Mord im Orient Express

Winter

 

Mord im Orient Express

Sidney Lumets Film ist ein Klassiker. Aber ist ein Film ein Klassiker wenn er schlecht altert? Wahrscheinlich nicht. 1975 wurde er mit einer absoluten und seltenen Starbesetzung (Albert Finney, Lauren Bacall, Ingrid Bergmann, Michael York, Jacqueline Bisset, Sean Connery, Anthony Perkins, Vanessa Redgrave, Richard Widmark) gedreht und sechs Mal für einen Oskar nominiert. Bekommen hat ihn schließlich dann nur Ingrid Bergmann für die Rolle einer dümmlichen Afrika-Missionarin, die eigentlich ein Kindermädchen war. Nicht mal sie hat überzeugt!

Lumet hat mit Albert Finney einen dümmlichen, uneleganten, schlecht englisch und schlecht französisch sprechenden und ständig parodierenden Hercule Poirot gemacht, der wie ein lauter Wadenbeißer durch den Wagon hetzt und kommt den Verdächtigen – und davon gab es wie immer viele – zu Nahe. Wie sehr vermissen wir Peter Ustinov, seine Außenseiter-Eleganz und den klugen Blick. Nicht mal Sean Connery oder Vanessa Redgrave konnten das noch retten; dafür ist der italienische Autohändler so wie sich das Publikum einen italienischen, permanent Unsinn quatschenden Autohändler wünscht. Klischee auf der ganzen Linie!

Ein Komödienstadl-Niveau – so wirkt der Filme heute auf uns und hätte er nicht diese Starbesetzung, würde kein Hahn mehr nach ihm krähen. So schade, ist doch die ironische Geschichte mit einem zweifelhaften vielleicht nicht ganz moralischen Ende von Agatha Christie (1890-1976) geradezu genial!

In diesem Film waren die weniger bekannten Nebendarsteller eindeutig überzeugender wie z.B. der Butler Mr. Beddoes (John Gilgud) oder der Zugbegleiter (Jean-Pierre Cassel). Und übrigens: den „Pick me up“ Drink gibt es wirklich. Es ist ein Cocktail aus Tabasco, Whisky und einem rohen Ei. Gelungen allerdings die Szene mit dem Zug im Schnee und das Freischaufeln (zum Glück hat der viele Schnell eine Aufklärplause nötig gemacht). Wunderbar die Kostüme.

Am 1. Januar habe ich hier in Rom eine Aufführung von Tod auf dem Nil genau aus diesem Grund kritisiert. Laut, hektisch, keine überlegene Ruhe, die nötig ist, um den oder die Täter ausfinden zu machen.  Hat sich der Regisseur vielleicht an Lumets Mord im Orient Express orientiert?

Christa Blenk

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Cesar Borja – hommage an Sir Richard Francis Burton

 

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