Henry Moore

 

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 Arbeitsmodell liegende Frau für die UNESCO, Paris
Tate Gallery

Seit 25. September sind in den Dioklezian-Thermen Aquarelle, Zeichnungen und Lithografien, natürlich auch monumentale sowie kleinere Skulpturen dieses erfolgreichen englischen Bildhauers Henry Moore (1898-1986) ausgestellt. Die großen Aulen der Thermen eignen sich sehr gut dafür und die Bronze-Skulpturen behaupten sich ohne Probleme in den hohen alten Mauern, auch wenn die Beleuchtung manchmal zu wünschen übrig lässt.

Seit der letzten Ausstellung in Venedig vor 20 Jahren hat man in Italien Henry Moore nicht mehr zu sehen bekommen, abgesehen davon natürlich, was permanent hier verweilt.

Moores monumentale Werke ab den 60er Jahren sind uns allen bekannt, sind sie doch in Europa fast schon zur Standardausrüstung für öffentliche Plätze oder Gebäude geworden. Die zum Teil vorbereitenden Zeichnungen oder Aquarelle und vor allem seine Arbeiten während und nach dem zweiten Weltkrieg hingehen, sind sehr interessant und zeigen den Bildhauer von einer anderen, sehr sensiblen, Seite. Hier sehen wir einen Henry Moore, der durchaus von Picasso, De Chirico, Arp natürlich oder den Surrealisten beeinflusst war und der in seinem Alterswerk fast nur noch Mutter und Kind Kreationen schaffte.

Eine der wenigen Skulpturen die nicht dem (weiblichen) Körper gewidmet sind, ist die Bronze “Nuclear Energy” , die hier in Miniatur-Ausgabe zu sehen ist (das Original steht in Chicago und ist über vier Meter hoch). Der italienische Nuklearphysiker Enrico Fermi hatte ein erstes erfolgreiches geheimes Experiment in Richtung Atombombe durchgeführt und die Lehrerschaft der Chicago University bat Moore, diesen Erfolg zur „friedlichen“ Nuklearforschung als Kunstwerk festzuhalten. Sicher hat der Künstler Moore die friedliche Intention zu diesem Zeitpunkt geglaubt und hat sich sehr geschmeichelt gefühlt, dass man ihn dafür ausgewählt hatte, einen Moment der Atom-Geschichte in einer Skulptur festzuhalten.

Der menschliche Körper – nicht der Kopf, der ist für Moore unbedeutend, wenn man von der Größe ausgeht die er einem Kopf zugesteht, steht immer im Mittelpunkt und die viel zu kleinen Köpfe lassen die großen voluminösen Körper fast (bewusst) aufgequollen und massig erscheinen. Moores Körper werden mühelos zu Landschaften so wie er aus allen was er anfasst, ein Mutter-Kind-Werk schaffen kann. Seine Frau Irina erlitt mehrere Fehlgeburten, bevor 1946 ihre Tochter zur Welt kam. In der Folge schuf er jahrelang unzählige Mutter-Kind-Konstellationen. „I discovered, when drawing, I could turn every little scribble, blot or smudge into mother and child” sagte er 1968.  Sein Werk ist die Metamorphose schlechthin!

Während seine – meistens liegenden - Skulpturen eine große Ruhe ausstrahlen, bedrücken die Zeichnungen oder Lithografien, vor allem die während und nach dem Krieg entstandenen. Die Arbeiten, die in seinen letzten Lebensjahren entstanden, haben etwas auf den Tod hinweisenden. Sie bestehen fast nur noch aus Löchern und Zwischenräumen.

Moore hat beide Weltkriege miterlebt. 1917 wurde er mit 18 Jahren noch eingezogen, später heiratete er Irina und bezog mit ihr ein Studio im Londoner Stadtteil Hampstead, wo damals die Avantgarde (das Bateau Lavoir von London) angesiedelt war und Moore machte die fruchtbare Bekanntschaft von Barbara Hepworth, Ben Nicholson und Naum Gabo.  Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sie aus Hampstaed weg, da ihre Wohnung bombardiert war und sein Leben wie sein künstlerischer Stil änderten sich. Aber schon in den 50er Jahre begann sein künstlerischer Aufstieg, Moore nahm an allen wichtigen Kunstmessen teil und wurde einer der ganz Großen.

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Mutter und Kind (1980) – Aquaforte auf Papier
Schenkung von Henry Moore an Tate

Bis zum 10. Januar 2016 ist die Ausstellung noch zu besichtigen.

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Christa Blenk

 

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