15 mars 2016 0 Commentaire

Correggio und Parmigianino

parmigianino

Seit dem 12. März werden  in den Scuderien del Quirinale Bilder der zwei wichtigsten Maler der Schule von Parma im 16. Jahrhundert – Correggio (1489-1534) und Parmigianino (1503-1540) –  gezeigt.  Als Fast-Zeitgenossen von Raffael und mitten in der Hochrenaissance, bewegen sich diese beiden Richtung Manierismus und kurbeln ihn an, befassten sich mit der chiaro-scuro-Technik und kokettieren schon mit dem Barock.

Ein Großteil der Exponate, vor allem von Correggio, hat religiösen Hintergrund oder befasst sich mit der Mythologie, während von Parmigianino auch eine Reihe von ausgezeichneten Portraits zu sehen ist. Angereichert wird die Ausstellung mit einer  beachtlichen Zahl von hochwertigen Zeichnungen, Tuschearbeiten und Aquarellen.

Um 1516 kam Correggio nach Parma und wurde der Lehrer von Parmigianino. Beide sollten dafür sorgen, Parma künstlerlisch in die Liga von Venedig, Florenz oder Neapel zu befördern. In der Parma-Zeit entstand eines seiner wertvollsten Bilder  Noli me tangere (1518), das aus dem Madrider Prado nach Rom kam und schon von Giorgio Vasari hoch gelobt wurde. Über Karl V und Philipp II gelang es nach Spanien, wo es in El Escorial seinen Platz fand. Die Szene aus dem Johannesevangelium war eine immer wieder gemalte Szene in der christlichen Ikonografie. Hier kniet Maria Magdalena vor Jesus und will sein Gewand berühren oder seine Füße küssen. Jesus zeigt mit dem ausgestreckten Finder nach oben und macht eine abweisende Bewegung nach unten. Das Bild, obwohl renaissancehaft ruhig, bekommt durch die Diagonale eine Dynamik, wie sie sonst nur im Barock zu sehen ist.  Fast 500 Jahre später hat Pablo Picasso dieses Meisterwerk von Correggio in seinem Gemälde aus der Blauen Periode (La Vie, 1903) zitiert. Bei Portrait einer Dame aus der Petersburger Hermitage kann man den Einfluss vom etwas älteren Zeitgenossen Raffael (1483-1520) erkennen. Seine Fornarina blickt uns mit der gleichen Unschuld an. Correggios Venus, Merkur und Amor aus der Londoner National Gallery dokumentiert seine Auseinandersetzung mit der Mythologie.

Auch Parmigianino war von Raffael beeinflusst, jedenfalls war Giorgio Vasari (1511-1577) davon überzeugt. Mehr noch, angeblich soll er gesagt haben, dass der Geist Raffaels in den Körper Francescos (Parmigianinos) übergegangen sein soll…. Vasari ist überhaupt die wichtigste Quelle zu Parmigianinos Lebenslauf. Von ihm sind zwei seiner Hauptwerke in der Ausstellung zu sehen. Antea aus dem Capodimonte aus Neapel  und die türkische Sklavin, die sonst in Parma zuhause ist und weder türkisch noch Sklavin war, dafür ganz entgegen der Renaissanceästhetik rote Bäckchen hat und keck von unten nach oben blickt. Das Portrait eines Mannes mit Buch aus der York Art Gallery ist in der chiaro-scuro-Technik gemalt und hat endgültig mit der Idealisierung der Renaissance abgeschlossen.

Immer wieder haben beide Künstler das Thema der mystischen Hochzeit der Hl. Katarina aufgenommen (Beispiele sind in der Ausstellung reichlich vertreten). Im neuen Testament ist von Jesus Christus als Bräutigam die Rede. Es handelt sich hier um eine rein religiöse Vereinigung von Gott und einer Gott geweihten, irdischen Braut.

Antonio Allegri ist wahrscheinlich 1489 in Correggio geboren, daher auch sein Name, unter dem er später bekannt werden sollte. Er ist jung, 1534, verstorben, angeblich an körperlicher Erschöpfung, weil ihn seine ewige Geldknappheit zum Geiz brachte (Vasari erzählt darüber eine schöne Geschichte). Girolamo Francesco Maria Mazzola ist 1503 in Parma geboren, er sollte später seine Bilder mit Parmigianino signieren. Auch er ist sehr jung, 1540, also nur 36-jährig, verstorben.

Beide Maler werden zwar der Renaissance zugerechnet, gehören aber eher zum Manierismus. Umgang mit Farben, Formen und individuelle Darstellung von Personen, Dramaturgie in den Gemälden, setzen sich von der Renaissance-Malerei ab und machen so die Schule von Parma zu einer fünften (nach Venedig, Florenz, Rom und Neapel). Die Ausstellung gibt anhand von über 100 Exponaten aus zahlreichen Museen weltweit, einen guten Überblick über das Leben und Wirken und die Bedeutung für die Entwicklung Kunst in der Spätrenaissance.

In seiner Abhandlung über das Leben der Künstler schreibt Vasari über Correggio: …….. Jedenfalls kann man behaupten, dass kein Künstler die Farben besser zu handhaben wusste und keiner seinen Gestalten mehr Reiz und Rundung und insbesondre dem Fleisch mehr Schmalz zu verleihen verstand. ...und weiter hinten im Text ….die Kunst verdankt ihm unendlich viel, denn mit seiner  meisterhaften Behandlung der Farbe öffnete er den Lombarden gleichsam die Augen …  (Giorgio Vasari, Vite) Das nennt man Schwärmen!

Die Ausstellung, kuratiert von einem Experten der Parmaer Schule, David Ekersdjian, geht noch bis zum 26. Juni. Ekserdjian hat sich in den letzten 35 Jahren mit dem Studium dieser Schule beschäftigt und unzählige Artikel darüber verfasst, darunter eine Monografie über Correggio und eine über Parmigianino.

Die Beleuchtung in der Ausstellung selber ist nicht sehr gelungen und ermüdend.

parmigianino
 Ausstellungsplakat – (Parmigianino)

 Christa Blenk

 

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