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Manifesto – 13 Mal Cate Blanchett

Manifesto – 13 Mal Cate Blanchett

Das Leben – ein Theater

Der Münchner Video-Künstler Julian Rosenfeldt (*1965) lässt Cate Blanchett dreizehn Mal in unterschiedlichen Rollen in einem Meer von Bildschirmen auftreten. Er verarbeitet hier die bedeutendsten Manifeste des 20. Jahrhunderts. Nach Berlin und Hannover ist die Schau nun  im Pariser Palais des Beaux-Arts zu sehen.

Die Filminstallation Manifesto basiert auf historischen Originaltexten von anderen Künstlern die sich allesamt mit Manifesten auseinander gesetzt haben. Die meisten geben aufgrund ihrer Theatralität schon das Libretto her.  Rosenfeldt hat die Texte so bearbeitet oder gekürzt und 13 innere Monologe hergestellt, die er jeweils von einer Frau in unterschiedlichen Rollen vortragen lässt. Cate Blanchett ist eine sehr gute Wahl. Sie schafft es, sich dreizehn Mal durch Maske und Verkleidung und mit viel Talent immer wieder in unterschiedliche Charaktere hinein zu verwandeln. Sie lebt bewusst jede Szene und das vermittelt sie auch! Eine ihrer größten Rollen überhaupt wahrscheinlich.

Rosenfeldt (*1965), der in Berlin lebt, hat hier auch alle Kurzfilme gedreht. Mit Cate Blanchett ist er befreundet und auch Dank ihrer Professionalität konnte der enge Zeitrahmen für die Dreharbeiten eingehalten werden. Mit ihr hat er auch alle Orte vorher erkundet.

Ca 10 Minuten dauert jeder Film bei dem die Darstellerin von der Rolle der Obdachlosen, zur Hausfrau und Mutter der mittleren Oberschicht inklusive Tischgebet mutiert, die Rede vor einer Trauergemeinde hält oder als Puppenspielerin, Fabrikarbeiterin bzw. als Journalistin überzeugt.  Die Manifeste von Tristan Tzara (Dada, 1918), Filippo Tommaso Marinetti (Futurismus, 1909), (Surrealismus, André Breton, 1924), Fluxus, Merz (No Manifesto, 1965) oder Golden Rules of Filmmaking, (2002, Jim Jarmusch).

Genial wie sie als Hausfrau und Mutter das Tischgebet nach Claes Oldenburgs I am for an Art (Pop Art, 1961) einleitet. Man möchte wegrennen und leidet mit den anderen am Tisch, wenn sie nach 10 Minuten immer nochmals mit „I am for the Art“ anfängt und es immer noch nicht das letzte Mal war. Großartig.!

Manifesto entstand als gemeinsame Produktion der Berliner Nationalgalerie mit verschiedenen Museen weltweit und der Ruhrtriennale und wurde 2016 im Berliner Hamburger Bahnhof und später im Sprengel Museum Hannover gezeigt, bevor die Schau nun in Paris angekommen ist.

Noch bis zum 20. April 2017 im Pariser Palais des Beaux-Arts zu sehen.

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Christa Blenk

 

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