Haußmanns Staatssicherheitstheater

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Mit Haußmanns Staatssicherheitstheater gräbt Leander Haußmann den „Schrebergarten der Stasi“ um, inszeniert eine Komödie über den Verrat, die große Stunde der Dilettanten, den Wert der Kunst und die Stasi als verlängerten Arm der kleinbürgerlichen Mittelmäßigkeit. Nach Hauptmanns Einsame Menschen, Plenzdorfs Legende von Paul und Paula und Ibsens Schloss Rosmersholm kehrt Leander Haußmann mit dieser Uraufführung zurück an die Volksbühne. (Quelle: Volksbühne).

Das Bühnenbild (sehr gelungen) von Lothar Holler ist ein dreistöckiges Haus ohne Wände und alles was passiert, wird festgehalten: sei es  über Video oder Tonband. Es gibt ein Büro (das von Erich), eine Kneipe, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Treppen rauf und runter  und eine Dachterrasse auf der Wäsche zum Trocknen hängt – und das Publikum ist immer mit dabei. Einmal sieht es sich sogar auf dem Bildschirm selber.

Der Schriftsteller Ludger Fuchs outed sich dem Publikum gegenüber als unverbesserlicher und chronischer Lügner, während seine Frau Ramona zu Hause in der Stasi-Akte außer alten Fotos auch Liebesbriefe von ihm an eine Andere findet, die er schon kurz nach der Hochzeit geschrieben hat. Er kommt nach Hause, sie zetert und da hilft ihm auch seine langjährige Lügenerfahrung nicht mehr aus der Patsche und er resümiert:  „Da schafft es die Stasi nun doch noch, uns auseinanderzubringen.“

Dann geht es zurück in die Stasi-Vergangenheit. Es wird viel herumgebrüllt und monologisiert.

Die Bohème am Prenzlauer Berg um das Viertel LSD (Lychener/Schliemann-/Dunckerstraße), gerät immer mehr aus den Fugen und aus den Griffen des Ministeriums für Staatssicherheit. Sie sind nicht mehr zu kontrollieren und schaffen unerklärliche Kunst.  So wird kurzerhand eine Sondereinheit gegründet und bewährte (oder nicht bewährte) Mitarbeiter werden zu Künstlern geschult und werden selber zur Avantgarde. Das passiert in lauwarmen déjà-vu slapstick Szenen und bewährten Lacheinlagen. Zwischendurch wird immer wieder gesungen, manchmal auch gut, aber der Abend zieht sich lange hin.

Im autobiografischen Programmheft erfahren wir von einer dokumentierten IM-Denunziationen von 1987 aus dem Theater Gera, über ihn und seine Schauspielfreunde, die im Stück auch eine Rolle spielen.

Mit: Uwe Dag Berlin, Antonia Bill, Waldemar Kobus, Horst Kotterba, Matthias Mosbach, Christopher Nell, Silvia Rieger, Eric Spiering, Norbert Stöß und Lennart Hillmann, Karl Schaper, Daniel Felix Adolf (Studenten der Hochschule für Schauspielkunst « Ernst Busch »), sowie Sir Henry (Piano), Herman Herrmann (Gitarre), Elise Brehmer (Cello), Oscar Stöß (Trompete)

Die Uraufführung fand  am 14. Dezember 2018 statt.

cmb

 

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