Pergamon virtuell

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Seit dem 17. November 2018 ist die  Ausstellung « Pergamon. Meisterwerke der antiken Metropole und 360° Panorama » gegenüber vom Bode-Museum zu sehen. Der Künstler Yadegar Asisi hat sie konzipiert und sein bereits 2011 präsentiertes Projekt  mit dem aktuellen Stand der Forschungen ergänzt.

Ausgestellt sind 80 Objekte aus den Beständen der Antikensammlung. Vor allem Frauen-Statuen, unterschiedlich angeleuchtet,  oder hochwertige Portraitköpfe. Die  Prometheus-Gruppe aus dem Athena-Heiligtum hat er auf eine abstrakte Gold-Landschaft montiert. Ausgestellt ist auch das Papageienmosaik aus dem Palast und das Telephos-Fries des Pergamonaltars. Der Fries der Giganten ist als grandiose Multimedia-Installation in diesen Bau gekommen,  denn es durfte das Museum aus konservatorischen Gründen nicht verlassen.  Entwickelt wurde dieses nüchtern wirkende, faszinierende  Modell des Pergamon-Alters von an der BTU Cottbus unter Dominik Lengyel.

Das 360° Grad Panorama ist in einem Gasometer, der von außen eher wie ein Industrie-Silo aussieht, untergebracht und erinnert  an die Centrale Montemartini in Rom, dort sind in diesem ehemaligen Elektrowerk seit ein paar Jahren Skulpturen aus den Kapitolinischen Museen untergebracht.

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30 Meter ist die Rotunde hoch und der Besucher kann sich auf einem 15 Meter Aussichtsturm in der Mitte der Anlage auf vier Etagen  und  3100 gigantischen Quadratmetern aus der Vogelperspektive ein lebendiges Bild von Pergamon, seinen Theatern, Häusern, Märkten und der Gegend machen. Zu Ehren des Gottes Dionysos richtete man hier im Jahre 129 n.C. ein großes Fest aus, zu dem der römische Kaiser  Hadrian sein Kommen angekündigt  hatte. 40 000 Menschen sollen in Pergamon gelebt haben. Wie in einem Gemälde von Bosch, werden hier unzählige Geschichten erzählt. Es herrscht überwiegend Festtagsstimmung und gute Laune, Opfer werden gebracht, Feuer, Blut und Versammlungen. Asisi hat die einzelnen Situationen auf Zeichnungen vervollständigt und das 3D-Modell entwickelt.

Die Installation ist ein Son et Lumière-Spiel, die Beleuchtung manchmal übertrieben und gibt dem Ganzen eine kleine Kitsch-Note. Die Nachtansicht ist von Tierlauten und Wassergeräuschen begleitet, auf die Musik, die den Tag begleitet, könnte man verzichten.

Pergamon, das achte Weltwunder für viele,  war eine Stadt in der griechischen Antike (Bergama) und liegt in der heutigen Türkei, nicht weit weg von Izmir. Ca 200 Jahre v.C. war die auf einem Berg gelegene Stadt Pergamon die Hauptstadt des Pergamenischen Reichs, das sich über das westliche Kleinasien ausbreitete. Die Attaliden-Dynastie strebte ein neues Athen an. Angeblich wurde auch das Pergament dort erfunden. Die Gründung Pergamons geht auf Telephos zurück. Er war ein Sohn des Herakles. In den griechischen Mythen wird diese Geschichte so nicht erwähnt und angeblich soll sein Sohn im Trojanischen Krieg auf der Seite der Trojaner gekämpft haben. Die Attaliden machten ihn zum Gründer der Stadt – dies wird auf dem kleinen Fries des Pergamonaltars erzählt.

Entdeckt wurde Pergamon 1864 von dem deutschen Ingenieur Carl Humann. 1871 kam Ernst Curtius mit einer Expedition bei ihm vorbei und anschließend wurden die ersten Friese zur Begutachtung nach Berlin geschickt. Alexander Conze übernahm 1877 die Abteilung für antike Skulpturen der königlichen Museen zu Berlin und von da an wurden die Ausgrabenden intensiviert. Ab 1907 konnten die Reliefs in Berlin – mit Genehmigung des osmanischen Reichs – im neu eröffneten Pergamon Museum gezeigt werden.  Dann kam der erste Weltkrieg und die Grabungen mussten eingestellt werden, weiter ging es erst wieder 1927 bis der Zweite Weltkrieg eine zweite Unterbrechung forderte. Erst 1957 wurde wurden die Grabungsarbeiten wieder aufgenommen – bis jetzt.

Der österreichische Künstler und Architekt Yadegar Asisi lebt zurzeit in Berlin und baut die größten 360° Panoramen der Welt.

Bis das Pergamon-Museum wieder eröffnet werden kann, wird noch ein paar Jahre dauern.

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