• Accueil
  • > Musique
  • > Orgelkonzert auf der neuen Vleugels-Orgel in Deggendorf


Orgelkonzert auf der neuen Vleugels-Orgel in Deggendorf

IMG_20190723_141128_resized_20190723_021202606

Seit Pfingsten 2019 hat die älteste Kirche in Deggendorf, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, eine neue Orgel. Teile der Kirche wurden im 15. Jahrhundert an das alte romanische Kirchenschiff angebaut.  Mitte des 17. Jahrhunderts entstand das barocke Langhaus und Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche ihren Vorbau.

Fünf Jahre hat es gedauert, bis aus den Plänen der Kirchenverwaltung eine neue Orgel zu erwerben, Realität wurde. Im Mai 2019 schließlich konnte die Vleugels-Orgel durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eingeweiht werden. Die Hauptorgel verbirgt sich hinter dem bereits vorhandenen, ausgesprochen schönen, barocken Brandenstein-Gehäuse aus dem Jahre 1749 und hat 41 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Dazu kommt eine elektrisch angesteuerte Chororgel, die mit 18 klingenden Registern und drei Extensionen den klangstilistischen Radius der Hauptorgel erweitert und trotzdem als eigenständiges Instrument sehr gut daher kommt. Finanziert wurde dieses neue Instrument durch Spenden, Zuschüsse, Patenschaften und einer Erbschaft.

Der Kirchenmusiker und Orgelprofessor Norbert Düchtel hat am 21. Juli 2019 ein sehr exquisites und fein abgestimmtes Konzert gegeben. Auf dem Programm stand eine Bearbeitung von Norbert Düchtel und Alexandre Guilmant der Sinfonia aus der Bach-Kantate „Wir danken Dir, Gott, wir danken Dir“. Weiter ging es mit antante sostenuto aus Consolation op. 65 Nr. 4 von Max Reger (1873-1916). Reger hat das interessante Werk 1902 komponiert. In diese Zeit fällt seine Heirat mit der geschiedenen Protestantin Elsa von Bercken, die seine unmittelbare Exkommunikation zur Folge hatte. Dem Stück merkt man eine gewisse Zerrissen- und Hin- und Hergerissenheit an. Reger wurde vor allem durch Orgel-Kompositionen bekannt und war ein großer Anhänger von protestantischen Chorälen und von den Werken von Johann Sebastian Bach. Consolation trägt den Fin de siècle in sich und erinnert an Debussy, Mahler und Strawinski. Düchtel kann hier perfekt die dynamischen und klangfarbigen Vorgaben des Komponisten zum Ausdruck bringen und alle Erwartungen mehr als erfüllen. Interpret und Instrument verschmelzen geradezu miteinander. Neue Hörspektren erklangen aber auch beim anschließenden allegro moderatio aus der 1. Sonate G-Moll op 29. Ein spätromantisch anmutendes und sehr melodiöses Werk von Josef Renner jun. (1868-1934). Renners kirchenmusikalische Werke wurden zu seiner Zeit viel gespielt, und nicht nur in in seiner Heimat. Der gebürtige Regensburger war ab 1894 im Regensburger Dom Organist, dort wirkte übrigens auch Norbert Düchtel von 1979-2015.

Als letztes Orgelsolostück hat sich Düchtel für Improvisation“ Des-Dur op 174 aus „Miscellaneen“ op. 174 von Josef G. Rheinberger (1839-1901) entschieden. Auch Rheinberger war vor allem durch seine Orgelwerke bekannt geworden, obwohl sie nur ein Viertel seines Gesamtwerkes ausmachen. Seine Orgelsonaten nach dem Vorbild derer von Mendelssohn – geplant waren 24 in allen Tonarten, allerdings kam bei der 20. leider der Tod dazwischen -  stellen einen wichtigen Teil in der Orgelmusikgeschichte dar. Der gebürtige Liechtensteiner kam mit 12 Jahren nach München, um eine seinem Talent gerechte Ausbildung zu bekommen. Dort sollte er auch sein Leben lang bleiben. Rheinberger war schon sehr jung ein gefragter Lehrer. Zu seinen Schülern zählen u.a. Engelbert Humberdinck, Richard Strauss, Max Bruch oder Josef Renner.

Ergänzt wurde diese anspruchsvolle Konzertstunde durch zwei Vokalwerke gesungen von der Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt und der Novacappella Regensburg unter Leitung von KMD Hermann Wellner. Das Ensemble hat das ansprechende „Gloria“ aus der Missa in C für Chor und konzertante Orgel von Franz X. Schnizer (1740-1785) mitgebracht. Ein ganz besonderes Schmankerl, da Schnizers Werke zum Teil nur fragmentarisch erhalten und ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Von Schnizer gibt es immer noch nicht veröffentlichte Kompositionen. Den Abschluss bildete das „Te Deum Landamus“ op 50 für Chor und Orgel vom Rheinberger-Schüler Josef Renner (1868-1934).

Vorzügliches Konzert!

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

0 commentaire à “Orgelkonzert auf der neuen Vleugels-Orgel in Deggendorf”


  1. Aucun commentaire

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *

Vous pouvez utiliser ces balises et attributs HTML : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


Francis Bacon in Paris

Ausstellungsplakat -1

Aktuelles

- Brancusi im BOZAR
- Dali und Margritte im Musee des Beaux Arts
- Merian "Opernfestspiele und Klassikfestival" - Buch

Magritte in Brüssel

magritte BXL

Cesar Borja

Cesar Borja

hommage a Gustav Meyrink

Visiteurs

Il y a 1 visiteur en ligne

Brancusi im Bozar

Brancusi im Bozar

noch bis 12.01.2020

Besucher

Auteur

eborja


LES PEINTURES ACRYLIQUES DE... |
ma passion la peinture |
Tom et Louisa |
Unblog.fr | Créer un blog | Annuaire | Signaler un abus | L'oiseau jongleur et les oi...
| les tableaux de marie
| création