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Antonio Pappano dirigiert Panfili, Strawinsky und Tschaikowsky

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nach dem Konzert: Antonio Pappano mit Riccardo Panfili und der große Chor 

Neben Tschaikowskys Fünfter und Strawinskys Psalmensymphonie dirigierte Antonio Pappano an diesem ersten Wochenende im April die überarbeitete Fassung von Riccardo Panfilis l’Aurora probabilmente. Panfili hat dieses kurze, aber sehr heftige und aufregende Opus posthum dem großen Hans-Werner Henze (1926-2012) gewidmet.

Panfili, der aus einer ganz und gar unmusikalischen Familie kommt, entdeckte als 17-jähriger Henzes Musik, als er im Radio Fünf neapolitanische Lieder hörte. Zum einen seine Begegnung mit Hans-Werner Henze, der 2006 auf ihn aufmerksam wurde, als Panfili mit seinem Werk Danzario den ersten Preis des internationalen Kompositionswettbewerbs es Orchestra Nazionale di Santa Cecilia in Rom gewann, dann das Zusammentreffen mit Antonio Pappano, der seither schon mehrere seiner Kompositionen, darunter eben auch Danzario, in der Uraufführung dirigierte, fördern – abgesehen von seinem Talent – den gerade senkrecht in die junge zeitgenössische erste Komponistenliga eintretenden Panfili. Es war auch Panfili, der den 2012 verstorbenen Maestro Henze bei der Reinschrift von dessen letzten Werken An den Wind und Ouverture zu einem Theater unterstützte. Panfili war 2013 der erste Stipendiat der Hans-Werner Henze-Stiftung.

Gestern abend dirigierte der fabelhafte Antonio Pappano hier in Rom die leicht überarbeitete Version von L’Aurora probabilmente. Über der Partitur steht ein Zitat aus Nietzsches Morgenröhte. Es ist ein politisches Werk, das Panfili 2012 als  Auftragswerk der Mailänder Scala komponierte; u.a. eine Ausbeute unzähliger Unterhaltungen mit dem Maestro. Antonio Pappano stand bei der Uraufführung an der Scala wie auch gestern Abend am Pult.

In einem Interview, das Clemens Wolken mit Riccardo Panfili führte und das im Programmheft abgedruckt ist, sagt Panfili, dass er die Änderungen schon während der ersten Proben in Mailand beschlossen hatte, um einige Abschnitte der Komposition, die mit zu vielen metrischen Änderungen (à la Sacre di Strawinsky) vollgestopft war, spielbarer zu machen.

Das Werk beginnt mit einem gewittrig-aggressiven Donnerschlag, der das Publikum zehn cm vom Sessel hochhebt. Was dann kommt ist eine im permanenten Rhythmuswechsel voranschreitende schwierige Geburt eines elegisch-symbolischen Sonnenaufgangs, der orakelhaft die täglichen Tragödien aber auch Schönes prophezeit. Bisweilen ein Streit um die Vorherrschaft von Strawinsky, Ravel und Wagner aber dann in einem zarten Schluss Licht werden lässt! Kurze, beeindruckende, sehr klassische Komposition.

Nach diesem stürmisch-philosophischen Gewitter war die Psalmensymphonie von Igor Strawinsky (1882-1971) geradezu eine reinigende Erholung. Pappano hat sie sehr rhythmisch und flott dirigiert, begleitet von einem mit über 200 Personen besetzten Chor. Großartiges Erlebnis.

1930 als neoklassizistisches Auftragswerk für das Boston Symphony Orchestra komponiert, hat Strawinksy die Symphonie 1948 überarbeitet (diese letztere Version wurde auch gestern gespielt). Sie besteht aus drei Sätzen, von denen jeder die Vertonung eines alttestamentarischen Psalmes darstellt. Interessant hier die ungewöhnliche Orchesterbesetzung (keine Geige, nur Cello und Kontrabass, große Holz-und Blechbläserbesetzung, zwei Pianos und Perkussion (der Schlagzeuger war umwerfend und seine Performance glich einem Tanz!). Strawinsky hat hier seinen orthodoxen Hintergrund mitspielen lassen.

Antonio Pappano, der 1959 in Nähe von London als Sohn eines italienischen Musiklehrers geboren wurde, ist Musikdirektor des Royal Opera House London und seit 2005 auch bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Das römische Publikum liebt ihn – zurecht! – und schenkt ihm generell einen lang-anhaltenden Applaus.

Schönes Konzert, ausgezeichnete Stimmung!

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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