Der Jahrmarkt von Sorotschinzi

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Trinklieder, Tänze, eine Kochstunde, der Teufel und viel Aberglauben sind die Zutaten für Mussorgskis Oper « Der Jahrmarkt von Sorotschinzi ». Eine Oper für Berlin – für die ewige Party-Stadt. Die Sänger müssen fast immer betrunken über die Bühne fallen. Der Komponist selber ist nur 42 Jahre alt geworden und Schuld an seinem frühen Tod war exzessiver Alkoholgenuss – so sagt man.

Modest Mussorgsky (1839 -1881) hat die Oper unvollendet hinterlassen. 1948 wurde sie in Berlin zum letzten Mal aufgeführt. Nun hat sich Barrie Kosky dem Werk angenommen und hat es – entgegen der Philosophie der Komischen Oper – in russischer Sprache zur Aufführung gebracht. Das Libretto hat der Komponist selber nach der Erzählung von Nikolai W. Gogol geschrieben.

Der Teufel liebt den Alkohol und hat im Rausch seinen roten Kittel versetzen müssen. Ein Jahr sollte der Wirt ihn für ihn aufheben – das tat dieser aber nicht. Als der Teufel ihn vorzeitig wieder abholen will, hatte der ad interims-Besitzer den Kittel  schon weiterverkauft. Von da an war das ukrainische kleine Dorf vom Teufel nicht mehr sicher – jedenfalls nicht in den Köpfen der Bewohner!

Die Oper beginnt mit einer ausgelassenen Jahrmarktsszene. Grizko trifft auf die schöne Parasja, die sich von ihrem Vater bunte Bänder für ihre Haare wünscht. Ein Zigeuner warnt das Dorf vor dem roten Kittel und dem Teufel in Form von Schweinerüsseln.

Später, zuhause, kocht die Bäuerin Chiwrja, die in die Hochzweit von Grizko und Parasja nicht einwilligen will – aus welchem Grund auch immer – ein Festmahl. Aber nicht für ihren ewig betrunkenen Ehemann! Nein, sie ist in den Popen Afanassi verliebt und hofft, ihn mit ihrer Kochkunst zu bezirzen. Die Küchen-Szene, bei der sie eine Riesenpute rupft, Quarkpiroggen und andere Köstlichkeiten zubereitet, ist sehr gelungen,  die beste im ganzen Stück. Hier wird die gerupfte Pute zum Versteck für den Pope, als der Ehemann plötzlich nach hause kommt. Aber der ist eh betrunken und begreift gar nichts. In einer weiteren Panik werden Kochtöpfe über Köpfe gestülpt und ist wird immer lauter.

Im dritten Akt halten sich der Gevatter und Tscherewik, Chiwrjas Ehemann, gegenseitig für den Teufel. Grizko verkauft den Ochsen an den Zigeuner zu einem Sonderpreis, weil schließlich die Heirat mit seiner Liebsten doch zustande kommen kann. Alle gehen weg. Der Alptraum von Grizsko wird wieder vom Chor begleitet, Morgenglocken und Kirchengesänge beenden aber schließlich den Hexenspuk und es kann lautstark und feucht-fröhlich Hochzeit gefeiert werden.

Eine richtige Handlung, die weitergesponnen werden kann, gibt es in dem Stück eigentlich nicht. Es sind Fragmente, die voraussetzen, dass man die Geschichte kennt. Eigentlich ganz charmant!

Am Pult ausgezeichnet Henrik Nánási, er holt die seltsamsten Töne aus dem Orchester heraus. Der Chor leistet ebenso fantastische Arbeit. Die Bühne ist leicht schräg und ziemlich leer, dafür gibt es umso mehr Kostüme.

Die letzte Aufführung in dieser Saison wird am 12. Juni stattfinden.

cmb

 

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