Unerhörte Musik – Forseti Quartett

Unerhörte Musik – das Forseti-Quartett wirbelt durch das BKA

 

forset
Forseti Quartett im BKA

Das Saxophon-Programm gestern Abend im BKA Theater stand unter dem Motto „Macht Freiheit“!

Das Quartett eröffnete den unglaublichen Konzertabend mit einem Werk von H. Johannes Wallmann aus 1992 „Gleich den Vögeln – vergiss nicht, dass Du Flügel hast“ für vier voneinander weit entfernte Saxophone. Und wie der Titel schon sagt, ging es hier um Fliegen, Flattern, Schnabeln, Piepsen – eine ganze Waldfauna oder ein Gefiederzoo plapperte und disputierte im Vogeldialog fröhlich durcheinander.  In jeder Himmelsrichtung steht ein Musiker. Die Saxophonisten agieren, reagieren und interpretieren.  Es gibt keine festen Regeln und je nach Raum und Akustik hört es ich immer anders an. Brillant vorgetragen und der persönlich anwesende Wallmann war sichtlich zufrieden mit der Interpretation.

Im Anschluss das Saxophonquartett von Lisa Streichs Madonna del Prato. Es ist 2012 entstanden und basiert – sehr entfremdet -  auf der Bachkantate „Komm, o Tod, du Schlages Bruder“. Dekonstruktiv,  ruhig, meditativ und kontemplativ plätschern die Wassernoten dahin und setzen sich ab wo sie grad Lust haben. Lisa Streich hat es als Hommage an Giovanni Bellinis Gemälde gleichen Namens komponiert.

Nach der Pause ging es weiter mit einer Uraufführung. Das Stück So Be it von Thierry Tidrow entstand 2016 und wurde für das Forseti-Quartett geschrieben.  Diese Interpretation war die vollendete Umsetzung eines genialen Stückes. Forseti, ist der Name eines nordisch/germanischen Windgottes und hier kam er voll zum Einsatz, der Windgott mit seinen Kindern und Nebengöttern. Die Musiker sprechen zum Teil in ihr Instrument, die Wörter wollen aber nicht bei uns ankommen, sie bleiben drin oder werden beim Versuch zu entkommen abgewürgt oder vom Wind weggetragen. Wie ein politischer Diskurs über Lautsprecher, der lärmend und unkontrolliert im Nichts verläuft, vorher aber Häuser und Gegenden verwüstet. Grandios!

Anschließend wurde es poetisch. Der Bonner Komponist Hans Thomalla (*1975) hat sein Werk Albumblatt II 2012 geschrieben. Hier geht es um Nostalgie und um Festhalten dieser, um Nachhaltigkeit von dem was war. Rhythmisch haltbare, zarte Klänge werden zu Gedichten, zum Poesiealbum der 50er Jahre und wie der Altsaxophonist Frank Riedel so passend sagte: „In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“!

Zweifeln Sie aber jetzt bloß nicht am Zeitgenössischen dieser Komposition!

Mit einem ihrer Lieblingsstücke ging das Konzert zu Ende. Reach Out von Dai Fujikura (*1977) entstand 2002. Permanenter  Saxophonwechsel hält die Musiker in Atem. Es beginnt ruhig und harmonisch, wird aber im Verlauf rockig und jazzig und man kann gut nachvollziehen, warum sie es gerne spielen. Dai Fujikura hat früher zur Gruppe Gruppe Guns N’Roses gehört.

Das Forseti Saxophonquartett ist 2005 entstanden. Alle vier Musiker, Magdalena Lapaj-Jagow, Sopransaxophon; Dom Childs, Sopran- und Altsaxophon; Enrico Taubmann, Sopran- und Tenorsaxophon; Frank Riedel, Sopran- , Alt- und Baritonsaxophon, waren Schüler bei Prof. Daniel Gauthier an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. In vielen Meisterkursen im In- und Ausland perfektionierten sie sich und setzen sich jetzt  hauptsächlich mit zeitgenössischer Musik auseinander.

Christa Blenk

 

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