KAP HOORN

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KAP HOORN

Jahrmarkt der Wünsche, Träume und Illusionen

Der Seefahrer Bartolomeu Diaz suchte 1477 einem Seeweg nach Asien und kam an diesen südlichsten Punkt von Afrika, wo zwei Ozeane zusammentreffen. Das stürmische Meer, häufiger Nebel und aus dem Wasser ragende Felsen machen diese Passage um das Kap der guten Hoffnung (Kap Hoorn) zu einem Abendteuer und haben so manches Schiff auf den Meeresboden verfrachtet.

Das Publikum muss hier zwar nicht um das Kap Horn fahren, aber ganz so leicht wird es ihm auch nicht gemacht, einen Platz einzunehmen. Jeder wird einzeln eingelassen und muss sich im Dunkeln durch ein Labyrinth schlängeln und sich einen Platz suchen. Und obwohl auf der Eintrittskarte keine Nummer vermerkt ist, tragen die Stühle solche. Das Wählen des Platzes gehört also schon zum Stück und bestimmt unser Glück bzw. Schicksal. Vom Platz aus wird der transparente Irrgarten zur Filmleinwand und hier reitet u.a. Aschenputtel, die mit den drei Haselnüssen, die jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten Kinder und Erwachsene verzückt, vor uns auf dem Weg in ihr Glück.

Napoleon hilft seiner Frau Josephine in den Zug und lässt sich auf der Fahrt vom Publikum bejubeln. Er ist der Zeremonienmeister und sie die Zirkusmanagerin. „Wer wollte immer schon stinkreich sein“,“Wer wollte gerne eine Ballerina werden? Oder Astronaut? Die Zuschauer sind da eher zurückhaltend, nur zwei träumten davon stinkreich zu sein, drei wollten eine Ballerina werden und einer Astronaut. Die anderen lügen, meint Josephine!

Dann gibt es noch das sprechende Pferd Antoine, das eigentlich aus Plastik und wie eine Kuh bemalt ist und viele originelle Ideen, Pop, Kitsch und schräge Auftritte, wie der vom Fantastischen Akkordeonorchester oder Outer Space. Der englisch-sprechende Napoleon ist auch für die Lotterie zuständig und die sorgt dafür, dass nach jeder Musikeinlage 2-3 Zuschauer in das Überraschungszimmer geschickt werden (was dort geschieht wird nicht verraten, denn sonst ist es ja keine Überraschung mehr). Nach ein paar Minuten kommen die meisten dann schmunzelnd wieder zurück.

Auf einem Rummelplatz passieren viele Dinge gleichzeitig, es wird immer lauter und greller und an jeder Ecke versucht jemand unsere Aufmerksamkeit auch sich zu ziehen. Eine Akkordeonakrobatin spielt mit den Zehen, Napoleon arbeitet am Boden wohl neue Angriffsstrategien aus, ein TEchniker versucht wohl erfolglos ständig etwas zu reparieren, Josephine bekommt nach dem Tod des sprechenden Pferdes Antoine kurz einen Pferdekopf verpasst und versucht sich zu der Saxophon spielenden Ballerina ebenfalls als solche, was aber kläglich endet. Dafür kann sie aber zaubern und vor allem singen. Mit rauchiger Stimme singt sie im fahrenden und von Napoleon angeschobenen Zug das Seemannslied La Paloma mindestens so gut wie das Hans Albers getan hat. „Cap Horn liegt auf Lee, jetzt heißt es auf Gott vertrau’n“. Später folgt dann die Hälfte der Zuschauer dem Posaunisten ins Labyrinth, während sich die anderen in den Zug setzen.

Zum Schluss wird es etwas ruhiger und die Solisten des Ensemble LUX:NM interpretieren gemeinsam zeitgenössische Musik bis die gefühlte Achterbahn zum Stehen kommt. „Auf, Matrosen, ohe! Einmal muß es vorbei sein. Einmal holt uns die See Und das Meer gibt keinen von uns zurück. ..Dann winkt mir der Großen Freiheit Glück.“

Sinn darf man keinen darin suchen, alles ist Traum und Schein.

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LUX:NM mit KOIKATE nach der Vorstellung

Diese Szenenische Konzert-Installation hat KOIKATE (ausgezeichnet Lea Waloschke und Sebastian K. König) zur Musik von Gordon Kampe arrangiert. Beeindruckend die Interpreten Florian Juncker (Posaune), Silke Lange (Akkordeon), Ruth Velten (Saxophon), Malgorzata Walentynowicz (Klavier), Wolfgang Zamstil (Cello) des Ensemble LUX: NM.

Kap HOORN ist noch am 22., 23. und 24. September im TD zu erleben.

Christa Blenk

 

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