Quartetto Sincronie

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 Livia De Romanis, Agnese Maria Balestracci, Houman Vaziri, Arianna Bloise 

In Rom finden pausenlos an ganz unterschiedlichen Stellen oft die interessantesten Konzerte statt. Das einzige Problem ist: wie erfährt man davon?

Es gibt die Newsletter, die Zeitung oder Informationen auf Facebook und wenn man Glück hat, wird man von Freunden oder Bekannten in letzter Minute über so ein Ereignis informiert. Heute Abend war das so!

Die Gruppe Consorzio Liberi Musicisti ist Anfang des Jahres entstanden und besteht aus Musikern und Komponisten, die besondere Konzerte aller Stilrichtungen, aber mit Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik, ausrichten. Ende Februar 2016 hat das Eröffnungskonzert stattgefunden. Gestern Abend nun gab es in der Methodistenkirche in der Via Firenze in Zusammenarbeit mit der Kulturgesellschaft Dodekachordon die zweite Konzertveranstaltung und dazu kam das junge Quartetto Sincronie nach Rom.

Auf dem Programm stand ein Jugendwerk von Ludwig van Beethoven (1770-1827), das Quartett op 18 n. 3. Beethoven hat die sechs Quartette Op 18 von 1798 bis 1800 komponiert, damals lebte er schon in Wien. Er hat sie dem Prinzen Lichnowsky gewidmet. Das 3. Quartett war ursprünglich das erste und entstand schon 1798. Es beginnt ganz mozartianisch, deutet aber im Presto-Satz schon seine Fünfte und die Kreutzer-Sonate an.

Der zweite Teil dieses Konzertes war dem italienischen Komponisten Lino Liviabella (1902-1964) gewidmet. La melanconia, entstand 1955, als sich Liviabella gerade in einer depressiven Frustrationsphase befand. Federico Biscione schreibt im Programm, dass Liviabella, inspiriert und unter Einfluss durch die Lektüre von Romano Guardinis (1885-1968) Ritratto della malinconia (Portrait der Melancholie) und von Kierkegard Stadien auf dem Lebensweg dieses Opus komponierte. Die vier Sätze spiegeln seinen damaligen Seelenzustand wieder. Der erste beginnt mit einem Donnerschlag, drohend und dunkel, quälend. Der zweite Satz, tristemente sereno, hat mystische Ansätze, der dritte ist rhythmisch und beginnt mit einem nervösen Cello, ungeduldig, fantasievoll und der vierte schwankt zwischen lyrisch-elegisch und unruhigen Strawinsky-Referenzen. Ein schönes, ansprechendes Werk.

Viel verdienter Applaus und als Zugabe den ersten Satz aus Bachs „Kunst der Fuge“.

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Quartetto Sincronie nach dem Konzert

Lino Liviabella ist in Macerata in den Marken – dort findet jedes Jahr im Sommer ein Belcanto-Festival statt – geboren und in Bologna verstorben. Er war Pianist und Hochschullehrer und stammte aus einer Musikerfamilie. Sein Großvater schon war Schüler von Rossini, er selber bekam Unterricht von Ottorino Respighi in Rom und war Kantor am Dom von Macerata. Liviabella hat seinerzeit zahlreiche internationale Preise gewonnen, wird aber heute so gut wie nicht mehr gespielt.

Das italienische Quartetto Sincronie (Livia De Romanis, Cello; Arianna Bloise, Viola; Agnese Maria Balestracci und Houman Vaziri, Geige) ist 2011 entstanden, hat ein sehr gutes Niveau und man wird sicher noch öfter von ihnen hören. Sie sind schon mit dem Arditti Quartett auftreten und in Rom waren sie auch nicht das erste Mal. Sie sind sehr beschäftigt und Gast auf vielen Festivals. Unter vielen anderen Preisen haben sie 2012 den „Mendelssohn Cup „ gewonnen.

Und jetzt kommt der Insider-Tipp: Die Konzertreihe geht weiter mit einem Klavierduo am 16. April mit Werken u.a. von Brahms, Debussy und Grieg während das Konzert am 15. Mai ausschließlich der zeitgenössischen Musik gewidmet sein wird: mit Musik von Biscione, Cara, Coggiola, Cusatelli.

 
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Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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