George Kaplan – Theater

balsamine Theater
Balsamine Theater in Schaerbeek

 

Mit „Pink boys and old ladies“ hat das Theater Balsamine in Schaerbeek Ende September 2019 die Saison eröffnet. Ausverkauft war das Haus auch bei einer Kurz-Oper mit beeindruckenden Stimmen  „Ce qui vit en nous“ Anfang November.

Die Dezember-Produktion heisst „George Kaplan“ und warum bloß kommt uns der Name so bekannt vor?

Fünf schwarz gekleidete Personen mit Masken, die an das griechische Theater denken lassen, befinden sich inmitten des Publikums und diskutieren. Dann nehmen sie nacheinander die Masken ab. Worum geht es hier?

Eine von einer Identitätskrise geschüttelte im Untergrund agierende politische Gruppe, die unter dem Namen RZ1GK agiert, versucht die Welt zu verbessern. Ihr Hauptproblem hat sich darauf reduziert, warum der Kaffee so schlecht und billig ist und wer die Tassen spült. Vielleicht wohnen wir aber auch einer Versammlung von Gewerkschaftlern teil, die – um Gerechtigkeit auf der Welt zu erreichen – sich dafür einsetzen, der gesamten Weltbevölkerung den Namen George Kaplan zu verleihen. Aber schon nach kurzer Zeit will eine der fünf Personen ausbrechen und nicht mehr George heißen. Die Probleme der Gruppe, ihr Projekt zu definieren, sind offensichtlich und unlösbar.

Im zweiten Akt vereint sich eine Gruppe von Sriptschreibern auf der Suche nach einem neuen Konzept und präsentiert einer gegenüber sitzenden Jury Projekte und Ideen. Aber kein Vorschlag kann sich wirklich durchsetzen. Auch sie sind von hoffnungslosen Entscheidungsblockaden gehemmt. Ach ja, und so nebenbei erfährt man noch, dass einer der Fünf Georges wohl versehentlich das Verteidigungsministerium eingeschaltet hat. Die Paranoia kann beginnen.

Ja und dann geht uns natürlich das bekannte Licht auf, als plötzlich Cary Grant auf der Flucht vor einem Flugzeug vor uns erscheint. Das ist es!  Letzterer schlittert als George Kaplan in dem Hichkock Film « North by Northwest » (auf deutsch: « Der unsichtbare Dritte ») von einem Abenteuer ins nächste, auch ohne zu wissen, warum alles was passiert, passiert.  

« George Kaplan » ist noch bis zum 4.12. im Theater Balsamine in Schaerbeek zu sehen und unbedingt empfehlenswert.

Der Text stammt von Frédéric Sonntag. Stückgerecht heißen die Protagonisten des Abends George Cagna, George Cheverry, George Dehasseler, George Garnier-Fourniguet und George Texier – aber schließlich befinden wir uns ja im Land der Surrealisten.

Christa Blenk

 

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