Grand Hotel Budapest


Winter durch die Karpaten

Der letzte Film von Wes Anderson ist ein absolutes Meisterwerk. Surrealistisch, romantisch und witzig, zwischen Tragödie und Komödie erinnert er an Lubitsch und Filme wie « to be or not to be » oder an Polanskis „Tanz der Vampire“.

Der geniale Ralph Fiennes ist M. Gustave, der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotel im Alpenstaat Zubrowsky. Die Geschichte spielt in den 30er Jahren und – wenn auch nur anekdotisch – ist das Drama vor dem zweiten Weltkrieg angedeutet. Tony Revolori ist der junge „lobby boy“, der sich als treuer Freund von Gustave entwickeln wird und dem später das Hotel gehören sollte. Tilda Swinton ist Madame D, eine ehemalige „Geliebte“ von Gustave, die auf seltsame Weise ums Leben kommt, ihm ein wertvolles Bild hinterlässt das Gustaves Leben total durcheinander bringt. Er gerät in eine Art James Bond Abenteuer, das er mit Bravour meistert (die Abfahrt durch die olympischen Wintersportanlagen mit dem Schlitten ist einfach genial!!), verfolgt von allen möglichen Erbschleichern wie z.B. Madame D’s Sohn Dimitri (Adrian Brody). Der Film handelt von Solidarität und Freundschaft auf der Suche nach noch übrig gebliebenen „echten und edlen“ Menschen. Alle Länder- und Städtennamen sowie die Hofzuckerbäckerei sind erfunden, letztere lässt aber stark an Demel denken.

Wes Anderson hat auch das Drehbuch für diese deutsch-britische Koproduktion geschrieben. Auf den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film 2014 im Februar vorgestellt; gedreht wurde er im sächsischen Görlitz.

Als Vorlage für das Drehbuch diente Stefan Zweigs Geschichte „Ungeduld des Herzens . Die Welt von Gestern und 24 Stunden aus dem Leben einer Frau ». Wes Anderson reiste viel durch die Gegend um herauszufinden, wo sich die Geschichte hätte zutragen können. Irgendwo zwischen Österreich und Ungarn – vielleicht in Wien, Budapest oder Karlsbad.

Spurensuche Wohin 2013 KopieChrista Linossi

Sehr sehenswert!

Christa Blenk

 

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