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AIDA (ohne Elefanten), Limoncello und die Sixtinische Kapelle

Artikel für AA Intern

Jonas Kaufmann in der Villa Almone

Bracciano
AIDA  (ohne Elefanten), Limoncello und die Sixtinische Kapelle

Schon seine Begrüßungsworte verraten ihn als Tenor. Niemand füllt einen noch so großen Raum mit zwei Wörtern so aus wie ein Opernsänger. Jeder Satz hört sich wie Musik an und man wartet darauf, dass sie einsetzt.

Am 27.02. hat Jonas Kaufmann den Radames in der AIDA in Rom gesungen. Für ihn seine erste AIDA und dann auch noch konzertant! „Das tut der AIDA gut“, sagt er „wenn man mal nur die Musik hört“. Diese grandiose italienische „ägyptische“ Oper ist sicher eine der am meisten gespielten. Elefanten und eine ausschweifenden pseudo- ägyptischen Pomp Inszenierung und einem 200 Personen Chor gehören dazu. Giuseppe Verdi wollte ursprünglich diesen Auftrag gar nicht annehmen, 150 000 Franken, soviel war bis dahin nie für ein Auftragswerk bezahlt worden, überredeten ihn aber letztendlich doch. Schon Wochen vorher war die Vorstellung in Rom im 2700 Personen fassenden Auditorium komplett ausverkauft. Am Pult Antonio Pappano mit einem aufseheneregenden Staraufgebot.

Botschafter und Frau Schäfers nutzten also diese Gelegenheit und organisierten kurzfristig ein Essen am Vorabend der Aufführung. Geladen waren außerdem noch der künstlerische Leiter der Oper Rom Maestro Alessio Vlad und der Botschafter von Finnland, ein großer Opernfan. Und obwohl er sonst vor einer Vorstellung keinen Alkohol zu sich nimmt, hat er den hausgemachten Limoncello mit Zitronen aus dem Garten der Villa Almone doch gekostet und war begeistert. Dies war schon das zweite Mal, dass dieser ausgesprochen sympathische und Allüren-freie Weltstar Gast in der Residenz von Botschafter Schäfers ist. Nur der Ort war nun Rom und nicht das Palais Beauharnais in Paris, wo die beiden sich 2010 kennen lernten, als Botschafter Schäfers  zu Ehren des damaligen Außenministers Guido Westerwelle einen Empfang ausrichtete und Jonas Kaufmann, der gerade in Paris weilte und mit der Rolle des Florestan in Fidelio das Pariser Opernpublikum begeisterte, dazu kam (mit der Metro).

Obwohl Jonas Kaufmann sonst von einem Termin zum anderen jagt und die nächsten fünf Jahre ausgebucht ist, gönnte er sich eine Woche in Rom, um zugleich diese AIDA auf CD aufzunehmen. 6 Tage lang hat es gedauert,  das ist aber nicht viel, zu Karajans Zeiten hat so etwas bis zu 3 Wochen gedauert, klärt er uns auf. Er flanierte durch Rom wie schon als 18-jähriger, als er sich in diese Stadt verliebte. Italienisch spricht er perfekt und schwärmt vor allem von einem Privat-Besuch in der Sixtinischen Kapelle. Für Museumsbesuche hat er sonst keine Zeit. Das ist der Nachteil, wenn man so gefragt ist.

Kaufmann kommt aus einer musikalischen Familie und hat als Kind schon immer die Schallplatten seines Großvaters gehört. Auf  Wunsch seiner Eltern hat er aber zuerst etwas „Gscheit’s“, nämlich Mathematik, studiert, bevor er Gesangunterricht nahm. Die Mathematik ist jetzt ganz nützlich, um die vielen Termine unter Kontrolle zu halten. Seit ein paar Jahren ist er der bekannteste und gefragteste Tenor überhaupt. Jonas Kaufmann hat Glück mit seiner Stimme, er kann fast alles singen. Früher eher  lyrischer, singt er in letzter Zeit immer mehr  Spinto-Tenorrollen, wie den Radames in der AIDA. Vielleicht wird er irgendwann auch Baritonrollen übernehmen, die nötigen Farben dafür hat er.  Die Oper nach 1945 interessiert ihn zum jetzigen Zeitpunkt weniger. Im Moment fühl er sich bei Verdi und Pucini recht wohl, Verdi zu singen sei wie Öl für die Stimmbänder -  nach einer Wagner-Aufführung.

Die italienische Presse hat Kaufmann im Vorfeld der Aufführung schon als „il tenore!“ bezeichnet. Ein größeres Kompliment kann er wohl aus dem Land der Tenöre nicht bekommen.

Am Tag nach der Aufführung ist er nach New York weitergejettet, um dort den Don José in Carmen an der MET zu singen. Dann geht es weiter nach Salzburg zu den Proben für die Osterfestspiele. Auf dem Programm steht natürlich etwas Italienisches: Pagliacci und die Cavalleria Rusticana mit Christian Thielemann. Also nichts wie hin!

Christa Blenk

 

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