18 janvier 2020 0 Commentaire

Viva l’Opera – Orphée et Eurydice aus dem Théâtre des Champs-Élysées

Palabras
Christoph Willibald Glucks (1714-1787) Hauptwerk Orfeo ed Euricide beginnt mit der Beerdigung von Letzterer. Die Trauergemeinde sind Schattenfiguren (die an William Kentridges Thick Time erinnern). Sie bewegen sich langsam den Berg herab auf eine karge Mondlandschaft, wo ein Grad auf Eurydike wartet. Alle sind schwarz gekleidet nur die tote Eurydike ist in ein weißes Tuch gewickelt. Die Schöne ist gleich nach der Hochzeit verstorben. Orpheus will das nicht hinnehmen und versucht sich selbst zu töten, um ihr in die Unterwelt folgen zu können. Philippe Jaroussky tut dies mit großer Hingabe und man nimmt ihm seine Trauer ab. Er trägt einen schwarzen Anzug mit Schlips, wie man vor einigen Jahren noch zu Beerdigungen ging.  Jetzt kommt Amor ins Spiel und schlägt ihm einen Handel vor. Seine Trauer hat Zeus von seiner großen Liebe zu der Verschiedenen überzeugt. Er darf ihr als Lebender folgen, sie zurückholen, aber auf keinen Fall sie anblicken. Natürlich willigt er ein und springt in die Grube, in die noch kurz vorher Eurydike geschoben wurde.  So kommt er ins Reich der Toten und findet sie schließlich unter den anderen Geistern. Er  schlägt das weiße Tuch zurück, nimmt ihre Hand und führt sie aus dem Hades. Patricia Petibon als Eurydike folgt ihm – so scheint es – nicht gerne. sie will ihn vor allem sehen und in die Arme nehmen, aber das geht ja nicht. Sie vertraut ihm nicht und versteht auch die Botschaft nicht, wie auch.  Schon fast oben angekommen, kann er ihrem Gesang, ihrem Leid und der Szene, die sie ihm macht,  nicht mehr widerstehen, gibt schließlich nach und sieht zu ihr hin. In diesem Moment stirbt sie ein zweites Mal.  Nun ist die Trauer noch größer und er singt endlich die Arie « Che faró senza…. ». Er tut das so herzzerreißend, dass er das Herz der Götter ein zweites Mal erreicht und diese holen Eurydike prompt erneut ins Leben  zurück und es kommt zum lieto fine. 
Die Uraufführug von Orfeo ed Euridice fand 1762 in Wien in italienischer Sprache unter der Leitung des Maestro selber statt, eine Zweitfassung in französischer Sprache wurde 1774 in Paris aufgeführt  und – wie kann es anders sein – mit einer Balletteinlage. Das Libretto hat Raniero de Calzabigi geschrieben. Gluck hat mit diesem Werk die Reformierung der Oper an sich eingeleitet. Die Orpheus Rolle hat er für einen Kastraten geschrieben, heute wird sie meist mit einer Alt-Stimme oder ein Counternor besetzt.

Die Premiere dieser Produktion, die wir hier in Brüssel im UGC Kino im Rahmen des Programms « Viva l’Opera » gesehen haben fand, schon 2018 in Paris  mit einer Starbesetzung statt. Der französische Contertenor-Star Philippe Jaroussky (sehr überzeugend auch schauspielerisch, allerdings fehlt es ihm manchmal an Tiefe) und Patricia Petibon (großartig, selbstbewusst und dramatisch) als Orpheus und Euridice. Den Amor sang Emőke Baráth.

Robert Carsen hat das Stück minimal in schwarz-grau inszeniert, was ihm sehr gut tut. Am Pult mit der Wiener Version von 1762 Diego Fasolis mit dem ausgezeichneten Ensemble I Barocchisti. Kostüme Tobias Hoheisel, Lichtinstallation Peter Van Praet.  Der Chor von Radio France unter der Leiterung von Joel Suhubiette hat fantastisches geleistet. 
Gerardo Aparicio
Christa Blenk

15.01.2020

Radierung und Ölgemälde: Gerardo Aparicio (haben mit der Aufführung nichts zu tun)

 

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