2 mai 2020 0 Commentaire

Hopper-Ausstellung in der Fondation Beyeler verlängert

für KULTURA EXTRA

 

Edward Hopper in der Fondation Beyeler geht weiter!

 « Wir sind glücklich, dass unser Museum am 11. Mai aus dem „Dornröschenschlaf“ erwachen kann und die ausgestellten Kunstwerke von Besucherinnen und Besuchern, wachgeküsst’ werden. Wir haben sie vermisst. Denn Kunst- und Naturerlebnisse leisten erwiesenermaßen einen essentiellen Beitrag zu geistiger und körperlicher Gesundheit und Lebensqualität“ (Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler)

Dass gerade eine Ausstellung mit Bildern von Edward Hopper (1882-1967) wegen der Corona-Pandemie geschlossen wird, ist eine Ironie des Schicksals, denn niemand hätte die strengen Vorschriften und Distanz-Regeln besser verstanden als er. Nach sechs Wochen und 100 000 Besuchern musste die Frühjahrsausstellung 2020 am 13. März ihre Türen schließen. Heute Morgen kam nun die freudige Mitteilung, dass die Baseler Fondation Beyeler am 11. Mai die Hopper-Ausstellung wieder einem größeren Publikum zeigen kann. Ein wenig anders wohl, mit kontrollierten Besucherzahlen und viel Sicherheitsabstand.

Eigentlich sollte ab Mitte Mai dort eine wichtige Goya-Ausstellung beginnen, diese wird nun aber in den Juli verschoben.

Bekannt ist der US-amerikanische Künstler vor allem für seine Portraits von Menschen, die sich meist vereinsamt oder allein zu Zweit in einem seelenlosen Inneren aufhalten, vor sich hinstarren und weder Empathie noch Emotionen zeigen. Hopper malt das, was man nicht sieht, das Abwesende.

Die Fondation Beyeler hat jetzt mit der Ausstellung „Stilles Sehen – Bilder der Ruhe“ vor allem Hoppers Landschaftsbilder in den Vordergrund gestellt. Die Beklemmung der Innenansichten verwandelt sich in eine Bedrohung von außen, in die US-amerikanischen Horrorfilme der 1950er Jahre. Die kräftigen, vollen Farben täuschen etwas vor, das sie nicht halten können und die unwirtlichen Geräusche in seinen gekühlten Bildern kann man hören und nirgends Hilfe in Sicht. Die Welt ist bedrückt und freudlos, abweisend und elendig. Für Hopper scheint die große Depression nie vorüber gegangen zu sein und den amerikanischen Traum hat er deshalb auch nie gemalt. Überall lauern sie, die Hopper-hobos!  

Es dämmert bereits. Ein älterer Tankwart steht vor einer der drei sehr hohen, knallroten Zapfsäulen am Waldrand. „Gas“ heißt das Bild. Hopper hat es 1940 gemalt. Tanken kann man aber an dieser Säule nicht, es fehlt einfach der Platz, damit die unförmigen, protzigen und meterlangen Ami-Schlitten ihren Bauch füllen können, bevor sie wieder auf den leeren Highways weiterschlittern und dabei höchstens mal einem Greyhound begegnen oder ein entgegenkommendes Auto den Fahrer kurz vorm Einschlafen bewahrt.

Große Bedeutung in der Schau hat Hoppers Einfluss auf die Filmwelt. Sein Bewunderer Wim Wenders hat in „Two or Three Things I Know About Edward Hopper“ die statischen Hopper-Bilder zum Laufen gebracht, zwischen die Tanksäulen und dem vertrockneten Grasstreifen ein Luxusauto gequetscht oder Menschen in die leeren Häuser gesteckt.

 Weitere Bilder in der Ausstellung sind u.a. „Two Puritans“ (1945). Zwei Häuser in einem amerikanischen Vorort, steril, weiß-grün. Der rote Kamin-Farbkleks unterbricht fast schamlos die freudlose Ruhe. Die Stores sind halb geöffnet, die Türen geschlossen. Weder vor noch hinter dem niedrigen Zaun sind Lebewesen. Wir wollen gar nicht wissen wie es innen aussieht oder was dort geschieht. „Portrait of Orleans“ (1950) sind 66 x 101,6 cm Tristesse. Eine Esso-Werbung, die niemand sieht. Zusammengepferchte Häuser, Geschäfte, ein schiefer Strompfosten, Bäume, Autos und eine verlorene Person vor einem wie es scheint geschlossenen Geschäft. Der Ort hat definitiv schon lebendigere Zeiten erlebt, Fortschritt existiert nicht. “Roads and Trees“ (1962) ist geprägt von Altersromantik. Hopper malt hier nochmals die Bäume von „Gas“ und trauert dahin, während er in „Road and Rocks“ (ebenfalls 1962) die Bewegung festhält. Er sitzt wohl selber in einem Auto das gerade in eine Kurve fährt oder in einer Kurve steht. Ansonsten karge, surreale Felsenlandschaften, kitschige Sonnenuntergänge oder verlassene Bauernhöfe im Wind. Selten passiert etwas.

Edward Hopper wurde in der Nähe von New York geboren wo er auch Kunst studierte. Seine Ausbildung zum Illustrator kann er in seinen Arbeiten nicht verleugnen. Hopper ist im Mai 1967 verstorben, seine Frau Josephine ein knappes Jahr später.

Gemeinsam mit dem Whitney Museum of American Art New York, das weltweit die größte Hopper Sammlung besitzt, hat die Fondation Beyerler diese Ausstellung organisiert.

Ab dem 7. Mai kann man online Tickets erwerben und sich über Öffnungszeiten, Sicherheitsmaßnahmen und Sonderführungen informieren. Der Katalog, der nach den ersten sechs Wochen schon ausverkauft war, kostet 57 Euro und dürfte dann auch wieder zu kaufen sein.

Die Ausstellung ruft große Sehnsucht hervor: nach Reisen und Bildern!

Hopper und social distancing

Christa Blenk

 

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