Von Feen und Zauberern

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Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs und der westlichste Ausläufer des europäischen Festlands, nördlich der Iberischen Halbinsel. Armorica haben die Gallier dieses Land genannt, was so viel wie Land am Meer bedeutet. Vor allem wegen ihrer faszinierenden und wunderschönen Küsten ist die Bretagne beliebt und bekannt, sei es die Côte de Granit Rose im Norden der Bretagne, seien es die Glenan Inseln oder die wilde Pointe du Raz im Südwesten oder sei es das milde, fast tropische Klima am Golf von Morbihan. Traumhafte Sandstrände die eher an die Karibik als an den Atlantik erinnern zwischen steilen Kliffen.

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Quelle von Barenton, Hotie de Viviane

 Nicht weit weg von Rennes, im Innern der Bretagne, im Wald von Brocéliande, hat angeblich  der Zauberer Merlin sein Unwesen getrieben. Sein Grab jedenfalls kann man dort besuchen und überall wo man hinkommt, trifft man auf ihn. Sein Konterfei ziert Kaffeetassen oder T-Shirts und manche Besucher verkleiden sich sogar als Merlin und spazieren mit Bart und Spitzhut durch den Wald. An der Quelle von Barenton, die man sehr gut zu Fuß erreichen kann, hat er sich in die schillernde Fee Viviane verliebt und ihr gleich ein Glasschloss am See von Comper errichtet. Nur geladene Besucher von Viviane sollen es sehen können. Die Quelle hat aber noch viele andere Qualitäten, sie heilt Krankheiten, kann sogar Regen hervorrufen und jungen Mädchen zu einem Ehemann verhelfen, man muss nur die richtige Formel kennen.

Der Wanderweg durch den Laubwald, vorbei an plätschernden Quellen und Rinnsalen, über Stock und Stein, begleitet vom singenden Wind, ist wirklich zauberhaft. Hier soll der sagenumwobene König Artus mit seinen Rittern zahlreiche Abenteuer geplant haben und natürlich wurde auch hier nach dem Heiligen Gral gesucht, der sich wohl immer noch in den Wäldern der Bretagne versteckt hält. Dieses Zaubergefäß soll die Form einer Schale oder eines Kelches, vielleicht aus Stein, haben und wird in einer unwirtlichen und unzugänglichen Burg von Gralsrittern bewacht. Ewige Jugend und Wohlstand soll er bringen, aber das haben wir ja alles schon bei Indiana Jones gelernt.

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Ein weiterer, nicht zu missender Ausflug, führt in das Tal ohne Wiederkehr (Val sans Retour). Hier wütete eine andere Fee, Morgane. Ihren untreuen Liebhaber entkamen dem Tal nicht, davor sorge ein Drache. Erst der Tafelritter Sir Lancelot besiegte den Drachen und verhalf so unzähligen eingeschlossenen Männern zur Freiheit. Über diesen berühmtesten Ritter der Tafelrunde, der als Kind schon von der Fee Viviane im Schloss am See behütet wurde, gibt es auch ganz unterschiedliche Geschichten. Vor allem bekannt ist uns seine Liebe zu Guinevere oder Gwenhwyfer, Königs Artus Gattin. Diese Liebe macht ihn dann aber unwürdig, weiter nach dem Gral zu suchen.

Auch Parzival, der reine Tor, der sein Zuhause verlässt um Ritter am Hof von König Artus zu werden, gehört zu den Gral-Suchern. Über ihn und sein Umfeld gibt es so viele Varianten wie es Kelche gibt und die Literatur und Musik greift immer wieder auf dieses Thema zurück. Am bekanntesten ist hier Wagners Bühnenweihfestspiel von 1882  oder die Rolle des Grals im Lohengrin.

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Der französische Dichter Chrétien de Troyes hat schon im 12. Jahrhundert darüber berichtet. Bei uns war es Wolfram von Eschenbach, der um 1200 Chrétens Roman übersetzte und mit anderen Quellen ausgeweitet hat.

Am besten schlägt man sein Quartier in Paimpol auf, dieser Ort liegt mitten im Wald, dort befindet sich auch die Pforte der Geheimnisse (La Porte des Secrets) in der man sich über alles bestens informieren  und den Wald schon mal virtuell erforschen kann. Es ist ein wenig kitschig, aber durchaus unterhaltsam. Später kann man dann mit organisierten Touren auf einer vierstündigen Wanderung alle bedeutenden Plätze besuchen. Wenn man einen guten Conteur (Erzähler) erwischt, erfährt man auch unzählige Bretagne-Mythen und Legenden.

Feste Schuhe und eine Flasche Wasser sind unbedingte Voraussetzung.

PS die US-Schweizerische Künstlerin June Papineau würde sich hier in ihrem Element finden.

Christa Blenk

Fotos: (c) Christa Blenk

 

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