Marcello Morandini

P1180376 Marcello Morandini

Keine Kompromisse: die schwarz-weiße Welt von Marcello Morandini

Haifischzähne, Kaffeekanne oder Wolkenkratzer! Plastik, Acryl und Holz versus Strenge, Vertrauen, Dynamik und Nachhaltigkeit.

Die GNAM (Galleria Nazionale d’Arte Moderna) füllte das Sommerloch mit einer Ausstellung über Marcello Morandini. Das Leben des 1940 in Mantua geborenen italienischen Designer und Architekten  besteht aus schwarz-weißer Geometrie: Streifen, Kreise, Linien, op-art. Kunst studierte er in Varese und arbeitete anschließend als Designer und Grafiker in einem Werbebüro in Mailand.

P1180370Beeinflusst von der Op-art Ikone Victor Vasarely (1906-1997)  und von den russischen Konstruktivisten, die Anfang des 20. Jahrhunderts alle ursprünglichen und über Jahrhunderte gewachsene Formen und Bilder sowie die geschriebene Kunstgeschichte ablehnten, schloß er sich der neo- konstruktivistischen Stilrichtung an und schaffte ab 1964 die ersten dreidimensionalen Strukturen. Später fand Morandini über das Industrie-Design einen persönlichen fast ausschließlich schwarz-weißen Weg. Diese Mischung zwischen Op-art  und Konstruktivismus – zwischen statisch und in Bewegung sein, ist sehr attraktiv und begeisternd. Alles ist klar und man betrachtet beruhigt die Gegenstände oder Skulpturen, geht um sie herum, bis sie im nuancenreichen Licht und in der Bewegung dann Farbe wechseln und trotzdem schwarz-weiß bleiben. Geometrische Strukturen werden bewegt und miteinander in Verbindung gebracht bis uns unser Gehirn eine andere Form vor spielgelt.

Die einzigen Farbklekse in seinen Kreationen hat er dem Rosenthal Kaffee-Geschirr gegönnt. Seine s/w-Konsequenz ist erstaunlich (und streckt sich auch auf seine Kleidung aus).

1968 nahm er zum ersten Mal an der Biennale in Venedig teil. Eine Ausstellung 1972 in Hannover führte zu einer intensiven Zusammenarbeit mit der Firma Rosenthal in Selb und zur Teilnahme an der Documenta 6. Seit den 80er Jahren arbeitet er mit verschiedenen Architekturbüros zusammen und befasste sich mehr mit Raumplanung und Städtebau. Eine wichtige Retrospektive über Kunst und Design 1993 in München machte ihn dann endgültig auch in Deutschland bekannt. Ende der 90er Jahre unterrichtete er Kunst und Design an der Sommerakademie in Salzburg und in Plauen, später in Lausanne. Seine Arbeiten zieren Plätze in verschiedenen Städten in ganz Europa. Heute lebt und arbeitet er hauptsächlich in Varese.

Morandini gehört zu den wichtigsten Vertretern in Italien der neo-konstruktivistischen Kunst in Verbindung mit Design und Architektur.

Seit Ende der 70er Jahre arbeitet er für Rosenthal und hat für sie einige sehr erfolgreiche limitierte Serien, Skulpturen und Vasen entwickelt, u.a. das Schachspiel „Morandini“, das es 99 mal gibt, aber auch  raumgestaltende Objekte wie  Möbel und den bekannten Paravent. In Deutschland betrachtet man ihn ohne Zweifel als Nachreiter des Bauhaus’, Das ist vielleicht auch der Grund, warum er gerade bei uns so beliebt ist.

P1180375Die Ausstellung in Rom zeigt Exponate aus all seinen Schaffensperioden sowie realisierte und nicht-realisierte Architekturprojekte und Aktionsgeometrie. Darunter ist z.B. ein Projekt, den Petersplatz in schwarz-weiß auszulegen.

Die Ausstellung geht noch bis Ende September.

Christa Blenk

 

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