Gäste der Berliner Philharmoniker

Yannik Nézet-Séguin

Am 13./14. und 15. Februar 2019 ist der kanadische Dirigent  Yannick Nézet-Séguin zu Gast in der Philharmonie und besticht mit einen russisch-französischen Programm. Dazu bringt er Werke von Ravel, Debussy und Prokofjew auf die Bühne.

Yannik Nézet-Séguin ist zurzeit Musikdirektor des Philadelphia Orchestra und der Metropolitan Opera in New York sowie Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchestra Metropolitan de Montreal. Außerdem hat er diverse Verpflichtungen als Ehrendirektor. Dies alles kann nur ein leidenschaftliches Energiebündel wie er miteinander vereinigen. Der Kanadier Nézet-Séguin ist erst knapp über 40 und gehört schon zu den Stars am Dirigentenhimmel.  2008 wurde die Musikwelt anlässlich seines Gounod Debütkonzerts Roméo et Juliette während der Salzburger Festspiele auf ihn aufmerksam. Seitdem gastiert er an allen großen Konzerthäusern, von London, Mailand oder Berlin bis New York. Musik von Messiaen, Berlioz und Prokofjew hat der Maestro auch bei seinem ersten Konzert mit den Berliner Philharmonikern 2010 gespielt und wurde dafür umjubelt – so wie auch am vergangenen Mittwoch.

Federnd, temperamentvoll und dynamisch tritt er auf und so dirigiert er auch die Philharmoniker. Claude Debussys impressionistischem Schlüsselwerk La Mer gibt er ein komplett anders Gesicht. Er lockt diesem symphonischen Triptychon Urelemente hervor und man versteht mehr als sonst Paul Dukas Worte über die Brust des Ozeans und den Atem der Wellen. Hier hört man nicht das gewohnte Ebbe-und-Flut-Spiel, hier kommen existentielle, pastellfarbene und schwarze Sinneseindrücke und bedrohlich heranrollende Wellenbrecher, die einen Tsunami mit sich bringen könnten, ins Spiel.

Das zweite Stück vor der Pause ist Maurice Ravels kurzes und gefälliges Menuet Antique. Es entstand bereits 1895 als Klavierstück und Ravel selber hat es 1929 für  Orchester umgeschrieben. Uraufgeführt wurde dieses im Jahre 1930.

Nach der Pause dann der Höhepunkt dieses Konzertabends. Sergej Prokofjews Fünfte Symphonie. Die Uraufführung in Moskau 1945 – die wegen Artilleriesalben unterbrochen werden musste – wurde zu einem großen Erfolg:  auch im Ausland.
Für Prokofjew ist sie auch deshalb so bahnbrechend, weil er nach 15 Jahren Symphonie-Abstinenz gleich so einen Volltreffen landen konnte. Ein »Lied auf den freien und glücklichen Menschen anstimmen, seine schöpferischen ­Kräfte, seinen Adel, seine innere Reinheit« wollte er mit ihr anstimmen.

Nézet-Séguin hat das ambivalente und mehrdeutige dieser Komposition immer wieder hervorgehoben – man weiß nie, in welche Richtung sich die Musik entwickelt oder wo sie hinschielt. Die viersätzige Symphonie gilt als Meisterstück der Symphonik. Sie beginnt mit einem schüchternen, fast schwermütigen Andante und wird im ersten Satz immer schneller. Der zweite Satz ist ein Frage- und Antwortspiel zwischen verschiedenen Instrumentalgruppen und artet in einem Konkurrenzkampf der Bläser aus bis das Stück mit einer brillanten, wilden Jagd dem Ende entgegenstürmt und alles umreißt.

Großartiger Konzertabend!

cmb

 

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