Barock-Konzert in der Sala Palestrina

P1200313 Vorweihnachtliches Barockkonzert im Palazzo Pamphilj für Cembalo und Querflöte

Die Konzerte im ehemaligen Palazzo Pamphilj in der Sala Palestrina sind schon allein wegen des Aufführungsortes etwas Besonderes. Immerhin handelt es sich hier um den ersten Saal der Santa Cecilia in Rom. Die Akustik ist umwerfend und die Töne  fliegen durch den Saal und regnen auf uns nieder. 

Wenn aber  dieser wunderbare Saal auch noch zwei grandiose Musiker wie Livia Lanfranchi und Alessandro Santoro beherbergt und das Programm auf die beiden Instrumente, Cembalo und Querflöte, abgestimmt ist, dann stimmt wirklich alles.

Die beiden brasilianischen Musiker haben mit sehr viel Sorgfalt  dieses erlesene Programm für den gestrigen, dem Barock gewidmeten Abend, zusammen gestellt. Aufgeführt wurden die „Sonata in mi minore, BMW 1030“ für Cembalo und Flöte“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750), zwei hinreißende Stücke von Girolamo Frescobaldi (1583-1643) „Capriccio IV“ und „Centro Partite sobra Passacagli“ komponiert 1624 und 1637, von Georg Friedrich Händel (1685-1759) die „Sonata op I Nr. V in sol maggiore HWV 363b“, die „Partita in la minore“ nur für Flöte von Bach und zum Schluss ein ausgesprochen schön-tänzerisches Stück von Jean-Marie Leclair (1697-1764), die „Sonata VII in sol maggiore“ .

Langsam und getragen und dann wieder virtuos-spritzig holte Livia Lanfranchi die Musik aus ihrer Barock-Querflöte. Sie vermittelte Ruhe und Ausgeglichenheit wie sie da stand mit ihrem weißen Schal, der das Mathematische an der Musik noch unterstrich und sie fast wie ein Portrait erscheinen ließ. Sie ist in Rom geboren und hat am Konservatorium Santa Cecilia Querflöte studiert. Barock ist ihr Leben. In Basel, Trossingen und Den Haag hat sie ihre Studien fortgesetzt und dort ihren Master gemacht.  Jetzt lebt in Brasilien, wo sie u.a. auch Masterclassen abhält. Sie und Alessandro Santoro kamen extra für dieses Konzert nach Rom.

Alessandro Santoro verzauberte und überraschte das Publikum vor allem mit  dem Frescobaldi-Stück, abwechselnd mit filigranem Zirpen und kräftigen Tönen flog er über sein Cembalo, während Livia statuenhaft und zurückhaltend umblätterte. Er ist einer der großen Cembalisten zur Zeit! In Rio de Janeiro geboren, hat Santoro in Moskau bei Elena Richter am Tschaikowsky Konservatorium Klavier studiert und war später, wie Livia Lanfranchi, in Den Haag, wo die beiden sich auch kennen lernten. Beide haben schon mit Weltklasse Orchester und Gruppen musiziert. Santoro gewann 2005 den Diaspso nd’Dor. In brasilianischen und südamerikanischen Orchestern spielt er zur Zeit auch das Cembalo.

Bei der galanten Sonate von Jean-Marie Leclair bewiesen die beiden dann nochmals ihr präzises Zusammenspiel.

P1200316 Abgerundet wurde dieser harmonische und schön klingende Abend bei einem Vin d’honneur in der Galleria di Cortona, ein länglicher von Borromini entworfener Saal mit umwerfenden Deckenfresken des großen Piero da Cortona.

Der Palazzo Pamphilj liegt an der Piazza Navona und ist heute die brasilianische Botschaft, die auch zu diesem ausgezeichneten Konzert geladen hatte. Erbaut im Hochbarock um 1650, hat der Pamphilj Papst Innozenz X  das schon um 1470 erworbene Haus durch Borromini umbauen lassen und die Deckenfresken durch Pietro da Cortona in Auftrag gegeben. Angeblich wurden dabei ältere Fresken, die dem Papst nicht gefielen, übermalt. Seit 1920 hat die brasilianische Botschaft in diesem Palast ihre Diensträume und 1961 kauften sie es schließlich. Es ist mit dem Palazzo Farnese sicher eine der schönsten Botschaften in Rom. Bei Veranstaltungen darf das Publikum die vielen Preziosen und Fresken ebenso besichtigen.

Christa Blenk

 

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