28 février 2018 0 Commentaire

Emanuel Borja und die Primordial Art

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Primordiale « Holz-Skulpturen »

Emanuel Borja ist 1944 in Madrid in einer großbürgerlichen Familie geboren. Sein Vater war Unternehmer, seine Mutter Ärztin, was damals in Spanien etwas Besonderes war, den Frauen studierten eher nicht. Er fing nach dem Abitur ebenfalls mit einem Medizinstudium an, war aber immer der Kunst und der Literatur zugetan. Er verbrachte seine Zeit mit Lesen, Schreiben und Informationen anhäufen! Mit 21 erlitt er einen schweren Autounfall, der ihn ein Jahr ans Bett fesselte und seine Leidenschaft zur Kunst entfachte – vor allem durch Bücher und Kataloge über Kunst und Kunstgeschichte. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ging er – erstmals mit Krücken – für ein Jahr nach Paris, das war Mitte/Ende der 60er Jahre. Die Zimmer und die Essensrationen wurden mit jedem Monat kleiner, sein Wissen über Kunst mit jedem Tag größer. Es gab sicher kein Bild und keine Kirche in Paris, das er nicht wenigstens einmal gesehen hätte.

Wieder zurück in Madrid brach er endlich aus seinem bourgoisen Umfeld aus und suchte den Kontakt zu den damals aktiven Künstlern (Paco Barón, Gerardo Aparicio, Guillermo Lledo, Lucio Munoz, Tapies, Chillida, und die Cuenca Künstler) und fing bald darauf an, Kunstkritiken über diverse Zeitschriften zu schrebein (TA, Critica de Arte ect.).  Monografien über Künstler war bald sein Spezialgebiet (Lucio Munoz, Salvador Soria etc). Sein Hauptthema und seine große Faszination waren über Jahre hinweg « Primordial » und in den 70er Jahren fing er an, selber Kunst zu machen. Eine seiner faszinierenden Facetten waren die filigranen Holzskulpturen. In den 80er Jahren fing er an einen Roman zu schreiben und kollaborierte weiterhin mit diversen Kunstzeitschriften. 1989 schließlich zog er nach Brüssel um und begann ein ausführliches Tagebuch zu schreiben « las ideas y las cosas ». Später wohnte er in Genf, Bonn, Berlin, Rabat und Rom, dort verstarb er  2005 im Alter von knapp 60 Jahren.

Seine Arbeit über Primordial, die er dank eines  Stipendium der Fundacion Juan March durchführen konnte, ist umfassender als die in den 80er Jahren durch das MoMa durchgeführte Ausstellung. Sie wird hoffentlich irgendwann veröffentlicht und der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort hat er in jahrelanger Arbeit und Recherche Reminiszenzen zusammen gesucht – man bedenke, dass es noch kein Internet gab!#

Emanuel Borja

Begleitend zu dieser Recherche hat er selber kleine Holzfiguren konzipiert und sie auch realisiert. Viele von ihnen sind ein Autoportrait!

Emanuel Borja war jemand, der hauptsächlich für sich selber schrieb und seine Bücher und Artikel nur schwer aus der Hand gab – für ihn waren sie niemals fertig! Sie waren ihm nie gut genug!

Er schrieb überall und immer und die Kladden wurden immer schneller voll. Die ersten Jahre waren es nur Texte, dann kamen Zeitungsausschnitte hin, später Fotos und somit wurden sie auch immer dicker! Über 100 gibt es in der Zeit von 1989 – 2005 und unzählige aber weniger geordnete aus der Zeit davor!

Er hat sich nie verkauft und immer seine Meinung offen erklärt und ausposaunt! Als Gesprächspartner war er unschlagbar und seine Präsenz am Tisch hob automatisch das Niveau an. « Aún aprendo » hat Goya schon gewusst – seine Devise war das auch. Es war so ein unwahrscheinliches Privileg ihn gekannt zu haben!

Einen Tag vor seinem Tod hat er noch das Attentat von London 2005 kommentiert. Er hat nie aufgegeben und seine lange Krankheit mit großer Würde hingenommen, sich nicht beschwert und sie immer heruntergespielt.

Emanuel Borja

cmb

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