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No it is! – William Kentridge in Berlin

Kentridge 015

Vergehen, Verwehen, Verändern, Verzaubern, Verlieren

Als die Bilder laufen lernten oder: die Massendemonstration, die von einer Kaffeekanne aufgesogen wird.

William Kentridge ist einer der interessantesten zeitgenössischen Künstler. Berlin widmet ihm in diesem Jahr einen Theater und Kunstsommer. Im Rahmen des Festivals Foreign Affairs  sind im Martin-Gropius-Bau Filme, Zeichnungen, Objekte und Rauminstallationen zu sehen, begleitet wird dies durch Lecture-Performances, Theater- und Musikveranstaltungen an anderen Orten in Berlin.

Im ersten Raum läuft die Videoinstallation, die Kentridge dem französischen Film-Pionier Goerges Méliès (1861-1938) widmete (Seven Fragments for Georges Méliès). Auch Méliès hat mit dem in seiner Zeit zur Verfügung stehenden Techniken experimentiert. Kentridge tut das gleiche und lässt die Aufnahmen rückwärts abspielen. Der Kaffee läuft in die Maschine und der Malpinsel nimmt die getätigten Striche wieder auf und Bücher schlagen sich umgekehrt zu oder auf. Welt und Zeit stehen auf dem Kopf. Und schon ist sie wieder da, Kentridges Obsession: DIE ZEIT! Wieder steht sie im Raum, die Frage, ob man sie, die Zeit, zurückdrehen kann.

Bei dem Film Day for Night vermischen sich Ameisen mit Sternbildern und Journey to the Moon ist der Schlüssel zu seiner ganz persönlichen Wunderkammer. Hier gehen wir auf seinen Spuren durch sein Atelier. Arbeitsprozesse werden vorgestellt und das Hilfsmaterial wird präsentiert.  

Weiter geht es mit seinen in Johannesburg 1989 begonnenen Animationsfilmen, die anhand von Kohle oder Kreide entstanden sind.  Drawings for Projection sind Filme wie Felix in Exile (1994) oder Tide Table (2005). Sein Hauptprotagonist ist Soho Eckstein, ein nicht sehr sympathischer weißer Minenbesitzer, der Im Nadelstreifenanzug vor seinem Schreibtisch sitzt und immer reicher wird.  Ms Eckstein, so wie es aussieht, ist jung und hübsch und hat wohl ein Verhältnis mit Felix Teitlebaum. Diese Produktion ist genial gemacht und verändert sich ebenfalls durch Überwischen oder Überlagerung bzw. Ausradierungen (24 Bilder pro Sekunde im Film).

More sweetly play the Dance (2015) ist eine 44 Meter lange Prozession wie man sie vielleicht in New Orleans sehen und hören kann. Lebensgroße trommelnde Figuren, singende Skelette, tanzende Geräte vereinen sich zu einem Totentanz nach dem Gedicht Todesfuge” von Paul Celan. Eine Allegorie der Mühe und der Vergänglichkeit.

Die Video-Installation The Refusal of time (2012) beschließt die Ausstellung, aber dem Besucher fällt es schwer, zu gehen. Sie lässt ihn nicht los. In der Mitte steht The Elephant, nach einer Metapher von Dickens Hard Times, die über die Monotonie der Industrialisierung philosophiert.  Sie spuckt Bilder und Fragmente aus, begleitet von Metronomen, die wieder den Faktor Zeit ins Spiel bringen. Die Musik dazu ist von Philip Miller; die Choreografie von Dada Masilo. Diese Installation wurde auf der dOCUMENTA (13) gezeigt.

Medienübergreifende Geschichte, Buschmagie aus den afrikanischen homelands, Goyas Schwarze Malerei  oder die surreal-expressionistischen und witzig-beunruhigenden  Zeichnungen und Radierungen von Gerardo Aparicio standen hier Pate.

Kentridge, der eigentlich Anwalt, wie sein Vater werden wollte, beeindruckt nun mit seinen sprudelnden sozialen oder kritischen Ideen als Künstlerbotschafter die Welt.

Kuratiert hat die Ausstellung Wulf Herzogenrath. Sie ist noch bis zum 21. August im Martin-Gropius-Bau zu bewundern.

Don’t miss it – die Zeit rennt!

Christa Blenk

Kentridge in Rom am Lungotevere

Refuse the Hour

 

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