Der Kaukasische Kreidekreis im Berliner Ensemble

Minimales Bühnenbild und Elektroguitarre

Michael Thalheimer hat Brechts „Kaukasischen Kreidekreis“ am Berliner Ensemble, sehr minimal inszeniert. Weggefallen ist nicht nur das komplette  Bühnenbild sondern auch der Text musste Federn lassen, so gab es z.B. das komplette Vorspiel in einem georgischen, fruchtbaren Tal nicht.

Dafür gibt es eine weinende und klagende Elektroguitarre, die irgendwo zwischen Hendrix und Cohen, die Dramatik, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit unterstreicht und einen Vorredner am Rand der Bühne. Die Schauspieler halten sich im hinteren Teil der Bühne auf und warten auf ihren Auftritt.

Grusche (beeindruckend Stefanie Reinsperger), die Magd ist fast immer dran, abgerissen und blutverschmiert, ein wenig linkisch ist sie permanent hin und hergerissen zwischen Mitleid und Angst, wächst aber – allein gelassen von der Gesellschaft und ihrem feigen Bruder – an ihrer Aufgabe und kümmert sich so selbstlos, dass sie dabei ihr eigenes Glück verliert. Die Rolle des Richters ist hier schwer einzuschätzen, war er ursprünglich ein Mönch? Ist er wirklich ein Fürsprecher der Armen? Kann man ihn überhaupt ernst nehmen? Den Kreisekreis zieht er mit dem Blut, mit dem er vor Grusche übergossen wird. Grusche, die blonde Magd, bleibt zum Schluss allein mit dem ihr zugesprochenen Kind zusammengerollt und verlassen auf einem Stuhl liegen.

Berthold Brecht hat den Kaukasischen Kreisekreis 1954 anlässlich der Übernahme des Hauses am Schiffbauerdamm inszeniert. Stefanie Reinsperger ist großartig und braucht auch keine Dekoration. Der Sänger/Erzähler Ingo Hülsmann ist brillant, ebenso Tilo Nest als Richter Azdak oder Horrorclown.

cmb

 

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