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Friedrich Kiesler – Martin-Gropius-Bau

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Ausstellungsplakat – es zeigt « Bucephalus »

 

Seit dem 11. März zeigt der Gropius Bau eine Ausstellung über Friedrich Kiesler: Architekt, Künstler, Theoretiker und Visionär – ein Tausendsassa der Moderne

400 Fotos, Zeichnungen, Pläne und Modelle vom Raumtheater bis zum Raum-Zeit-Projekt Endless House sind zu sehen. Hin und hergerissen ist man zwischen expressionistischem Dadaismus, Surrealismus und schlichtester Architektur à la De Stijl von Mondrian.

Kunstgattungen zerriss und sprengte er hemmungslos und sein Konzept eines endlos sich dahinziehenden Raumes (Raumbühne) ist nicht leicht zu verstehen. Seine Theorien zählen zu den großen Visionen des 20 Jahrhunderts, er kommunizierte mit der Avantgarde und hatte zu allen aktuellen Konzepten seine eigenen, sehr speziellen, Ideen und entwickelte permanent ungewöhnliche Interpretationen. Viele seiner Ideen wie der Mensch leben oder Konzerte hören sollte wurden später durchaus realisiert, wie der Konzertsaal, bei dem die Bühne in der Mitte ist. Es ist die erste Ausstellung dieses österreichisch-amerikanischen Künstlers in Berlin, der 1890 in Czernowitz geboren wurde und 1965 in New York verstarb.

Im Berlin der 20er Jahre unter unzähligen Kunsttendenzen und dem expressionistischen Film wie Paul Wegeners Golem, Murnaus  Nosferatur oder Fritz Langs Dr. Mabuse war der Revolutionär Friedrich Kiesler (1890-1965) gerade richtig. Die Ausstellung beginnt mit dem elektro-mechanischen Bühnenbild zu „W.U.R. (R.U.R.) Werstands Universal Robots. 1923 kam es am Theater am Kurfürstendamm mit großem Erfolg zur Aufführung. Das Stück vom tschechischen Schriftsteller Karel Čapek ist 1920 erschienen und hat Kiesler sofort angesprochen. Auch er – wie Čapek – kommt aus dem Land des Golem, da lag die Idee, einen künstlichen Menschen zu erschaffen, der als billige und rechtlose Arbeitskraft die Weltwirtschaft verändern sollte, nicht so weit weg. Dieser Androide, dieser Roboter – Čapek hat das Wort übrigens erfunden – hat andere utopische Schriftsteller wie Huxley oder Orwell inspiriert.  Werstand (Verstand) heisst übersetzt Rozum im Tschechischen.

Kiesler geht 1926 nach New York – er sollte dort nach dem Pariser Erfolg – ein weiteres Mal seine „International Theater Exposition“ organisieren. Schlägt sich später u.a. auch als Dekorateur für Schaufester schicker Geschäfte wie Saks 5th Ave durch. Er entwirft Möbel und Lampen und arbeitet an seiner Vision des Einfamilienhauses, sein  Space House. In den 30er Jahren endlich gelingt ihm der Theaterdurchbruch mit dem Bühnenbild zu George Antheils Oper „Helen Retires“, was ihm eine Anstellung an der Juilliard School of Music verschafft. Später wird er das Laboratory for Design Correlation an der Columbia Universität New York leiten und entwickelt die Correalismus-Theorie, die von einem Designansatz ausgeht, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Er entwickelt die Vision Maschine und schreibt zwei Bücher, die aber nicht veröffentlicht werden. Auch seine Architektur-Entwürfe, bis auf einen, werden nie realisiert. Das einzige Gebäude das der Architekt und Künstler Friedrich Kiesler baute, steht in Jerusalem und beherbergt die Schriftrollen von Qumran. Der Rundbau Shrine oft he Book konnte ein paar Monate vor seinem Tod eingeweiht werden.

Sein spektakulärer Ausstellungsraum für die Peggy Guggenheims Galerie „Art of This Century Gallery“ ist in der Ausstellung nachgebaut und bildet das Highlight dieser. Weitere Bühnenarbeiten u.a. zu Darius Milhauds Musik Le pauvre Matelot (der arme Seemann) folgen. In den 1950 Jahren arbeitet Kiesler an einer Skulptur für das Glass House von Philip Johnson (Galaxy). In den 1960 er Jahren entstehen Aluminium Skulpturen wie „Bucephalus“. Sie ist, wie sein komplettes Werk, der Kategorie des  endless house zuzuordnen, welches sich wie ein roter Faden durch sein Leben und Werk zieht. Im MoMA darf er 1958 ein begehbares Modell im Garten aufstellen.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung in Wien, die seit 20 Jahren den Nachlass des Künstlers betreut. Wirklich ansprechend ist sie nicht, sehr technisch und sicher sehr interessant für Architekten. Vor allem aber vermisst man mehr Infomationen oder Filmausschnitte der bahnbrechenden Theaterinszenierungen.

Die Ausstellung im Martin Gropius Bau ist noch bis zum 11. Juni 2017 zu sehen.

Christa Blenk

 

 

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