11 septembre 2016 0 Commentaire

Theaterscoutings Berlin

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In Berlin gibt es unzählige freie Theater und Spielorte (was früher etwa ein off-off Theater war). Ein unübersichtliches und geniales Theaterchaos, das neu Hierhergezogene erst einmal aufnehmen und verstehen müssen. Hier hilft Theaterscoutings. Von Theaterleuten organisierte Touren zu Theater hot spots und Spielstätten im Zentrum Berlins. Gestern Nachmittag fand so eine Tour statt.

Die Theaterregisseurin und Künsterlische Leiterin der Spreeagenten Berlin, Susanne Chrudina, führt unsere kleine Gruppe zu drei freien Berliner Theatern in Kreuzberg/Mitte und spricht über Theaterangelegenheiten, Bedürfnisse, Freuden und Sorgen der Freien Theater, Künstler und Regisseure überhaupt:

Auf dem Programm steht ein Besuch des TAK Theater im Aufbau Haus; des Theaterhaus Berlin Mitte und des Theaterdiscounters in der Klosterstraße. Treffpunkt ist vor dem Modulor in der Prinzenstr. 85, ein wichtiger Ort für alle Regisseure und Bühnenbildner, wie uns Susanne Chrudina versicherte.

Erste Station das TAK im Aufbauhaus, gleich um die Ecke. Wir werden von der Direktorin Nicole Otte begrüßt, die uns in den abgedunkelten Theatersaal führt und mit den Worten « Theaterleute mögen ja kein Tageslicht » die schwarzen licht-undurchlässigen Vorhänge zurückzieht. Das TAK ist ein Ort der Begegnung, offen für Initiativen, für neue Projekte, für Ideen und Visionen. Der Zuschauerraum fasst an die 110 Personen und die Bandbreite geht von Lesungen über Theater, Tanz und Konzertevents bis zur Vermietung des Theaters für Konferenzen oder andere Veranstaltungen. Brisantes und großes Thema ist Migration und Interkulturalität mit geografischem Schwerpunkt auf den Nahen Osten. Sie erzählt über das Theater, die Finanzierungsprobleme und die Freude, zu den Unabhängigen zu gehören.

 

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Wir ziehen über eine Art Niemandsland und bei großer Hitze weiter zum Theaterhaus Berlin Mitte. Ein Produktionszentrum für Freies Theater. Der Probenort und die Plattform für Schauspieler und Gruppen schlechthin sagt uns Susanne Chrudina auf dem Weg dort hin. Hier gibt es 23 bezahlbare und vielseitige Probenräume. Schon für drei Euro/Stunde kann man hier einen Raum mieten und bei offenen Proben Meinungen und Kritiken einsammeln. Über 2000 Künstler und ca. 300 verschiedene Theaterprojekte entstehen dort oder werden dort premierenreif geprobt. Susanne Chrudina bringt uns direkt in das kleine Café und es begrüßt uns der Direktor Christoff Bleidt, der über die Geschichte des Hauses und über die gegenwärtige Situation erzählt. 1992 vom Bezirksamt Berlin Mitte als Theaterprobenraum gegründet, damals noch in der Rosenthaler Straße, musste das Theater einige Male umziehen. Zuerst in ein Elektrowerk später in eine ehemalige Grundschule am Koppelplatz. Seit 2009 sind sie jetzt hoffentlich für länger in dieser ehemaligen DDR Schule an der Wallstraße untergebracht. Hier dürfen wir kurz bei zwei Proben anwesend sein. Barbara Stevenson gibt uns einen Vorgeschmack ihrer 20-Minuten- one-womon-show „Happiness“ das sie auf eine Stunde ausbauen will, wie sie später sagt. Anschließend machen wir noch einen kurzen Abstecher in einen anderen Raum zu den Proben von DIE TAUBE ZEITMASCHINE, eine Deaf-History, gespielt von Gehörlosen und Hörenden für Gehörlose und Hörende, in Gebärdensprache, Lautsprachbegleitenden Gebärden und Lautsprache. Das Stück kommt am 13. September in Hamburg zur Aufführung. Hier herrscht Anspannung und höchste Konzentration und wahrscheinlich stören wir.

Die letzte Station an diesem Samstag Nachmittag ist der Theaterdiscounter. Auch hier empfängt uns der Leiter der Einrichtung, Georg Scharegg. Im TD werden eigene Stücke produziert, er ist aber auch offen für andere Produktionen, deutsche und internationale, klassische und zeitgenössische oder Performances. Gegründet 2003 in der Oranienburger Straße, hat der TD seit 2009 seinen Sitz jetzt in den Räumen des ehemaligen Fernmeldeamtes, ganz in der Näher vom Alexanderplatz. Wir gehen in den vierten Stock, vorbei an Werkstätten und Bühnenbildnern, denn dort läuft gerade die Probe für die nächste Premiere am 16. September von KAP HOORN, eine szenische Konzertinstallation von KOIKATE. Das sah sehr vielversprechend und spannend aus. Aber leider ist uns an diesem Nachmittag die Zeit davon gelaufen und wir müssen auf die Probenteilnahme verzichten. Ein Grund mehr, bei der Premiere am 16.9. oder einer der darauf folgenden Veranstaltungen (17. 22., 23. und 24. September – jeweils um 20.00 Uhr) dabei zu sein.

 

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KAP HOORN – Premiere am 16.9.

Diese Theatertouren sind eine win-win situation. Die Teilnehmer lernen das Theaterleben hinter den Kulissen kennen und werden hoffentlich zukünftige Zuschauer und Besucher in den freien Theatern von Berlin und überall!

Wir wissen jetzt auf jeden Fall, was wir nächstes Wochenende machen werden!

Christa Blenk

 

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