970er Jahren gemacht haben, in dem sie das Objekt maßstabgetreu nachbilden. Auf den ersten Blick kokettieren diese Einfälle auch mit dem Minimalismus. Er verlässt den Weg aber gleich wieder,  trägt dick abwaschbare Farbe auf und nimmt  einen Abdruck. Diese Abzüge haben viel mitzuteilen: sie wissen in welcher Stadt, ja sogar in welchem Bezirk man sich befindet und wer alles darüber gegangen ist. Sie erzählen von der unbekannten Welt unterhalb des Gullydeckels und von der bekannten darüber.  Manche Gullydeckel sind nach der Fertigstellung nicht mehr als solche zu erkennen. Sie nehmen ein Eigenleben an, andere mutieren zu Labyrinthen oder Spiralen.  Wenn man die unterschiedlichen Abdrücke betrachtet, sieht man erst, wie ausgefallen und einmalig einige sind. Seine Escudos Urbanos (urban shields) mutieren zu Mandalas, sie werden geometrische Bilder mit symbolischer oder religiöser Bedeutung, die Himmel, Erde, Unterwelt und Universum verkörpern.  Die rote Farbe gibt ihnen etwas Primordiales, etwas Archaisches.

Aber die Gullydeckel sind beständig und geduldig, es gibt sie an jedem Ort  der Welt und sie warten auf ihn. In seiner bisherigen Sammlung ist z.B. einer aus der italienischen Höhlenstadt Matera, dann gibt es welche aus Meissen, Bamberg, Ingolstadt, Augsburg und Potsdam. Aber auch die Städte Peking, Sao Paulo  Pyräus, La Paz, Buenos Aires, Madrid , Asunción oder Rom gehören zur  Mandala-Gullydeckel-Sammlung. Eine ganz besonders schöne Arbeit kommt aus Athen. Hier vermutet man eher, dass der Abdruck von einer antiken griechischen Vase gemacht wurde und nicht von der Straße: ein  Kämpfer, vielleicht Hektor, der große Trojaner in einer Ruhephase thront darauf. Boscoscuro hat die Arbeit „Nestor“ genannt, nach dem weisen, griechischen Herrscher von Pylos.

Dieses öffentliche action painting wird immer von einem jungen Filmemacher aus dem jeweiligen Land festgehalten. Einmal hat sogar ein junger Musiker die Musik dazu komponiert. In seinen Ausstellungen läuft meistens diese Gullydeckel-Odyssee als Filmprojektion an einer Wand und es ist sehr interessant, wie die jeweiligen Passanten  damit umgehen. Einige bleiben fasziniert stehen, stellen Fragen, andere schütteln den Kopf und einmal hat sogar jemand die Polizei gerufen.

 

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im Atelier

 

Zwischen 2007 und 2011 lebt Boscoscuro in Rom und verliebt sich in die Welt der Römischen Mosaike. In workshops, geleitet von italienischen Künstlern, entstehen Werke und Arbeiten, die man auch im Archäologischen Museum in Neapel finden kann. Unglaublich die Energie, die er immer wieder aufbringt, sich total auf seine Umwelt einzulassen und in ihr einzutauchen.

Mittlerweile lebt der Künstler erneut in Berlin – bis auf die harten Wintermonate, die verbringt er lieber  in seiner Heimatstadt Buenos Aires. Das urban shield -Projekt geht weiter und Nestor hat noch viele Reisen vor sich, obwohl er zwischendurch immer wieder mit der Realisierung von  neuen Einfällen und Projekten beschäftigt ist. So arbeitet er zur Zeit mit Holz und fabriziert ironische Holzskulpturen-Landschaften.

Die Welt ist rund und groß – wie ein Mandala.

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Ansonsten ist der Künstler ein begeisterter Musiker/Trommler und hat sich Instrumente aus vielen Teilen der Welt mitgebracht. Aber am liebsten trommelt er auf einer Säule, die in seinem Atelier steht; dazu muss er aber vorher eine Büste herunternehmen. Und wenn er nicht mit Kunst oder Musik beschäftigt ist, dann kocht er und auch hier hat er Rezepte aus der ganzen Welt gesammelt.

Christa Blenk

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Christa Blenk

 

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Lucien Freud – Closer

 Lucian Freud: Closer  Radierungen aus der UBS Art Collection

Lucien Freuds (1922-2011) Radierungen, Zeichnungen oder Bilder könnte man auf die Neo-Neue Sachlichkeit-Schiene stellen. Sie erinnern an Arbeiten von Dix oder Beckmann, die unter dem Einfluss des Ersten Weltkrieges entstanden sind. In den 1980 Jahren sind viele seiner Radierungen entstanden – fast schon ein Alterswerk!

Man fühlt sich nicht wirklich wohl bei der Betrachtung dieser schonungslosen und kruden Darstellung von Körpern, Köpfen oder Gesichtern,  die irgendwie auf dem Blatt schweben, sie sind nicht verankert und hängen perspektivlos da herum. Manchmal hat man den Eindruck, dass der Köper gerne das Blatt verlassen möchte. Es gibt keine Stühle oder Blumentöpfe und wenn jemand liegt, dann sieht man weder Bett noch Boden. Freud hat die Hässlichkeit gesucht, sie in den Mittelpunkt gestellt. Jede Art von Idealisierung lag ihm fern. Massige Körper wie primordiale Fruchtbarkeitssymbole mit Tattoo oder schwulstige Lippen, Ideale interessierten ihn nicht. 51 Exponate insgesamt werden in der Ausstellung gezeigt, darunter sein Hund Pluto und sein Lieblingsmodell Susanna. Sie wirkt sehr androgyn, männlich, eckig und herb. Gleich am Eingang ein sehr beeindruckendes Selbstportrait, ein Aquarell, feurig-blass, das einen Mann im besten Alter zeigt.

Freud arbeitete im Stehen, langsam, damit kein Fehler passiert, der auf der Kupferplatte nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.  Autobiografisch und kompromisslos sollte sein Werk sein, das betonte er immer wieder. Irgendwie hat er sich immer selber gemalt, vor allem an den Lippen mag man das erkennen. Die Radierungen werden nicht als vorbereitende Arbeiten seiner Bilder oder Portraits gesehen.

Die Reichen und Schönen wollten und sind von ihm portraitiert worden – und das nicht nur in England. Seine Portraits haben ihn weltbekannt gemacht.

Closer heißt die Ausstellung und in dieser Zusammensetzung waren Freuds Werke in Berlin noch nie zu sehen.

1922 ist Lucien Freud in Berlin geboren. Als Enkel des Psychoanalytiker Sigmund Freud musste er 1933 mit der Familie – sein Vater war der Architekt Ernst Ludwig Freud -  Berlin verlassen und ging nach London.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Oktober im Martin-Gropius-Bau zu sehen und entstand in Zusammenarbeit mit der UBS Art Collection, Zürich/Berlin.

Christa Blenk

 

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Piedad y terror en Picasso

PICASSO-Guernica

 

Piedad y terror en Picasso – El camino a Guernica

Pablo Picassos größtes und wohl bedeutendstes Werk ist das Antikriegsbild Guernica. Ein verzweifelter Aufschrei auf knapp 30 Quadratmetern, ein Synonym für Kriegsgräuel und eine Parabel für Leid, Krieg, Zerstörung.

 1936 wird der in Paris lebende spanische Maler Picasso (1881-1973) von der republikanischen spanischen Regierung zum Direktor des Prado Museums ernannt und bekommt anschließend von ihr den Auftrag, ein repräsentatives Bild für den spanischen Pavillon anlässlich der Weltausstellung 1937 in Paris zu malen.

 Die baskische Kleinstadt Guernica (Gernika) wird im April 1937 von der Luftwaffeneinheit der deutschen Wehrmacht im spanischen Bürgerkrieg, der Legion Condor, bombardiert und komplett zerstört. Picasso erfährt durch die französisch-kommunistische Zeitung L‘Humanité von dieser brutalen Aktion, verwirft sein bereits konzipiertes, „unpolitisches“ Pavillon-Konzert Maler und Modell und macht sich an eine Arbeit, die einerseits Anklage und andererseits Aufarbeitung dieses Kriegsaktes sein wird. So entsteht eines der Schlüsselwerke der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts.

 Das Riesenformat des Gemäldes, es misst knapp 350 x 780 cm, wurde durch den katalanischen Architekten des Pavillons, Josep Luis Sert (1902-1983) vorgegeben. 27 Quadratmeter müssen erst einmal gefüllt werden. Ein schwieriges Unterfangen für Picasso, der am liebsten Portraits nach Modell (meist die Frau, mit der er gerade lebt) oder Stillleben malt, auf jeden Fall eher kleinformatige Innenraumszenen. Und dementsprechend passiert auch sein Guernica in einem geschlossenen Raum ohne Wälder, Wiesen, Berge und so gut wie ohne Farbe.

 Von rechts nach links geht die symbolträchtige Legende, konform des vorgegebenen Weges durch den Pavillon. Defragmentierte Figuren und Figurengruppen füllen das Bild fast komplett aus. Picasso hat hier einen Raum gemalt, dessen Wände nicht durchbrochen werden können und die Handlung nicht entkommen kann, so wie auch das Volk von Guernica nicht entkommen konnte. Frauen flüchten vor züngelnden Flammen, schreiende, weinende Gesichter, durcheinander liegende Gliedmaßen, Köpfe, Pferde schweben schwerelos dahin und stoßen permanent an eine Mauer. Auf der linken Seite eine Pietà. Ein Speer, der von oben in das Pferd eintritt, symbolisiert den Bombenfall. Das einzig hoffnungsvolle Detail in dem Bild ist ein Olivenzweig, der aus der Faust eines Kriegers wächst und baldigen Frieden vorhersagen möchte. Picassos Inspirationen sind die Triptychen von Dix oder Beckmann, aber auch Delacroix, Goya oder die Passionsikonografie der katalanischen Malerei sowie der Altar von Isenheim sind hier zitiert. Raserei, Aktion, Gewalt, Grausamkeit, Angst und Schmerz bestimmen das Bild, in dessen Zentrum nur noch ein unglücklicher Trümmerhaufen auszumachen ist. Fünf intensive Wochen arbeitet Picasso an dieser Schwarz-Graublau-Weiß-Sinfonie, dessen Figuren aufgrund fehlender Perspektive auf die Betrachter zu fallen scheinen. 46 Einzelstudien vorbereiten und begleiten das  Guernica-Epos. 

Der Kubismus ist allerdings in den 1930er Jahren längst obsolet und Picasso selber befindet sich nach der Begegnung mit André Breton in einer Surrealismusphase. Monströse Fratzen, Disharmonien oder Widrigkeiten, die die Begriffe Humanität und Zivilisation in Frage stellen sollten, sind durchaus schon in einigen Arbeiten der 1920er Jahre zu erkennen. Auch der Minotaurus erscheint schon lange vor Guernica. Picasso war ein begeisterter Stierkampfanhänger und hat 1935 – also zwei Jahre vor Guernica seine Minotauromachie frei nach Goya veröffentlicht. Auch hier geht es um Gewalt und Tod. Das Genie steht mitten in einer Krise, seine neue Freundin, die sehr junge Marie-Thérèse Walter bekommt ein Kind von ihm (Maya), er lernt Dora Maar kennen und seine Frau Olga verlangt die Scheidung (wozu Picasso – wohl  aus wirtschaftlichen Gründen – nie einwilligte und so war Olga bis zu ihrem Tod 1955 Mme Picasso).  

 1925 entsteht das Bild Drei Tänzerinnen – es gehört der Tate London. Picasso setzt sich darin schon mit der Figurenbildung und deren Zerstörung auseinander, wie er dies – mitten in seiner blauen und rosa Periode – vor allem bei seinem 1907 entstandenen Meisterwerk Les Demoiselles d’Avignon tut: In Guernica vereint er diese Technik mit einer kubistisch, surrealistischen Historienmalerei.

 Weitere bedeutende Exponate kommen aus dem Guggenheim Museum New York wie Mandoline und Gitarre (1924) oder die Sich kämmende Frau (1940) aus dem Pariser Picasso Museum, noch im Guernica Stil.  Das Stillleben mit Totenkopf, Lauch und Krug kommt aus San Francisco. Picasso hat es 1945 gemalt und es kündigt seine zukünftige Farbgebung an.

 In der Zeit der Guernica-Serie entstehen außerdem eine Reihe von Radierungen, die Picasso Traum und Lüge Francos nennt. Dem leidenschaftlichen Künstler, der zwar dann und wann von Paris aus mit den Kommunisten kokettiert aber dennoch eher unpolitisch vor sich hin malt und lebt, geht der Bürgerkrieg in seinem Heimatland dennoch sehr unter die Haut.

 Guernica ist ein Passionsweg, eine griechische Tragödie, die nach Ende der Weltausstellung eine lange Odyssee antreten sollte. Nach der Pariser Weltausstellung 1937 geht das Gemälde erstmals wieder in den Besitz von Picasso über. Im Rahmen einer Wanderausstellung kommt es 1938 nach Skandinavien und nach London bis es 1939 schließlich New York erreicht, wo es 47 Jahre auf seine Rückkehr nach Spanien warten sollte. Diese passierte erst 1981, denn Picasso hatte verfügt, dass Guernica erst in ein durch und durch demokratisches Spanien zurückkehren dürfe!

Picasso selber wendet sich nach dem zweiten Weltkrieg wieder seinen  Frauen-Portraits zu – eine Dramatik wie bei Guernica hat er hingegen nicht wiederholt.  

 Zum 80. Geburtstag der Entstehung von Guernica haben die Kuratoren Timothy James Clark und Anne M. Wagner für das Madrider Museo Reina Sofia die Ausstellung Erbarmen und Terror in Picassos Werk: Der Weg zu Guernica organisiert. 

 180 Exponate – wovon 150 permanent im Museum Reina Sofia zu sehen sind – werden miteinander in Verbindung gebracht und beschreiben Picassos Entwicklung und Stilveränderung ab den 1920er Jahren hin zu Guernica und die Zeit danach. Es ist eine Brücke von einer hoffnungsvollen Zeit bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit Guernica in der Mitte.

 Die Ausstellung ist noch bis zum 4. September 2017 im Madrider Museo Reina Sofia zu sehen.

 Christa Blenk

 

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San Antonio de la Florida

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Jedes Jahr im Juni feiert dieser Stadtteil am Manzanares im Zentrum von Madrid das Fest des Heiligen Antonius. Der Königshof von Karl IV hatte den Bau dieser kleinen Kapelle an einer Einsiedelei angeregt. Goyas Freund und Aufklärer, der Justizminister Gaspar Jovellanes, den Goya auch des Öfteren portraitierte, beauftragte den Maler mit den Fresken, die einerseits den Einfluss der Inquisition vermindern und andererseits vor Justizirrtümern warnen sollten. Das war 1798 und Goya brauchte sechs Monate um die Fresken zu vollenden.

Die Legende des Heiligen Antonius kam da gerade recht: Der Vater des Heiligen Antonius von Padua wurde in Lissabon des Mordes angeklagt. Antonius erfährt durch eine göttliche Botschaft davon und macht sich gleich auf den Weg dorthin. Im Gerichtssaal erweckte er den Ermordeten wieder zum Leben und sein Vater wurde freigesprochen.

Goyas Himmel ist voller realistischer Farben und Formen. Alle Beteiligten lehnen an einer Art Brüstung und betrachten die Welt von oben. Goya hat die gesamte Decke bemalt. Auf der einen Seite die Auferstehung des Ermordeten durch das Wirken von Antonius vor einer aufgewühlten Menschenmenge, die dem Wunder des Hl. Antonius zusieht. Weiter in der Mitte der neu zum Leben erwachte. Interessant ist, dass Goya seinen Personen das Schweben genommen hat. Man sieht, dass sie die Balustrade oder etwas anderes brauchen, um sich anzulehnen oder festzuhalten. Die Schwerkraft greift hier ein. Eine der vielen Revolutionen in Goyas Malerei. Groß ist der Unterschied von den Personen auf den Fresken und denen des Volksfestes am Manzanares nicht. Hier schweben keine himmelblau gekleideten engelhaften Menschen durch das Universum, Goyas Personen sind realistisch, sie schauen verdächtig, gleichgültig oder entsetzt auf uns herab. Hier ist das Heilige und das Irdische nicht mehr zu trennen, Goya malt verhärmte Alltagsgesichter.

Francisco de Goya malte diese Fresken in der zweiten Hälfte seines Lebens, mit 52 Jahren und bis zu seinem Tod 1828 sollte es noch viele Kunst-Eroberungen geben. Aber diese Fresken, die Sixtinische Kapelle von Madrid,  ist ein Meisterwerk.

Gebaut wurde die kleine Kapelle zwischen 1792 bis 1798 – noch im Barockstil – vom italienischen Architekten Filippo Fontana im Auftrag von Karl IV.  Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz mit einer Kuppel im Zentrum.

Der große spanische Maler Goya zählt zu den Revolutionären der Malerei und schaffte es, auf der einen Seite Hofmaler oder Auftragsmaler zu sein und auf der anderen seine eigenen Bilder und Ideen zu verwirklichen.  Goya war ein Expressionist, ein Sozialkritiker, seiner Zeit weit voraus. Er dokumentiert auf sehr provokative Weise  Unruhe, Ungerechtigkeit und Unmut seiner Epoche wie sonst Keiner. Seine Zeit war die Romantik und der Klassizismus, seine Malerei hingegen ist vor allem ein sehr eigenwilliger Realismus.

Francisco de Goya ist in Bordeaux verstorben; 1901 wurde sein Leichnam allerdings nach Spanien überführt und seit 1919 hat er seine letzte Ruhestätte dort.

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Goya-Denkmal

 

Direkt nebenan kann man sich anschließend in einer typischen spanischen Bar stärken – Casa Mingo gehört zu den ältesten Restaurants in Madrid. Die Spezialitäten dort sind Chorizo, Tortilla, Empanadas und natürlich das Brathähnchen. Am besten schmeckt es mit Sidra de Asturias.

 

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Christa Blenk

 

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Schätze der Hispanic Society of America im Madrider Prado

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Tesoros de la Hispanic Society of América

Zum ersten Mal werden im Madrider Prado Schätze aus der Hispanic Society Museum & Library (New York) gezeigt. Diese Gesellschaft verfügt – außerhalb Spaniens – über die bedeutendste Sammlung spanischer und lateinamerikanischer Kunst. Gegründet 1908 durch den Sammler und Kunstliebhaber Archer Milton Huntington (1870-1955). In knapp 50 Jahren hat er eine unglaubliche und komplette  Sammlung spanischer Kultur und Kunst aus fast 1000 Jahren zusammen getragen.

In der Ausstellung sind ca 220 Exponate zu sehen, darunter Gemälde, Skulpturen, Bücher, Keramik, Möbel, Textilien, Schmuck und kunsthandwerkliche Gegenstände sowie Zeichnungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Navigations- und Landkarten aus dem 15. Jahrhundert, die die „Neue Welt“ zeigen, wie man sie im 15. und 16. Jahrhundert gesehen hat

Allein schon um die Gemälde von Goya, Velazquez oder Zurbarán bis hin zu umwerfenden Werken von Sorolla oder Nonell zu sehen, lohnt sich ein Besucher dieser Ausstellung.

In der Schau läuft auch ein Film über die Entstehungsgeschichte dieser großartigen Sammlung, die noch bis zum 10. September 2017 zu sehen ist.

 

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Christa Blenk

 

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Guillermo Lledó – expofiesta en la Noche de San Juan

Noche deliciosa de dialogos y paseos en el jardin de esculturas en los alrededores de Madrid

 

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Guillermo Lledó explicando su obra

 

Para celebrar la Noche de San Juan, el 24 de junio, el escultor español Guillermo Lledó organizó una Expofiesta e invitó a sus amistades del mundo artístico a su casa cerca de Madrid. El motivo principal de la fiesta era la presentación de su nueva obra-escultura de grandes dimensiones «Plaza para un hombre sólo », que ahora domina su jardín, sin que eso suponga aplastar las otras esculturas. La aparente soledad de su título no pudo, sin embargo, frenar la magnética seducción que producía y los invitados declararon rápidamente este pabellón octagonal de hierro zona común de dialogo y bienestar y pasaron por sus diversas aberturas al interior.

Entre los algo más de 60 invitados se contaban artistas como Gerardo Aparicio, Alfredo Alcaín, Curro Ulzurrun o Cesar Borja y  personalidades del arte como María Corral, Fernando Huici y Javier Maderuelo junto a otros amigos y familiares. Hasta el tiempo se puso a favor del arte, porque las temperaturas demasiadas altas durante toda la semana bajaron lo justo para estar bien esta noche del sábado.

 

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alrededor de la « Plaza para un hombre sólo »

 

Las obras de Guillermo Lledó, de tipo minimalista, se parecen a objetos o formas con los que tropezamos en cada momento de la vida cotidiana sin darnos cuenta. El artista muestra ciertos aspectos de la ciudad y nos enseña la belleza de una cabina telefónica, una puerta de garaje o un muro gris. Recientemente jubilado como docente y con más tiempo para su trabajo artístico, ha podido restaurar otras esculturas suyas que tiene expuestas en su jardín.

 

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otras obras restauradas en el jardin de escultura de Lledó

 

Guillermo Lledó (Madrid, 1946) –reconocido artista del panorama artístico español – estudió Pintura en la Escuela Superior de Bellas Artes de San Fernando y es doctor en Bellas Artes por la Universidad Complutense de Madrid. Vive y trabaja en una casa tipo Bauhaus, concebida por él mismo, cerca de Madrid. Con una larga trayectoria, pasó en los años 80 de hacer una  pintura realista con tema urbano a realizar construcciones escultóricas basadas en el mismo tema. Y realiza una reinterpretando de los mismos para reflexionar sobre ciertos aspectos de la vida cotidiana, como podíamos ver en su reciente exposición en el Museo Salvador Victoria (Rubielos de Mora, Teruel) que se tituló Materia de silencio,’ y en la que el artista madrileño mostró 25 obras realizadas con diversos medios.

Guillermo Lledó trabaja el dibujo, la pintura y la escultura que realiza, principalmente, con materiales industriales como la madera preparada, el hierro o el vidrio, entre otros.

 

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Guillermo Lledó explicando su obra, invitados, artistas 

 

« El artista nos enseña siempre a mirar con calma: « Ocurríame, y sigue ocurriéndome – escribe Goethe – , que a la primera ojeada me desagrade una obra de arte plástica, por no estar yo a su altura; pero cuando adivino en ella algún mérito, hago por atinar con él, y entonces me encuentro infaliblemente con los más satisfactorios descubrimientos, advierto en las cosas nuevas cualidades, y en mí nuevas aptidudes ».

La de Guillermo es una calma de mínimos, de la insinuación apenas perceptible. No necesita de muchos colores, de muchas formas par ir directamente al misterio de su impronta – que es el misterio del arte. (Emanuel Borja - la impronta mínima – April 1987) »

 

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Foto: (c) Ana Angoloti
 

más infos sobre Guillermo Lledó

Christa Blenk

fotos: ©Christa Blenk

 

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Franz Erhard Walther

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Der deutsche Konzept-  und Installationskünstler Franz Erhard Walther (*1939) befasst sich mit seit Jahren mit textilen Materialien, Stoffen oder Bändern. Das Centro de Arte Reina Sofia widmet ihm zurzeit eine umfangreiche Retrospektive im Palacio de Velazquez in Madrid, die seinen Werdegang sehr gut dokumentiert und beschreibt.

 

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Un lugar para el cuerpo (Ein Platz für den Körper) besteht aus Skulpturen, Zeichnungen, Bildern und fotografischem Archivmaterial, das großzügig in drei Räumen verteilt Walthers Arbeiten zeigt. Manchmal grenzen die gezeigten Arbeiten aus Zahlen und Buchstaben oder rigorosen Anordnungen an den Minimalismus um dann im nächsten Saal wieder ein horror vacui Gefühl  hervorzurufen. Manche Stoffkonstruktionen erinnern an Buchstaben oder an ungemütliche Sofas, die aber durch die Weichheit des Materials nicht unwirtlich wirken und den Eindruck vermitteln, durchaus den Körper aufnehmen zu können.

 

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Seit den 1960er Jahren arbeitet er an den Werksätzen. Hierbei handelt es sich um Objekte aus Baumwolle, Schaumstoff oder Holz, die den Betrachten einladen, die Objekte zu benutzen.

1971 ging Walther als Professor an die Hochschule für bildende Künste Hamburg wo er bis 2005 tätig war. Dort hat er auch eines seiner Hauptwerke „Sieben Orte für Hamburg“ (1989) hinterlassen. An sieben unterschiedlichen Standorten sind dort Platten in Beton eingelassen die mit den Begriffen ORT, RICHTUNG, KOERPER, INNEN AUSSEN, BEWEGUNG, RAUM und ZEIT gekennzeichnet sind.

 

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Walther Kunst kommt einer Gegenposition zum Minimalismus gleich.

Erst seit ein paar Jahren ist er auch international bekannt und so kommt es, dass der 77jährige Künstler dieses Jahr zum ersten Mal an der Biennale von Venedig teilnimmt. « Es war für mich äußerst ehrenvoll in meinem Alter, dass ich dazu gebeten worden bin und um mich rum nur junge Leute sind », sagte der Fuldaer Konzeptkünstler der Presse gegenüber.

Christa Blenk

 

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Rosa Barba

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Palacio de Cristal en el Retiro de Madrid

 

Die italienische Künstlerin Rosa Barba (*1972) zeigt zur Zeit im Madrider Palacio de Cristal eine ortsspezifische Ausstellung mit dem Titel Registros de tránsito solar (Aufzeichnung des Sonnenflusses).

 

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Ein Zusammenspiel von Architektur und Lichteinfall, das sich mit dem Wandern der Sonne verändert. Um das zu demonstrieren, hat sie an unterschiedlichen Stellen farbige Metallplatten angebracht, die das Licht je nach Tageszeit und Sonneneinfall verändern.  Der sowieso schon lichtdurchflutete Palacio de Cristal bekommt hier eine erweiterte Dimension und erstrahl je nach Tageszeit in unterschiedlichen Farben. Eine sehr poetische Installation, die – wenn es nicht gerade 50 Grad im Innenraum hat – den Besucher auf eine Reise durch das Universum schicken kann.

Rosa Barba lebt in Berlin und befasst sich ansonsten viel mit Filminstallationen oder konzeptuelle Bildprojektionen; sie lehnt sich dabei an den Avantgardefilm und die phantastische Literatur an. Barba ist außerdem regelmäßige Teilnehmerin an der Biennale di Venezia und bereits in vielen zeitgenössischen Museen vertreten.
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Christa Blenk

 

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