L’histoire du soldat

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„Man soll zu dem, was man besitzt, begehren nicht, was früher war. Man kann zugleich nicht der sein, der man ist und der man war. Man kann nicht alles haben. Was war, kehrt nicht zurück.“ (aus Geschichte des Soldaten)

 

Vor gut 100 Jahren wurde Igor Strawinskys (1882-1917)  „L’Histoire du Soldat“  (Die Geschichte des Soldaten) in Lausanne uraufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war er schon recht bekannt. Strawinsky kam 1910 nach Paris, brachte ein Jahr später das Ballett Petruschka auf die Bühne und wieder zwei Jahre später, 1913, das Skandalstück Le Sacre du Printemps.

Im Jahre 1918 lebt Strawinsky im Schweizer Exil und der einheimische Dichter Charles Ferdinand Ramuz schreibt ihm einen Text für ein Wanderbühnenstück für einen Vorleser und zwei Schauspieler, eine Tänzerin und sieben Musiker. Der Erzähler ist der Soldat und der Teufel, die Tänzerin ist die Königstochter.

Der Text wird in Gedichtform vorgelesen und von der Musik rhythmisch begleitet. Die erste deutsche Nachdichtung verfasste Hans Reinhart, seines Zeichens Bruder des Musikmäzens Werner Reinhart, der die Uraufführung im September 1918 in Lausanne ermöglichte. Dirigiert hat die Aufführung seinerzeit Ernest Ansermet. Kurze Zeit später hat Strawinsky die Geschichte des Soldaten für Geige, Klarinette und Klavier bearbeitet.

Krumme Töne, permanenter Rhythmenwechsel und Kindertrompeten assoziieren Zirkuszelt-Ambiente wie wir sie aus dem  Ballett Petruschka kennen. Der Komponist bedient sich hier bei Heimatmelodien, integriert Jazztöne, Walzer oder Tangofragmente. Das Stück hat nichts an Aktualität eingebüßt. Ein Miniatur-Faust mit ganz großer Wirkung. Ernst Bloch nannte das Stück einen „verlumpten Faust“.

Der Manegenzauber dieser Musik lässt aber trotzdem die Kriegsgeräusche des Ersten Weltkrieges nachklingen. 1918 waren unzählige Soldaten auf  dem Weg nach Hause und viele gingen dabei durch die Hölle, ohne dem Teufel zu begegnen.

Strawinskys Soldat begegnet und verfällt ihm: Der Soldat hat 14 Tage Urlaub und macht sich auf den Weg nach Hause zu seiner Mutter und seiner Braut, deren Foto er bei sich trägt. Unterwegs wird er vom Teufel in Gestalt eines alten Mannes angehalten und von ihm überredet seine Geige gegen ein Buch einzutauschen, das ihm Ruhm und Reichtum verspricht. Die einzige Bedingung ist, drei Tage im Hause des Teufels zu bleiben und ihm das Geigenspiel beizubringen. Er wird gut bewirtet und untergebracht und merkt nicht, dass die drei Tage drei Jahre werden. Kommt schließlich nach Hause wo ihn Alle für ein Gespenst halten und seine Braut Mann und zwei Kinder hat. Was tun? Jetzt kommt das Buch ins Spiel und der Soldat wird dadurch mächtig und reich aber unglücklich. Er irrt durch die Welt und kommt an einen Königshof, dort will er die kranke Tochter mit seinem Geigenspiel heilen. Er macht den Teufel betrunken und gewinnt beim  Kartenspiel die Geige zurück, heilt die Tochter und bekommt sie zur Braut. Nach Hause darf er aber nicht mehr. Dann kommt natürlich die Verlockung ins Spiel, seine Braut will sehen wo er herkommt. Ungern gibt er nach und auf dem Weg dorthin holt ihn wohl der Teufel!

Gestern Abend im Rahmen eines Strawinsky Festivals im Konzerthaus dauerte das Stück 75 Minuten. Der Schauspieler war Uwe Topmann, die Königstochter Isa Weiss. Am Pult Miguel Pérez Iñesta. Das Ganze eine Produktion des PODIUM Esslingen.

Interessante Aufführung.

cmb

 

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