Terra e Motus

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Nando Citarella und seine Gruppe « I Tamburi del Vesuvio » im Auditorium Paco della Musica am 21.02.2015

Die meisten Mitglieder seiner großen Musik-Familie gehören  sicher schon seit 1994, seit der Gründung seines Ensembles, mit dazu. Jedenfalls vermitteln sie den Eindruck, dass sie Ihr Leben und Ihre Kunst miteinander verbringen.

1959 ist Nando Citarella in der Provinz von Salerno geboren, in Kampanien, und dort beginnt auch die Reise, auf die er uns einlädt, ihn zu begleiten. Es geht von Neapel  durch Kampanien, Kalabrien, Sizilien, Italien und Sardinien, über das Meer nach Afrika und in die ganze Welt – vielleicht sogar ins Universum! Er hat keine Berührungsängste die unterschiedlichsten Rhythmen und Klänge zu fusionieren und: sie passen immer zusammen.

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Antike Lieder und neue Einflüsse gehen ineinander über. Der Sound der südafrikanischen Djembe passt genau so gut zum Klang eines Dudelsackes wie die Geige zum Klavier. Die Tänzerinnen (wunderbar und beeindruckend Anna Cirigliano) wurden vom Klang der Instrumente und vom Rhythmus getrieben und wenn es nicht so perfekt gewesen wären, hätte man es als pure Improvisation ansehen können, so frei und gelöst und glücklich schienen sie.

Neapel, Kalabrien und Sizilien haben eine italienisch-französisch-spanisch-arabische Vergangenheit  (nicht nur musikalisch gesehen) und dementsprechend ist die Volksmusik in Süditalien geprägt. Sehr beeinflusst vom spanischen Flamenco, der gewisse arabische Wurzeln nicht verleugnen kann, von der Musik aus der „Neuen Welt“ wie Brasilien,  Kuba oder Indien und natürlich von den genialen afrikanischen Trommeln. In diese religiös-pagane und rituelle Mittelmeerraum-Welt schleicht sich noch die Musik der Renaissance ein und wenn dieser explosive und rauschende Cocktail dann um den Vesuv herum mit seinen beunruhigenden Eruptionsgeräuschen und Pulsationen gemischt wird, reicht das Wort Enthusiasmus nicht mehr aus um zu beschreiben, was gestern Abend im Auditoirum Parco della Musica veranstaltet wurde.

Diese Großfamilie, mit Nando Citarella als Motor, ist auf der permanenten Suche nach neuen und alten Musik-Tendenzen und Rhythmen, sammelt und saugt  Melodien auf und verbindet diese mit modernen Klängen und Experimenten. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die populäre Musik zu erhalten, zu erneuern und zu verbreiten. Gestern Abend jedenfalls mit einem riesigen Erfolg. Trommeln und Perkussion in allen Varianten, ein Dudelsack, eine Laute, eine Maultrommel, klassische Instrumente, Sänger und Tänzer und ein Zeremonienmeister, der eine sehr eigenwillige Art zu dirigieren hatte.  Dabei sah alles so leicht aus und aus diesem Grunde hat das Publikum auch ohne Probleme mitgespielt (ich bin aber sicher, dass die meisten der Anwesenden aus Süditalien kamen und diese Tänze schon einmal selber getanzt oder wenigstens gesehen hatten).  Irgendwann hat sich das Publikum nicht mehr halten können und hat ebenfalls angefangen zu tanzen. Es war unglaublich  natürlich und so sympathisch!

Gestern  mit von der Partie waren: Nando Citarella – Gabriella Aiello – Valerio Perla – Carlo »Olaf »Cossu, Pietro Cernuto – Claudio Monteleoni – Pietro Pisano, Raffaella Coppola – Nathalie Leclerc als Sänger und Tänzer und außerdem  Badù ‘Ndiaje – Massimo Carrano, Giovanni Imparato, Arnaldo Vacca, Umberto Vitiello, Valerio Perla, Raniero Bassano, Andrea Caroselli, Ernesto ‘o duttore,  Roberto Giummarra, Gabriele Gagliarini, Simone Pulvano, U Papadia, Micaela Bernardini, Paolo Modugno, Maurizio Trippitelli, Les Cymbaluse und viele mehr.

Der Musiker, Schauspieler und Fachmann für traditionelle und populäre Musik  Nando Citarella hat u.a. auch bei Linsday Kemp und Dario Fo gelernt und mit ihnen zusammen gearbeitet.  Aber was er hat, kann man nicht lernen – so wird man geboren!

Fast drei Stunden Rhythmus, Energie und Lebensfreunde. Zum Schluss artete das Ganze in ein Gemeinschaftsprodukt mit dem tobenden Publikum aus! Wir haben uns selten so amüsiert.

P1210667 das Publikum tanzt mit

Christa Blenk

 

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