Klavier- und Geigenkonzert in der Sala Palestrina

 

Gestern Abend fand im ehemaligen Palazzo Pamphilj in der Sala Palestrina ein spritziges Konzert mit Musik aus der neuen und der alten Welt statt.

In großer Abendrobe spielten sich die brasilianische Geigerin Tania Camargo Guarnieri und die Mailänder Pianistin Maria di Pasquale durch das 19. und 20. Jahrhundert mit Musik von Brahms, Bruch, De Falla, Villa-Lobos, Camargo Guarnieri und Paganini.

Ich war besonders auf Manual de Falla und seine Suite popular española gespannt, weil ich diese in Spanien sehr oft gehört habe und wirklich gut kenne – allerdings immer nur mit Klavier und Sopran (die wunderbare Victoria de los Angeles). Tania Camargo hat das gut hinbekommen, die temperamentvolle Pianistin hat sie aber zuweilen ein wenig überspielt. Die zarten und so schönen Zupftöne waren nicht immer oder nur teilweise zu hören. Ich bleibe deshalb bei der Stimmversion dieser schönen Suite.

Sehr schön die Bachianas Brasileiras von Heitor Villa-Lobos und entdeckt haben wir den brasilianischen Komponisten Mozart Camargo Guarnieri (1907-1993).

Als Kind italienischer Einwanderer 1907 in Sao Paulo geboren, ging er 1938 als Preisträger nach Paris und studierte u.a. bei Charles Koechlin und Nadia Boulanger Kontrapunkt, Komposition, Musikästhetik und Orchesterleitung. In den 40er Jahren reiste er in die USA, erhielt vielzählige Kompositionsaufträge und war als Dirigent sehr gefragt, ging aber später wieder nach Sao Paulo,  um Direktor des Konservatoriums zu werden. 1992 wurde er mit dem Titel « größter zeitgenössischer Komponist der drei Amerikas » ausgezeichnet.

Seine eher konventionelle, die Zwölftontechnik ablehnende Musik ist versetzt mit den klassischen Elementen der brasilianischen Volksmusik, aber auch sehr geprägt von der Spätromantik (ich habe bei dem Stück Sertaneja für Klavier und Geige eine klare Referenz auch an Wagner herausgehört). Mit dem vier-Minuten-Stück für Klavier  Dança Negra und Encantamento für Klavier und Geige hat er Jazz und Blues eine interessante Hommage gezollt.

Aber richtig begeistert waren die Italiener natürlich bei Niccolò Paganinis Sonata n. 6 in la Maggiore.

Sehr charmant und intensiv Tania Camargo Guarnieri, die alles ohne Noten gespielt hat;  sie ist übrigens die Tochter von Mozart Camargo Guarnieri und hat ein umfangreiches Repertoire der Musik im 19. und 20. Jahrhundert. Die temperamentvolle Italienerin Maria Di Pasquale hat sich auf südamerikanische Musik spezialisiert. Zusammen haben sie eine schöne Performance hingelegt. Das Publikum hat sie sehr gefeiert!

 

Christa Blenk

 

 

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