31 mars 2014 0 Commentaire

Rossinis Maometto II in der Oper Rom

Die Oper Rom führt in diesen Tagen eine selten gespielte Oper von Gioachino Rossini (1792-1868) auf – Mohammed II.

Rossinis Mohammed II darf man noch zu den Jugendwerken rechnen, er hat es mit 28 Jahren stark beeinflusst und angetrieben von Spontinis Riesenerfolg Hernan Cortes komponiert. Vier Jahre später ging Rossini nach Paris und sollte dort die Lücke schließen, die durch Gaspare Spontinis Weggang entstanden war. Zusammen mit dem Theaterreformator Alexandre Soumet bearbeitete Rossini seinen Mohammed II und brachte das Opus 1826 erneut unter dem Namen La siège de Corinthe (Die Belagerung von Korinth) auf die Bühne.

Zwischen Spontinis Olimpie und Rossinis Maometto II gibt es eindeutige Parallelen: Bei beiden Opern ist die Haupthandung der Konflikt zwischen der Liebe zu einem fremden Eroberer und der Treue gegenüber der eigenen Patria. Die Heroine opfert sich jeweils für das Vaterland und ist bereit, den Feind zu ehelichen, um das eigene Land zu retten. Beide Male sind die Männer auch bereit, die Tochter/Frau für die Sache zu opfern.

Die Handlung findet in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Venezianischen Provinz Negroponte statt (Griechenland). Von den Türken bedroht, beschließt der Venezianer Paolo Erisso, unterstützt von seinem Kommandanten Calbo, der in seine Tochter Anna verliebt ist, den Türken zu widerstehen und zu kämpfen. Anna allerdings ist bereits in Uberti di Mitilene verliebt, den sie während Erissos Abwesenheit kennen gelernt hatte. Es stellt sich aber heraus, dass Uberti sich bei Anna unter falschem Namen vorgestellt hat und in Wahrheit der General der Türkischen Armee, Mohammed II, ist. Bevor Erisso sich aufmacht, den Felsen zu verteidigen, übergibt er der Tochter einen Dolch. Damit kann sie sich das Leben nehmen, sollte sie im Falle einer Niederlage den Feinden in die Hände fallen. Anna erkennt, dass Uberti Mohammed II ist und gerät in den ersten Gewissenskonflikt. Die Türken gewinnen und Erisso und Calbo werden gefangengenommen. Der (noch) stolze Erisso verweigert den Felsen aufzugeben und es entsteht ein Blutbad. Mohammed sowie der Vater sind hin- und hergerissen zwischen Vertrauen und Liebe.

Anna wird in das Lager der Türken verbracht und bekommt von Mohammed II einen Ring, der sie beschützen soll. Sie schafft es, ihren Vater und Calbo im Kerker aufzusuchen, gibt ihnen den Ring, vermählt sich noch kurz mit Calbo vor ihrer Mutter Grab und animiert die Männer zur Flucht. Das lassen sie sich auch nicht lange sagen und verschwinden. Anna muss zurückbleiben, da man sie im Lager kennt. Nach erfolgter Schlacht für die Venezianer wird sie von den Türken beschuldigt sie verraten zu haben und erdolcht sich auch wieder auf ihrer Mutter Asche. Mohammed II verzweifelt, hält sie in den Armen bis sie stirbt.

Überraschend gute Aufführung mit fast ausschließlich ausgezeichneten Solisten. Die Kostüme waren weniger originell und irreführend. Mohammed II sah wie ein Christus aus und alle trugen türkisch-arabische Kopfbedeckungen; Anna ein weißes griechisch-anheimelndes Kleid. Das Bühnenbild bestand aus grauem Fels und korinthischen Säulenruinen und Ziegelsteinen. Geschickt!

Wunderbare, an Mozart erinnernde, Arien und Choreinlagen. Der Chor spielt in diesem Stück sowieso eine sehr wichtige Rolle. Das Duo zwischen Anna (ausgezeichnet und immer präsent Marina Rebeka und Calbo (Alisa Kolosova – für mich war sie der heimliche Star mit ihrem wunderbar warmen Mezzo) am Grab der Mutter ist anrührend, ebenso der Trio gleich zu Beginn als Erisso (Giulio Pelligra in Vertretung von Juan Francesco Gatell) Anna mit Calbo vereinigen will. Mohammed II (Roberto Tagliavini) war am Anfang ein wenig wackelig, wurde dann ausgezeichnet. Das Orchester hatte wieder mal ein Problem gemeinsam anzufangen, waren aber ansonsten recht gut. Der Geiger und der Flötist sehr gut. Der Chor der Oper Rom unter Roberto Gabbiani blieb seinem guten Ruf wieder mal treu. Die öffentliche Meinung in Form eines Chores war fantastisch. 

cristina crespo artist: Cristina Crespocristina crespo

Am Pult Roberto Abbado, Regie führte wieder mal Pier Luigi Pizzi. Rundum eine schöne und gar nicht langweilige spritzig-tragische Aufführung. Die 180 Minuten Spielzeit sind im Nu vorbei gewesen.

Der König der Opera Buffa, Gioachino Antonio Rossini (1792-1868), ist diesen Titel nie mehr los geworden, obwohl er ab 1835 und nach 39 Opern den religiösen Mystizismus entdeckte und so originelle und geniale Werke wie La petite messe solennelle komponierte.

Und hier noch eine kleine Anekdote zur zweiten Passion vonRossini : Die Küche!

Als er einmal nicht weiterkam sperrte ihn der Direktor von San Carlo Neapel einfach ein und befahl zu komponieren. Rossini beschwerte sich mit den Worten „und der grausamste aller Direktoren der Opernhäuser der Welt sperrte mich – mit nur einem Teller Maccharoni pro Mahlzeit – einfach in mein Hotelzimmer und befahl zu komponieren“. Vielleicht hat er hierbei die „Tournedos Rossini“ erfunden (vor Hunger!)

Des weiteren soll Rossini gesagt haben: 

Ich gebe zu, dreimal in meinem Leben geweint zu haben: als meine erste Oper durchfiel, als ich Paganini die Violine spielen hörte und als bei einem Bootspicknick ein getrüffelter Truthahn über Bord fiel.“

Christa Blenk

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