• Accueil
  • > Art
  • > Brancusi im Rahmen des Europalia Festivals


Brancusi im Rahmen des Europalia Festivals

brancusi
Ausstellungsplakat

 

Im Rahmen des Europalia Arts Festival – dieses Jahr ist Rumänien zu Gast – ist im Brüsseler Bozar Musum seit dem 4. Oktober eine umfangreiche Ausstellung von Werken und Fotos des rumänischen Künstlers und Wegbereiters der Moderne Constantin Brancusi (1876-1957) zu sehen.

Einige seiner Meisterwerke wie die „schlafende Muse“ oder „Der Kuss“ sind zu sehen, ergänzt wird die interessante Schau mit Fotos, Briefe und sonstigen Dokumenten über sein Leben, seine kurze Zeit als Assistent von August Rodin und sein Zusammenwirken mit anderen Künstlern wie Man Ray, Modigliani oder Marcel Duchamps. Die Leihgaben aus Bronze, Mamor, Holz und Gips sind aus der ganzen Welt nach Brüssel ins Bozar gekommen.

1904 kam Brancusi – es heißt aufgrund von Geldmangel zu Fuß – nach Paris, tauchte in das künstlerische Brodeln ein und ließ sich mitten im damaligen Künstlerviertel  Montparnasse nieder.

Glatt, poliert, schön, ruhig, weichgezeichnet und goldig schimmernd liegen die Köpfe auf ihren Podesten, hypnotisieren fast den Betrachter und erinnern an androide Wesen von einem anderen Planeten.  Dabei hat Brancusi sich durchaus an lebenden Personen seiner Zeit inspiriert. Die Portraits der Baronin Renée Irana Franchon oder der ungarischen Malerin Margit Pogany – mit ihr hatte Brancusi eine Affaire, die später Freundschaft wurde -  hängen an den Wänden und begleiten die immer mehr auf das Wesentliche reduzierten Kunstwerke, die bald gänzlich den Expressionismus und Kubismus ausschalten, bis oft nur noch ein glattes Objekt übrig blieb wie bei der Skulptur „der Anfang der Welt“ (1920). Das Ei scheint mit seinem Sockel verwachsen zu sein.  „Leda“ kam aus dem Pariser Pompidou nach Brüssel. Eine bezaubernde Muse aus dem Guggenheim Museum New York.  „Mademoiselle Pogany II“ (1920) ist aus Rio de Janeiro angereist und der „Goldene Vogel“ (1919) aus Minneapolis. Der „Torso eines jungen Mannes“ (1924) gehört zum Smithonian Institut Washington. Natürlich kamen auch bedeutende Werke aus unterschiedlichen rumänischen Museen nach Brüssel. „Der Kuss“  zeigt zwei engumschlungene, sich küssende Menschen, die einen innigen Block formen und doch individuell  Arme, Haare, Lippen und Augen zeigen. Eine Auftragsarbeit für das Grab von Tanioucha Rashewskaja auf dem Friedhof Montparnasse. Tanjoucha hatte sich selbst das Leben genommen, um einer unglücklichen Ehe zu entkommen. Der Künstler hat mehrere Versionen davon gefertigt, die in unterschiedlichen Museen zu finden sind.

 

Brancusi1Brancusi2Brancusifoto
Der Kuss – Saalansicht; Muse (1912) und Fotoreihe

 

Brancusi hat in Paris angefangen, Stein- und Holzklötze direkt zu bearbeiten, wie das die großen Renaissancekünstler auch taten. So wirken die Arbeiten aus diesen Materialien gröber, brutaler als die feinpolierten Messing- oder Bronzearbeiten.

Inspiriert zu seinen bahnbrechenden Werken hat ihn eine Luftfahrtschau im Pariser Grand Palais, die er in Begleitung von Fernand Léger und Marcel Duchamp besuchte.  „Mit der Malerei ist es vorbei. Wer könnte etwas Besseres machen als diesen Propeller? Sag, kannst Du so etwas machen?“ Das war absolut im Sinne des Zeitgeistes, denn auch Picasso kam 1907 beim Besuch der Afrika-Galerie des Musée d’Ethnographie im Pariser Trocadéro auf eine neue, durchschlagende Ideen; kurze Zeit später entstanden die « Les Demoiselles d’Avignon«   und der Kubismus war geboren. Marcel Duchamp hingegen erfand in dieser Zeit  das Ready made.

Es sollte allerdings schon noch Jahre dauern, bis sich Brancusis « reduzierte » Arbeiten wirklich durchsetzen konnten. 1927 konfiszierte der Zoll von New York mehrere Skulpturen aus Bronze, darunter auch den berühmten „Vogel im Raum“. Da die Zollbeamten das Werk nicht als Kunstwerk ansehen konnten oder wollten, wurden Zollgebühren erhoben. Das Gerichtsverfahren, das letztendlich aber mit der Anerkennung dieser Bronzeblöcke als Kunstwerk endete, dauerte zwei Jahre.

1937 arbeitete Brancusi an einem Kriegerdenkmal in Târgu Jiu, in der Nähe seines Geburtsortes Hobita. Hier handelte es sich um ein Auftragswerk der Frauenliga von Gorj. „La Colonne sans fin“ (die endlose Säule) wird im letzten Saal erklärt an Hand von Fotos, Zeichnungen und kleinen Filmen. Sie ist seine einzige übergroße Skulptur und besteht aus 15 rhombenförmigen Elementen, die knapp 30 Meter in die Höhe ragen und stolze  29 Tonnen Gesamtgewicht auf die Waage bringen. Im Inneren der Säule befinden sich Blitzableiter. 1950 wollte die kommunistische rumänische Regierung das zu „bürgerliche „ Kunstwerk abreißen. Allerdings reichte die Kraft des Traktor-Motors nicht aus, um sie zu bewegen, also blieb sie einfach stehen.  1996 wurde die Skulptur mit Geldern der UNESCO und der Weltbank restauriert. Zusammen mit dem „Tisch des Schweigens“ und dem „Tor des Kusses“ bildet die „Unendliche Säule“ ein Ensemble zu Ehren der gefallenen Soldaten im Ersten Weltkrieg.

Die Ausstellung legt aber auch großen Wert auf den Fotografen Brancusi. Er war meist nicht zufrieden mit den Fotos, die andere Fotografen von seinen Werken gemacht haben, deshalb fing er mit Hilfe von Man Ray an, selber seine Werke zu fotografieren und hat andere, neue Kunstwerke geschaffen.

Sein Einfluss auf die moderne Skulptur war enorm, die Aneinanderreihung von Rhomben hat z.B. die US amerikanischen Minimalisten und Lichtkünstler inspiriert wie Carl Andre, Donald Judd oder Dan Flavin.  Aber auch die amerikanischen Pop-Künstler kamen nicht um ihn herum. Barbara Hepworth besuchte ihn in seinem Atelier 1932 und ihre weiteren Werke waren geprägt vom Brancusi-Stil.

Brancusi war mit einigen wohlhabenden Damen der Gesellschaft wie die Baronin Renée Irana Frachon oder Nancy Cunard befreundet und hat jeweils Portraits von ihnen gemalt oder geschaffen. Auch  Peggy Guggenheim gehörte dazu. Sie nannte ihn „einen wunderbaren kleinen Mann mit Bart und durchdringenden dunklen Augen“.

Seine erste große Einzelausstellung fand bereits 1914 in New York, in der Galerie 291, statt.  Viele weitere Ausstellungen in New York sollten folgen. 2003 fand in Paris eine große Brancusi-Schau statt und 2004 folgte eine in der Tate London. In Brüssel ist es seine erste Ausstellung. Sie ist gelungen.

Europalia ist ein Festival der Künste und entstand 1969 in der belgischen Hauptstadt, wo auch die meisten Veranstaltungen stattfinden. Aber auch in Frankreich, Luxemburg, in den Niederlanden und in Deutschland finden anlässlich der Europalia Konzerte und Ausstellungen statt. Ein Land ist immer Ehrengast – wie dieses Jahr Rumänien.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Januar 2020 zu sehen. Das Festival geht bis Mitte Februar.

Weitere Infos finden Sie hier: https://europalia.eu/en

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 

0 commentaire à “Brancusi im Rahmen des Europalia Festivals”


  1. Aucun commentaire

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *

Vous pouvez utiliser ces balises et attributs HTML : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


Francis Bacon in Paris

Ausstellungsplakat -1

Aktuelles

- Brancusi im BOZAR
- Dali und Margritte im Musee des Beaux Arts
- Merian "Opernfestspiele und Klassikfestival" - Buch

Magritte in Brüssel

magritte BXL

Cesar Borja

Cesar Borja

hommage a Gustav Meyrink

Visiteurs

Il y a 1 visiteur en ligne

Brancusi im Bozar

Brancusi im Bozar

noch bis 12.01.2020

Besucher

Auteur

eborja


LES PEINTURES ACRYLIQUES DE... |
ma passion la peinture |
Tom et Louisa |
Unblog.fr | Créer un blog | Annuaire | Signaler un abus | L'oiseau jongleur et les oi...
| les tableaux de marie
| création