11. Internationaler Orgelsommer im Berliner Dom

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Es ist schon Tradition, dass im Juli und August die große Sauer-Orgel im Berliner Dom regelmäßig von bekannten und talentierten Organisten gespielt wird. Tradition ist auch die Kooperation mit dem Orgelwettbewerb Chartres. Dieses Jahr war das Festival dem 100. Todestag von Max Reger gewidmet.

Der Gewinner des diesjährigen Chartres-Wettbewerbes, Dexter Kennedy, kam zum Eröffnungskonzert am 1. Juli nach Berlin. Desweiteren traten der Starorganist aus den USA, Nathan Laube, auf sowie Daniel Zaretsky, Ute Gremmel-Geuchen und der Italiener Eugenio Maria Fagiano. Der junge Franzose Jean-Baptiste Monnot (*1984) spielte am 19. August ein rein französisches Programm mit dem Titel „Tour de France“. Er interpretierte Sagas I und VI von von Jean Guillou (*1944). Die Six Sagas sind 1971 entstanden und eine Hommage an die altisländische Sagenwelt. Eine Flucht, ein sich Überschlagen; es geht wild her in diesen Legenden und Guillou hat immer wieder Strawinsky zitiert. Giullou kennen wir aus der Pariser Zeit, genauer gesagt, aus den sonntäglichen Abendkonzerten in der wunderbaren Saint Eustache Kirche. Dort hat er immer um 18.00 Uhr für 30 Minuten Orgelwerke gespielt, manchmal auch seine eigenen, spannenden Kompositionen.

Weiterhin standen Werke von César Franck (1922-1890) auf dem Programm. Der französische Organist und Komponist Franck hat als erster sinfonische Werke für Orgel geschrieben; übrigens für den Orgelbauer Cavaillé-Coll, von dem u.a. auch der Berliner Domorgelbauer Wilhelm Sauer lernte. Monnet interpretierte den Choral in E-Dur, einen der drei Choräle, die Franck kurz vor seinem Tod 1890 komponierte.

Nicolas De Grigny (1672-1703) trug den Barockteil zum Konzert bei. Hier ließen sich Bach-Referenzen nicht vermeiden.

Weiterhin auf dem Programm stand das Prélude aus der Suite op. 5 von Maurice Duruflé (1902-1986). Hier hat Duruflé die ganze Dramatik des beginnenden 20. Jahrhunderts und der Zwei Weltkriege verarbeitet.

Die zweite Symphonie von Marcel Dupré (1886-1971) bringt die Orgelmusik an ihre Grenzen und in den Konzertsaal. Klangfarben, spielerische Passagen sowie Rhythmus stehen im Vordergrund; die Symphonie, aus der Monnot das Preludio, Intermezzo und die Toccata vortrug, entstand 1929 und gehört zu den mutigsten und innovativsten Werken Duprés.

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Jean-Baptiste Monnot begann mit 12 Jahren das Orgelstudium. Er lernte u.a. bei Bernhard Haas in Stuttgart und nahm an Meisterkursen von Jean Guillou teil. Von 2004-2014 war er Assistent von Jean Guillou in der Kirche St. Eustache. Zurzeit arbeitet er als Professor für Orgel am Konservatorium von Mantes-en-Yvelines (Paris)

Schöner und reicher Konzertabend!

Das letzte Konzert dieses Orgelsommers findet am 26. August um 20.00 Uhr statt; mit Musik u.a.  von Muffat, Bach, Reger; Interpret wird Andreas Sieling sein.

Christa Blenk

 

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