Silvesterbräuche

Gerardo Aparicio
(Gerardo Aparicio)

Silvester hat viele Gesichter

Jedes Land hat andere Bräuche und Sitten, um den Jahreswechsel zu feiern. Hier nur ein paar Beispiele:

In Italien zum Beispiel  ist es ganz wichtig, am 31.12. rote Unterwäsche zu tragen. Das erklärt auch, warum um die Weihnachtszeit die roten Dessous überall zu kaufen sind, und nicht selten unter dem Weihnachtsbaum liegen. Die meisten Italiener sind sogar überzeugt davon, dass das nur einmal getragene Teil am 1. Januar weggeworfen werden muss, um voll als Glückbringer zu gelten. Linsen muss man essen, am besten zu einer fetten Wurst aus der Emilia Romagna und in Rom – wenn man sich das zutraut – am 1. Januar von der Brücke Cavour in den schmutzigen Tiber springen.

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Einen der schönsten Bräuche gibt es in Spanien.  Am 31.12. um 24.00 Uhr vereint sich das Land, um zum Glockenschlag der Puerta del Sol 12 Trauben zu essen. Vendée_Nov2011 007Eine Stunde später dann passiert das gleiche nochmals auf den Kanaren  aber egal wo der Spanier sich aufhält, die Trauben müssen sein. Man sagt, dass man eine Traube pro Monat des kommenden Jahres isst, damit jeder Monat gut wird, aber wahrscheinlich geht es nur darauf zurück, dass bei den Weinbauern vor vielen Jahren ein Traubenüberschuss herrschte, der nicht ins neue Jahr sollte. Wie auch immer. Es ist unheimlich schön, um 24.00 Uhr mit der spanisch-sprachigen Welt die Trauben hinunter zu schlingen – aber aufpassen: für Kinder sollten sie vorher geschält werden und es empfiehlt sich, kleine Trauben auszusuchen. Eine Sekunde geht schnell vorbei und nach 12 Sekunden muss der Teller leer sein!

Die Franzosen lassen sich den letzten Tag des Jahres etwas kosten und feiern am liebsten ganz schick in einem schicken Restaurant – le Reveillon! Und wie schon zu Weihnachten, muss es Kaviar, Austern, Lachs, Krabben und andere Köstlichkeiten geben! Ein Konzert- oder Theaterbesuch käme auch in Frage und etwas Rotes sollte man auch in Frankreich tragen – das kann aber auch eine Halskette sein!

Biennale2013 185Wald Niederbayern

In den Bergen in Österreich oder in der Schweiz setzen sich die Bergbewohner furchterregende Masken auf und laufen durch den Schnee. In Wien wird natürlich in das neue Jahr reingetanzt – mit einem Walzer, versteht sich.

Die Griechen backen ihr Basiliusbrot in das kleine Geldmünzen mit eingebacken werden, und wer beim Essen auf eine Münze beißt, den erwartet viel Glück im kommenden Jahr (aber er muss evtl. zum Zahnarzt gehen).

Die Tschechen halbieren nach Mitternacht einen Apfel und fragen dann das Kerngehäuse wie das neue Jahr aussehen wird. Ein Stern bedeutet Glück, ein Kreuz Unheil.

Die Bulgaren hingegen laden sich dann gleich lieber einen Kirschbaumast auf den Rücken und tragen diesen – gute Wünsche äußernd – spazieren.

Auf der anderen Seite der Erdkugel, in Argentinien z.B. werden alte Unterlagen zerschreddert und die Papierschnitzel – wahrscheinlich weil es dort im Dezember nie Schnee gibt – anschließend aus dem Fenster gerieselt. Die Mexikaner hingegen stellen den Besen vor die Tür, um Altes und Unerledigtes nicht ins Neue Jahr mitzunehmen (oder um die Schnitzel der argentinischen Nachbarn wegzufegen!). Die Chilenen wiederum machen ihr Glück von der Farbe der Unterwäsche abhängig. Trägt man rot wünscht man sich Glück und Leidenschaft. Gelb hingegen sollte man tragen, wenn man lieber reich werden will und wer immer noch auf der romantischen Suche nach Liebe ist, der muss rosa tragen.

Mit der Farbe ROT  liegt man fast überall auf der Welt richtig. Außer in Brasilien – die tanzen ihre Samba lieber in Weiß gewandet.

Tempête sur Venus

Die Angelsachsen backen kleine Silvester-Fleischtörtchen (pies) die dann mit Freunden und Nachbarn verspeist werden und weiter über den großen Teich, wenn man das Glück hat in New York zu sein, kann man an der einzigartigen Silversterparty „Balldrop“ auf dem Times Square teilnehmen. Essen tut man eher einfach, denn ein simples Abendessen soll Wohlstand im neuen Jahr bringen.

Wir vertreiben die bösen Geister mit Krach in Form von aufwendigen Feuerwerken. Wenn man es allerdings ruhiger will und ein wenig abergläubisch ist, kann man sich beim Blei das kommende Jahr vorausgießen und dazu einen Krapfen essen.

Wo immer Sie sich auch aufhalten – ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch.

Christa Blenk

 

Und sollten Sie noch kein Menu haben, hier das Silverstermenu von Emanuel Borja mit Freunden in  Genf 1995 (auf spanisch!):

 

Hemos comido de todo y mucho:

- Sopa tipo consomé con « Pfannkuchen » a la bávara

- Langostinos, gambas con los salsas americana y alioli

- Queso manchego y brie

- Caviar auténtico (un poquito)

- Caracoles a la Lionesa

- Dos ensaladas, una de berros y otra de endivias con aguacate a salsa roquefort

- Mejillones a la manera del Rin (ricos)

- Paté francés de trufas

- Salsa tajini griega (June la ha traido)

- Salmón en abundancia de Escocia

- Rhumballs (bolas de chocolate con Ron de June)

- Mousse de chocolate de Christa

- Turrones

- Hemos liquidado cuatro botellas:

una de Faustino blanco, una de Pesquera, un Champán Rothschild, un Veuve Cliquot,

Tè verde, café y copa de cognac francés,

puros « Brevos » de Alfaro

FIN

 

 

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