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Römische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

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MAXXI

Rom hat nicht nur Ruinen

Ein Spaziergang durch das moderne und zeitgenössische Rom!

Anfang des 20. Jahrhunderts ist das alte und etwas schwerfällig-nostalgische und sich dem Neuen entgegensetzende Rom erwacht, hat sich aufgerappelt und beschlossen, im aufkommenden und existierenden weltweiten Architekturwahn ebenfalls eine Rolle zu spielen. 

Die Weltausstellung 1911 war ein guter Grund, neues Wohngebiet zu erschließen und den Stadtkern zu erweitern. Dazu bot sich ein nicht bebautes Gebiet nördlich von Trastevere und dem Vatican an. Zwischen Tiber und Montemario entstand das das vornehme und bürgerliche aber sehr schöne Viertel Prati (was soviel wie Wiesen heißt).

Mit der Machtübernahme der Faschisten 1922 begann ein regelrechter megalomaner Baumboom. Es entstand die Universität La Sapienza im ärmeren linken Viertel gleich hinter der Stadtmauer, der Bahnhof Termini, der Ende der 30er Jahre von Angiolo Mazzoni umgebaut und modernisiert wurde (1950 sah er dann so aus, wie wir ihn heute sehen – weißer und sauberer nur), der neunstöckige Palazzo della Farnesina, 1935 von den Architekten Del Debbio, Foschini, und Ballio Morpurgo als Parteizentrale direkt neben dem Stadio Olimpico errichtet; heute ist es der Sitz des Aussenministeriums.

Der Städteplaner und Architekt Marcello Piacentini hat 1936 – als Italien den Zuschlag für die Weltausstellung 1942 ergatterte – auf der Cristoforo Colombo stadtauswärts Richtung Ostia die aufwendigen Arbeiten in Angriff genommen und es stand der EUR Komplex (s. gesonderter Artikel) mit allem was dazu gehört. Die Weltausstellung konnte dann allerdings kriegsbedingt nicht stattfinden. Heute befinden sich dort der Sitz der Region Lazio, diverse Ministerien, Museen und Bibliotheken und ansonsten ist es eine gute Wohngegend mit Anbindung an die U-Bahn.

Dann war erstmal Ruhe. Ein neuer Aufschwung entstand, als Rom der Ort für die Olympiade 1960 sein sollte. Ab den 50er Jahren sind diesmal im Viertel Flaminio das Villagio Olimpico und das Stadio entstanden – konzipiert und erbaut von der Architektengruppe Cafueri, Libera, Lucchichenti, Monaco und Moretti. Das damals aktuelle und moderne Wohnprojekt für das Olympische Dorf hat die Jahre schlecht überstanden und das Viertel geriet in einen zweifelhaften Ruf. Mit dem Errichten von interessanten und zum Teil hypermodernen Projekten durch namhafte Architekten nach einem längeren Baustopp in den 90er Jahren wurde das Viertel wieder attraktiver und Rom in das 21. Jahrhundert katapultiert.

Im Stadtteil Flaminio vor der Ponte Milvio entstanden Ende des 20. Jahrhunderts das geniale Auditorium Parco della Musica von Renzo Piano – gebaut wurde ab 1994; eingeweiht wurde der Komplex bestehend aus drei Konzertsälen, zwei Restaurants, ein großer Buch- und Musikbereich und diverse andere Gebäudeteile, schließlich 2003.

Der amerikanische Star Architekt Richard Meier durfte ab1996 gleich an zwei Projekten arbeiten: Einmal baute der die Kirche des neuen Jahrtausends « Dives Misericordiae » in einem Vorort von Rom, die 2003 fertiggestellt wurde. Das andere, das prestigeträchtige Großprojekt für den renovierungsbedürften Bau des Augustus-Altar « Ara Pacis », konnte nach langen Baujahren 2006 eingeweiht werden. Die Neugestaltung der Piazza Augusto Imperatore ist « work in progress » und erstmals passiert nichts.

Wieder im Flaminio-Viertel und fast gegenüber des Renzo Piano Auditoriums, in unmittelbarer Nähe des Villagio Olimpico hat die Stararchitektin Zaha Hadid von 1998 – 2010 das Supermuseum für Zeitgenössische Kunst MAXXI auf dem Areal einer alten Kaserne errichtet; Die Französin Odile Decq baute ein paar Jahre vorher das Macro Museum für Zeitgenössische Kunst in der Nähe des Piazza Fiume im nördlichen Zentrum zwischen Villa Borghese und Villa Ada.

Den Architektur-Vogel hat allerdings das ABDR Büro mit dem Hochgeschwindigkeitsbahnhof Tiburtina abgeschossen, der 2011 eingeweiht wurde. Leider hat man das Umfeld nicht in die Bauarbeiten mit einbezogen, deshalb kommt man nur über Schlaglöcher und schlechte Straßen bzw. komplizierte Übergänge an und in diesen Bahnhof. Des gleiche Büro ABDR Architetti zeichnete für den gelungenen Umbau des Palazzo delle Esposzione auf der Via Nazionale, der 2007 fertiggestellt wurde.

Ein sehr schönes Projekt, allerdings von außen so gut wie nicht zu erkennen, ist der Umbau durch Juan Navarro Baldeweg der Biblioteca Hertziana, der 2012 nach langer Zeit finalisiert werden konnte.

Erwähnungswert ist auch die Umstrukturierung eines altes Elektrizitätswerkes, der Centrale Montemartini in eine Erweiterung der Kapitolischen Museen sowie der Umbau des Schlachthof Testaccio als Filiale des Macro-Museums. Dorthin gelangt man, wenn man die interessante und schöne Brücke à la Santiago Calatrava überquest, die seit 2012 die Viertel Garbatella und Ostiense verbindet.

 

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EUR und Parco della Musica, MAXXI, Montemartini, Ara Pacis
 
Text und Fotos: Christa Blenk

 

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