Arturo Noci

La belle époque – römische Jahre des eher unbekannten Malers Arturo Noci (1876 -1953)

Die Galleria d’Arte Moderna zeigt zur Zeit Portraits und Gemälde aus der Zeit zwischen 1897 und 1923, die römischen Jahren von Noci. Es  ist die erste Ausstellung in einem Museum dieses  italienischen Malers der Belle Epoque. Ein Großteil der Exponate stammt aus  privaten Sammlungen. Noci war um die Jahrhundertwende bis zu einer Ausreise in die USA ziemlich bekannt, ein allseits gefragter Portraitist  und hat viele Persönlichkeiten des Jet sets, darunter Kinostars wie Pina Menichelli gemalt. Hier posiert sie als femme fatale und zieht den Betrachter wie ein Magnet in ihren Bann.

ritratto di Pina Menichelli - 1920 - Privatsammlung
ritratto di Pina Menichelli – 1920 – Privatsammlung

Anfang des 20. Jahrhunderts schon  gab es in Trastevere das Restaurant « La Cisterna » (es wurde 2014 nach dem Tod des Sammlers und Besitzers Fausto Simmi geschlossen). Simmi, der im Alter von 92 Jahren letztes Jahr verstarb,  hatte das Restaurant, die Sammlung und den Geist von seinem Vater geerbt, der in Nocis römischen Jahren eine Art Salon für Intellektuelle und Künstler in seinem Restaurant betrieb.

Nocis Portraits sind auf den ersten Blick durchaus akademisch oder sind dem Divisionismus zuzuordnen (wie eines seiner bekanntesten Portrait « L’arancio » aus 1917). Konzentriert man sich allerdings auf die Gesichter oder auf die Art wie er den Pinsel ansetzt, hat er durchaus expressionistische Ansätze, wie z.B. das Portrait der Pina Menichelli oder das Ganzkörperportrait von Soava Gallone aus 1916. Ich musste an Nolde denken (der übrigens im gleichen Jahr, 1874, wie Noci geboren wurde).  Unzweideutig hat er die deutschen Expressionisten gekannt oder natürlich die Frühwerke der italienischen Futuristen, die ihn – allen voran Gino Severini  – der ihn allerdings eher verachtete und seine Gemälde  ranzig und anachronistisch schimpfte.

Geboren in die Belle Epoque hinein, beeinflusst vom Dandyismus, geprägt von der akademinischen Malerei des 19. Jahrhunderts, belächelt von den Futuristen war  Noci einer der Begründer der  Römischen Sezession. Viele der Exponate werden zum ersten Mal ausgestellt. Sie stellen eine  wunderbare Chronik der mondänen römischen Gesellschaft  im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts das, während in Frankreich der Kubismus Furore machte und die Italiener den Futurismus erfanden und bei uns die Expressionisten wüteten.

Arturo Noci kam aus einer Künstlerfamilie und durfte schon früh mit dem Kunststudium beginnen. Obwohl er sich ursprünglich sehr für die Landschaftsmalerei interessierte (1904 schloss er sich der Gruppe XXV della campagna romana an), entdeckte er um die Jahrhundertwende das Portrait. Er wurde so etwas wie der Starfotograf in Rom und in Europa – sogar der König von Siam ließ sich von ihm portraitieren, dazu reiste Noci extra nach Baden Baden. Eines seiner Hauptwerke, entstanden in der römischen Sezession, ist ein Portrait des Kinostars Lyda Borelli, sogar  Enrico Caruso hat sich ihm anvertraut. Dieses Portrait ist aber in der Ausstellung nicht zu sehen.

Bis zu seiner Ausreise in die USA 1923 hat Arturo Noci regelmäßig an der Biennale di Venezia teilgenommen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat er dann weiterhin „the rich and the beautiful“ portraitiert. 1953 kam er durch einen Unfall ums Leben.

Christa Blenk

 

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