Roma Festival Barocco: Corelli at his best

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Ensemble Sogno Barocco (Foto:© Ensemble Sogno Barocco/Paolo Perrone)

Geigen-Mythos Corelli

Das Ensemble Sogno Barocco gab gestern Abend der Kirche San Luigi dei Francesi im Rahmen des Roma Festival Barocco ein Konzert, das den Geigenwerken von Arcangelo Corelli (1653-1713) und Carlo Manelli ( 1640-1697) gewidmet war. In eben dieser Kirche waren beide  Anfang des 18. Jahrhundert tätig und führten die eigenen Werke vor einem sicher begeisterten Kirchenpublikum auf. Paolo Perrone, der Leiter und erste Geiger des Ensembles, hat darauf am Ende des Konzertes hingewiesen und damit die eh schon ausgezeichnete Performance nochmals aufgewertet.

Das Ensemble Sogno Barocco (Barock-Traum) spielt auf alten Instrumenten und befasst sich vor allem mit der Musik, die in und um Rom im Barock entstanden ist. Und traumhaft waren sie wirklich die fünf Interpreten, die  Geigenwerken von Corelli und Mannelli und den Einfluss dieser auf die französische Schule, wie Couperin, interpretierten. Corelli, selber auch ein ausgezeichneter Violinist und « Architekt » der Erneuerung und Entwicklung der (nicht nur der italienischen) Kammermusik; seine Viruosität wird als die Basis der Violintechnik im 18. und 19. Jahrhundert betrachtet. Aus der römischen Barockmusikszene ist er nicht wegzudenken.  Er war zuerst Schüler von Manelli und  von 1682 bis 1707 Konzertmeister in eben dieser Kirche.

Carlo Manelli war praktisch sein Leben lang in Rom und trug als Violinist den Beinamen  „Carlo del Violino“. Er war ursprünglich Corellis Lehrer wurde aber von ihm als erster Geiger abgelöst.

Der französische Organist und Komponist François Couperin (1668 – 1733)  « Le Grand » zählt in Frankreich zu den bedeutendsten Vertretern in der Organisten- und Cembalistenwelt. Er war auch Hofkomponist unter Ludwig XIV. 1724, Corelli war schon tot, hat er sie ihm, seinem großen Vorbild, gewidmet. Es kann als eine Art Versöhnungsgeste zwischen dem französischen und italienischem Vortragsstil angesehen werden. Couperin, der anfangs mit gesundem Neid auf Corellis Sonatenerfolg blickte,  beschreibt in ihr in fünf Sätzen den Aufstieg Corellis Seele zum Berg Parnasse.

Paolo Perrone fasst das so zusammen: Zu Couperins Zeit gab es in Frankreich eine sehr lebhafte Diskussion zwischen Anhängern französischer Musik und Befürwortern italienischer Musik. Es war ein bisschen wie heute beim Fußball: ich bin für diese Mannschaft und Du für die andere. Da gab es wütende öffentliche Briefe, endlose Streitereien usw. Und dann kam jemand, der versucht hat bei dem Ganzen zu schlichten und zu sagen: « Das hat doch alles keinen Sinn. Lasst uns doch lieber nach dem suchen, was schön ist in der italienischen und in der französischen Musik ». Und das war Couperin. Seine « Apotheose Corellis » ist eine Hommage an den damals berühmtesten Verteter der italienischen Musik. Parallel dazu hat Couperin auch eine « Apotheose Lullys » komponiert, der damals wiederum als Inkarnation der französischen Musik galt.

Aufgeführt wurden die Triosonaten 1, 2 und 3 von Corelli, die Triosonata 2 « La Fede » von Carlo Mannelli und eben François Couperins Triosonata « Le Parnasse, ou l’apothéose de Corelli » in H-Moll.

Die hervorragenden Interpreten Paolo Perrone (Barockgeige); Gabriele Politi (Barockgeige); Rebeca Ferri (Cello); Andrea Buccarella (Orgel und Cembalo); Francesco Tomasi (Teorbe); Matteo Coticoni (Barock-Kontrabass) sind perfekt aufeinander eingespielt und versprühten eine leichte aber sehr solide Harmonie, die sich auf die Zuhörer übertrug und alle 10 cm über der Erde schweben ließ.

Dieses Programm hat das Ensemble auch beim Festival Tage Alter Musik in Herne vorgestellt.

Als Zugabe ein Ausschnitt aus Couperins « Apothéose de Lully » – dem Zwilling zu seiner « Apothéose de Corelli ». Beide haben erzählerischen Inhalt – Corelli und Lully begegnen sich auf dem Parnass und Couperin kommentiert!.

Die Kirche der Franzosen (San Luigi dei Francesci) wurde Anfang des 16.  Jahrhunderts von der französischen Gemeinde erbaut (Renaissance-Barock). Sie beherbergt außer zwei Meisterwerken von Caravaggio viele andere Preziosen (Reni, Raffaello) und hat eine ausgezeichnete Orgel, die Joseph Merklin Ende des 19. Jahrhunderts erbaute.

Samtiger Konzertabend, aus dem man glücklich und bereinigt herausschwebt (Bemerkung einer Zuhörerin)!

Christa Blenk

 

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