Die Schöpfung

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vor dem Konzert (Foto: Christa Blenk)

Bevor die traditionelle Gospel-Saison zwischen den Jahren beginnt,  gab es gestern Abend noch einmal ein richtiges symphonisches highlicht!.

André Orozco-Estrada dirigierte das Orchester Santa Cecilia und man führte Haydns Schöpfung, ein echtes Schmankerl, auf. Das Oratorium entstand kurz vor 1800,  hat wunderbare Arien und keine einzige langweile Stelle. Die Quellen für das Libretto stammen einmal aus dem Buch Genesis, dem Buch der Psalmen und John Miltons Paradise Lost. Angeblich wurde das Libretto sogar schon für Händel geschrieben, der es aber nicht verarbeitete. Auf jeden Fall wurde es später, auf Veranlassung Haydns Gönner Gottfried van Swieten, ins Deutsche übersetzt.

Josef Haydn (1732-1809) reiste zwischen 1791 und 1895 einige Male nach London und entdeckte dort Händels Oratorien für große Besetzung. Zwei Jahre arbeitete so intensiv daran, dass er nach der Fertigstellung erkrankte.  Aufgeführt wurde Die Schöpfung erstmals am 29. und 30. April 1798 vor einer geschlossenen Gesellschaft im heute nicht mehr existierenden Schwarzenberg’schen Palais in Wien mit dem 66-jährigen Haydn am Pult.

Der Abend wurde in den Memoiren eines schwedischen Musikers wie folgt beschrieben: „Zwischen den Abschnitten brach jedes Mal stürmischer Applaus aus. Während der Abschnitte herrschte Todesstille. Am Ende der Aufführung riefen einige: ‘Wir wollen Papa Haydn!’ Schließlich kam der alte Mann auf die Bühne und wurde laut begrüßt: ‘Es lebe Papa Haydn! Es lebe die Musik!’ Alle kaiserlichen Majestäten waren anwesend und riefen zusammen mit der Menge: ‘Bravo!’“ Im Jahre 1800 wurde das Oratorium schließlich auch im Londoner Covent Garden aufgeführt.

Zwischen den Abschnitten hat sich gestern das Publikum zwar beherrscht, aber wirklich im wahrsten Sinne des Wortes. Man hat richtig gespürt wie sie immer losbrausen wollten, aber dann ist zum Glück schnell er nächste Solist aufgestanden und die Ruhe blieb erhalten; die Schöpfung vermittelt ja – vor allem wenn man das Werk nicht kennt – öfters mal, gerade vor dem Ende zu stehen.

Die drei tadellosen Erzengel-Gesangsolisten, die die 6 Tage der Schöpfung kommentieren, waren gestern die Mozart-Sängerin Christiane Karg (*1980) – Sopran – Gabriel/Eva, Benjamin Bruns, Tenor (Uriel), er ist an der Wiener Staatsoper und auch ein Mozart-Sänger und Günther Groissböck (*1976),  Bass – Raphael/Adam. Am besten hat mir der Österreicher Günther Groissböck gefallen, er ist ein wunderbarer Sänger mit einer geraden und gleichbleibend stabilen und runden Stimme. Baron Ochs und Sarastro gehören zu seinen Rollen.

Der Chor muss vierstimmig sein, aber das ist für den Chor von Santa Cecilia kein Problem, in voller Größe waren sie gestern präsent und das sind knapp 100 Sänger. Die kleine Passage des Amen am Ende hat eine Sängerin vom Chor übernommen. Der Chor hat eine wichtige Rolle und sehr schöne, wuchtige  und monumentale Passagen. Sie haben das sehr gut gemacht!

Der junge Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada ist öfter in Rom und wird hier sehr gemocht, verständlicherweise. Er hat sich auf die Wiener Klassik spezialisiert und deshalb konnte man hier für die Schöpfung auch keinen besseren finden! Vor knapp einem Jahr wurde er Musikdirektor beim Houston Symphony Orchester und übernahm ebenfalls letztes Jahr den Posten als Chefdirigent feim HR-Sinfonieorchester, wo er Paavo Järvi abgelöst hat.

Man hat noch Zeit am Montag oder am Dienstag Abend reinzugehen!

Christa Blenk

auditorium

 

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