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Zehlendorfer Hauskonzerte – Klavierabend mit Ekaterine Khvedelidze

 

QNG

 

Vergangenen Dienstag hat im Zehlendorfer Wohnzimmer wieder, überraschend und kurzfristig, ein bemerkenswertes Klavierkonzert stattgefunden.

Die georgische Pianistin Ekaterine Khvedelidze hat schon ab dem 5. Lebensjahr Klavierunterricht bekommen. Nach ihrem Diplom setzte sie Ihre Studien in Detmold und Moskau fort und hat u. a. bei Peter Schiff, Bruno Canino und Vitaly Margulis Meisterkurse belegt. Ihr Mentor und Förderer war der Pianist Igor Zhukov, von ihm stammt auch die Bearbeitung für Klavier von César Francks (1822-1890) Prélude, fugue et variation h-Moll M 30 op. 18. Es stand am Dienstagabend ebenfalls auf dem Programm. Im Geheimen hat sie es gestern für ihn gespielt und dementsprechend innig-schön hat es sich auch angehört. César Franck hat das Werk 1862 als Teil des Zyklus „Six Pièces“ komponiert; heute zählt es zu den schönsten Orgelwerken und gehört zum Repertoire der Organisten. Mit diesem Konzertbeitrag bringt sie Zhukovs Handschrift zum Klingen, wie sie dies in einer kurzen Einführung vor dem Konzert nannte.
Die Orgelfassung wurde laut Angaben des belgischen Musikwissenschaftlers Jean Ferrard im November 1864 vom Komponisten selber an der Pariser Orgel von Sainte Clotilde aufgeführt. Die Harmonium-Fassung entstand zehn Jahre später.

Igor Zhukov spielte eine bedeutende und bemerkenswerte Rolle unter den russischen Pianisten der älteren Generation. Von ihm hat Khvedelidze auch ihre Vorliebe für Alexander Skrajbin (1871-1915) und die leidenschaftliche und enthusiastische Beziehung zu ihrem Klavier kommt der von Skrjabin nahe. Diese kleinen Preziosen, die für Glenn Gould die Préludes von Chopin bei weitem übertreffen (Gould soll sogar als Kind auf den Skrjabin Noten geschlafen haben), spielt sie einmal fast wütend und dann wieder himmlisch zart mit poetischen und sekundenschnellen Stimmungswechseln wird sie der Atemlosigkeit und der Besonderheit  der Musik dieses Exzentrikers und Mystikers Skrajbin unbedingt gerecht. Die frühen Préludes stehen zwar noch im Banne von Chopin, aber das sollte sich später ändern. 1915 starb er an einer Blutvergiftung.

Während sich also Skrjabin an Fréderic Chopins (1810-1849) Préludes orientierte hat Chopin in seinen Meisterwerken en miniature mit den 24 Préludes op.28 eine große Verbeugung vor Johann Sebastian Bach und vor allem vor dessen wohltemperiertem Klavier gemacht. Die zwölf Dur- mit ihren Moll-Tonarten kommen nacheinander zum Zuge – auch dies hebt die Pianistin wunderbar hervor.

Ein Großteil der kurzen Kompositionen ist um 1838 auf Mallorca während eines romantischen Urlaubs mit George Sand entstanden. Dorthin hat sich der Komponist begeben, um dem ungemütlichen Winter zu entfliehen. Man friert allerdings nirgends so sehr wie im Winter am Mittelmeer, wenn es keine Heizung gibt. Das Wetter war demnach regnerisch und klamm, Chopin wurde krank und musste sich von seiner Angebeteten pflegen lassen. Wuchtige Enttäuschung, radikale Wut, helle Hoffnung,  hingebungsvolle Dankbarkeit, ausufernde Freunde, tiefe Verzweiflung und ausatmende Freude bringt die Pianistin mit farbenreichem Klangspektrum und ausladender Fantasie zum Ausdruck und findet für jedes der 24 Miniaturen den richtigen Platz am Musikhorizont.

Die Pianistin zählt schon seit Jahren zu den Nachwuchstalenten und begeistert die Zuhörer mit ihrem Seelenspiel. Vor jedem Prélude scheint sie kurz mit dem Klavier zu kommunizieren, versucht, sich in die unterschiedlichen Farb- und Lebensstimmungen gerade von Chopins Préludes einzuklinken und beeindruckt mit einer großartigen Perfektion. Kein Ausrutscher bei diesem sehr langen und fordernden Konzert.

Die Gegenüberstellung der jeweils 24 Préludes von Chopin und Skrjabin durch Ekaterine Khvedelidze war für die Zuschauer eine Art lehrreicher Zuhör-Meisterkurs.  Eine ausgezeichnete Idee, das Konzertprogramm so zu gestalten. Beschwingt und froh, dabei gewesen zu sein, gingen wir nach Hause.

Am Sonntag spielt Ekaterine Khvedelidze dieses Programm in der Hamburger Elbphilharmonie. Glücklich, diejenigen, die sich früh genug um eine Karte bemüht hatten, denn das Konzert ist seit langem ausverkauft.

Christa Blenk

 

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